Afrika - Südafrika - Johannesburg

Reisebericht Afrika - Südafrika - Johannesburg

Der Geruch von warmer Luft und einer Mischung aus Diesel und süßem Blütenstaub schlug uns entgegen, als wir aus dem Flugzeug stiegen. Johannesburg. Endlich. Ich zwängte mich aus meinem Sitz, die kleine Emma fest im Tragetuch vor der Brust. Mein Mann, Jonas, kämpfte mit den Koffern und dem Kinderwagen, ein leicht gestresstes Lächeln auf den Lippen. Es war unser erster großer Urlaub mit Baby, und die Aufregung war riesig, aber auch die Nervosität, ob wir alles richtig machen.

Die Idee zu dieser Reise

Wir hatten uns schon lange einen Urlaub in Afrika gewünscht. Aber so richtig passte es nie. Entweder war die politische Lage instabil, oder die Reise zu teuer, oder wir hatten einfach keine Zeit. Dann kam Emma. Plötzlich rückte die Idee eines “richtigen” Urlaubs in weite Ferne. Wir wollten aber nicht auf Reisen verzichten, sondern einen Weg finden, Emma von Anfang an dabei zu haben. Südafrika schien uns ein guter Kompromiss. Relativ sichere Infrastruktur, gutes Gesundheitssystem und jede Menge zu entdecken. Wir wollten kein All-Inclusive-Resort, sondern das echte Leben spüren, die Kultur erleben und Emma von Anfang an andere Perspektiven zeigen.

Ankunft und erste Eindrücke

Der Flughafen Oliver Tambo war riesig und modern. Es ging erstaunlich reibungslos vonstatten, der Zollbeamte lächelte Emma an und winkte uns freundlich durch. Draußen wartete unser Mietwagen. Ein SUV, Jonas hatte auf Größe und Sicherheit bestanden – verständlich mit einem Baby. Die Fahrt in die Stadt war ein Spektakel. Eine bunte Mischung aus modernen Hochhäusern und kleinen, bescheidenen Häusern. Überall Menschen, die ihr tägliches Leben lebten. Straßenhändler, die Obst und Gemüse verkauften, Kinder, die lachend zur Schule rannten, und überall diese unglaubliche Energie. Es war anders, als wir es von unseren bisherigen Reisen kannten. Eine gewisse Rauheit, aber auch eine Lebensfreude, die uns sofort gefangen nahm. Wir hatten uns ein kleines Cottage in einem Vorort von Johannesburg gemietet, etwas abseits vom Trubel, aber trotzdem gut angebunden.

Das Cottage und die Nachbarn

Das Cottage war einfach, aber gemütlich. Ein kleiner Garten, eine Veranda mit Blick auf die Nachbarschaft. Die Einrichtung war rustikal, aber alles sauber und ordentlich. Schon bei der Ankunft wurden wir von unseren Nachbarn begrüßt. Eine ältere Dame, Mrs. Dlamini, und ihr Enkel Sipho. Sie waren unglaublich freundlich und hilfsbereit. Mrs. Dlamini bot uns sofort an, uns ein traditionelles südafrikanisches Gericht zu kochen. Und Sipho, ein quirliger Junge von etwa zehn Jahren, war sofort von Emma begeistert. Er wollte sie den ganzen Tag auf den Arm nehmen und mit ihr spielen.

Dieser erste Kontakt zu den Einheimischen war einfach wunderbar. Es fühlte sich nicht an wie ein fremdes Land, sondern wie ein herzliches Zuhause.

Die Herausforderungen des Reisens mit Baby

Natürlich war es nicht alles eitel Sonnenschein. Das Reisen mit einem Baby war anstrengend. Ständige Windelwechsel, Stillen, Schlafmangel. Und die Angst, dass Emma etwas bekommt, schwebte immer über uns. Wir mussten unsere Pläne ständig anpassen und flexibel bleiben. Aber all diese Mühen wurden durch Emmas Lächeln und ihre neugierigen Augen mehr als wettgemacht. Sie saugte alles auf, was um sie herum geschah, und reagierte mit Freude und Staunen.

Es war unglaublich zu sehen, wie sie in eine neue Kultur eintauchte und alles für sich entdeckte.

