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Wüstensand und Meeresluft: Eine Familienreise nach Namibia

Der Geruch von Salz und irgendwie auch nach Sand hing in der Luft, als wir aus dem kleinen Flughafen in Swakopmund kamen. Nicht der schroffe, trockene Wüstensand, sondern feuchter, fast schon nach Meer. Die Kinder, Lena (9) und Max (6), waren total aufgeregt und zogen an meiner Hand. Ich hatte ehrlich gesagt auch ein komisches Gefühl. Namibia war schon lange ein Traum von mir, aber irgendwie hatte ich mich nicht richtig vorbereitet. Ich bin ja normalerweise der Typ für detaillierte Urlaubsplanung, aber dieses Mal war es anders. Meine Frau hatte kurzum gesagt: "Wir fahren nach Namibia!" und ich hatte einfach zugestimmt. Eine spontane Entscheidung, die mich jetzt, mitten in Swakopmund, ein bisschen nervös machte.

Ankunft in Swakopmund

Der Flughafen war winzig, das Gepäckband drehte sich fast leer. Nur ein paar andere Touristen und ein paar Koffer. Die Luft war warm, aber nicht drückend. Der Himmel strahlend blau. Als wir draußen waren, erwartete uns ein kleiner Minibus, der uns zu unserem Hotel bringen sollte. Die Fahrt dauerte nur etwa 20 Minuten, aber sie war schon ein Erlebnis. Links von uns der Atlantik, wild und tosend. Rechts von uns eine Landschaft, die sich ständig veränderte. Irgendwo zwischen Wüste und Stadt.

Die Stadt selbst war überraschend deutsch. Überall deutsche Schilder, deutsche Namen, deutsche Bäckereien. Das lag natürlich an der Geschichte Namibias, aber es war trotzdem ein komisches Gefühl. Ich hatte irgendwie mehr afrikanisches Flair erwartet. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Das Hotel und die erste Erkundung

Unser Hotel, das „Beach Hotel“, lag direkt am Strand. Ein einfaches, aber sauberes Hotel mit Blick auf den Atlantik. Die Kinder waren sofort begeistert und rannten los, um den Strand zu erkunden. Ich und meine Frau packten erst mal aus und checkten die Lage. Das Hotel hatte einen kleinen Pool, was für Max perfekt war. Lena wollte sofort surfen lernen, aber das war bei den Wellen hier wohl eher schwierig.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Wir gingen am Strand entlang, vorbei an Restaurants und Geschäften. Überall gab es Souvenirs zu kaufen, aber die meisten waren ziemlich touristisch. Wir suchten nach etwas Authentischem, aber das war nicht so einfach. Ich bestellte uns in einem kleinen Café einen Kaffee und einen Apfelstrudel. Die Apfelstrudel waren wirklich lecker, aber irgendwie auch ein bisschen ironisch. In Afrika einen Apfelstrudel essen… das musste ich erst mal verdauen.

Warum Namibia?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich Namibia nicht selbst ausgesucht hatte. Meine Frau hatte von ihren Eltern viel über das Land gehört und war total begeistert. Sie meinte, es sei ein Land voller Kontraste, mit einer atemberaubenden Landschaft und einer einzigartigen Tierwelt. Und sie hatte recht. Schon die ersten Eindrücke waren überwältigend.

Wir hatten uns für Namibia entschieden, weil wir etwas anderes wollten. Wir wollten weg vom Massentourismus, weg von den überfüllten Stränden und den kitschigen Hotels. Wir wollten ein Abenteuer erleben, etwas Neues entdecken, uns selbst herausfordern. Und wir wollten, dass unsere Kinder die Schönheit und Vielfalt der Welt kennenlernen. Lena interessiert sich total für Tiere, und Max ist einfach ein kleiner Entdecker. Ich glaube, Namibia ist der perfekte Ort für beide.

Die Planung – oder das Fehlen davon

Die Reise war, wie gesagt, ziemlich spontan entstanden. Wir hatten ein paar Wochen Zeit, um alles zu organisieren, aber ich hatte es vor mich hergeschoben. Ich bin normalerweise der Typ, der jeden Reiseführer liest, jede Sehenswürdigkeit plant und jedes Restaurant reserviert. Aber dieses Mal hatte ich einfach keine Lust. Ich wollte mich treiben lassen, dem Zufall vertrauen, einfach mal schauen, was passiert. Das war vielleicht nicht die klügste Entscheidung, aber ich wollte auch mal aus meiner Komfortzone herauskommen. Meine Frau meinte, ich solle mich entspannen und die Reise genießen. Und sie hatte wohl recht.

