Nordamerika - USA - San Diego

Reisebericht Nordamerika - USA - San Diego

Der Geruch von Salz und warmem Asphalt hing in der Luft, vermischt mit dem süßlichen Duft von Palmen. Ich stand also hier, am Ausgang des San Diego International Airport, die Sonnenbrille tief ins Gesicht gezogen. Ein leichter Wind spielte mit den Haaren, und das Rauschen des Pazifiks war schon in der Ferne zu hören. Eigentlich hatte ich erwartet, dass es deutlich lauter sein würde, aber es war eher ein beruhigendes Summen, das sich gut mit dem leichten Kribbeln in den Beinen vertrug – die lange Reise hatte mich zwar etwas erschöpft, aber ich war voller Energie.

Zurück zur Küste

Ich bin ja kein typischer Tourist, das muss ich sagen. Ich bin eher der Typ für lange Wanderwege, für unberührte Natur, für die Stille der Berge. Aber es gibt etwas an der Küste, das mich immer wieder anzieht. Vielleicht ist es die Weite, die Freiheit, die man dort spürt. Oder die Tatsache, dass sich das Meer ständig verändert, und doch immer gleich bleibt. Ich habe schon viele Küstenlinien erkundet, von der rauen Nordseeküste bis zu den türkisfarbenen Buchten des Mittelmeers, aber Kalifornien stand lange auf meiner Liste. Nicht wegen der Strände, ehrlich gesagt – die gibt es ja überall – sondern wegen der Landschaft, der Kombination aus Wüste, Bergen und Meer. Und natürlich wegen der Möglichkeit, dort einige der besten Wanderwege des Landes zu erkunden.

Ein bisschen Hintergrund

Ich bin vor fünfzig-fünf Jahren das erste Mal richtig mit dem Wandern in Berührung gekommen, während einer Jugendfreizeit in den Alpen. Damals war es noch ziemlich improvisiert, mit unbequemen Schuhen und unzureichender Ausrüstung. Aber die Erfahrung hat mich geprägt. Seitdem habe ich unzählige Kilometer zurückgelegt, von den Pyrenäen bis zum Himalaya. Ich bin kein Extremsportler, aber ich mag es, mich körperlich herauszufordern und dabei die Natur zu erleben. Ich bin also kein Mann für All-Inclusive-Resorts und überfüllte Strände. Ich bevorzuge es, abseits der Touristenpfade zu wandern, in kleinen Dörfern zu übernachten und die lokale Kultur kennenzulernen.

Diese Reise nach San Diego war eigentlich eher spontan. Eigentlich hatte ich vor, diesen Sommer die Appalachen zu durchwandern, aber ein alter Freund, der hier in der Gegend lebt, hat mich überredet, ihn zu besuchen. Er hatte von den vielen Wanderwegen in den Küstenbergen erzählt, und das klang einfach zu gut, um es abzulehnen. Also habe ich kurzerhand meine Pläne geändert und bin nach Kalifornien geflogen.

Erste Eindrücke von San Diego

Die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt war interessant. Überall Palmen, bunte Häuser und eine entspannte Atmosphäre. Es war ganz anders als alles, was ich bisher gesehen hatte. Ich bin ja eher an die karge Schönheit der Berge gewöhnt, aber San Diego hatte einen ganz eigenen Charme. Es war fast ein bisschen kitschig, aber auf eine angenehme Art und Weise.

Der Coronado National Park

Mein Freund hatte mir gleich ein paar Wanderwege empfohlen. Am nächsten Tag wollten wir den Coronado National Park erkunden, der etwas außerhalb der Stadt liegt. Er hatte mir versichert, dass die Aussicht dort spektakulär sei. Ich war gespannt. Ich hatte mich vorher schon etwas über die Gegend informiert und festgestellt, dass die Flora und Fauna dort sehr vielfältig sind. Ich hatte mir eine gute Kamera und ein Fernglas mitgebracht, um alles genau beobachten zu können.

