Südamerika - Brasilien - Florianópolis

Reisebericht Südamerika - Brasilien - Florianópolis

Der Geruch von Salz und etwas Süßem hing in der Luft, vermischt mit dem warmen Auspuff eines alten VW-Busses. Ich drückte Lisas Hand fester, während wir aus dem Taxi stiegen. Florianópolis. Der Name klang wie ein Versprechen, ein Flüstern von Abenteuer und Ruhe. Es war anders als alles, was wir kannten. Zuhause hatten wir uns in den grauen Alltag verirrt, zwischen Vorlesungen, Nebenjobs und dem ewigen Gefühl, etwas zu verpassen. Wir hatten beschlossen, das zu ändern. Nicht mit großen Gesten, sondern mit kleinen, bewussten Schritten. Und dieser Schritt führte uns hierher, an die brasilianische Küste.

Ein Neustart am Strand

Es war nicht nur der Strand, der uns anzog. Es war das Gefühl, neu anfangen zu können. Wir waren beide ein bisschen erschöpft, von den Erwartungen, die wir an uns selbst stellten, von dem Druck, erfolgreich sein zu müssen. Wir hatten das Gefühl, dass wir uns selbst verloren hatten im Labyrinth des Erwachsenwerdens. Also packten wir unsere Sachen, kündigten unsere Jobs und buchten einen Flug nach Brasilien. Nicht, um zu entfliehen, sondern um uns selbst wiederzufinden.

Die Suche nach dem Einfachen

Wir hatten uns gesagt, dass wir auf dieser Reise das Einfache suchen wollten. Nicht die teuren Hotels und die schicken Restaurants, sondern die kleinen Momente, die das Leben wirklich wertvoll machen. Das Lachen eines Kindes, der Duft von frischem Kaffee, das Rauschen des Meeres. Dinge, die wir zu Hause oft übersehen hatten im Getümmel des Alltags. Wir hatten uns ein kleines Airbnb in einem Viertel namens Campeche gemietet. Es war ein einfaches Häuschen mit einem kleinen Garten und einer Hängematte. Perfekt. Schon auf dem Weg dorthin hatten wir das Gefühl, dass wir am richtigen Ort waren. Die Menschen waren freundlich und offen, die Luft war erfüllt von Lebensfreude.

Erste Eindrücke von Campeche

Der Strand von Campeche war anders als alles, was wir kannten. Nicht überfüllt und touristisch, sondern wild und ursprünglich. Lange Sanddünen, die vom Wind geformt wurden, das türkisfarbene Wasser des Atlantiks. Es gab kleine Fischerboote, die im Rhythmus der Wellen auf und ab schaukelten. Und in der Ferne die Ilha do Campeche, eine kleine Insel, die wie ein grüner Smaragd aus dem Meer ragte.

Wir verbrachten Stunden damit, am Strand entlang zu spazieren, Muscheln zu sammeln und dem Rauschen der Wellen zu lauschen. Wir aßen frischen Fisch in einem kleinen Strandrestaurant und tranken kalte Caipirinhas. Wir lernten ein paar Worte Portugiesisch von einem alten Fischer, der uns erzählte, dass das Meer unser Zuhause sei.

Das Licht und die Farben

Das Licht hier war anders. Heller, wärmer, intensiver. Die Farben leuchtender, satter, lebendiger. Alles schien voller Energie und Vitalität. Es war, als ob die Natur uns umarmen wollte. Und wir ließen uns treiben, genossen jeden Moment, saugten die Atmosphäre auf.
Wir hatten das Gefühl, dass wir endlich angekommen waren. Nicht an einem bestimmten Ort, sondern bei uns selbst. Wir hatten das Gefühl, dass wir endlich frei waren. Frei von den Erwartungen anderer, frei von den Zwängen des Alltags, frei, einfach zu sein. Wir wussten, dass diese Reise nicht alle unsere Probleme lösen würde. Aber wir wussten auch, dass sie uns helfen würde, neue Perspektiven zu gewinnen, neue Kraft zu schöpfen und uns selbst besser kennenzulernen. Und das war alles, was wir brauchten. Das Abenteuer hatte gerade erst begonnen, und wir waren bereit, uns ihm hinzugeben, bereit, uns von der Magie Florianópolis verzaubern zu lassen, und bereit, die verborgenen Schätze dieser Insel gemeinsam zu entdecken.