Jetzt, nach den ersten paar Stunden in Swakopmund, merkte ich, dass wir eine Mischung aus Planung und Spontanität brauchten. Wir hatten zwar keine konkreten Pläne, aber wir wussten, dass wir die Wüste sehen wollten, Tiere beobachten und vielleicht auch mal eine Sandboarding-Tour machen. Und natürlich wollten wir die deutsche Kultur Namibias kennenlernen. Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg.

Die Sonne begann langsam unterzugehen und färbte den Himmel in ein leuchtendes Orange und Rot. Die Kinder spielten noch am Strand, während ich und meine Frau auf einer Bank saßen und den Blick auf den Atlantik genossen. Es war ein friedlicher Moment, ein Moment der Ruhe und des Glücks. Ich wusste, dass diese Reise etwas Besonderes werden würde. Und ich freute mich darauf, zu entdecken, was Namibia noch alles für uns bereithielt. Jetzt mussten wir aber erst mal schauen, wie wir die nächsten Tage gestalten würden, denn die Wüste rief, und wir hatten noch viel vor.

Abenteuer Wüste – und ein fast verlorenes Handy

Nach dem Abendessen beschlossen wir, uns am nächsten Tag eine Wüstentour zu buchen. Swakopmund ist voll von Anbietern, aber wir entschieden uns für eine kleine, lokale Firma, die uns mit dem Jeep in die Dünen bringen sollte. Lena war total aufgeregt, Max noch etwas skeptisch, aber das sollte sich schnell ändern.

Die Fahrt durch die Wüste war atemberaubend. Die Dünen waren riesig, endlos und schimmerten in allen möglichen Farben. Unser Guide, ein freundlicher Namibier namens Johannes, erklärte uns viel über die Pflanzen und Tiere, die in dieser extremen Umgebung leben. Wir sahen kleine Wüstenfüchse, seltsame Käfer und sogar ein paar Ostrich-Spuren. Max war begeistert und wollte am liebsten sofort die Dünen erklimmen.

Sandboarding – und ein unfreiwilliger Abflug

Johannes brachte uns zu einer besonders hohen Düne und erklärte uns, wie das Sandboarding funktioniert. Lena und ich probierten es sofort aus. Es war gar nicht so einfach, wie es aussah. Man muss sich richtig hinstellen, das Gleichgewicht halten und dann einfach runterrutschen. Ich schaffte es einigermaßen, aber Lena flog gleich mehrmals ab und landete im Sand. Max traute sich nicht, aber er hatte riesigen Spaß dabei, uns beim Rutschen zuzusehen.

Nach dem Sandboarding machten wir einen Stopp an einem kleinen, abgelegenen Platz in den Dünen. Johannes hatte Kaffee und Kekse dabei. Während wir den Ausblick genossen, passierte es: Ich wollte ein Foto von Lena machen und holte mein Handy aus der Hosentasche. Sie war leer! Panik stieg in mir auf. Ich hatte das Handy bestimmt beim Sandboarding verloren. Wir suchten eine ganze Weile, aber wir konnten es nirgends finden. Ich war total frustriert und dachte, das war’s mit den Fotos von unserer Reise.

Die Kreuzviertel und das deutsche Erbe

Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt etwas genauer. Swakopmund hat ein paar interessante Viertel, darunter das Kreuzviertel mit seinen alten, gut erhaltenen Gebäuden. Dort gab es viele kleine Cafés, Restaurants und Geschäfte. Wir aßen in einem deutschen Restaurant zu Mittag und probierten Sauerbraten und Knödel. Es schmeckte fast wie zu Hause.

Wir besuchten auch das Swakopmund Museum, um mehr über die Geschichte der Stadt und Namibias zu erfahren. Es war interessant zu sehen, wie die deutschen Kolonialherren das Land geprägt haben und wie die verschiedenen Kulturen miteinander interagiert haben. Lena interessierte sich besonders für die Ausstellungen über die Tierwelt. Max war eher gelangweilt und wollte lieber wieder an den Strand.

