Europa - Italien - Pisa

Pisa mit kleinen Entdeckern

Der Geruch von warmem Asphalt und Espresso hing in der Luft, vermischt mit dem salzigen Hauch des Meeres. Lina (7) klammerte sich an meine Hand, während Ben (5) wild gestikulierend versuchte, den Bauarbeitern zuzuwinken, die gerade an der Fassade eines hellgelben Hauses werkelten. Wir waren in Pisa angekommen. Nicht am Flughafen, das wäre uns als Familie mit begrenztem Budget schlichtweg zu teuer gewesen. Stattdessen hatten wir fast 14 Stunden im Zug verbracht, von Deutschland aus.

Die Idee und die Vorbereitung

Die Idee zu dieser Reise war eigentlich ganz simpel. Wir wollten raus, weg vom Alltag, und den Kindern Italien näherbringen. Nicht das typische “All-Inclusive”-Ding, sondern das echte Italien, mit seinen kleinen Gassen, den freundlichen Menschen und dem leckeren Essen. Und das alles ohne uns den Hals zu brechen, finanziell gesehen. Wir sind keine Camping-Profis, aber für uns ist es eine gute Möglichkeit, die Kosten niedrig zu halten und trotzdem in der Natur zu sein. Ferienwohnungen sind eine gute Ergänzung, wenn das Wetter mal nicht mitspielt oder wir einfach mal eine richtige Dusche brauchen. Die Vorbereitung war…intensiv. Unterlagen sortieren, Zugtickets ausdrucken, Packlisten erstellen und dann noch die Frage, was man 2 Kindern über Italien erzählt, damit sie sich darauf freuen. Wir haben Bilder von Pizza, Pasta und dem schiefen Turm gezeigt. Das kam gut an. Besonders der Turm. “Mama, der fällt doch um!”, meinte Ben ganz besorgt.

Die Zugfahrt

Die Zugfahrt selbst war eine Herausforderung. 14 Stunden mit zwei kleinen Kindern im Zug – das ist kein Zuckerschlecken. Wir hatten uns gut vorbereitet: Spiele, Malbücher, Geschichten, Snacks für jede Eventualität. Trotzdem gab es Momente, in denen wir kurz dachten, wir überleben das nicht. Lina hat sich über einen Jungen aufgeregt, der sie angestarrt hat, Ben wollte unbedingt den ganzen Waggon mit seinen Spielzeugautos “rennen” lassen. Aber insgesamt lief es besser, als erwartet. Wir haben viel gelacht, Geschichten erzählt und die Landschaft genossen.

Der erste Eindruck von Pisa

Pisa ist anders, als ich es erwartet habe. Nicht so touristisch, wie ich es in meiner Vorstellung hatte. Natürlich ist der “Piazza dei Miracoli” voll mit Menschen, aber abseits davon gibt es viele kleine Gassen, Cafés und Läden, die einen authentischen Eindruck vermitteln. Wir hatten eine kleine Ferienwohnung gemietet, etwas außerhalb des Zentrums. Es war einfach, aber sauber und hatte einen kleinen Balkon mit Blick auf einen Garten. Perfekt. Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, sind wir direkt losgezogen, um die Stadt zu erkunden. Lina und Ben waren total aufgeregt. “Wo ist der Turm?”, fragte Ben ungeduldig. Wir sind durch die engen Gassen geschlendert, vorbei an kleinen Läden, die Keramik, Lederwaren und Souvenirs verkauften. Überall hingen Wäscheleinen, und aus den offenen Fenstern drang der Duft von Essen. Es war lebendig und authentisch.

