Ein Traum aus Wasser und Wüste
Warum gerade Ägypten?
Eigentlich hatte ich ja ganz andere Pläne. Eigentlich sollte es dieses Jahr wieder in die Toskana gehen, ein kleines Weingut in den Hügeln, gutes Essen, noch besseren Wein. Aber dann kam mir die Idee, etwas völlig anderes zu machen. Irgendwie hatte ich genug von Europa, von all den bekannten Pfaden und der vorhersehbaren Schönheit. Ich brauchte etwas Neues, etwas Aufregendes, etwas, das mich wirklich aus meiner Komfortzone lockte. Und Ägypten, das Land der Pharaonen, der Wüsten und des roten Meeres, schien perfekt dafür geeignet.Meine Frau, Anna, war anfangs skeptisch. "Ägypten? Ist das nicht gefährlich? Und all die Touristen…", hatte sie gesagt. Aber ich hatte ihr versichert, dass wir uns etwas Besonderes suchen würden, etwas Abgeschiedenes, etwas Luxuriöses. Und das haben wir gefunden: El Gouna. Eine Art kleines Venedig am roten Meer, erbaut von einem ägyptischen Milliardär, der offenbar eine Schwäche für Architektur und Wassersport hat.
Die Fahrt nach El Gouna
Der Transfer zum Hotel war schon ein Erlebnis für sich. Wir fuhren in einem nagelneuen Mercedes, der Fahrer sprach ausgezeichnet Englisch und erzählte uns von den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Alles war unglaublich grün und üppig, Palmen säumten die Straße, dazwischen kleine Bauernhöfe und Dörfer. Man merkte sofort, dass das Leben hier anders ist, langsamer, entspannter. Und dann, nach etwa einer halben Stunde, tauchte El Gouna am Horizont auf. Ein schimmernder Traum aus weißen Villen, türkisfarbenen Kanälen und üppiger Vegetation.
Ich muss sagen, ich war beeindruckt. Viel beeindruckter, als ich erwartet hatte. Es war nicht das typische, überlaufene Touristenparadies, das ich befürchtet hatte. Es war eher eine exklusive Resort-Stadt, die auf ihre Art und Weise sehr stilvoll und elegant wirkte. Die Architektur war eine Mischung aus mediterranen und orientalischen Einflüssen, alles sehr harmonisch und geschmackvoll. Und das Wasser… das Wasser war einfach unglaublich. Kristallklar und in allen möglichen Türkis- und Blautönen schimmernd.
Das Hotel – ein Paradies für sich
Unser Hotel, das "The Old Mill Hotel", war ein wahres Juwel. Erbaut im nubischen Stil, mit hohen Decken, Holzbalken und wunderschönen handgefertigten Möbeln. Es fühlte sich an, als wären wir in eine andere Welt eingetaucht. Der Service war tadellos, das Personal freundlich und aufmerksam. Und das Essen… oh, das Essen! Gourmetküche auf höchstem Niveau, mit frischen Zutaten und kreativen Gerichten. Ich glaube, ich werde in den nächsten Tagen ein paar Kilo zunehmen.
Nach dem Einchecken und einer kurzen Erfrischung in unserem Zimmer – mit Blick auf einen der Kanäle, versteht sich – machten wir uns auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Wir schlenderten durch die kleinen Gassen, vorbei an Boutiquen, Restaurants und Cafés. Überall herrschte eine entspannte Atmosphäre. Menschen saßen draußen und plauderten, Kinder spielten auf den Straßen, und es roch nach frischem Brot und Gewürzen.
Ich merkte schnell, dass El Gouna nicht nur ein Ort zum Entspannen und Genießen ist, sondern auch ein Ort, der zum Abenteuer einlädt. Es gibt unzählige Möglichkeiten zum Wassersport, zum Tauchen, zum Schnorcheln, zum Windsurfen, zum Kitesurfen. Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, die umliegende Wüste zu erkunden, auf dem Kamel oder im Jeep. Ich konnte es kaum erwarten, all diese Aktivitäten auszuprobieren. Aber bevor es so weit kam, wollte ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen und die Stadt richtig kennenlernen. Denn ich hatte das Gefühl, dass El Gouna noch viele Geheimnisse für mich bereithielt.