Nachdem ich mein Gepäck im Hotel abgestellt hatte, bin ich noch kurz durch die Innenstadt geschlendert. Ich bin an einem kleinen Café vorbeigekommen, in dem es unglaublich leckeren Kaffee gab. Ich habe mir eine Tasse bestellt und bin draußen gesessen, um die Atmosphäre zu genießen. Es war ein perfekter Start in den Tag.

Ich fühlte mich bereit für das Abenteuer, die Tage würden sicherlich abwechslungsreich und anstrengend werden, aber genau das war es, was ich suchte. Die Kombination aus Küstenwanderungen, Bergsteigen und dem Erkunden der lokalen Kultur versprach ein unvergessliches Erlebnis zu werden. Und ich war gespannt darauf, was diese Reise noch bringen würde.

Wanderungen im Coronado National Park

Der Coronado National Park entpuppte sich als eine Offenbarung. Nicht der typische Nationalpark mit den riesigen, überwältigenden Landschaften, die man aus den USA kennt. Eher eine sanfte Hügellandschaft, bewachsen mit Kakteen, Büschen und vereinzelten Pinien. Wir entschieden uns für einen Rundwanderweg, der sogenannte "Desert Loop Trail". Mein Freund, ein erfahrener Wanderer, hatte gewarnt, dass es zwar kein anstrengender Weg sei, aber die Sonne gnadenlos sein könne. Er hatte Recht. Schon nach einer Stunde spürte ich, wie mir die Flüssigkeit aus dem Körper wich, trotz des mitgeführten Wassers. Ich lernte schnell, den breitkrempigen Hut, den ich eigentlich nur aus ästhetischen Gründen eingepackt hatte, sehr zu schätzen.

Überraschung in der Wüste

Mitten in der kargen Landschaft entdeckten wir dann eine kleine Oase, versteckt zwischen den Felsen. Ein winziger Bach plätscherte durch das Grün, und es gab sogar ein paar wilde Palmen. Mein Freund erklärte mir, dass diese Oasen in der Wüste relativ häufig sind, da das Grundwasser an einigen Stellen an die Oberfläche tritt. Wir machten eine kurze Pause, um uns abzukühlen und etwas zu essen. Es war ein surrealer Moment, mitten in der Wüste an einem kleinen Paradies zu sitzen.

Balboa Park – Mehr als nur ein Park

Am nächsten Tag erkundeten wir den Balboa Park. Ich hatte ihn mir als einen typischen Stadtpark vorgestellt, aber er war viel mehr. Ein riesiges Areal mit Museen, Gärten und historischen Gebäuden. Die Architektur war eine Mischung aus spanischem Kolonialstil und Art déco. Wir besuchten das San Diego Natural History Museum, das uns einen faszinierenden Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt Kaliforniens gab.

Ein kleiner Fauxpas

Bei der Besichtigung des Botanischen Gartens passierte mir dann ein kleiner Fauxpas. Ich war so vertieft in die Beobachtung einer seltenen Orchidee, dass ich gegen einen kleinen Brunnen stieß. Das Wasser spritzte in alle Richtungen, und ich landete fast im Gestrüpp. Zum Glück konnte ich mich noch rechtzeitig fangen, aber ich hatte einige amüsierte Blicke auf mich gezogen. Mein Freund musste herzhaft lachen.

Little Italy – Ein Stück Italien in San Diego

An unserem letzten Tag besuchten wir Little Italy, ein Viertel, das von italienischen Einwanderern geprägt ist. Die Gassen waren gesäumt von kleinen Trattorien, Cafés und Feinkostläden. Es roch nach frischem Basilikum, Knoblauch und Espresso. Wir aßen in einem kleinen Restaurant zu Mittag, das von einer italienischen Familie geführt wurde. Die Pasta war hausgemacht und unglaublich lecker.

Ich war beeindruckt von der Vielfalt und der Lebendigkeit San Diegos. Die Stadt hatte eine entspannte Atmosphäre, aber es gab immer etwas zu entdecken. Die Kombination aus Natur, Kultur und Gastronomie hatte mich wirklich begeistert. Die Wanderungen in der Natur, die Besichtigung der Museen und die kulinarischen Erlebnisse hatten mich tief beeindruckt.