Erste Begegnungen

Die Italiener sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Als wir uns verlaufen hatten, hat uns eine ältere Dame mit Händen und Füßen erklärt, wie wir zurück zu unserer Ferienwohnung kommen. Und in einem kleinen Café hat uns der Kellner extra Kekse für die Kinder gebracht. So kleine Gesten machen den Urlaub gleich noch schöner. Als wir dann endlich den “Piazza dei Miracoli” erreicht haben, waren Lina und Ben sprachlos. Der Dom, das Baptisterium und natürlich der schiefe Turm – es war überwältigend. Wir haben Fotos gemacht, den Turm bewundert und versucht, herauszufinden, warum er eigentlich schief ist. Lina hat eine Erklärung gelesen, die ihr ein älterer Mann gegeben hat – irgendetwas mit weichem Untergrund und Baufehlern. Ben war nur daran interessiert, ob der Turm umfällt. Nach dem “Piazza dei Miracoli” waren wir alle ziemlich erschöpft. Wir sind zurück zu unserer Ferienwohnung gegangen, haben uns eine Pizza bestellt und den Abend auf dem Balkon ausklingen lassen. Die Kinder sind früh ins Bett gefallen, erschöpft von den vielen Eindrücken. Und wir, meine Frau und ich, haben noch ein Glas Wein getrunken und uns darüber gefreut, dass wir uns diesen Traum endlich erfüllen konnten. Die nächsten Tage versprachen, ein spannendes Abenteuer zu werden, voller Entdeckungen und unvergesslicher Momente, während wir uns tiefer in die lokale Kultur vertiefen und die verborgenen Schätze dieser faszinierenden Stadt erkunden wollten.

Abseits der Postkartenmotive: Das Viertel San Martino

Der nächste Tag begann mit einem entspannten Frühstück auf unserem kleinen Balkon. Baguette, Marmelade, und starker italienischer Kaffee – mehr braucht man nicht, um gut in den Tag zu starten. Wir hatten beschlossen, abseits der Touristenpfade zu erkunden und suchten uns das Viertel San Martino ausgesucht. Es liegt etwas abseits des “Piazza dei Miracoli”, und da sind weniger Menschen unterwegs. San Martino ist lebendig, echt, und ein bisschen chaotisch. Kleine Werkstätten reihen sich an Gemüsehändler und Bäckereien. Überall stehen Vespas und Fiat 500, und die Straßen sind eng und verwinkelt. Wir sind einfach ziellos durch die Gassen geschlendert, haben uns treiben lassen und die Atmosphäre aufgesogen. Lina war fasziniert von einer alten Dame, die vor ihrem Haus Nudeln zubereitete. Ben wollte unbedingt einen roten Feuerwehrauto kaufen, das er in einem kleinen Spielzeugladen entdeckt hatte.

Ein Mittagessen voller Überraschungen

Zum Mittagessen sind wir in eine kleine Trattoria gegangen, die von einem älteren Ehepaar geführt wurde. Es gab keine Speisekarte, sondern nur das, was an diesem Tag frisch gekocht wurde. Wir haben uns von der Kellnerin beraten lassen und dann einfach das bestellt, was sie uns empfohlen hat. Es gab Pasta mit Meeresfrüchten, gegrillten Fisch und einen Salat mit frischen Tomaten und Mozzarella. Das Essen war unglaublich lecker, und die Atmosphäre war herzlich und familiär. Während wir aßen, hat sich herausgestellt, dass die Kellnerin aus Berlin stammte und vor vielen Jahren nach Italien gezogen war. Wir haben uns stundenlang unterhalten, über das Leben in Italien, die italienische Küche und die Unterschiede zwischen den beiden Kulturen. Sie hat uns viele Tipps gegeben, welche Sehenswürdigkeiten wir unbedingt noch besuchen sollten und wo wir das beste Eis bekommen.

Der Botanische Garten: Eine grüne Oase

Am Nachmittag haben wir den Botanischen Garten von Pisa besucht. Es war eine willkommene Abwechslung vom Trubel der Stadt und eine grüne Oase der Ruhe. Der Garten beherbergt eine Vielzahl von Pflanzen aus aller Welt, von tropischen Palmen bis hin zu mediterranen Kräutern. Lina und Ben waren begeistert, die verschiedenen Pflanzen zu entdecken und zu riechen. Sie haben sich in den Schatten eines riesigen Baumes versteckt und ein kleines Picknick gemacht. Wir haben uns Zeit genommen, um die Natur zu genießen und uns zu entspannen. Der Garten bot auch einen schönen Blick auf den schiefen Turm.