Und so begannen wir, uns in das Leben dieser außergewöhnlichen Stadt einzufinden, bereit, uns von ihrer Schönheit und ihrem Charme verzaubern zu lassen, während wir uns auf die kommenden Tage voller Entdeckungen und Abenteuer vorbereiteten.Ein Tag in Abu Tig Marina
Am nächsten Morgen beschlossen wir, die Abu Tig Marina zu erkunden. Das ist sozusagen das Herzstück von El Gouna, ein schicker Yachthafen mit unzähligen Restaurants, Bars und Geschäften. Es war ein lebhaftes Treiben, überall Leute, die flanierten, ein Eis aßen oder einfach nur das bunte Schauspiel beobachteten. Wir fanden ein kleines Café mit Blick auf die Marina und ließen es uns mit einem starken arabischen Kaffee und einigen süßen Leckereien gut gehen. Der Kaffee war unglaublich aromatisch, fast schon zu stark, aber genau das mochte ich. Ich beobachtete, wie die Yachten sanft im Wasser wogten und die Möwen über uns kreischten. Es war eine perfekte Szene, wie aus dem Bilderbuch.
Später am Tag wollten wir uns eine kleine Bootstour gönnen, um die Inseln vor der Küste zu erkunden. Wir hatten uns im Hotel einen Anbieter ausgesucht, aber als wir am Steg ankamen, stellte sich heraus, dass unser Boot gerade repariert wurde. Eine kleine Panne, aber kein Beinbruch. Der Hotelmanager organisierte uns kurzerhand ein anderes Boot, das uns zu den Inseln brachte. Die Fahrt war wunderschön, das Wasser glitzerte in der Sonne und wir konnten einige Delfine beobachten, die neben unserem Boot spielten. Ein unvergesslicher Moment!
Downtown El Gouna – ein Kontrastprogramm
Um einen Kontrast zu dem schicken Ambiente der Marina zu erleben, beschlossen wir, einen Ausflug in das Downtown El Gouna zu machen. Hier wohnten die meisten Einheimischen und es herrschte eine ganz andere Atmosphäre. Es war weniger poliert, aber viel authentischer. Wir schlenderten durch die kleinen Gassen, vorbei an traditionellen Geschäften und Cafés. Überall roch es nach Gewürzen, frischem Brot und gegrilltem Fleisch. Wir landeten in einem kleinen Imbiss, wo wir ein köstliches ägyptisches Gericht probierten – Koshari, eine Art Nudelsalat mit Reis, Linsen und Kichererbsen. Es war unglaublich lecker und viel günstiger als in den Restaurants in der Marina. Ein echtes kulinarisches Highlight!
Ich unterhielt mich mit dem Besitzer des Imbisses, einem freundlichen Mann, der uns viel über das Leben in El Gouna erzählte. Er sagte, dass die Stadt sich in den letzten Jahren stark verändert habe, aber dass die Einheimischen immer noch versuchten, ihre Traditionen zu bewahren. Es war interessant zu hören, wie er die Veränderungen wahrnahm und wie er versuchte, seinen Platz in der modernen Welt zu finden.
Die Moschee El Mina – ein spiritueller Ort
Ein weiteres Highlight war der Besuch der Moschee El Mina. Sie ist eine der größten Moscheen in El Gouna und ein beeindruckendes Beispiel islamischer Architektur. Wir waren fasziniert von den kunstvollen Verzierungen, den hohen Kuppeln und den bunten Glasfenstern. Es war ein spiritueller Ort, der uns Ruhe und Frieden schenkte. Wir durften die Moschee besichtigen und erfuhren viel über den Islam und die ägyptische Kultur.
