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Brünn: Ein bisschen Magie für uns

Der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee und Zimt hing in der Luft, vermischt mit dem leisen Rauschen der Straßenbahn. Ich klammerte mich an Leos Arm, während wir aus dem Brünner Hauptbahnhof traten. Es war noch früh am Morgen, die Sonne kämpfte sich gerade erst durch den Nebel und tauchte alles in ein sanftes, goldenes Licht. Leo drückte mich kurz, und ich merkte, wie sehr ich diese Reise gebraucht hatte.

Ein bisschen Hintergrund

Wir sind Leo und ich, Mia, beide Anfang 20. Eigentlich studieren wir beide noch, aber wir hatten das dringende Bedürfnis, dem grauen Studentenalltag zu entfliehen. Wir lieben es, neue Orte zu entdecken, aber irgendwie sind wir beide ein bisschen vom Standard-Tourismus ausgebrannt. Rom, Paris, Barcelona – alles schön, klar, aber auch total überlaufen. Wir wollten etwas Authentischeres, etwas, das nicht in jedem Reiseführer steht. Leo ist der Planer unter uns. Er stöbert stundenlang im Internet, vergleicht Preise und sucht nach den verborgenen Perlen. Ich bin eher die Träumerin, die sich von Bildern inspirieren lässt und sich schon im Voraus in die Atmosphäre eines Ortes hineinversetzt. Gemeinsam sind wir ein ziemlich gutes Team. Die Idee zu Brünn kam ihm bei einer Recherche nach Städten, die sowohl kulturell interessant sind als auch bezahlbar. Und irgendwie hat es sofort gepasst. Tschechien schien uns ein spannendes Land, mit einer reichen Geschichte und einer lebendigen Kultur. Und Brünn, die zweitgrößte Stadt des Landes, versprach genau die Mischung aus Romantik und Abenteuer, die wir suchten.

Die Anreise

Die Zugfahrt von Berlin war ziemlich entspannt. Wir hatten uns einen Abteilwagen gebucht, so dass wir in Ruhe frühstücken und die Landschaft genießen konnten. Die tschechische Landschaft ist wirklich wunderschön, mit sanften Hügeln, grünen Wäldern und kleinen, malerischen Dörfern. Am Bahnhof angekommen, waren wir erstmal ein bisschen überwältigt. Der Bahnhof ist riesig und belebt, aber irgendwie auch charmant. Wir kauften uns Fahrkarten für die Straßenbahn und machten uns auf den Weg zu unserem Airbnb.

Unser kleines Zuhause

Unser Airbnb lag in der Altstadt, in einer kleinen Seitenstraße. Es war ein winziges, aber gemütliches Apartment, mit hohen Decken, knarrenden Holzböden und einer wunderschönen Aussicht auf die roten Ziegeldächer der Stadt. Die Vermieterin, eine ältere Dame namens Hana, empfing uns mit einem strahlenden Lächeln und einem Teller selbstgebackenen Keksen. Sie sprach kaum Englisch, aber mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Deutsch konnten wir uns trotzdem verständigen. Wir packten unsere Sachen aus und machten uns dann auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Es war noch nicht ganz Mittag, aber wir hatten Hunger und Lust, etwas zu entdecken. Die Altstadt war voller Leben, mit kleinen Cafés, Boutiquen und Restaurants. Überall waren Studenten und Einheimische unterwegs, die das schöne Wetter genossen. Wir entschieden uns für ein kleines, traditionelles Restaurant, in dem es tschechische Spezialitäten gab. Ich bestellte ein Gulasch mit Knödeln, Leo ein Schweinshaxe. Beides war unglaublich lecker! Nach dem Mittagessen schlenderten wir durch die Gassen und bewunderten die wunderschöne Architektur. Brünn ist eine Stadt voller Kontraste, mit barocken Palästen, gotischen Kirchen und modernen Gebäuden. Besonders beeindruckt waren wir vom Spilberk-Schloss, einer mächtigen Burg, die auf einem Hügel über der Stadt thront. Von dort aus hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt und die umliegende Landschaft. Langsam begann uns klar zu werden, dass Brünn mehr zu bieten hatte, als wir erwartet hatten – und die kommenden Tage versprachen, uns in eine Welt voller verborgener Schätze und unerwarteter Begegnungen zu entführen.

Die verwinkelten Gassen und der Cabbage Market

Wir verbrachten den Nachmittag damit, uns einfach treiben zu lassen. Leo hatte zwar eine grobe Vorstellung von dem, was wir sehen wollten, aber wir waren uns einig, dass wir uns nicht zu sehr an einen Zeitplan halten wollten. Brünn schien uns am besten, wenn man sich einfach treiben ließ und die Atmosphäre auf sich wirken ließ.

Wir landeten auf dem Cabbage Market, einem belebten Platz, auf dem sich Einheimische und Touristen tummelten. Überall gab es Stände mit frischem Obst, Gemüse, Blumen und Souvenirs. Der Duft von Zimt und Nelken lag in der Luft, vermischt mit dem Lachen der Menschen. Wir kauften uns ein paar Äpfel und eine Handvoll Nüsse, und setzten uns dann auf eine Bank, um das bunte Treiben zu beobachten.

