Rote Felsen und salzige Träume
Ankunft in Eilat – Mehr als nur ein Urlaubsort
Ich hatte eigentlich nur einen Zwischenstopp eingeplant. Asien war das eigentliche Ziel, der lange sehnte Fernreisende-Traum. Aber irgendetwas an Israel zog mich magisch an. Ich wollte nicht nur die heiligen Stätten sehen, sondern auch das Land selbst spüren. Eilat schien der perfekte Ausgangspunkt dafür zu sein – ein Grenzort, ein Schmelztiegel der Kulturen, und ein Tor zu einigen der wildesten Landschaften, die ich je gesehen hatte.Die Idee zur Reise kam mir während eines Klettersteigs in den Dolomiten. Alle um mich herum planten ihren nächsten Strandurlaub, diskutierten über All-Inclusive-Angebote und Sonnenschirme. Ich fühlte mich plötzlich eingeengt, gefangen in dieser Vorhersehbarkeit. Ich brauchte etwas anderes, etwas Echtes. Und dann, während ich an einem Felsvorsprung hing, kam mir der Gedanke: Asien. Nicht die touristischen Hotspots, sondern die abgelegenen Täler, die unberührten Strände, die vergessenen Tempel.
Der Rucksack und die Vorbereitung
Ich bin kein Mensch, der lange plant. Ich mache mir eine grobe Vorstellung, packe meinen Rucksack – der immer noch etwas zu voll ist, ich weiß – und los geht’s. Dieses Mal war es etwas anders. Israel verlangte etwas mehr Vorbereitung. Visum, politische Lage, kulturelle Besonderheiten – ich habe ein paar Reiseblogs gelesen, ein paar Dokumentationen gesehen und versucht, mich so gut wie möglich zu informieren. Aber im Grunde genommen bin ich immer noch der Typ, der sich lieber treiben lässt.Es ist jetzt fast 14 Uhr, und die Sonne steht hoch am Himmel. Ich habe ein kleines Hotel in der Nähe des Strandes gefunden, ein einfaches Zimmer mit Klimaanlage, mehr brauche ich nicht. Der Typ an der Rezeption, ein älterer Mann mit zerfurchtem Gesicht und freundlichen Augen, spricht gebrochen Englisch. Er gibt mir eine Karte und markiert ein paar Sehenswürdigkeiten, darunter den Roten See und den Timna-Park.
Erste Eindrücke
Eilat ist anders, als ich es erwartet hatte. Es ist nicht nur ein Badeort, sondern eine lebendige Stadt mit einer interessanten Geschichte. Überall spürt man die Nähe zu den Nachbarländern – Ägypten und Jordanien sind nur wenige Kilometer entfernt. Die Atmosphäre ist entspannt, aber gleichzeitig spürt man eine gewisse Spannung, eine unterschwellige Nervosität.Ich mache mich zu Fuß auf den Weg, um die Stadt zu erkunden. Die Straßen sind belebt, aber nicht überfüllt. Ich sehe viele junge Leute, Soldaten in Uniform und Familien mit Kindern. Die Geschäfte sind bunt und vielfältig, es gibt Souvenirläden, Restaurants, Cafés und Bars. Ich gehe an einem Markt vorbei, auf dem frisches Obst, Gemüse, Gewürze und Fisch verkauft werden. Der Geruch ist betörend, ich kaufe ein paar Datteln und eine Granatapfelsaft.
Später setze ich mich an den Strand und beobachte das Treiben. Das Wasser ist kristallklar, die Sonne scheint warm auf meiner Haut. Ich fühle mich wohl hier, angekommen. Aber ich weiß auch, dass Eilat nur ein Zwischenstopp ist. Mein eigentliches Abenteuer beginnt erst, wenn ich mich auf den Weg in die Wüste mache, auf der Suche nach den verborgenen Schätzen dieser faszinierenden Region. Die kommenden Tage verspreche ich mir intensiv und rau – ich muss nur noch herausfinden, wo ich meine nächste Nacht verbringen werde, aber das ist typisch für mich.
Ich spüre, dass die Hitze langsam nachlässt und die ersten Schatten länger werden. Es ist Zeit, die kommenden Tage zu planen und mich auf die unberührten Landschaften vorzubereiten, die noch vor mir liegen.Ich spüre, dass die Hitze langsam nachlässt und die ersten Schatten länger werden. Es ist Zeit, die kommenden Tage zu planen und mich auf die unberührten Landschaften vorzubereiten, die noch vor mir liegen.Timna-Park – Rote Felsen und alte Geschichten
Am nächsten Morgen stehe ich früh auf. Der Timna-Park soll beeindruckend sein, und ich will die Hitze vermeiden. Ich nehme einen lokalen Bus, der mich an den Eingang bringt. Schon von Weitem sehe ich die bizarren Felsformationen, die aus der Wüste ragen. Rot, ocker, braun – die Farben sind unglaublich intensiv.Der Park ist größer, als ich erwartet hatte. Ich wandere stundenlang durch die Schluchten und Täler, vorbei an alten Kupferminen und den Überresten von Tempeln. Die Geschichte dieses Ortes ist faszinierend. Hier wurde vor Tausenden von Jahren Kupfer abgebaut, das für die Herstellung von Waffen und Werkzeugen verwendet wurde. Die Bibel erzählt, dass König Salomo hier mit der Königin von Saba Handel trieb.