Ich war beeindruckt von der Gastfreundschaft der Menschen, die wir in El Gouna getroffen haben. Sie waren immer freundlich, hilfsbereit und offen für Gespräche. Es war schön zu sehen, wie sie ihre Kultur mit anderen teilen und wie sie versuchten, eine Brücke zwischen den Kulturen zu bauen. Nach einigen Tagen in El Gouna fühlten wir uns wie zu Hause. Wir hatten die Stadt lieben gelernt, ihre Schönheit, ihre Kultur und ihre Menschen. Und während wir am Abend auf unserer Terrasse saßen und den Blick auf die Kanäle genossen, wussten wir, dass dies nicht unser letzter Besuch sein würde, denn El Gouna hatte uns noch viele Geheimnisse zu enthüllen, bevor wir uns von diesem einzigartigen Ort verabschieden würden.
Die letzten Tage in El Gouna vergingen wie im Flug. Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, als ich morgens aufwachte und den Blick auf die Kanäle genoss. Das sanfte Plätschern des Wassers, das Sonnenlicht, das sich auf der Oberfläche spiegelte, und die Ruhe, die über der Stadt lag – einfach unbeschreiblich.
Ein Abend voller Aromen
Eines Abends wagten wir uns in ein kleines Restaurant, das direkt am Wasser lag. Es war kein schickes Gourmetlokal, sondern eher ein authentischer Ort, an dem die Einheimischen gerne ihre Mahlzeiten einnahmen. Aber das Essen war fantastisch. Wir bestellten verschiedene Mezze, kleine Vorspeisen, die alle unglaublich lecker waren. Dazu tranken wir einen lokalen Wein, der überraschend gut schmeckte. Die Atmosphäre war entspannt und freundlich, und wir fühlten uns sofort willkommen. Es war einer dieser Abende, die man so schnell nicht vergisst.
Der Wüstenritt
Natürlich durfte auch ein Ausflug in die Wüste nicht fehlen. Wir buchten eine Jeep-Safari und fuhren mit einem erfahrenen Guide durch die Dünen. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Die Weite der Wüste, die Stille, die nur vom Rauschen des Windes unterbrochen wurde, und die Schönheit der Landschaft – einfach atemberaubend. Wir hielten an einem Beduinendorf, wo wir Tee trinken und mehr über die Lebensweise der Menschen erfahren konnten. Es war eine faszinierende Erfahrung, die uns die Augen für eine andere Kultur geöffnet hat.
Fazit: Mehr als nur ein Urlaub
El Gouna ist mehr als nur ein Urlaubsort. Es ist ein Ort, der die Seele berührt. Die Kombination aus Luxus, Abenteuer und authentischer Kultur macht diesen Ort einzigartig. Ich habe mich hier sofort wohlgefühlt und konnte die Seele baumeln lassen. Es war ein perfekter Urlaub, der meine Erwartungen übertroffen hat.
Meine persönlichen Tipps
Wenn ihr nach El Gouna reist, hier ein paar Tipps von mir:
- Mietet euch ein Boot: Erkundet die Kanäle und die umliegenden Inseln vom Wasser aus. Es ist ein unvergessliches Erlebnis.
- Probiert die lokale Küche: Lasst euch von den Aromen Ägyptens verzaubern. Es gibt viele kleine Restaurants, die authentische Gerichte anbieten.
- Besucht die Wüste: Macht eine Jeep-Safari oder reitet auf einem Kamel. Die Weite der Wüste ist atemberaubend.
Ich bin sicher, dass ich nicht zum letzten Mal in El Gouna war. Dieser Ort hat einen festen Platz in meinem Herzen gefunden. Und ich kann es kaum erwarten, bald wiederzukommen, um neue Abenteuer zu erleben und die Schönheit dieser einzigartigen Stadt zu genießen.
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- Abu Tig Marina
- Die Kanäle von El Gouna
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- Downtown El Gouna