Nordamerika - Kanada - Calgary

Calgary – Eine Reise für den Gaumen und die Seele

Die Luft roch nach Kiefer und kaltem Metall, als ich aus dem Flugzeug stieg. Calgary, also. Ich hatte mir das schon lange vorgenommen, Kanada. Nach dem Tod meiner Frau Helga – Gott hab sie selig – brauchte ich einfach was Neues. Etwas, das mich ablenkt, aber nicht überfordert. Die Rente ist zwar da, aber reich ist man davon nicht gerade. Deshalb musste es ein Reiseziel sein, das bezahlbar ist und trotzdem was zu bieten hat. Und Kanada schien da genau richtig.

Die Ankunft und erste Eindrücke

Der Flughafen in Calgary ist riesig, das muss man sagen. Viel Glas und Stahl, modern alles. Aber trotz der Größe war es überraschend einfach, sich zurechtzufinden. Ich hatte mir vorher schon einen Bus in die Innenstadt ausgesucht, um mir ein Taxi zu sparen. Die Busse hier sind sauber und pünktlich, das muss ich loben. Und die Leute sind freundlich, auch wenn sie manchmal etwas zurückhaltend wirken.

Als der Bus durch die Stadt fuhr, konnte ich gleich mal einen ersten Eindruck gewinnen. Calgary ist nicht so riesig wie Toronto oder Montreal, aber es ist trotzdem eine ordentliche Großstadt. Viele hohe Gebäude, aber auch viel Grün. Und überall diese Berge im Hintergrund – einfach atemberaubend. Ich hatte mir ein kleines Hotel in der Nähe des Prince's Island Park ausgesucht. Nicht das Luxus-Hotel, versteht sich, aber sauber und zweckmäßig. Und das Personal war sehr nett. Die Dame an der Rezeption hat mir gleich ein paar Tipps für Restaurants gegeben.

Ein Hotelzimmer mit Geschichte

Mein Zimmer war zwar klein, aber gemütlich. Die Möbel waren schon etwas in die Jahre gekommen, aber sauber und gepflegt. Es gab sogar einen kleinen Balkon mit Blick auf den Park. Ich habe mich sofort wohlgefühlt. Ich packte langsam aus und stellte meine kleinen Helga-Fotos auf den Nachttisch. Ich muss immer ein paar Fotos von ihr dabei haben, egal wohin ich fahre. Das hilft mir, mit dem Abschied fertig zu werden.

Ich stellte auch meinen kleinen Reisekoch fest. Ein tragbarer Wasserkocher und ein paar Teebeutel dürfen auf keinen Fall fehlen. Ich liebe guten Tee und ich bin nicht so der Kaffee-Trinker. Außerdem habe ich ein paar kleine Snacks eingepackt – Kekse, Schokolade, so was. Man muss sich ja auch mal selber verwöhnen, auch wenn man auf dem kleinen Budget unterwegs ist.

Die kulinarische Erkundung beginnt

Nachdem ich mich etwas ausgeruht hatte, ging ich auf die Suche nach einem Restaurant. Die Dame an der Rezeption hatte mir ein kleines italienisches Restaurant empfohlen, das "Via Emilia". Ich bin ja ein großer Freund der italienischen Küche. Und das Restaurant war wirklich toll. Keine Touristenfalle, sondern ein echtes Lokal, in dem auch die Einheimischen essen. Ich bestellte mir eine einfache Pasta mit Tomatensoße und einen kleinen Salat. Es war köstlich! Und das Preis-Leistungs-Verhältnis war unschlagbar.

Was mir besonders aufgefallen ist, ist die Vielfalt der Restaurants in Calgary. Es gibt Restaurants mit allen möglichen Küchen – italienisch, chinesisch, indisch, mexikanisch, japanisch, und so weiter. Man könnte ewig probieren und entdeckt immer wieder neue Geschmacksrichtungen. Ich bin schon gespannt, was ich noch alles entdecken werde.