Ein Glücksfall am Strand – und ein neuer Hut

Als wir am späten Nachmittag am Strand entlangspazierten, entdeckte Max etwas im Sand. Es war… mein Handy! Unglaublich! Es war zwar etwas verkratzt und voller Sand, aber es funktionierte noch. Ich war total erleichtert und dankbar. Wie es dorthin gekommen ist, wusste ich nicht, aber ich war einfach nur froh, dass ich es wiederhatte.

Auf dem Heimweg kauften wir uns noch einen neuen Hut für Max. Er hatte seinen alten Hut am Strand verloren und war jetzt ziemlich sauer. Der neue Hut war zwar etwas zu groß, aber er war stolz wie Oskar und trug ihn sofort. So hatten wir alle ein Lächeln auf den Lippen und konnten den Abend entspannt ausklingen lassen. Die Mischung aus Abenteuer, Kultur und kleinen Pannen hatte uns Namibia noch nähergebracht, und wir waren gespannt, wie die nächsten Tage verlaufen würden – und welche Überraschungen das Land noch für uns bereithielt, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machen würden.

Der letzte Tag in Swakopmund kam schneller als gedacht. Max hatte seinen neuen Hut kaum noch abgesetzt und Lena träumte wohl noch von den Dünen. Wir hatten noch einen Vormittag Zeit, um die Stadt ein letztes Mal zu erkunden, bevor es zurück zum Flughafen ging. Wir schlenderten noch einmal am Strand entlang, aßen ein leckeres Eis und kauften ein paar letzte Souvenirs.

Rückblick auf eine besondere Reise

Was soll ich sagen? Namibia hat uns alle verzaubert. Die Landschaft ist atemberaubend, die Menschen freundlich und die Tierwelt einzigartig. Swakopmund war ein guter Ausgangspunkt, um das Land zu erkunden. Die Mischung aus Wüste und Meer ist einfach faszinierend. Ich hatte zwar am Anfang etwas gezweifelt, ob die spontane Reise eine gute Idee war, aber jetzt bin ich froh, dass wir uns dafür entschieden haben. Es war eine Erfahrung, die wir nie vergessen werden.

Was ich gelernt habe

Ich habe gelernt, dass man nicht alles planen muss. Manchmal ist es besser, einfach loszulassen und sich treiben zu lassen. Namibia hat uns gezeigt, dass es auch abseits der Touristenpfade viel zu entdecken gibt. Und ich habe gelernt, dass Kinder viel mehr können, als man denkt. Max und Lena haben die Reise mit Bravour gemeistert und waren immer voller Energie und Neugier. Das hat mich sehr stolz gemacht.

Tipps für eure Namibia-Reise

Packt wetterfeste Kleidung ein

Das Wetter in Namibia kann sehr wechselhaft sein. Packt also wetterfeste Kleidung ein, die euch vor Wind, Sonne und Regen schützt. Auch ein guter Sonnenschutz ist wichtig.

Mietet ein Geländewagen

Wenn ihr die Wüste erkunden wollt, solltet ihr euch unbedingt einen Geländewagen mieten. Damit könnt ihr auch abseits der Straßen fahren und die Landschaft besser erkunden.

Probiert die lokale Küche

Die namibische Küche ist vielfältig und lecker. Probiert unbedingt die lokalen Spezialitäten, wie zum Beispiel das Braaifleisch (gegrilltes Fleisch) oder die Biltong (luftgetrocknetes Fleisch).

Seid offen für Neues

Namibia ist ein Land voller Überraschungen. Seid offen für Neues und lasst euch von der Kultur und der Landschaft verzaubern.

Abschied von Swakopmund

Am Flughafen angekommen, war ich traurig, dass die Reise zu Ende war. Aber ich war auch dankbar für die vielen unvergesslichen Momente, die wir erlebt hatten. Wir stiegen in den Flieger und winkten Swakopmund zum Abschied. Ich wusste, dass wir irgendwann wiederkommen würden.

    • Die Dünen bei Swakopmund
    • Die Stadt Swakopmund selbst mit ihrem deutschen Flair
    • Der Strand von Swakopmund
    • Das Swakopmund Museum
    • Das Kreuzviertel in Swakopmund
👤 Familienvater mit zwei Kindern (6 und 9 Jahre) ✍️ prägnant und kurzweilig