Die Architektur rund um den Markt war unglaublich vielfältig. Neben dem historischen Rathaus gab es auch moderne Gebäude und kleine, verwinkelte Gassen, die zu versteckten Höfen führten. Wir entdeckten ein winziges Café, das in einem alten Gewölbe untergebracht war. Es war so versteckt, dass wir es fast übersehen hätten. Wir bestellten uns einen Kaffee und einen Apfelstrudel, und genossen die ruhige Atmosphäre. Es war ein kleiner Glücksmoment.

Ein missglückter Versuch, die Villa Tugendhat zu besichtigen

Am nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen, die Villa Tugendhat zu besichtigen, ein Meisterwerk der modernen Architektur. Wir hatten online Tickets reserviert, aber als wir dort ankamen, stellte sich heraus, dass unsere Reservierung irgendwie verloren gegangen war. Der Kassierer konnte uns leider nicht weiterhelfen, und die Führung war bereits ausgebucht. Wir waren ziemlich enttäuscht, aber wir ließen uns nicht unterkriegen. Stattdessen machten wir einen Spaziergang durch den angrenzenden Park, der einen atemberaubenden Blick auf die Stadt bot.

Es war ein kleines Pannen, aber es zeigte uns, dass nicht immer alles nach Plan läuft – und dass das auch in Ordnung ist. Wir lernten, flexibler zu sein und uns auf die spontanen Momente einzulassen.

Abendstimmung in der Špilberk Burg

Am Abend kehrten wir zur Špilberk Burg zurück, diesmal um sie im Schein der untergehenden Sonne zu erleben. Die Burg war wunderschön beleuchtet, und von den Mauern aus hatten wir einen fantastischen Blick auf die Altstadt. Wir schlenderten durch die Gänge und stellten uns vor, wie das Leben hier vor hunderten von Jahren ausgesehen haben muss.

Es war ein magischer Moment, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wir saßen einfach nur da, hielten Händchen und genossen die Ruhe und die Schönheit der Umgebung. Leo flüsterte mir zu, dass er sich noch nie so entspannt und glücklich gefühlt habe.

Die Tage in Brünn vergingen viel zu schnell, und wir merkten, dass wir uns unsterblich in diese charmante Stadt verliebt hatten, voller Geschichte, Kultur und unerwarteten Begegnungen, die uns noch lange begleiten würden.

Der letzte Morgen in Brünn war seltsam bittersüß. Wir wussten, dass wir uns bald wieder dem grauen Alltag stellen mussten, aber wir nahmen auch eine unglaubliche Fülle an Erinnerungen mit. Leo lag noch im Bett und döste, während ich am Fenster stand und auf den Sonnenaufgang wartete. Die roten Ziegeldächer glänzten im goldenen Licht, und der Nebel über der Stadt löste sich langsam auf. Es war ein perfekter Moment.

Ein paar Gedanken zum Abschied

Was Brünn so besonders gemacht hat, war die Mischung aus Geschichte, Kultur und authentischer Atmosphäre. Es war nicht so überlaufen und touristisch wie andere europäische Städte, und man hatte das Gefühl, wirklich in das lokale Leben eintauchen zu können. Wir haben uns in die kleinen Cafés verliebt, die verwinkelten Gassen erkundet und die freundlichen Menschen kennengelernt. Es war eine Reise, die uns beide verändert hat.

Unser Lieblingsort: Der Cabbage Market

Wenn ich einen Ort nennen müsste, der uns besonders in Erinnerung geblieben ist, dann wäre es der Cabbage Market. Der bunte Trubel, die Düfte, die freundlichen Händler – es war einfach ein Fest für die Sinne. Wir haben uns dort jeden Tag mit frischem Obst und Gemüse eingedeckt und die Atmosphäre genossen. Es war ein Ort, an dem man sich einfach wohlfühlen konnte.

Tipps für eure Reise

Falls ihr auch mal nach Brünn reisen solltet, habe ich ein paar Tipps für euch:

  • Verliert euch in der Altstadt: Lasst euch einfach treiben und erkundet die kleinen Gassen und versteckten Höfe. Ihr werdet immer wieder überrascht sein.
  • Probiert die tschechische Küche: Das Essen in Brünn ist unglaublich lecker und preiswert. Probiert unbedingt das Gulasch mit Knödeln und die Schweinshaxe.
  • Besucht die Špilberk Burg: Von dort aus habt ihr einen atemberaubenden Blick auf die Stadt.
  • Sprecht mit den Einheimischen: Die Menschen in Brünn sind sehr freundlich und hilfsbereit. Sie können euch wertvolle Tipps geben und euch das Leben erleichtern.

Ein Versprechen für die Zukunft

Wir haben uns vorgenommen, bald wieder nach Brünn zurückzukehren. Es gibt noch so viel zu entdecken und zu erleben. Und wir wollen unbedingt wieder den Cabbage Market besuchen und uns ein paar frische Äpfel schmecken lassen.

Bis dahin bewahren wir die Erinnerungen an diese wunderschöne Stadt in unseren Herzen.

    • Cabbage Market
    • Špilberk Burg
    • Altstadt von Brünn
👤 Junges Paar (Anfang 20) das romantische Städte und Strände erkunden möchte ✍️ persönlich und intim