Wir hatten uns vorgenommen, in den nächsten Tagen Johannesburg und Umgebung zu erkunden. Den Apartheid-Museum zu besuchen, einen Ausflug in den Krüger-Nationalpark zu machen und die Township-Kultur kennenzulernen. Aber zunächst mussten wir uns akklimatisieren, die Umgebung erkunden und uns mit dem Alltag hier zurechtfinden. Und vor allem mussten wir sicherstellen, dass Emma sich wohl und sicher fühlte. Denn das war das Wichtigste von allem. Die nächsten Tage versprachen, ein Abenteuer zu werden. Ein Abenteuer, das uns als Familie näher zusammenschweißen und uns unvergessliche Erinnerungen bescheren würde. Und so begannen wir, Johannesburg mit Baby Emma zu erkunden, bereit für alles, was auf uns zukommen würde.

Township-Tour – Ein unvergesslicher Tag

Einer der ersten Ausflüge, die wir planten, war eine Township-Tour. Ich war anfangs etwas skeptisch, ob das mit einem Baby überhaupt sinnvoll ist. Aber Jonas meinte, es sei eine wichtige Erfahrung, um die Realität Südafrikas kennenzulernen und die Lebensbedingungen der Menschen hier zu verstehen. Wir buchten eine Tour mit einem lokalen Anbieter, der sich auf familienfreundliche Ausflüge spezialisiert hatte. Die Tour führte uns nach Soweto, einem Townships, das eng mit dem Kampf gegen die Apartheid verbunden ist. Wir besuchten das Mandela House, das ehemalige Zuhause von Nelson Mandela, und das Hector Pieterson Memorial, das an die Ereignisse des Studentenaufstands von 1976 erinnert. Es war bewegend und erschütternd zugleich, die Geschichte dieses Landes so nah zu spüren.

Emma schlief zum Glück fast die ganze Zeit im Tragetuch, so dass wir den Tour ohne größere Unterbrechungen machen konnten.

Was mich aber am meisten beeindruckte, war die Lebensfreude der Menschen in Soweto. Trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen strahlten sie eine unglaubliche positive Energie aus. Wir besuchten eine lokale Schule und ein Gemeindezentrum und lernten einige Bewohner kennen. Sie erzählten uns von ihren Träumen und Hoffnungen und von ihrem Engagement für eine bessere Zukunft.

Braamfontein – Kunst, Kultur und Chaos

Ein ganz anderes Erlebnis war unser Besuch in Braamfontein, einem lebendigen und pulsierenden Viertel in Johannesburg. Hier treffen moderne Kunst, angesagte Cafés und Street Art aufeinander. Wir schlenderten durch die Straßen, bewunderten die Wandmalereien und genossen einen Kaffee in einem der vielen trendigen Cafés. Braamfontein war deutlich chaotischer als Soweto, aber auch viel lebendiger. Überall waren Menschen unterwegs, Straßenhändler boten ihre Waren an und Musik dröhnte aus den Lautsprechern. Emma war von all den Eindrücken überwältigt und quiekte vergnügt vor Aufregung.

Plötzlich begann es zu regnen – und zwar in Strömen. Wir suchten Schutz unter einem Vordach und stellten fest, dass wir keine Regenkleidung für Emma dabei hatten.

Zum Glück war ein freundlicher Straßenhändler in der Nähe und bot uns eine Plastiktüte an, um Emma vor dem Regen zu schützen. Es war eine kleine Geste, aber sie bedeutete uns viel.

Der Botanische Garten – Eine grüne Oase

Nach all dem Trubel in Soweto und Braamfontein sehnten wir uns nach etwas Ruhe und Entspannung. Der Botanische Garten in Johannesburg war genau das Richtige. Hier konnten wir uns von der Hektik der Stadt erholen und die Natur genießen. Der Garten ist riesig und bietet eine große Vielfalt an Pflanzen und Blumen. Wir spazierten durch die verschiedenen Bereiche, bewunderten die exotischen Pflanzen und beobachteten die Vögel. Emma döste friedlich im Kinderwagen ein, während wir die Ruhe und Schönheit der Natur genossen.

Es war ein perfekter Nachmittag, um neue Energie zu tanken und uns auf die nächsten Abenteuer vorzubereiten.

