Mallorca: Mehr als nur Sonne und Meer
Warum gerade Mallorca?
Eigentlich waren wir ja eher die Typen für Städtereisen. Florenz, Rom, Barcelona – das waren unsere bisherigen Favoriten. Aber irgendwie hatten wir das Gefühl, dass wir jetzt etwas anderes brauchten. Etwas Ruhigeres, etwas Naturnäheres. Und Mallorca schien die perfekte Mischung zu sein. Kultur und Geschichte gibt es hier reichlich, aber auch wunderschöne Landschaften und eine entspannte Atmosphäre. Wir hatten uns in den Wochen vor der Reise intensiv mit der Insel auseinandergesetzt, Reiseführer gewälzt und Blogs gelesen. Es war uns wichtig, nicht in die typischen Touristenfallen zu geraten, sondern das echte Mallorca kennenzulernen.Die Ankunft und der erste Eindruck
Die Fahrt vom Flughafen zum Hotel war schon beeindruckend. Die Landschaft veränderte sich ständig, mal ging es durch grüne Hügel, mal entlang der Küste mit Blick auf das tiefblaue Meer. Wir hatten ein kleines Hotel in Deià gebucht, einem Künstlerdorf im Westen der Insel. Deià ist bekannt für seine malerischen Gassen, seine charmanten Restaurants und seine inspirierende Atmosphäre. Schon bei der Ankunft fühlten wir uns wohl und entspannt. Das Hotel war ein liebevoll restauriertes Landhaus mit einem kleinen Garten und einem Pool. Die Zimmer waren einfach, aber geschmackvoll eingerichtet und boten einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge.Wir checkten ein und ließen erstmal das Gepäck fallen. Dann gingen wir gleich los, um das Dorf zu erkunden. Deià ist wirklich wunderschön, mit seinen engen Gassen, den alten Steinhäusern und den bunten Blumen. Überall hingen kleine Kunstgalerien und Ateliers, und es duftete nach frischem Brot und Kaffee. Wir setzten uns in ein kleines Café und bestellten einen Café con leche und ein Stück Tarta de Almendras. Die Torte war einfach himmlisch, saftig und aromatisch. Wir saßen dort eine ganze Weile und beobachteten das Treiben. Es war so friedlich und entspannt, dass wir fast die Zeit vergessen hätten.
Die Suche nach Authentizität
Uns war es wichtig, nicht nur die schönen Strände und die malerischen Dörfer zu sehen, sondern auch die Menschen kennenzulernen und die lokale Kultur zu erleben. Wir besuchten den Wochenmarkt in Pollença, wo wir frisches Obst, Gemüse, Käse und Olivenöl kauften. Wir unterhielten uns mit den Händlern und ließen uns von ihnen beraten. Wir besuchten eine kleine Finca in den Bergen, wo wir lernten, wie Olivenöl hergestellt wird. Wir nahmen an einem Kochkurs teil, wo wir lernten, wie man paella zubereitet.Kulturelle Entdeckungen
Wir besuchten die Kathedrale von Palma, ein beeindruckendes gotisches Bauwerk, das über die Stadt thront. Wir besuchten das Bellver Schloss, ein gotisches Schloss mit einem kreisförmigen Grundriss, das einen herrlichen Blick auf die Bucht von Palma bietet. Wir besuchten das Museu d’Art Contemporani de Palma, ein Museum für zeitgenössische Kunst, das uns sehr beeindruckt hat.Aber nicht nur die kulturellen Sehenswürdigkeiten haben uns begeistert. Auch die kleinen Dinge haben uns Freude bereitet. Das tägliche Gespräch mit dem Bäcker, der uns jeden Morgen frisches Brot brachte. Der freundliche Kellner, der uns in einem kleinen Restaurant in Sóller ein leckeres Mittagessen servierte. Der alte Mann, der jeden Abend auf einer Bank im Park saß und Gitarre spielte.
