Europa - Frankreich - Lille

Lille – Mehr als nur eine Stadt im Norden

Der Geruch von frisch gebackenen Croissants und starkem Kaffee hing in der Luft, vermischt mit dem leicht muffigen Duft alten Steins. Ich stand etwas verloren am Bahnhof Lille-Europe, die riesige, gläserne Kuppel über mir, und versuchte, meine dünne Jacke enger um mich zu wickeln. Es war kälter, als ich erwartet hatte, für Ende September. Ich hatte gerade meinen Rucksack vom Gepäckband geholt – viel zu schwer, wie immer – und nun suchte ich nach dem Ausgang.

Ein bisschen Hintergrund

Ich bin Lena, 25, und verbringe gerade mein Auslandssemester in Frankreich. Nicht in Paris, wie die meisten. Ich wollte es anders, authentischer, abseits der Touristenpfade. Und so landete ich in Lille, einer Stadt im Norden Frankreichs, die oft übersehen wird. Ich lerne hier Französisch, intensivkurs, fünfmal die Woche, und hoffe, dabei nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur wirklich zu verstehen. Ich will nicht nur „Bonjour“ und „Au revoir“ lernen, sondern auch die kleinen Gesten, die Art, wie die Leute hier leben, ihre Denkweise. Klingt kitschig, ich weiß, aber es ist mir wirklich wichtig.

Erste Schritte in einer neuen Stadt

Ich hatte mir ein kleines Apartment in der Nähe der Universität gemietet, und der Weg dorthin sollte, laut Google Maps, etwa 20 Minuten zu Fuß sein. 20 Minuten, die sich erstmal wie eine Ewigkeit anfühlten, während ich versuchte, den komplizierten Straßen in Lille zu navigieren. Die Häuser sind wunderschön, alt, mit verspielten Fassaden und kleinen Balkonen voller Blumen. Aber alles sieht irgendwie gleich aus. Ich bog in eine kleine Gasse ein, vorbei an einem Boulangerie, aus dem der Duft von warmem Brot strömte, und einem kleinen Café, in dem bereits einige Leute saßen und ihren Morgenkaffee tranken.

Die Leute hier sind anders als in Berlin, meiner Heimatstadt. Nicht unfreundlich, aber distanzierter, zurückhaltender. Sie lächeln nicht sofort, wenn du Blickkontakt hast, aber wenn sie es tun, ist es ehrlich und herzlich.

Ich verirrte mich zweimal, musste einmal eine ältere Dame fragen, die mich mit schnellem Französisch und wilden Gesten in die richtige Richtung wies (davon habe ich natürlich nur die Hälfte verstanden), und kämpfte mich schließlich durch einen kleinen Park, bevor ich endlich mein Apartment erreichte.

Das Apartment und die Nachbarn

Das Apartment ist winzig, aber gemütlich. Ein kleines Zimmer mit einem Bett, einem Schreibtisch und einer Küchenzeile. Das Badezimmer ist noch kleiner, aber hey, es hat fließendes Wasser! Und ein Fenster mit Blick auf einen kleinen Innenhof.

Meine Nachbarn sind eine ältere Dame, Madame Dubois, und ein junger Student, Antoine. Madame Dubois hat mir gleich am ersten Tag einen Kuchen gebracht und versucht, mit mir Französisch zu sprechen, obwohl ich kaum mehr als „Bonjour“ und „Merci“ beherrsche. Antoine ist freundlich und hilfsbereit und hat mir schon einige Tipps gegeben, wo ich am besten einkaufen und essen kann.

Der erste Eindruck von Lille

Lille ist eine Stadt mit Charakter. Eine Mischung aus Geschichte und Moderne, aus Tradition und Innovation. Die Altstadt ist wunderschön, mit ihren engen Gassen, den alten Häusern und den vielen kleinen Geschäften und Cafés. Aber auch außerhalb der Altstadt gibt es viel zu entdecken. Parks, Museen, Galerien, und eine lebendige Kulturszene.

Es ist eine Stadt, die man zu Fuß erkunden muss, um sie wirklich zu verstehen. Um die Atmosphäre aufzusaugen, die kleinen Details zu entdecken, die sie so besonders machen.

