Europa - Niederlande - Utrecht

Utrecht mit Kindern: Mehr als nur Tulpen

Der Geruch von frisch gebackenen Poffertjes hing schon in der Luft, als wir aus dem Zug in Utrecht Centraal stiegen. Nicht, dass ich sofort wüsste, *was* Poffertjes sind – das war ja erst mal Recherche-Aufgabe für meine Frau Sarah – aber es roch verdammt gut. Die Kids, Lena (9) und Max (6), waren natürlich schon total aufgedreht, nachdem wir fast fünf Stunden im Zug gesessen waren. "Sind wir da?", "Wo ist das Hotel?", "Gibt es hier Eis?" – das volle Programm.

Ein bisschen Hintergrund zur Reise

Eigentlich waren wir ja gar nicht geplant in den Niederlanden. Eigentlich sollte es Italien werden. Aber dann kam Sarah mit der Idee, mal was anderes zu machen. "Wir sind doch schon so oft in Italien gewesen", meinte sie. "Die Kids kennen doch eh nur Pizza und Pasta. Lass uns doch mal gucken, wie andere leben." Und weil Sarah, wenn sie sich was in den Kopf setzt, ziemlich hartnäckig sein kann (im positiven Sinne natürlich), landeten wir also in Utrecht. Ich war anfangs skeptisch. Die Niederlande? Klingt doch erstmal nach Windmühlen, Tulpen und Käse. Aber Sarah hatte mir Bilder von Utrecht gezeigt, von diesen ganzen Grachten, den alten Häusern, den Fahrrädern überall. Das sah dann doch ganz interessant aus.

Die Anreise und der erste Eindruck

Die Zugfahrt von Deutschland war zwar lang, aber ganz entspannt. Max hat fast die ganze Zeit Lego gebaut, Lena hat ein Buch gelesen. Sarah und ich haben versucht, uns zu erinnern, wann wir das letzte Mal einfach mal so entspannt reisen konnten. Das ist gar nicht so einfach mit zwei Kindern. In Utrecht selbst ist es dann aber sofort anders. Alles ist so… sauber. Und ordentlich. Und voller Fahrräder! Man muss echt aufpassen, dass man nicht versehentlich eins umfährt. Die Kids waren sofort begeistert. "Guck mal, Papa, so viele Räder!", rief Max und zeigte auf eine ganze Reihe parkender Fahrräder. Wir hatten uns ein kleines Hotel in der Nähe des Zentrums ausgesucht. Das "Dom Hotel", lag direkt an einer Gracht. Ein altes Haus, aber schön renoviert. Das Einchecken ging problemlos, und die Dame an der Rezeption war super nett. Sie gab uns gleich noch ein paar Tipps für Unternehmungen und eine kleine Stadtkarte.

Erste Schritte durch die Stadt

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, sind wir sofort losgezogen. Die Grachten sind wirklich wunderschön. Das Wasser glitzert in der Sonne, und die alten Häuser spiegeln sich darin. Überall sind kleine Brücken, und an den Ufern sitzen Leute und trinken Kaffee. Wir sind erstmal einfach so durch die Straßen geschlendert, haben uns treiben lassen. Lena hat sofort angefangen, Fotos zu machen. Sie ist total begeisterte Hobbyfotografin. Max wollte unbedingt auf jedem Pflasterstein springen. Das war ganz schön anstrengend für uns Eltern.
Wir sind am Domturm vorbeigekommen, diesem riesigen Kirchturm. Der ist fast 112 Meter hoch! Sarah hat vorgeschlagen, hochzugehen und die Aussicht zu genießen. Ich war etwas zögerlich. Ich habe ein bisschen Höhenangst. Aber die Kids waren sofort begeistert, also mussten wir wohl doch hoch. Der Aufstieg war anstrengend, aber die Aussicht war wirklich atemberaubend. Man konnte die ganze Stadt überblicken. Nach dem Domturm hatten wir alle Hunger. Also haben wir uns auf die Suche nach einem Restaurant gemacht. Wir haben ein kleines Lokal gefunden, das "De Uytspaan", direkt an einer Gracht. Dort gab es typisch niederländische Gerichte. Ich habe Bitterballen probiert, so kleine Fleischbällchen, die frittiert werden. War ganz okay. Sarah hat "Stamppot" gegessen, Kartoffelbrei mit Gemüse. Lena und Max haben natürlich Pommes bestellt. Als wir satt waren, sind wir noch ein bisschen durch die Straßen geschlendert, haben ein paar Souvenirs gekauft und sind dann zurück zum Hotel gegangen. Die Kids waren müde, aber glücklich. Und ich muss sagen, ich war auch ganz angetan von Utrecht. Es ist eine wunderschöne Stadt, mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Bisher hat sich die Reise wirklich gelohnt. Aber jetzt sind wir erstmal gespannt, was die nächsten Tage bringen. Wir haben noch einiges vor, unter anderem wollen wir ein Schloss besichtigen und eine Fahrradtour durch die Umgebung machen. Es bleibt spannend.