Diese ersten Stunden auf Mallorca hatten uns schon gezeigt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Wir waren bereit, uns auf dieses Abenteuer einzulassen und die Insel mit allen Sinnen zu genießen. Und so begannen wir, uns langsam aber sicher in das mallorquinische Lebensgefühl einzuleben – bereit, die verborgenen Schätze der Insel zu entdecken und uns von ihrer Schönheit verzaubern zu lassen, während wir uns immer mehr darauf freuten, die kommenden Tage mit all ihren Möglichkeiten zu erkunden.Valldemossa und die Kartause – Ein Hauch von Chopin
Ein paar Tage später mieteten wir einen kleinen Mietwagen – eine kluge Entscheidung, um flexibel zu sein und auch die abgelegeneren Winkel der Insel zu erkunden. Unser Ziel: Valldemossa, ein Bergdorf, das für seine Kartause bekannt ist. Die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis für sich. Serpentinen schlängelten sich durch die Tramuntana, die Landschaft wurde immer grüner und wilder. Als wir in Valldemossa ankamen, waren wir überwältigt von der Schönheit dieses Ortes. Die engen Gassen waren mit Blumen geschmückt, die Steinhäuser sahen aus, als wären sie seit Jahrhunderten unverändert geblieben.Die Kartause selbst ist ein beeindruckendes Kloster, in dem Chopin und George Sand im Winter 1838/39 gelebt hatten. Wir schlenderten durch die Klöstergänge, besichtigten die Zellen und stellten uns vor, wie es hier damals ausgesehen haben muss. Es war ein bisschen touristisch, ja, aber trotzdem spürte man die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Besonders faszinierend war das kleine Museum, in dem Briefe und Notizen von Chopin und Sand ausgestellt waren. Es war, als würden wir einen kleinen Einblick in ihr Leben bekommen.
Ein kleines Missgeschick in Deià
Zurück in Deià gab es dann eine kleine Anekdote zu erzählen. Wir wollten eigentlich zu Fuß zum Torrent Assumpció, einer kleinen Bucht mit kristallklarem Wasser. Aber wir hatten die Orientierung völlig verloren und sind auf einem schmalen Pfad gelandet, der sich als Sackgasse entpuppte. Wir mussten zurückklettern und hatten uns dabei ein paar Schrammen zugezogen. Aber am Ende haben wir die Bucht doch noch gefunden – und sie war die Mühe wert! Das Wasser war so klar, dass man die Fische sehen konnte, und die Landschaft war einfach atemberaubend. Wir haben uns einfach in den Sand gelegt und die Sonne genossen – ein perfekter Moment.
Palma – Mehr als nur die Kathedrale
Wir verbrachten auch ein paar Tage in Palma, der Hauptstadt der Insel. Natürlich haben wir auch die Kathedrale besichtigt, ein beeindruckendes Bauwerk, das man gesehen haben muss. Aber Palma hat noch viel mehr zu bieten. Wir haben uns im historischen Viertel von Palma verloren, die kleinen Gassen erkundet und die vielen kleinen Boutiquen und Cafés entdeckt. Besonders schön war es, am Abend auf dem Plaça Major zu sitzen und das bunte Treiben zu beobachten.
Wir haben auch den Mercat de l'Olivar besucht, einen lebhaften Markt, auf dem man alles bekommt, von frischem Fisch und Gemüse bis hin zu lokalen Spezialitäten. Wir haben uns ein paar Tapas bestellt und sie an einem der kleinen Stehtische gegessen. Es war eine tolle Atmosphäre und eine gute Gelegenheit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen.
Die kleinen Dinge, die zählen
Aber es waren nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, die uns beeindruckt haben. Es waren auch die kleinen Dinge, die uns in Erinnerung bleiben werden. Der Duft von Jasmin, der in den Gassen hing. Das Lachen der Kinder, die auf den Plätzen spielten. Die freundlichen Menschen, die uns immer mit einem Lächeln begrüßten. Es war diese Mischung aus Kultur, Natur und Lebensfreude, die Mallorca so besonders gemacht hat.
