Afrika - Ägypten - Marsa Alam

Reisebericht Afrika - Ägypten - Marsa Alam

Der warme, trockene Wind zog Sand über den Flughafensteig. Er kitzelte meine Nase und roch anders. Nicht unangenehm, nur fremd. Wir standen da, müde von der langen Reise, aber irgendwie aufgeregt. Es war März, und Ägypten empfing uns mit einer Hitze, die wir Mitteleuropäer nicht kannten. Um uns herum herrschte ein buntes Treiben, Gepäck wurde geschleppt, Rufe hallten wider, und ein leichter Duft von Gewürzen lag in der Luft.

Ein Traum wird wahr

Es war eigentlich Lias Idee gewesen. Wir waren beide gerade mit dem Studium fertig, irgendwie verloren, unsicher, was als Nächstes kommt. Er hatte irgendwann im Herbst, als die Tage schon wieder kürzer wurden, von Ägypten geschwärmt. Von der Geschichte, von der Wüste, vom Roten Meer. Ich hatte erst gezögert. Ich bin eher der Typ für Städtereisen, für kleine Cafés, für Kunst und Kultur. Aber Lia, er hat so sehnsüchtig geschaut, so von diesem Abenteuer geträumt, dass ich nicht Nein sagen konnte.

Und jetzt standen wir hier. In Marsa Alam. Es war nicht Istanbul, nicht Rom, nicht Barcelona. Es war etwas ganz anderes. Wild, ursprünglich, irgendwie beruhigend. Wir hatten uns für diesen Ort entschieden, weil er noch nicht so überlaufen ist, weil wir uns ein Stück Paradies erhofft hatten, das nicht von Touristenmassen verschluckt wurde.

Die Suche nach uns selbst

Ich glaube, wir beide brauchten das. Eine Auszeit. Einen Neuanfang. Wir hatten uns im Studium irgendwie verloren, hatten uns im Alltag verheddert. Die Beziehung hatte darunter gelitten, wir hatten kaum noch Zeit füreinander, hatten kaum noch Zeit, uns selbst zu sein.

Es war nicht so, dass wir uns gestritten hätten. Im Gegenteil. Wir hatten uns still und leise auseinandergelebt. Wir hatten aufgehört, uns Geschichten zu erzählen, hatten aufgehört, uns gegenseitig zuzuhören. Und irgendwie hatten wir gehofft, dass diese Reise das ändern würde.

Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als wir aus dem Flughafengebäude traten. Die Sonne brannte auf unserer Haut, und der Wind trug den Duft von Salz und Sand mit sich. Wir sahen uns an, und in diesem Moment war alles vergessen. All die Sorgen, all die Zweifel, all die Ängste. Es gab nur uns beide, die Sonne, den Wind und das Versprechen eines neuen Abenteuers.

Erste Eindrücke

Unser Hotel lag etwas außerhalb des Ortes, direkt am Strand. Es war kein Luxusresort, eher ein einfaches, aber gemütliches Hotel mit kleinen Bungalows. Die Einrichtung war zweckmäßig, aber sauber und gepflegt. Und vor allem hatte jeder Bungalow eine eigene Terrasse mit Blick auf das Meer.

Als wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir sofort auf die Terrasse. Das Meer leuchtete in allen möglichen Blautönen, und die Sonne spiegelte sich auf dem Wasser. Es war ein atemberaubender Anblick. Wir setzten uns an den kleinen Tisch, bestellten uns ein kaltes Getränk und sahen einfach nur aufs Meer.

Es war still. Nur das Rauschen des Meeres war zu hören. Und in diesem Moment fühlte ich mich zum ersten Mal seit langem wieder frei. Frei von all den Erwartungen, frei von all den Verpflichtungen, frei von all dem Druck. Es war, als ob all die Sorgen der letzten Monate einfach davongespült wurden.

Wir verbrachten den restlichen Tag damit, am Strand zu spazieren, die Umgebung zu erkunden und das lokale Essen zu probieren. Wir aßen frischen Fisch, gegrilltes Gemüse und tranken süßen Minztee. Alles schmeckte so gut, so intensiv, so anders als zu Hause.