Die Tage in Johannesburg vergingen wie im Flug. Wir hatten so viel erlebt und gesehen, dass es schwer fiel, alles zu verarbeiten. Es war eine Reise voller Gegensätze – Armut und Reichtum, Chaos und Ruhe, Freude und Leid. Aber es war auch eine Reise, die uns als Familie näher zusammengeschweißt und uns unvergessliche Erinnerungen beschert hatte. Die Mischung aus kulturellen Erlebnissen, der Begegnung mit freundlichen Menschen und dem Gefühl, etwas Neues entdeckt zu haben, hatte uns tief beeindruckt und uns gezeigt, dass Reisen mit Baby alles andere als unmöglich ist – es ist einfach anders, vielleicht anstrengender, aber umso wertvoller.

Die letzten Tage in Johannesburg vergingen wie im Flug. Wir hatten so viel erlebt und gesehen, dass es schwer fiel, alles zu verarbeiten. Es war eine Reise voller Gegensätze – Armut und Reichtum, Chaos und Ruhe, Freude und Leid. Aber es war auch eine Reise, die uns als Familie näher zusammengeschweißt und uns unvergessliche Erinnerungen beschert hatte.

Ein Fazit: Mehr als nur ein Urlaub

Es war mehr als nur ein Urlaub. Es war eine Erfahrung, die uns gezeigt hat, dass man auch mit einem kleinen Baby die Welt entdecken kann. Klar, es ist anstrengender und man muss flexibler sein, aber die Freude, die Emma dabei empfindet, ist unbezahlbar. Wir haben gelernt, dass es nicht darum geht, alle Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sondern darum, die kleinen Momente zu genießen und die Kultur des Landes aufzusaugen.

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, nicht in den typischen Touristengebieten zu bleiben, sondern das echte Leben kennenzulernen. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, die Menschen hier zu treffen und ihre Geschichten zu hören. Das war für uns viel wertvoller als jeder noch so schöne Ausblick.

Ein paar Tipps für Familien mit Babys

Wenn ihr mit Baby nach Johannesburg reist, hier ein paar Tipps von uns:

  • Unterkünfte: Sucht euch eine Unterkunft mit Garten oder zumindest mit viel Platz. Das gibt Emma die Möglichkeit, sich frei zu bewegen und zu spielen.
  • Transport: Ein Mietwagen ist empfehlenswert, um flexibel zu sein und die Umgebung zu erkunden. Achtet aber auf sichere Parkplätze und fahrt vorsichtig.
  • Gesundheit: Lasst Emma vor der Reise von eurem Kinderarzt impfen und sprecht mit ihm über eventuelle Gesundheitsrisiken. Nehmt ausreichend Medikamente mit und schließt eine Reisekrankenversicherung ab.
  • Flexibilität: Seid flexibel und passt eure Pläne an Emmas Bedürfnisse an. Es ist okay, wenn nicht alles nach Plan läuft. Hauptsache, ihr habt Spaß und genießt die Zeit zusammen.

Und noch ein Tipp: Vergesst nicht, euch Zeit zu nehmen, um die lokale Küche zu probieren. Südafrika hat eine unglaublich vielfältige und leckere Küche. Wir haben besonders das Bobotie und das Biltong genossen.

Die Rückreise und die Vorfreude auf das nächste Abenteuer

Die Rückreise war etwas traurig, aber wir waren voller positiver Energie und unvergesslicher Erinnerungen. Emma hat die Reise gut überstanden und hat viel Neues gelernt und erlebt. Wir sind uns sicher, dass diese Reise ihr noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Und wir freuen uns schon auf das nächste Abenteuer. Wohin es uns verschlägt, wissen wir noch nicht, aber wir sind gespannt darauf, welche neuen Erfahrungen auf uns warten. Wir haben gelernt, dass die Welt voller Möglichkeiten ist und dass man auch mit einem kleinen Baby viel entdecken kann.

Johannesburg hat uns positiv überrascht. Die Stadt ist lebendig, vielfältig und voller Energie. Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Und die Landschaft ist atemberaubend. Wir können Johannesburg als Reiseziel für Familien mit Babys nur empfehlen.

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