Mit einem letzten Blick auf den Pazifik und dem Duft von Salz in der Luft, wusste ich, dass diese Reise mehr war als nur ein Abenteuer – sie war eine Erinnerung daran, dass es immer noch unentdeckte Ecken und neue Perspektiven zu finden gibt, und dass selbst ein erfahrener Wanderer wie ich noch dazu lernen kann.

Der letzte Tag in San Diego fühlte sich seltsam an. Nicht traurig, eher nachdenklich. Es ist immer so, wenn eine Reise zu Ende geht. Man nimmt so viel mit, nicht nur Bilder und Souvenirs, sondern auch Erfahrungen, Begegnungen, neue Perspektiven. Ich saß noch einmal am Strand von Coronado, atmete die salzige Luft ein und ließ die vergangenen Tage Revue passieren.

Rückblick auf eine besondere Reise

Diese Reise war anders als viele andere, die ich unternommen hatte. San Diego ist keine typische Wanderdestination, zumindest nicht im klassischen Sinne. Aber gerade diese Kombination aus Küstenlandschaft, Wüsten-ähnlichen Hügeln und einer lebendigen Stadt hat mich fasziniert. Ich habe gelernt, dass man auch in einer urbanen Umgebung die Natur finden kann, wenn man nur genau hinsieht. Die Wanderungen im Coronado National Park waren zwar nicht so anspruchsvoll wie in den Alpen oder im Himalaya, aber sie haben mir die Möglichkeit gegeben, die einzigartige Flora und Fauna Kaliforniens kennenzulernen. Und die Besichtigung der Museen und historischen Gebäude hat mir einen Einblick in die Kultur und Geschichte der Region gegeben.

Ein paar Tipps für angehende Entdecker

Wenn ich jemandem eine Reise nach San Diego empfehlen würde, würde ich ihm ein paar Dinge mit auf den Weg geben. Erstens: Unterschätze nicht die Sonne. Auch wenn es nicht so heiß ist wie in der Wüste, kann man sich schnell verbrennen. Trage immer einen Hut, eine Sonnenbrille und ausreichend Sonnenschutzmittel. Zweitens: Plane ausreichend Zeit ein, um die verschiedenen Stadtteile zu erkunden. Little Italy, Gaslamp Quarter und Old Town haben alle ihren eigenen Charme. Und drittens: Scheue dich nicht, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Sie haben die besten Tipps und können dir Geheimnisse verraten, die du in keinem Reiseführer finden wirst.

Die Coronado-Halbinsel: Mehr als nur ein Strand

Besonders in Erinnerung bleiben wird mir die Coronado-Halbinsel. Nicht nur wegen des berühmten Hotels del Coronado, sondern auch wegen der entspannten Atmosphäre und der wunderschönen Strände. Ich habe dort viele Stunden damit verbracht, am Meer entlang zu wandern, Muscheln zu sammeln und einfach die Seele baumeln zu lassen. Es war ein perfekter Ort, um dem Alltag zu entfliehen und neue Energie zu tanken.

Ich bin dankbar für diese Reise, für die neuen Erfahrungen und die vielen schönen Begegnungen. San Diego hat mich überrascht und begeistert. Es ist ein Ort, an den ich gerne wiederkommen werde. Und wer weiß, vielleicht werde ich dann ja auch noch einige der versteckten Wanderwege entdecken, von denen die Einheimischen mir erzählt haben.

Mit einem letzten Blick auf den Pazifik und dem Duft von Salz in der Luft, wusste ich, dass diese Reise mehr war als nur ein Abenteuer – sie war eine Erinnerung daran, dass es immer noch unentdeckte Ecken und neue Perspektiven zu finden gibt, und dass selbst ein erfahrener Wanderer wie ich noch dazu lernen kann.

    👤 Yoga-Lehrerin (32) die Yoga-Retreats und Wellness-Erlebnisse kombiniert ✍️ kritisch und hinterfragend