Europa - Belgien - Brüssel

Brüssel mit kleinen Entdeckern

Der Geruch von frisch gebackenen Waffeln hing in der Luft, vermischt mit dem leichten Abgasgeruch der vorbeifahrenden Autos. Wir standen also, nach gefühlten hundert Stunden im Zug, endlich in Brüssel. Die Kids, Lisa (8) und Max (5), zogen an unseren Händen und blickten erwartungsvoll zum Bahnhofsvorplatz.

Ein bisschen Planung war schon

Eigentlich hatten wir ja mit dem Auto geplant, aber der alte Wagen hatte kurz vor den Ferien den Geist aufgegeben. Also Zug – irgendwie auch gut so, entspannter für alle. Wir sind ja eher die Camping- und Ferienwohnungs-Familie. Hotels sind uns zu teuer und zu unpersönlich. Und wir wollten eigentlich schon immer mal Belgien sehen. Nicht nur wegen der Schokolade, ehrlich gesagt. Eher, weil es so nah ist und man nicht stundenlang fliegen muss mit den Kleinen.

Die Unterkunft

Wir hatten eine kleine Ferienwohnung am Rande der Stadt gebucht. Nicht direkt im Zentrum, aber mit guter Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. Die Bilder online hatten vielversprechend ausgesehen, und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte. Man muss ja sparen, wo man kann, besonders wenn man zwei Kinder hat. Die Wohnungstür war etwas versteckt, eine unscheinbare Holztür in einer Seitenstraße, aber als wir sie aufschlossen, waren wir positiv überrascht. Nicht riesig, aber sauber und gemütlich. Zwei Schlafzimmer, eine kleine Küche und ein Bad – genau das Richtige für uns.

Max rannte sofort zum Fenster und rief: "Guck mal, Mama, ein Park!" Lisa inspizierte die Bücher im Regal. Sie liebt es, in fremden Büchern zu blättern. Wir Eltern waren einfach nur froh, angekommen zu sein und dass alles soweit passte.

Erste Erkundungen

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, sind wir direkt losgegangen. Die Ferienwohnung lag in einem Wohngebiet, aber nach ein paar Minuten Fußweg erreichten wir eine belebtere Straße mit kleinen Geschäften und Cafés.

Brüssel ist anders als wir es kannten. Nicht so steril und perfekt wie manche deutsche Städte. Eher ein bisschen chaotisch, ein bisschen abgenutzt, aber eben auch authentisch. Überall kleine, individuelle Geschäfte, kleine Cafés, kleine Parks. Und überall diese unglaubliche Vielfalt an Bieren. Das ist natürlich nicht unser Ding mit den Kindern, aber man merkt, dass Bier hier eine große Tradition hat.

Der Grand Place

Unser erstes Ziel war der Grand Place. Wir hatten natürlich Bilder gesehen, aber live ist es nochmal beeindruckender. Diese ganzen prächtigen Gebäude, die Gildehäuser, das Rathaus… unglaublich. Die Kids waren begeistert, Lisa bestaunte die goldenen Verzierungen, Max versuchte, die vielen Tauben zu zählen.

Es war ziemlich voll, viele Touristen, aber das störte uns nicht. Wir haben uns einen Platz auf einer Bank gesucht und die Atmosphäre genossen. Ein Straßenmusiker spielte Akkordeon, und in der Luft lag der Duft von Schokolade und Waffeln. Wir haben uns natürlich auch eine Waffel gegönnt. Mit Schokolade und Sahne, versteht sich.

Nach dem Grand Place sind wir noch ein bisschen durch die kleinen Gassen geschlendert. Wir haben den Manneken Pis gesehen – der war natürlich ein Highlight für Max. Er fand es total lustig, dass dieser kleine Mann so berühmt ist. Lisa interessierte sich mehr für die vielen Schokoladengeschäfte. Sie hat sich ein paar Pralinen für zu Hause ausgesucht. Wir haben auch ein paar belgische Comics gekauft. Die sind hier natürlich sehr beliebt.

Die erste Erkundungstour hat uns schon mal gezeigt, dass Brüssel eine Stadt ist, die mehr zu bieten hat als nur Schokolade und Bier. Es ist eine Stadt mit Geschichte, mit Kultur, mit Charme. Und wir sind gespannt, was wir noch alles entdecken werden. Die kommenden Tage sollen wir uns nun in Ruhe die Stadt anschauen und uns auch ein paar Ausflüge in die Umgebung nicht nehmen lassen.

Marolles und das Comic-Museum

Am nächsten Tag haben wir uns das Viertel Marolles vorgenommen. Ganz anders als das touristische Zentrum. Viel mehr Leben auf der Straße, kleine Läden mit Vintage-Klamotten und Second-Hand-Möbeln. Es roch nach Gebäck und Gewürzen. Wir haben auf einem kleinen Markt frisches Obst und Gemüse gekauft. Lisa war begeistert von den bunten Blumen.

Max hat ständig nach Spielzeugautos gesucht und wir mussten ihn immer wieder bremsen. Marolles ist ein bisschen dreckig und chaotisch, aber eben auch authentisch. Man merkt, dass hier noch echte Menschen wohnen und arbeiten. Wir haben ein kleines Café entdeckt, wo wir uns einen Kaffee und ein paar Croissants gegönnt haben. Die Croissants waren zwar nicht so perfekt wie in einer schicken Bäckerei, aber eben auch viel günstiger und leckerer.