Der erste Spaziergang

Nach dem Essen machte ich noch einen kleinen Spaziergang durch den Prince's Island Park. Der Park ist wirklich wunderschön. Ein großer See, viele Bäume, Blumen, und Bänke. Ich setzte mich auf eine Bank und beobachtete die Leute. Es waren viele Familien unterwegs, die picknickten oder spielten. Ich fühlte mich irgendwie wie in einem anderen Universum. Ich war weit weg von meinem tristen Alltag und fühlte mich frei und unbeschwert.

Ich merkte, dass diese Reise genau das war, was ich gebraucht hatte. Eine Auszeit vom Alltag, neue Eindrücke, und eine Chance, mich selber wiederzufinden. Und das alles mit einem kleinen Budget und einer guten Portion Genuss. Ich war schon gespannt, was die nächsten Tage bringen würden, und freute mich darauf, noch mehr von Calgary und seiner Umgebung zu entdecken, besonders natürlich auch kulinarisch.

Ein Besuch in Kensington

Am nächsten Tag beschloss ich, das Viertel Kensington zu erkunden. Ich hatte gelesen, dass es dort viele kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants gibt. Und das stimmt! Es ist ein richtig gemütliches Viertel, mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Ich schlenderte stundenlang durch die Straßen, schaute in die Schaufenster und ließ mich einfach treiben.

Ich entdeckte ein kleines Antiquitätengeschäft, in dem ich einen alten Lederkoffer kaufte. Er ist zwar etwas abgenutzt, aber er hat einen ganz besonderen Charme. Ich werde ihn als Erinnerung an meine Reise behalten. Danach kehrte ich in einem kleinen Café ein und bestellte mir ein Stück Apfelkuchen und eine Tasse Tee. Der Kuchen war himmlisch! Und das Personal war sehr freundlich. Sie unterhielten sich mit mir und gaben mir noch ein paar Tipps für meine weitere Reise.

Der Farmers Market und eine kulinarische Entdeckung

Ein Highlight war der Besuch des Calgary Farmers’ Market. Dort gab es alles, was das Herz begehrt – frisches Obst und Gemüse, Käse, Wurst, Brot, Kuchen, und so weiter. Ich probierte mich durch die verschiedenen Stände und ließ mich von den Aromen verzaubern.

Ich entdeckte einen Stand, an dem selbstgemachte Pierogi verkauft wurden. Pierogi sind gefüllte Teigtaschen, die in Polen und anderen osteuropäischen Ländern sehr beliebt sind. Ich hatte sie schon lange nicht mehr gegessen und freute mich riesig, sie wieder einmal zu probieren. Sie waren köstlich! Ich kaufte gleich eine ganze Packung und aß sie am nächsten Tag zum Abendessen.

Ein kleiner Fauxpas im Chinatown

Natürlich durfte auch ein Besuch in Chinatown nicht fehlen. Ich bin zwar kein großer Fan von scharfem Essen, aber ich wollte mir trotzdem die chinesische Küche ansehen. Ich ging in ein kleines Restaurant und bestellte mir eine Suppe. Ich fragte den Kellner, ob die Suppe scharf sei, und er versicherte mir, dass sie mild sei. Aber als die Suppe dann vor mir stand, stellte ich fest, dass sie alles andere als mild war. Sie brannte mir die Zunge und den Rachen! Ich musste viel Wasser trinken, um den Schmerz zu lindern. Aber ich bereute trotzdem nicht, die Suppe probiert zu haben. Es war ein lustiges Erlebnis, und ich hatte zumindest etwas Neues gelernt – nämlich, dass man dem Kellner nicht immer trauen kann!

