Genf – Mehr als Luxusuhren und Diplomaten
Eine Reise mit gutem Gewissen
Es ist uns wichtig geworden, bewusster zu reisen. Nicht mehr einfach nur abhaken, was auf den typischen Touristenlisten steht, sondern wirklich eintauchen, verstehen, mitnehmen. Und dabei so wenig Schaden wie möglich anzurichten. Deshalb haben wir uns für die Anreise mit dem Zug entschieden. Klar, das dauert länger als ein Flug, aber wir finden, es ist die bessere Wahl. Weniger CO2, mehr Landschaft, mehr Zeit zum Entspannen. Außerdem lieben wir das Gefühl, den Rhythmus der Landschaft zu spüren, anstatt durch die Luft gejagt zu werden.
Warum gerade Genf?
Die Idee zu dieser Reise kam uns eigentlich, als wir eine Dokumentation über nachhaltige Stadtentwicklung gesehen haben. Genf wurde da als eine der Vorreiterinnen in Europa dargestellt. Die Stadt hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen und die Lebensqualität für alle Bürger zu verbessern. Das hat uns neugierig gemacht. Wir wollten sehen, wie das in der Praxis aussieht, welche Ideen umgesetzt werden, wo es noch hakt. Außerdem hat uns die Lage am Genfersee sehr angezogen. Wir stellen uns lange Spaziergänge am Ufer vor, entspannte Stunden in kleinen Cafés und natürlich die beeindruckende Alpenkulisse.
Wir sind beide inzwischen Mitte 50 und haben schon einiges von der Welt gesehen. Früher waren wir eher die Typen, die möglichst viel in möglichst kurzer Zeit sehen wollten. Wir haben uns durch Museen gehetzt, Sightseeing-Touren gemacht und versucht, alle Highlights abzuhaken. Mittlerweile ist uns das zu stressig. Wir wollen uns Zeit nehmen, die Atmosphäre einer Stadt auf uns wirken lassen, die Menschen beobachten, die kleinen Dinge entdecken. Und natürlich genießen – gutes Essen, guten Wein, die Natur. Nach Jahren der Berufstätigkeit möchten wir uns Zeit nehmen, um das zu tun, was uns wirklich Freude bereitet.
Wir haben uns bewusst für ein kleines Hotel in einem ruhigen Viertel entschieden, etwas abseits vom Trubel der Innenstadt. Es ist ein Familienbetrieb, der großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Sie beziehen ihre Produkte von lokalen Bauern, verwenden Ökostrom und haben ein ausgeklügeltes Wassersparsystem. Das ist uns sehr wichtig. Wir möchten nicht in Hotels wohnen, die rücksichtslos mit Ressourcen umgehen. Die Kommunikation mit dem Hotel war von Anfang an sehr angenehm. Man hat das Gefühl, dass sie wirklich daran interessiert sind, ihren Gästen einen unvergesslichen Aufenthalt zu bereiten – und dabei gleichzeitig die Umwelt zu schonen.
Erste Eindrücke
Als wir am Genfer Bahnhof aussteigen, empfängt uns eine klare, frische Luft. Der Himmel ist strahlend blau, die Sonne wärmt uns die Gesichter. Die Stadt wirkt sehr ordentlich und sauber, aber nicht steril. Überall sind Bäume und Grünflächen, die für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Wir nehmen den Bus in Richtung Hotel. Die Fahrt führt uns durch verschiedene Viertel der Stadt. Wir sehen viele Fahrräder, Fußgänger und einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr. Das macht einen positiven Eindruck. Die Stadt scheint sehr lebenswert zu sein.
Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgestellt haben, machen wir uns gleich auf den Weg, um die Stadt zu erkunden. Wir schlendern durch die Altstadt, vorbei an historischen Gebäuden, kleinen Geschäften und gemütlichen Cafés. Wir entdecken versteckte Innenhöfe und charmante Gassen. Überall spüren wir die Geschichte der Stadt. Wir besuchen die Kathedrale St. Pierre, die einen beeindruckenden Blick über die Stadt bietet. Wir lassen uns treiben, genießen die Atmosphäre und sind gespannt, was die nächsten Tage bringen werden. Wir sind überzeugt davon, dass Genf uns viele interessante Einblicke und unvergessliche Momente schenken wird.