Diese Reise hatte uns gezeigt, dass es wichtig ist, sich Zeit zu nehmen, um die kleinen Dinge im Leben zu genießen. Die Hektik des Alltags vergessen und einfach im Moment leben. Mallorca hatte uns geholfen, wieder zu uns selbst zu finden und neue Energie zu tanken. Und während wir unseren Blick über die schimmernde Bucht schweifen ließen, wussten wir, dass dies nicht unsere letzte Reise nach Mallorca gewesen sein würde, und dass wir die Erinnerungen an diese unvergessliche Zeit für immer in unseren Herzen tragen würden.
Der letzte Tag auf Mallorca fühlte sich bittersüß an. Wir saßen auf der Terrasse unseres Hotels in Deià, tranken noch einmal einen Café con leche und ließen die vergangenen Tage Revue passieren. Es war eine Reise gewesen, die uns nicht nur entspannt, sondern auch inspiriert und bereichert hatte. Wir hatten die Insel mit allen Sinnen erlebt, die Schönheit der Landschaft genossen, die Kultur entdeckt und die Menschen kennengelernt.
Ein Fazit für uns
Mallorca hat uns gezeigt, dass es im Leben nicht nur um das Erreichen von Zielen geht, sondern auch darum, den Weg dorthin zu genießen. Wir hatten uns bewusst entschlossen, nicht in den typischen Touristenfallen zu landen, sondern das authentische Mallorca zu entdecken. Und wir wurden belohnt. Wir hatten kleine, versteckte Buchten gefunden, in denen wir baden konnten, ohne von anderen Touristen gestört zu werden. Wir hatten in kleinen, lokalen Restaurants gegessen, in denen die Speisen mit Liebe zubereitet wurden. Wir hatten uns mit den Einheimischen unterhalten und von ihrem Leben erfahren.
Die Kunst des langsamen Reisens
Was uns besonders gefallen hatte, war die Möglichkeit, die Insel im eigenen Tempo zu erkunden. Wir hatten uns nicht unter Druck gesetzt, möglichst viel zu sehen, sondern uns einfach treiben lassen. Wir hatten lange Spaziergänge gemacht, die Landschaft bewundert und die Ruhe genossen. Wir hatten uns Zeit genommen, um in Cafés zu sitzen, Bücher zu lesen und das Leben zu beobachten. Das war für uns die wahre Entspannung.
Ein paar Tipps für eure Reise
Mietwagen ist Pflicht
Wenn ihr die Insel wirklich erkunden möchtet, solltet ihr unbedingt einen Mietwagen nehmen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind zwar gut ausgebaut, aber mit dem Auto seid ihr flexibler und könnt auch die abgelegensten Winkel der Insel erreichen.
Abseits der Massen
Vermeidet die typischen Touristenorte und sucht stattdessen nach kleinen, versteckten Buchten und Dörfern. Dort könnt ihr die Insel in ihrer ganzen Schönheit erleben und die Ruhe genießen. Deià, Valldemossa und Sóller sind tolle Ausgangspunkte, um die Landschaft zu erkunden.
Kulinarische Entdeckungen
Probiert die lokalen Spezialitäten und besucht die kleinen, lokalen Restaurants. Dort bekommt ihr authentische mallorquinische Küche, die mit Liebe zubereitet wird. Vergesst nicht, den Pa amb oli, die Sobrasada und den Hierbas zu probieren.
Auf Wiedersehen, Mallorca
Als wir am Flughafen standen und auf unseren Flug warteten, waren wir uns einig: Das war nicht unsere letzte Reise nach Mallorca. Wir werden wiederkommen, um die Insel noch einmal zu erkunden, neue Orte zu entdecken und die Ruhe zu genießen. Mallorca hat uns verzaubert, inspiriert und bereichert. Und wir sind dankbar für die unvergesslichen Momente, die wir dort erlebt haben.
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- Die Kartause von Valldemossa
- Deià (das Künstlerdorf)
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- Cala Deià (kleine, versteckte Bucht)
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- Museu d’Art Contemporani de Palma
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- Sóller und das umliegende Tal