Ein Ausflug ins Rietveld Schröderhuis

Am nächsten Morgen sind wir nach dem Frühstück direkt zum Rietveld Schröderhuis aufgebrochen. Sarah hatte das im Internet gefunden und meinte, das wäre ein Muss für uns Kunstinteressierte. Ich gebe zu, ich hatte vorher noch nie davon gehört. Es stellte sich heraus, dass es ein Haus ist, das der Architekt Gerrit Rietveld entworfen hat, und es ist wirklich… speziell.

Es ist kein typisches Haus, eher eine Art Puzzle aus bunten Rechtecken und schrägen Winkeln. Die Kinder fanden es total verrückt. Max rannte sofort los und versuchte, die verschiedenen Farben zu zählen. Lena war fasziniert von den Möbeln, die ebenfalls von Rietveld entworfen wurden. Alles ist sehr minimalistisch und funktional. Ich muss sagen, ich fand es auch interessant, aber es war auch etwas gewöhnungsbedürftig. Stell dir vor, du kommst nach Hause und dein Wohnzimmer sieht aus wie ein Bauklotz-Chaos. Das wäre nichts für mich!


Pannen und Postkarten in De Pijp

Nach dem Rietveld Schröderhuis wollten wir noch das Viertel De Pijp erkunden. Das soll ein multikulturelles Viertel mit vielen kleinen Geschäften und Cafés sein. Wir sind mit der Tram gefahren, aber leider sind wir an der falschen Haltestelle ausgestiegen. Das hat uns bestimmt eine halbe Stunde gekostet, bis wir endlich den richtigen Weg gefunden haben. Max war schon ziemlich genervt und wollte unbedingt ein Eis.

Als wir dann endlich in De Pijp angekommen sind, waren wir aber begeistert. Das Viertel ist wirklich lebendig und bunt. Überall sind kleine Geschäfte, die Gewürze, Stoffe, Obst und Gemüse verkaufen. Wir haben uns in einem kleinen Café niedergelassen und einen Kaffee getrunken. Die Atmosphäre war super entspannt. Lena hat gleich angefangen, Postkarten zu schreiben. Sie wollte ihren Freunden erzählen, wie schön es hier ist. Ich habe mir eine typisch niederländische Stroopwafel gegönnt. Die sind wirklich lecker, so knusprig und mit Karamell gefüllt.


Albert Cuyp Markt – ein Erlebnis für die Sinne

Von De Pijp aus sind wir dann zum Albert Cuyp Markt gegangen. Das ist ein riesiger Straßenmarkt, der sich über mehrere hundert Meter erstreckt. Dort gibt es einfach alles, was das Herz begehrt. Obst, Gemüse, Käse, Fisch, Kleidung, Blumen, Spielzeug – einfach alles! Der Markt ist total überfüllt und laut, aber es ist ein tolles Erlebnis. Man wird von allen Seiten angegrinst und angequatscht. Max war total aufgeregt und wollte unbedingt ein Spielzeugauto kaufen. Sarah hat sich ein paar Tulpen gekauft, als Souvenir. Ich habe mir einen Kibbeling probiert, das sind frittierte Fischstücke. War ganz okay, aber nicht so lecker wie der Kibbeling, den wir in einem kleinen Hafen in Deutschland gegessen haben.