Am Abend saßen wir wieder auf unserer Terrasse und sahen den Sonnenuntergang. Der Himmel färbte sich in den schönsten Farben, von Orange über Rot bis hin zu Violett. Es war ein magischer Moment. Wir hielten Händchen, und ich spürte, dass wir wieder näher zusammenkamen. Die Reise hatte gerade erst begonnen, aber ich ahnte schon, dass sie uns verändern würde. Wir waren angekommen in einer Welt, die uns unbekannt war, und bereit, die Geheimnisse dieses Landes zu entdecken, während wir uns selbst neu entdeckten.

Und so begann unsere Reise, eine Reise, die uns nicht nur an ferne Orte führen sollte, sondern auch tief in unsere eigenen Herzen.

Das Rote Meer und seine Geheimnisse

Die Tage vergingen wie im Flug. Wir verbrachten viel Zeit im Wasser. Das Rote Meer ist unglaublich klar, und die Unterwasserwelt ist atemberaubend. Wir haben geschnorchelt, sind tauchen gegangen und haben uns einfach treiben lassen. Ich hatte noch nie so viele bunte Fische gesehen, und Lia war ganz begeistert von den Korallenriffen. Er ist ein passionierter Fotograf und hat Stunden damit verbracht, das Leben unter Wasser festzuhalten.

Einmal sind wir mit einem kleinen Boot zu einer abgelegenen Bucht gefahren. Es war ein Paradies auf Erden. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser und Palmen, die im Wind rauschten. Wir waren fast alleine dort und haben den ganzen Tag mit Schwimmen, Sonnenbaden und Lesen verbracht. Am Abend haben wir ein Picknick am Strand gemacht und den Sternenhimmel bewundert. Es war einer der schönsten Tage meines Lebens.

Ein Ausflug nach Marsa Alam Stadt

Wir wollten auch das authentische Ägypten kennenlernen, und so sind wir eines Tages nach Marsa Alam Stadt gefahren. Es war ein völlig anderes Erlebnis als in unserem Hotel. Die Straßen waren eng und chaotisch, überall waren Geschäfte, Restaurants und Cafés. Überall herrschte ein buntes Treiben, und die Luft war erfüllt vom Duft von Gewürzen, Kaffee und frisch gebackenem Brot.

Wir haben uns in den Souks verirrt, sind an kleinen Werkstätten vorbeigegangen, in denen Handwerker kunstvolle Souvenirs herstellten, und haben uns mit den Einheimischen unterhalten. Es war faszinierend, die Kultur und das Leben der Menschen hier kennenzulernen. Lia kaufte eine wunderschöne Laterne aus Metall, und ich ließ mir einen Henna-Tattoo auf die Hand malen.

Pech und Glück in der Altstadt

In der Altstadt hatten wir dann allerdings auch eine kleine Panne. Wir wollten gerade in ein kleines Restaurant gehen, als mir mein Handy aus der Tasche fiel und zerbrach. Das war natürlich ärgerlich, aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Wir gingen einfach in das Restaurant und ließen uns ein traditionelles ägyptisches Gericht servieren. Es war unglaublich lecker, und der freundliche Kellner spendierte uns noch einen süßen Tee. So lernten wir, dass auch aus einem kleinen Missgeschick etwas Positives entstehen kann.

Einmal haben wir versucht, mit einem lokalen Taxi zum Hotel zurückzufahren. Der Fahrer sprach kaum Englisch und verfuhr sich mehrmals. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir dann endlich an, aber es war ein lustiges Erlebnis, und wir haben viel gelacht. Es ist eben nicht alles perfekt, und das ist auch gut so.

Wir haben auch den lokalen Markt besucht, einen Ort voller Farben, Gerüche und Geschmacksrichtungen. Ich erinnere mich noch gut an den Geruch von frischem Obst und Gemüse, an das bunte Gewand und an das laute Geschrei der Händler. Wir haben einige Souvenirs gekauft und uns mit den Einheimischen unterhalten. Es war ein authentisches Erlebnis, das uns lange in Erinnerung bleiben wird.

Unsere Tage in Marsa Alam neigten sich dem Ende zu, und ein Hauch von Melancholie machte sich breit. Wir hatten so viel erlebt, so viele schöne Momente geteilt, und wir wussten, dass wir diesen Ort vermissen würden. Aber wir waren auch dankbar für die Zeit, die wir hier verbracht hatten, und für die Erfahrungen, die uns verändert hatten. Wir waren angekommen als ein Paar, das sich ein wenig verloren hatte, und wir gingen als ein Paar, das sich wiedergefunden hatte, bereit für alles, was die Zukunft bringen mag, aber mit dem Wissen, dass wir zusammen jede Herausforderung meistern können.