Lagoa da Conceição – Zwischen Hippies und Surfern

Ein paar Tage später mieteten wir uns Vespas und erkundeten die Gegend. Unser Ziel war die Lagoa da Conceição, ein riesiger Küstensee, umgeben von Dünen, Wald und bunten Häusern. Schon auf dem Weg dorthin spürten wir eine andere Energie. Die Straßen wurden enger, die Musik lauter, die Luft roch nach Räucherstäbchen und Freiheit.

Die Lagoa war ein faszinierender Ort. Auf der einen Seite saßen Hippies in kleinen Cafés, spielten Gitarre und verkauften selbstgemachten Schmuck. Auf der anderen Seite tummelten sich Surfer und Kitesurfer, die sich von den Wellen treiben ließen. Es war ein bunter Mix aus Kulturen, Lebensstilen und Farben. Wir verbrachten Stunden damit, einfach nur dazusitzen, die Leute zu beobachten und die Atmosphäre aufzusaugen.

Ein missglückter Caipirinha-Versuch

Wir wagten uns in eine kleine Bar, um eine Caipirinha zu bestellen. Die Barkeeperin sprach kaum Englisch, wir kaum Portugiesisch. Irgendwie kam es zu einem Missverständnis, und wir landeten mit einem Berg von Limetten und einem fast leeren Rumglas da. Wir versuchten uns selbst an der Zubereitung, scheiterten kläglich und lösten stattdessen in einem Gelächter aus. Am Ende half uns ein freundlicher Einheimischer, und wir konnten endlich unsere Caipirinhas genießen. Es war ein chaotischer, aber lustiger Moment, der uns zeigte, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen und über sich selbst zu lachen.

Der bunte Charme von Ribeirão da Ilha

Ein weiteres Highlight war ein Besuch in Ribeirão da Ilha, einem kleinen Fischerdorf, das abseits der Touristenpfade liegt. Die Häuser waren in allen Farben des Regenbogens gestrichen, die Straßen eng und verwinkelt. Es roch nach Salz, Fisch und frischen Kräutern. Wir schlenderten durch die Gassen, bewunderten die traditionelle Architektur und sprachen mit den freundlichen Bewohnern.


Dort fanden wir ein kleines Restaurant direkt am Flussufer. Die Besitzerin, eine ältere Dame mit einem strahlenden Lächeln, servierte uns den frischesten Fisch, den wir je gegessen hatten. Sie erzählte uns Geschichten über das Dorf, die Geschichte ihrer Familie und die Bedeutung des Meeres für ihr Leben. Es war ein Moment der Verbundenheit, der uns daran erinnerte, dass das Leben oft in den einfachen Dingen zu finden ist.

Der unerwartete Regenguss

Auf dem Rückweg wurden wir von einem heftigen Regenguss überrascht. Wir suchten Schutz unter einem großen Baum, lachten und beobachteten, wie die Tropfen auf die Blätter prasselten. Es war ein magischer Moment, der uns daran erinnerte, dass das Leben unvorhersehbar ist. Manchmal muss man einfach den Regen genießen und sich dem Fluss des Lebens hingeben.

Die Tage in Florianópolis vergingen wie im Flug. Wir hatten so viel erlebt, so viel gesehen, so viel gefühlt. Wir hatten uns selbst besser kennengelernt, unsere Beziehung vertieft und unsere Perspektive auf das Leben verändert. Wir waren dankbar für jede Erfahrung, jede Begegnung, jeden Moment. Und wir wussten, dass diese Reise uns noch lange begleiten würde, auch wenn wir bald wieder nach Hause zurückkehren mussten.