Der Genuss in East Village

East Village, ein Viertel im Aufbruch, gefiel mir besonders gut. Hier vermischten sich alte Lagerhallen mit modernen Gebäuden und kreativen Geschäften. Ich fand ein kleines Bistro, das sich auf regionale Spezialitäten konzentrierte. Ich bestellte ein Gericht mit Bisonfleisch, das ich noch nie zuvor probiert hatte. Es war zart und würzig – eine echte Delikatesse! Dazu trank ich ein lokales Craft Beer. Eine perfekte Kombination. Ich saß lange dort und beobachtete das Treiben. Es war eine entspannte und angenehme Atmosphäre.

Die Tage in Calgary vergingen wie im Flug. Ich hatte viel gesehen und erlebt, und ich hatte viele neue Leute kennengelernt. Ich hatte mich gut erholt und neue Energie getankt. Und ich hatte gelernt, dass man auch mit einem kleinen Budget ein unvergessliches Reiseerlebnis haben kann. Ich war dankbar für diese Zeit, und ich freute mich darauf, die nächste Etappe meiner Reise zu beginnen, wohl wissend, dass die kulinarischen Erinnerungen an Calgary mich noch lange begleiten würden.

Die letzten Tage in Calgary waren eine wunderbare Mischung aus neuen Eindrücken, gutem Essen und entspannter Atmosphäre. Ich saß oft am Fenster meines kleinen Hotels und beobachtete das Treiben auf der Straße. Es war schön, einfach nur da zu sein und das Leben zu genießen.

Ein Rückblick auf die kulinarischen Highlights

Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die Vielfalt der Restaurants und die Freundlichkeit der Menschen. Ich habe mich nirgends fehl am Platz gefühlt, auch wenn ich manchmal sprachliche Barrieren überwinden musste. Besonders gut hat mir das Pierogi-Restaurant gefallen, das ich zufällig entdeckt habe. Die gefüllten Teigtaschen haben mich an meine Kindheit erinnert, und ich habe mich sofort wieder jung gefühlt.

Der Prince's Island Park – Eine grüne Oase

Der Prince's Island Park war mein Lieblingsort in Calgary. Ich habe dort viele Stunden verbracht, sei es beim Spazierengehen, beim Lesen oder einfach nur beim Beobachten der Menschen. Es war ein wunderbarer Ort, um dem Trubel der Stadt zu entfliehen und die Natur zu genießen. Ich habe dort sogar ein paar Mal ein kleines Picknick gemacht, mit Käse, Brot und Obst, das ich auf dem Farmers’ Market gekauft habe.

Kensington – Ein Viertel mit Charme

Das Viertel Kensington hat mich mit seiner gemütlichen Atmosphäre und den vielen kleinen Geschäften und Cafés begeistert. Ich habe dort stundenlang durch die Straßen geschlendert und mich einfach treiben lassen. Ich habe ein paar schöne Souvenirs gekauft, darunter einen alten Lederkoffer, der mich an meine Reisen erinnern soll.

Ein paar Tipps für zukünftige Reisende

Wenn Sie planen, Calgary zu besuchen, habe ich ein paar Tipps für Sie. Erstens: Probieren Sie die lokale Küche. Es gibt so viele verschiedene Restaurants und Gerichte, die Sie entdecken können. Zweitens: Besuchen Sie den Prince's Island Park. Es ist ein wunderbarer Ort, um sich zu entspannen und die Natur zu genießen. Und drittens: Gehen Sie in das Viertel Kensington. Dort finden Sie viele kleine Geschäfte und Cafés mit einzigartigem Charme.

Ein Abschied mit Wehmut

Nun ist es Zeit, Calgary hinter mir zu lassen und weiterzuziehen. Ich bin dankbar für die vielen schönen Erfahrungen, die ich hier gemacht habe. Ich werde die Stadt und die Menschen hier nie vergessen. Und ich hoffe, dass ich irgendwann wieder hierher zurückkehren kann.

    • Prince's Island Park
    • Kensington
    • East Village
👤 Rentner (70) mit kleinem Budget ✍️ kulinarisch und genussorientiert