Eine kleine Panne am Fluss Arno

Auf dem Rückweg sind wir am Fluss Arno entlang spaziert. Ben ist unglücklich gestolpert und hat sich das Knie aufgeschlagen. Es war nichts Ernstes, aber er hat trotzdem geweint. Wir haben uns sofort hingesetzt, um sein Knie zu kühlen und zu verbinden. Eine freundliche Passantin hat uns angeboten, uns mit einem Desinfektionsmittel zu helfen. Es war eine kleine Panne, aber sie hat uns gezeigt, wie hilfsbereit die Menschen in Pisa sind. Als wir wieder in unserer Ferienwohnung waren, waren wir alle ziemlich müde. Wir haben uns eine Pizza bestellt und den Abend auf dem Balkon ausklingen lassen. Die Kinder sind früh ins Bett gefallen, und wir haben noch ein Glas Wein getrunken und uns über die vielen schönen Erlebnisse des Tages gefreut. Die Zeit in Pisa neigte sich dem Ende zu, und während wir die letzten Stunden genossen, spürten wir, dass diese Reise mehr als nur ein Urlaub war – es war eine Erfahrung, die uns als Familie noch näher zusammengeschweißt hatte und uns viele unvergessliche Erinnerungen bescherte.

Der letzte Tag in Pisa kam schneller als gedacht. Lina und Ben waren schon ganz aufgeregt, weil sie am nächsten Morgen wieder im Zug sitzen würden. Aber wir wollten den Tag noch einmal richtig genießen und haben uns vorgenommen, noch ein paar versteckte Ecken der Stadt zu erkunden. Wir sind früh aufgestanden und haben uns auf den Weg zum “Mercato Centrale” gemacht, einem großen Markt, auf dem man frische Lebensmittel, Blumen und Souvenirs kaufen kann. Die Atmosphäre war lebendig und authentisch, und wir haben uns sofort wohlgefühlt.

Lina und Ben waren begeistert von den vielen verschiedenen Obst- und Gemüsesorten, und sie haben uns gebeten, ihnen ein paar Erdbeeren und Kirschen zu kaufen. Wir haben auch ein paar lokale Spezialitäten probiert, wie zum Beispiel “Panforte”, einen traditionellen italienischen Kuchen mit Mandeln und Honig. Es war köstlich!

Ein letzter Blick auf den Turm

Nach dem Markt sind wir noch einmal zum “Piazza dei Miracoli” zurückgekehrt, um noch einmal einen Blick auf den schiefen Turm zu werfen. Die Sonne schien, und der Turm sah noch beeindruckender aus als am ersten Tag. Lina und Ben haben noch ein paar Fotos gemacht und dann noch einmal versucht, den Turm zu umarmen. Es war ein schöner Moment.

Fazit: Pisa mit Kindern

Pisa ist eine Stadt, die sich gut mit Kindern erkunden lässt. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, die sie begeistern werden, und die Atmosphäre ist entspannt und freundlich. Wir haben uns hier sehr wohlgefühlt und werden die Zeit hier nie vergessen. Besonders gut hat uns gefallen, dass wir abseits der Touristenpfade noch viele authentische Ecken der Stadt entdecken konnten.

Für uns als Familie mit kleinem Budget war es wichtig, dass wir uns die Kosten niedrig halten konnten. Wir haben uns für eine Ferienwohnung außerhalb des Zentrums entschieden und uns selbst verpflegt. Das hat uns viel Geld gespart. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Pisa gut ausgebaut und preiswert.

Ein paar Tipps für andere Familien

Wenn ihr mit Kindern nach Pisa reist, solltet ihr unbedingt den “Piazza dei Miracoli” besuchen. Aber nehmt euch auch Zeit, um die anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden, wie zum Beispiel den Botanischen Garten oder den “Mercato Centrale”.

Für einen entspannten Tag am Strand solltet ihr nach Marina di Pisa fahren. Der Strand ist sauber und bietet viele Möglichkeiten für Kinder, wie zum Beispiel einen Spielplatz und einen Imbissstand.

Wenn ihr gerne Kunst und Kultur mögt, solltet ihr das Museo Nazionale di San Matteo besuchen. Hier könnt ihr eine Sammlung von Gemälden und Skulpturen aus dem Mittelalter und der Renaissance bewundern.

Und ganz wichtig: Lasst euch einfach treiben und genießt die Atmosphäre. Pisa ist eine Stadt, die man am besten zu Fuß erkundet.

    • Piazza dei Miracoli
    • Marina di Pisa
    • Museo Nazionale di San Matteo
    • Mercato Centrale
👤 Familie mit kleinem Budget (Eltern mit 2 Kindern unter 10) die Camping und Ferienwohnungen bevorzugt ✍️ dokumentarisch und beobachtend