Die Sonne sank langsam über dem Atlantik, färbte den Himmel in leuchtenden Farben, und wir wussten, dass dieser Abschied nur ein vorläufiges Auf Wiedersehen war, denn ein Teil unseres Herzens würde für immer in Florianópolis zurückbleiben.

Der letzte Morgen in Florianópolis fühlte sich anders an. Nicht traurig, eher still. Wir saßen auf unserem kleinen Balkon, tranken Kaffee und beobachteten, wie das Licht über die Dächer von Campeche wanderte. Die Geräusche der Stadt waren leiser geworden, als ob auch sie Abschied nehmen wollte.

Ein Abschied auf dem Markt

Wir beschlossen, noch einmal den lokalen Markt zu besuchen. Es war ein Farbenrausch aus frischem Obst, Gemüse, Fisch und Gewürzen. Die Händler lachten und scherzten, die Menschen strömten in einem bunten Treiben umher. Wir kauften ein paar letzte Souvenirs, eine handgemachte Armband für Lisa und einen kleinen Holzfisch für mich. Es waren keine wertvollen Gegenstände, aber sie würden uns immer an diese besondere Zeit erinnern.

Die Suche nach dem Moment

Im Nachhinein betrachtet, war es nicht die Schönheit der Strände oder die Exotik der Landschaft, die uns am meisten beeindruckt hat. Es waren die kleinen Momente, die uns in den Bann gezogen haben. Das Lachen eines Kindes, der Duft von frischem Kaffee, das Rauschen des Meeres. Die Freundlichkeit der Menschen, die uns mit offenen Armen empfangen haben. Die Fähigkeit, im Hier und Jetzt zu leben und die einfachen Dinge zu genießen.

Wir hatten uns auf diese Reise begeben, um dem Alltag zu entfliehen und uns selbst wiederzufinden. Und wir hatten genau das erreicht. Wir hatten gelernt, dass Glück nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern von unserer inneren Einstellung. Dass man nicht viel besitzen muss, um glücklich zu sein. Dass das Leben ein Geschenk ist, das man jeden Tag aufs Neue wertschätzen sollte.

Was bleibt?

Florianópolis hatte uns verändert. Wir waren nicht mehr die gleichen Menschen, die wir vor ein paar Wochen hier angekommen waren. Wir waren ruhiger, gelassener, dankbarer. Wir hatten gelernt, dass das Leben nicht immer einfach ist, aber dass es immer schön sein kann, wenn man die richtigen Menschen an seiner Seite hat und die Fähigkeit besitzt, das Gute in jedem Moment zu sehen.

Ein letzter Blick auf das Meer

Vor unserer Abreise fuhren wir noch einmal zum Strand von Campeche. Wir saßen im Sand, hielten Händchen und blickten auf das Meer. Die Wellen schlugen sanft an den Strand, die Sonne schien warm auf unsere Haut. Wir schlossen die Augen und atmeten tief ein. Der Geruch von Salz und Meerwasser erfüllte unsere Lungen. In diesem Moment fühlten wir uns frei, geborgen und glücklich.

Empfehlungen für dein Abenteuer

Wenn du auch auf der Suche nach einem Ort bist, der deine Seele berührt, dann kann ich dir Florianópolis nur wärmstens empfehlen. Hier sind ein paar Tipps, die dir bei deiner Reise helfen können:

Packe leicht! Du brauchst nicht viel Kleidung. Es ist warm und sonnig, und die meisten Dinge kannst du vor Ort kaufen.

Sei offen für neue Erfahrungen! Probiere lokale Spezialitäten, lerne ein paar Worte Portugiesisch und sei neugierig auf die Kultur.

Nimm dir Zeit, um zu entspannen! Florianópolis ist der perfekte Ort, um dem Stress des Alltags zu entfliehen und die Seele baumeln zu lassen.

Vergiss nicht, das Leben zu genießen! Lache, tanze, liebe und sei dankbar für jeden Moment.

    👤 Familienvater mit zwei Kindern (6 und 9 Jahre) ✍️ nachdenklich und reflektiert