Ich habe das Gefühl, dass ich hier gut leben und lernen kann. Dass ich hier nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch mich selbst besser kennenlernen werde. Es ist eine aufregende Zeit, und ich bin gespannt, was die nächsten Monate bringen werden. Ich muss jetzt erstmal meine Sachen auspacken und mich etwas orientieren, aber ich freue mich schon darauf, die Stadt und ihre Leute kennenzulernen. Und ich habe das Gefühl, dass dies erst der Anfang einer langen und schönen Geschichte ist, die ich hier schreiben werde. Ich spüre, dass ich in den nächsten Tagen viele neue Eindrücke sammeln und die Stadt noch besser kennenlernen werde.Ich brauchte erstmal einen Plan. Einfach ziellos durch die Stadt zu streifen ist schön und gut, aber ich wollte auch wirklich etwas sehen, etwas erleben. Also beschloss ich, mir ein paar Viertel anzuschauen, die mir auf der Karte interessant erschienen.

Le Vieux Lille – Die Altstadt

Natürlich musste ich zuerst Le Vieux Lille erkunden, die Altstadt. Und wow, das ist wirklich wunderschön. Enge Gassen, Kopfsteinpflaster, alte Häuser mit verspielten Fassaden. Es ist, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Ich habe mich in den kleinen Gassen verirrt, bin an kleinen Boutiquen, Antiquitätenläden und Galerien vorbeigegangen. Überall hingen Blumen von den Balkonen, und der Duft von frischem Brot lag in der Luft.

Ich bin in ein kleines Café gegangen, “Au Chat Botté”, und habe mir einen Café au Lait und ein Pain au Chocolat bestellt. Einfach nur da gesessen und das Leben beobachtet. Die Leute hier sitzen gerne draußen, in den kleinen Cafés und Bistros, und lassen die Zeit vergehen. Ich habe versucht, ein bisschen Französisch zu sprechen, um meine Bestellung aufzugeben, aber es war schwierig. Die Kellnerin war sehr geduldig und hat mir geholfen, aber ich habe mich trotzdem ein bisschen unbeholfen gefühlt.

Wazemmes – Der multikulturelle Markt

Am nächsten Tag bin ich nach Wazemmes gegangen, einem multikulturellen Viertel im Süden von Lille. Dort findet jeden Dienstag und Samstag ein großer Markt statt, auf dem man alles bekommt: frisches Obst und Gemüse, Käse, Fleisch, Kleidung, Gewürze, und vieles mehr. Es ist ein riesiges Durcheinander, ein lautes, buntes Spektakel.

Ich war überwältigt von der Vielfalt und den Gerüchen. Es gab Stände mit türkischen Spezialitäten, marokkanischen Gewürzen, vietnamesischen Früchten und französischen Käsesorten. Ich habe mir eine Crepe mit Nutella bestellt (man kann sich ja auch mal etwas gönnen!) und bin einfach durch die Menge geschlendert, um die Atmosphäre aufzusaugen.

Eine kleine Sprachpanne

Dabei passierte mir dann eine kleine Sprachpanne. Ich wollte nach dem Preis einer bestimmten Käsesorte fragen, aber ich habe das falsche Wort benutzt. Ich wollte sagen “combien ça coûte?”, aber ich habe stattdessen “combien ça coûte?” ausgesprochen – nur eben mit einem ganz anderen Akzent. Der Verkäufer hat mich verdutzt angesehen und dann angefangen zu lachen. Er hat mir dann den richtigen Satz gesagt und mir den Käse verkauft. Ich war zwar peinlich berührt, aber ich musste auch lachen. So lernt man eben – durch Fehler.

Der Citadel Park – Eine grüne Oase

Um dem Trubel der Stadt zu entfliehen, bin ich dann in den Citadel Park gegangen. Ein riesiger Park mit viel Grünfläche, alten Bäumen und einem kleinen Zoo. Ich habe mich auf eine Bank gesetzt und die Sonne genossen. Es war herrlich ruhig und entspannend.

Ich habe einen Spaziergang durch den Park gemacht und die Natur beobachtet. Es gab viele Leute, die picknickten, joggten oder einfach nur die Sonne genossen. Ich habe den Park als eine kleine grüne Oase mitten in der Stadt empfunden.