Die ersten Eindrücke sind überwältigend positiv. Genf ist eine Stadt, die uns sofort in ihren Bann zieht. Jetzt wollen wir tiefer eintauchen, die nachhaltigen Initiativen der Stadt erkunden und herausfinden, wie sie versuchen, eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.
Auf den Spuren der Nachhaltigkeit
Am nächsten Morgen starten wir mit dem Fahrrad. Das Hotel bietet kostenlose Leihräder an – ein toller Service, der uns sofort überzeugt hat. Wir wollen die Stadt auf zwei Rädern erkunden und dabei die verschiedenen nachhaltigen Projekte entdecken. Unser erstes Ziel ist das Quartier de la Jonction. Es liegt etwas außerhalb des Zentrums und gilt als eines der innovativsten Viertel der Stadt. Hier gibt es viele gemeinschaftliche Gärten, Upcycling-Werkstätten und Projekte, die sich für eine nachhaltige Lebensweise einsetzen.
Die Gärten von La Jonction
Wir radeln an kleinen Schrebergärten vorbei, wo Anwohner Obst und Gemüse anbauen. Die Gärten sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur lokalen Lebensmittelversorgung. Wir halten an einem kleinen Stand, an dem selbstgemachte Marmelade und Honig verkauft werden. Die freundliche Frau, die den Stand betreibt, erzählt uns, dass sie mit anderen Anwohnern zusammenarbeitet, um die Gärten zu pflegen und die Ernte zu teilen. Es ist schön zu sehen, wie die Menschen hier zusammenhalten und sich für eine nachhaltige Lebensweise engagieren. Wir kaufen eine kleine Schachtel Himbeermarmelade – eine köstliche Erinnerung an diesen Ort.
Ein kleiner Zwischenfall: Ich versuche, ein Foto von einem besonders schönen Garten zu machen, und verliere dabei fast das Gleichgewicht. Mein Mann fängt mich auf – ein Glück, dass er so schnell reagieren konnte! Wir lachen darüber – so etwas passiert eben, wenn man versucht, alles aufnehmen zu wollen. Wir beschließen, stattdessen einfach den Moment zu genießen und die Schönheit der Gärten auf uns wirken zu lassen.
Das Batiment des Forces Motrices
Am Nachmittag besuchen wir das Batiment des Forces Motrices, ein ehemaliges Wasserkraftwerk, das heute ein Kulturzentrum beherbergt. Das Gebäude selbst ist ein beeindruckendes Beispiel für Industriekultur. Es wurde liebevoll restauriert und bietet heute Platz für Konzerte, Ausstellungen und Workshops. Wir nehmen an einer Führung teil, bei der wir viel über die Geschichte des Gebäudes und die Bedeutung der Wasserkraft erfahren. Es ist faszinierend zu sehen, wie ein ehemaliges Industriegelände in einen lebendigen Kulturraum verwandelt werden kann.
Was uns besonders beeindruckt, ist das Engagement des Teams für Nachhaltigkeit. Das Gebäude wird mit erneuerbarer Energie betrieben, und es gibt ein ausgeklügeltes Wassermanagementsystem. Auch die Gastronomie legt Wert auf regionale und saisonale Produkte. Wir essen zu Mittag in dem kleinen Restaurant des Kulturzentrums und genießen ein köstliches vegetarisches Gericht.
Ein Spaziergang am Genfersee
Am Abend machen wir einen langen Spaziergang am Genfersee. Der Sonnenuntergang ist atemberaubend schön. Das Wasser glitzert in allen Farben, und die Alpenkulisse im Hintergrund ist einfach unbeschreiblich. Wir setzen uns auf eine Bank und beobachten die vorbeifahrenden Menschen. Es ist schön, die Ruhe und die Schönheit der Natur zu genießen. Wir fühlen uns entspannt und zufrieden.