Irgendwann wurden wir aber alle müde und hungrig. Also haben wir uns entschieden, zurück zum Hotel zu gehen und Abendessen zu kochen. Wir hatten uns im Supermarkt ein paar Zutaten gekauft, und Sarah hat uns eine leckere Pasta mit Tomatensoße gekocht. Danach sind wir alle ins Bett gefallen, erschöpft, aber glücklich. Utrecht hat uns wirklich verzaubert, und wir freuen uns darauf, die letzten Tage hier noch zu genießen, bevor es wieder nach Hause geht.

Der letzte Tag in Utrecht kam schneller als gedacht. Es ist immer so, oder? Man ist unterwegs, hetzt von einem Ort zum anderen, und plötzlich ist die Zeit um. Wir hatten uns vorgenommen, noch einen Abstecher zum Botanischen Garten zu machen, aber das Wetter spielte nicht mit. Es regnete in Strömen, und wir entschieden uns schweren Herzens dagegen. Stattdessen verbrachten wir den Vormittag in einem Indoor-Spielparadies, das wir zufällig entdeckt hatten. Max und Lena waren total begeistert, und wir konnten ein paar entspannte Stunden verbringen.

Rückblick auf eine tolle Reise

Utrecht hat uns wirklich positiv überrascht. Ich hatte ja anfangs meine Zweifel, aber die Stadt hat mich schnell überzeugt. Es ist eine wunderschöne Mischung aus Geschichte und Moderne, aus Gemütlichkeit und Lebendigkeit. Die Grachten sind einfach traumhaft, die alten Häuser haben ihren ganz eigenen Charme, und die Atmosphäre ist total entspannt. Und das Beste ist: Utrecht ist kinderfreundlich. Es gibt viele Parks, Spielplätze und Museen, die sich perfekt für einen Familienausflug eignen.

Was uns besonders gefallen hat

Lena hat sich total für die Architektur des Rietveld Schröderhuis begeistert. Sie hat stundenlang Fotos gemacht und versucht, die ungewöhnlichen Formen und Farben zu verstehen. Max war am meisten von den Fahrrädern beeindruckt. Er wollte unbedingt selbst eines fahren, aber das ist in der Innenstadt doch etwas gefährlich. Wir haben ihm stattdessen ein kleines Fahrrad gekauft, das er zu Hause nutzen kann.

Ein paar Tipps für eure Reise

Wenn ihr mit Kindern nach Utrecht reist, solltet ihr unbedingt den Domturm besuchen. Die Aussicht ist einfach atemberaubend, und Lena und Max waren total begeistert. Aber Vorsicht, es ist ganz schön anstrengend, die vielen Stufen hochzugehen! Außerdem solltet ihr euch unbedingt Zeit für einen Spaziergang entlang der Grachten nehmen. Es gibt viele kleine Cafés und Restaurants, in denen ihr eine Pause machen könnt. Und wenn das Wetter mitspielt, solltet ihr einen Ausflug zum Botanischen Garten machen. Dort gibt es viele verschiedene Pflanzen und Blumen zu entdecken.

Und noch ein Tipp

Vergesst nicht, die niederländische Küche zu probieren! Bitterballen, Stroopwafel und Kibbeling sind nur einige der Köstlichkeiten, die ihr unbedingt probieren solltet. Und wenn ihr Glück habt, könnt ihr auch ein paar typisch niederländische Käsesorten probieren.

Alles in allem war unsere Reise nach Utrecht ein voller Erfolg. Wir haben eine tolle Zeit gehabt, viele schöne Erinnerungen gesammelt und neue Erfahrungen gemacht. Und das Beste ist: Wir haben gelernt, dass es nicht immer der Klassiker sein muss. Manchmal sind es die unerwarteten Orte, die einen am meisten begeistern.

    • Rietveld Schröderhuis
    • Domturm
    • Botanischer Garten (leider nicht besucht, aber geplant)
    • Utrecht Innenstadt (Grachten, Cafés, Restaurants)
👤 Familienvater mit zwei Kindern (6 und 9 Jahre) ✍️ authentisch und ehrlich