Erste Eindrücke und Ausblick

Lille ist eine Stadt, die mich positiv überrascht hat. Es ist eine Stadt mit Charakter, mit Geschichte, mit Kultur, und mit einer lebendigen Atmosphäre. Ich habe mich hier schnell wohl gefühlt, und ich freue mich darauf, die nächsten Wochen hier zu verbringen, um die Stadt noch besser kennenzulernen und tiefer in die französische Kultur einzutauchen, denn auch wenn meine Sprachkenntnisse noch rudimentär sind, spüre ich, dass ich hier nicht nur die Sprache, sondern auch ein Stück von mir selbst entdecken werde.

Die ersten Wochen in Lille sind wie im Flug vergangen. Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl der Orientierungslosigkeit am Bahnhof, den muffigen Geruch alten Steins und die ungewohnte Kälte im September. Jetzt, ein paar Wochen später, fühle ich mich schon viel wohler. Ich habe mich eingelebt, Freunde gefunden und lerne die Stadt immer besser kennen.

Ein bisschen Alltagsleben

Der Alltag hier ist anders als in Berlin. Ruhiger, beschaulicher. Die Leute nehmen sich mehr Zeit für ein Gespräch, für ein Mittagessen, für ein Glas Wein. Ich habe gelernt, das Tempo zu verlangsamen und die kleinen Dinge zu genießen. Zum Beispiel den täglichen Besuch auf dem Markt, wo ich frisches Obst und Gemüse kaufe, oder den Abendspaziergang durch den Citadel Park, wo ich die Natur genieße und meine Gedanken ordne.

Sprachliche Herausforderungen und kleine Erfolge

Das Französischlernen ist immer noch eine Herausforderung, aber ich mache Fortschritte. Ich kann mich mittlerweile einigermaßen verständigen, einfache Gespräche führen und meine Bedürfnisse ausdrücken. Natürlich mache ich immer noch Fehler, aber das ist okay. Ich lerne aus meinen Fehlern und bin stolz auf jeden kleinen Erfolg. Kürzlich habe ich ein ganzes Gespräch mit Madame Dubois geführt, ohne ins Stocken zu geraten. Das war ein tolles Gefühl!

Die kulinarischen Genüsse Lilles

Lille ist auch ein Paradies für Feinschmecker. Es gibt so viele tolle Restaurants, Cafés und Boulangeries, wo man lokale Spezialitäten probieren kann. Ich habe mich in die Moules-Frites (Miesmuscheln mit Pommes) verliebt, und ich kann den Tag nicht beginnen, ohne ein Pain au Chocolat gegessen zu haben. Und natürlich darf ein Glas Wein zum Abendessen nicht fehlen.

Mein Fazit und ein paar Tipps

Lille ist eine Stadt, die mich überrascht und begeistert hat. Es ist eine Stadt mit Geschichte, Kultur, Charme und einer lebendigen Atmosphäre. Es ist eine Stadt, in der man sich wohlfühlen und entspannen kann. Ich bin froh, dass ich mich für Lille entschieden habe, und ich kann diese Stadt jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem authentischen französischen Erlebnis ist.

Meine persönlichen Tipps für Lille:

  • Besucht die Altstadt (Le Vieux Lille): Verliert euch in den engen Gassen, bewundert die alten Häuser und genießt die Atmosphäre.
  • Probiert die lokalen Spezialitäten: Moules-Frites, Potjevleesch, Waffles – Lille hat kulinarisch viel zu bieten.
  • Macht einen Spaziergang durch den Citadel Park: Genießt die Natur und die Ruhe.
  • Besucht den Markt in Wazemmes: Erlebt das bunte Treiben und probiert die lokalen Produkte.

Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden, und ich freue mich darauf, Lille noch besser kennenzulernen. Ich habe das Gefühl, dass dies erst der Anfang einer langen und schönen Geschichte ist.

    • Le Vieux Lille (Altstadt)
    • Marché de Wazemmes (Markt)
    • Palais des Beaux-Arts (Museum der Schönen Künste)
    • Le Vieux Lille (Altstadt)
👤 Sprachlernende (25) die eine Sprache im Ausland lernen und in die Kultur eintauchen möchte ✍️ authentisch und ehrlich