Mit jedem Sonnenuntergang, der sich in den blauen Wellen spiegelte, spürten wir, dass unsere Reise mehr war als nur ein Urlaub – es war eine Heimkehr zu uns selbst.

Der letzte Tag kam viel zu schnell. Wir saßen wieder auf unserer Terrasse, aßen Frühstück und versuchten, jeden einzelnen Moment zu genießen. Es war, als ob die Zeit beschleunigt wurde, und wir versuchten, sie festzuhalten, wie feinen Sand zwischen den Fingern.

Abschied vom Paradies

Es war schwer, sich zu verabschieden. Von dem Meer, von der Sonne, von der Wärme, von der Gelassenheit. Aber vor allem von diesem Gefühl der Freiheit, das uns hier so leicht gefallen war. Wir hatten uns wiedergefunden, hatten gelernt, einander zuzuhören, hatten die kleinen Dinge zu schätzen gelernt. Und das war mehr wert als alles andere.

Wir packten unsere Koffer, gingen noch einmal am Strand entlang und nahmen ein letztes Foto von dem türkisblauen Wasser. Es war, als ob wir einen Teil unseres Herzens hier zurückließen. Und vielleicht war das auch so.

Erinnerungen für die Ewigkeit

Die Reise nach Marsa Alam war nicht nur ein Urlaub gewesen. Sie war eine Erfahrung, die uns verändert hatte. Wir hatten gelernt, loszulassen, zu vertrauen und die Gegenwart zu genießen. Und wir hatten gelernt, dass Glück nicht vom Ort abhängt, sondern von der Art und Weise, wie wir das Leben betrachten.

Auf dem Rückflug saßen wir nebeneinander und hielten Händchen. Wir sprachen kaum, aber wir wussten, dass wir beide die gleichen Gedanken hatten. Wir waren dankbar für die Zeit, die wir hier verbracht hatten, und wir freuten uns auf die Zukunft. Aber wir wussten auch, dass wir diesen Ort nie vergessen würden.

Ein paar Tipps für andere Reisende

Wenn ihr auch nach Marsa Alam reisen möchtet, habe ich ein paar Tipps für euch:

Packt unbedingt Sonnencreme ein! Die Sonne ist hier sehr stark, und man verbrennt leicht. Und vergesst auch nicht eine Sonnenbrille und einen Hut.

Nehmt euch Zeit, um die Unterwasserwelt zu erkunden. Das Rote Meer ist ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Es gibt so viel zu entdecken.

Probiert das lokale Essen. Die ägyptische Küche ist unglaublich lecker und vielfältig. Lasst euch von den Aromen verzaubern.

Seid offen für neue Erfahrungen. Lasst euch treiben, vergesst eure Sorgen und genießt jeden einzelnen Moment.

Vergesst nicht, eure Kamera mitzunehmen. Ihr werdet viele unvergessliche Momente erleben, die ihr festhalten wollt.

Und vor allem: Habt Spaß! Marsa Alam ist ein Ort, der euch verzaubern wird. Lasst euch von seiner Schönheit und seiner Magie verzaubern.

Als wir am Flughafen ankamen, blickten wir ein letztes Mal auf das Meer. Die Sonne ging unter, und der Himmel färbte sich in den schönsten Farben. Es war ein Abschied auf hohem Niveau. Wir wussten, dass wir irgendwann wiederkommen würden. Aber wir wussten auch, dass dieser Ort für immer einen besonderen Platz in unseren Herzen haben würde.

Die Schatten der Sonne auf dem Roten Meer werden uns noch lange begleiten. Sie sind ein Symbol für unsere Liebe, unsere Freiheit und unsere Sehnsucht nach einem besseren Leben. Und sie erinnern uns daran, dass das Glück manchmal ganz einfach ist – ein warmer Wind, ein strahlender Himmel und die Liebe des Lebens.

    👤 Sprachlernende (25) die eine Sprache im Ausland lernen und in die Kultur eintauchen möchte ✍️ sarkastisch und ironisch