Ein bisschen Pannen-Potenzial

Auf dem Weg zum Comic-Museum gab es dann eine kleine Überraschung. Die Metro hatte streik. Eigentlich kein großes Problem, aber mit zwei müden Kindern und dem ganzen Gepäck war es doch etwas anstrengend. Wir haben uns dann ein Taxi genommen, das uns zwar etwas teurer kam, aber die Nerven gerettet hat.

Das Comic-Museum war aber den kleinen Umweg wert. Lisa ist ein riesiger Fan von Tim und Struppi, und Max liebt die kleinen Schlumpfe. Wir haben Stunden dort verbracht, die verschiedenen Ausstellungen angeschaut und uns in die Welt der Comics entführen lassen. Es gibt dort sogar einen kleinen Kinosaal, wo man Animationsfilme anschauen kann. Max war total begeistert.

Der Parc du Cinquantenaire

Am Nachmittag haben wir den Parc du Cinquantenaire besucht. Ein riesiger Park mit einem beeindruckenden Triumphbogen. Wir haben uns auf die Wiese gelegt und die Sonne genossen. Die Kinder sind mit dem Ball gespielt und wir haben ein kleines Picknick gemacht. Es war herrlich entspannt.

Max hat versucht, die vielen Tauben zu fangen, aber sie waren zu schnell für ihn. Lisa hat Blumen gepflückt und sich eine kleine Krone gebunden. Wir haben den Nachmittag einfach genossen und uns von der Hektik der Stadt erholt. Der Park ist wirklich eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt.

Kulinarische Entdeckungen

Zum Abendessen haben wir uns für ein kleines Restaurant in der Nähe unserer Ferienwohnung entschieden. Wir wollten unbedingt Moules-Frites probieren. Die Muscheln waren zwar etwas ungewohnt für die Kinder, aber die Pommes waren ein Hit. Wir haben den Abend mit einem guten Essen und einem entspannten Gespräch ausklingen lassen.

Brüssel hat uns wirklich überrascht. Es ist eine Stadt, die viel mehr zu bieten hat als nur Schokolade und Bier. Es ist eine Stadt mit Geschichte, mit Kultur, mit Charme, aber auch mit Ecken und Kanten. Und wir haben uns gut hier gefühlt. Die Mischung aus Sightseeing, Entspannung und kulinarischen Entdeckungen hat den Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht, und nun freuen wir uns darauf, unsere Koffer zu packen und die Erfahrungen mitzunehmen.

Der letzte Tag in Brüssel kam schneller als erwartet. Wir saßen noch einmal in einem kleinen Café, tranken Kaffee und ließen die vergangenen Tage Revue passieren. Die Kinder spielten auf dem Gehweg mit kleinen Steinen, während wir die Eindrücke sortierten. Es war eine schöne, unaufgeregte Reise, bei der es weniger um das Abhaken von Sehenswürdigkeiten und mehr um das gemeinsame Erleben gegangen ist.

Was uns besonders gefallen hat

Brüssel ist nicht perfekt. Es ist eine Stadt mit Ecken und Kanten, mit dreckigen Straßen und manchmal etwas ruppigen Menschen. Aber genau das macht ihren Charme aus. Es ist eine Stadt, die authentisch ist und sich nicht verstellt. Und gerade das hat uns als Familie gutgetan.

Die Mischung macht's

Wir haben die Mischung aus Sightseeing, Entspannung und kulinarischen Entdeckungen sehr genossen. Der Grand Place ist natürlich ein Highlight, aber auch die kleinen Gassen in Marolles haben uns beeindruckt. Und der Parc du Cinquantenaire war eine willkommene Abwechslung vom Stadtlärm. Wir haben versucht, uns nicht zu viel vorzunehmen, sondern einfach auf den Tag zu schauen und uns treiben zu lassen. Das hat uns viel Stress erspart und die Reise entspannter gemacht.

Ein paar Tipps für andere Familien

Wenn ihr mit kleinen Kindern nach Brüssel reist, solltet ihr euch nicht zu viel vorgenommen. Plant genügend Zeit für Pausen und Spielzeiten ein. Die Kinder brauchen Bewegung und Abwechslung. Und vergesst nicht, dass es auch in einer Großstadt viele Parks und Spielplätze gibt.

Öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Die öffentlichen Verkehrsmittel in Brüssel sind gut ausgebaut und relativ günstig. Nutzt sie, um die Stadt zu erkunden. Das spart euch nicht nur Geld, sondern auch Nerven. Und achtet auf die Fahrpläne, denn nicht alle Linien fahren regelmäßig.

Kulinarische Entdeckungen wagen

Brüssel ist ein Paradies für Feinschmecker. Probiert die belgischen Spezialitäten, wie Moules-Frites, Waffeln und Schokolade. Aber seid vorsichtig mit dem Bier, denn das ist in Belgien sehr stark. Und fragt nach kinderfreundlichen Restaurants, denn nicht überall sind die Kleinen willkommen.

Fazit

Brüssel ist eine Stadt, die uns positiv überrascht hat. Es ist eine Stadt, die viel zu bieten hat, aber nicht aufdringlich ist. Eine Stadt, in der man sich wohlfühlen kann und die man gerne wieder besucht. Wir haben viele schöne Erinnerungen mitgenommen und sind froh, dass wir uns für diese Reise entschieden haben. Und vielleicht kommen wir ja irgendwann noch einmal wieder, um weitere Ecken der Stadt zu erkunden und neue kulinarische Entdeckungen zu machen.

    • Grand Place
    • Comic-Museum
    • Marolles
👤 Familie mit kleinem Budget (Eltern mit 2 Kindern unter 10) die Camping und Ferienwohnungen bevorzugt ✍️ minimalistisch und prägnant