Wir haben das Gefühl, dass Genf uns viel zu bieten hat. Es ist eine Stadt, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt, die ihre Geschichte bewahrt und die gleichzeitig offen und modern ist. Wir sind gespannt, was die nächsten Tage bringen werden, und freuen uns darauf, noch mehr von dieser faszinierenden Stadt zu entdecken, bevor wir uns auf den Heimweg machen und die gewonnenen Erkenntnisse mitnehmen.
Der letzte Tag in Genf ist fast vorbei. Wir sitzen in einem kleinen Café am Quai Gustave Ador, genießen einen letzten Café au lait und blicken auf den See. Die Sonne scheint, und die Alpen im Hintergrund leuchten in einem fast unwirklichen Weiß. Es ist schwer zu glauben, dass unsere Reise schon fast zu Ende ist. Wir haben so viel erlebt und gesehen, dass es fast überwältigend ist.
Ein Fazit mit vielen Facetten
Genf hat uns wirklich überrascht. Wir sind hierher gekommen, um eine Stadt kennenzulernen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt, und wir wurden nicht enttäuscht. Aber Genf ist viel mehr als das. Es ist eine Stadt mit einer reichen Geschichte, einer lebendigen Kultur und einer beeindruckenden Natur. Wir haben uns hier sofort wohlgefühlt, und wir haben uns immer sicher und willkommen gefühlt.
Was uns besonders beeindruckt hat, ist die Art und Weise, wie Genf versucht, die verschiedenen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern. Die Stadt hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen und die Lebensqualität für alle Bürger zu verbessern. Und sie scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Es ist inspirierend zu sehen, wie eine Stadt versuchen kann, eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.
Die kleinen Dinge, die den Unterschied machen
Es waren aber nicht nur die großen Initiativen, die uns beeindruckt haben, sondern auch die kleinen Dinge. Die vielen Fahrräder, die auf den Straßen unterwegs sind, die gemeinschaftlichen Gärten, in denen Anwohner Obst und Gemüse anbauen, die Upcycling-Werkstätten, in denen aus alten Materialien neue Dinge geschaffen werden – all das zeigt, dass Genf eine Stadt ist, in der Menschen aktiv an der Gestaltung ihrer Umwelt beteiligt sind.
Wir haben uns oft gefragt, wie wir selbst einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Lebensweise leisten können. Und Genf hat uns viele Ideen geliefert. Wir haben gelernt, dass es nicht immer darum geht, große Veränderungen vorzunehmen, sondern auch darum, kleine Schritte zu gehen. Zum Beispiel, öfter das Fahrrad zu nehmen, regionale Produkte zu kaufen oder weniger Fleisch zu essen.
Ein paar Tipps für eure Reise
Wenn ihr Genf besuchen möchtet, haben wir ein paar Tipps für euch. Erstens, nehmt euch Zeit, die Stadt zu erkunden. Genf ist nicht groß, aber es gibt viel zu sehen und zu erleben. Schlendert durch die Altstadt, besucht die Kathedrale St. Pierre, macht einen Spaziergang am See.
Zweitens, nutzt den öffentlichen Nahverkehr. Genf hat ein gut ausgebautes Netz von Bussen, Trambahnen und Zügen. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch bequem und kostengünstig. Drittens, probiert die lokale Küche. Genf hat eine vielfältige Gastronomie, die für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Probiert zum Beispiel die Genfer Papet Vaudois, einen traditionellen Kartoffelauflauf, oder die Genfer Wurst.
Und viertens, lasst euch einfach treiben und genießt die Atmosphäre. Genf ist eine Stadt, die zum Entspannen und Genießen einlädt. Nehmt euch Zeit, um die kleinen Dinge zu entdecken, die Genf so besonders machen.
Wir verlassen Genf mit vielen positiven Eindrücken und einem Gefühl der Inspiration. Wir haben gelernt, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance ist. Eine Chance, eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder zu gestalten.
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- Quartier de la Jonction – Ein innovatives Viertel mit vielen nachhaltigen Projekten
- Batiment des Forces Motrices – Ehemaliges Wasserkraftwerk, heute Kulturzentrum
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- Kunst- und Kulturzentrum – Batiment des Forces Motrices
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- Altstadt von Genf