Ich erklimme den „Arsch des Salomon“ – eine riesige Felsformation, die angeblich von König Salomo als Beobachtungsposten genutzt wurde. Von oben habe ich einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Wüste. Ich sitze eine Weile da und genieße die Stille, unterbrochen nur vom Wind, der durch die Schluchten pfeift. Ich treffe ein paar Wanderer, aber insgesamt ist der Park nicht überlaufen.
Ein Missverständnis im alten Viertel
Am Nachmittag wage ich mich in das alte Viertel von Eilat. Ich habe gehört, dass es dort kleine Werkstätten und Geschäfte gibt, in denen man authentische Souvenirs kaufen kann. Ich irre durch die engen Gassen, vorbei an alten Häusern und Werkstätten. Ich entdecke eine kleine Werkstatt, in der ein älterer Mann Holzfiguren schnitzt. Ich bleibe stehen und schaue ihm bei der Arbeit zu.Ich versuche, mit ihm zu kommunizieren, aber er spricht kein Englisch. Ich zeige auf eine der Figuren und nicke. Er lächelt und hält sie mir entgegen. Ich denke, er bietet sie mir zum Kauf an, und nicke erneut. Er packt die Figur in eine Tüte und verlangt eine unerwartet hohe Summe. Ich versuche, zu erklären, dass ich dachte, es sei ein Geschenk, aber er versteht mich nicht. Am Ende zahle ich den Preis, weil ich mich ungeschickt fühle und keine Lust auf eine endlose Diskussion habe.
Der Rote See – Mehr als nur Salz
Der Rote See ist ein absolutes Muss. Ich hatte mir online Fotos angesehen, aber die Realität ist noch beeindruckender. Das Wasser ist tiefrot, fast blutrot, aufgrund der hohen Konzentration an Algen und Mineralien. Ich miete mir eine Ausrüstung und wage mich ins Wasser. Das Salzgehalt ist extrem hoch, man kann mühelos auf der Oberfläche treiben. Es ist ein surrealer Eindruck, als würde man in einem riesigen, roten Schaumbad schwimmen.
Ich treffe ein paar andere Touristen, aber insgesamt ist der See nicht überfüllt. Ich verbringe Stunden damit, im Wasser zu treiben, die Sonne zu genießen und die bizarre Landschaft zu bewundern. Es ist ein entspannendes und befreiendes Erlebnis. Ich spüre, wie meine Muskeln sich entspannen und mein Kopf leer wird.
Am Abend sitze ich in einem kleinen Restaurant am Hafen und esse frischen Fisch. Ich beobachte die Fischer, die ihre Netze reparieren, und die Möwen, die über das Wasser kreisen. Ich denke über die vergangenen Tage nach und spüre eine tiefe Zufriedenheit. Israel hat mich überrascht. Es ist ein Land voller Kontraste, voller Geschichte, voller Schönheit. Und Eilat ist nur der Anfang meiner Reise. Die kommenden Tage versprechen noch mehr Abenteuer, noch mehr Entdeckungen. Aber ich weiß jetzt schon, dass diese Reise etwas Besonderes sein wird – eine Reise, die mich verändern wird.
Ich sitze in einem kleinen Café am Strand und nippe an einem stark gesüßten Minztee. Die Sonne geht langsam unter, taucht den Himmel in ein leuchtendes Orange und Rosa. Es ist still hier, nur das leise Rauschen des Meeres ist zu hören. Ich spüre eine tiefe Erleichterung, eine innere Ruhe. Die vergangenen Tage waren intensiv, anstrengend, aber auch unglaublich bereichernd.
Reflexionen am Roten Meer
Eilat ist nicht das, was ich erwartet hatte. Ich kam her, um einen Zwischenstopp einzulegen, um mich auf mein eigentliches Abenteuer in Asien vorzubereiten. Aber irgendwie hat mich dieser kleine Ort in seinen Bann gezogen. Es ist die Mischung aus Kulturen, die Nähe zu den Nachbarländern, die bizarre Landschaft, die unberührte Natur. Es ist ein Ort, der einem etwas zu sagen hat.
Ich habe gelernt, dass man nicht immer einen Plan braucht. Manchmal ist es besser, sich einfach treiben zu lassen, die Dinge auf sich zukommen zu lassen. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, offen zu sein für neue Erfahrungen, neue Kulturen, neue Menschen. Und ich habe gelernt, dass es nicht darum geht, möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern darum, die Welt mit offenen Augen zu betrachten und die kleinen Dinge zu schätzen.
Abseits der Touristenpfade
Der Timna-Park war ein Highlight meiner Reise. Die roten Felsen, die bizarren Formationen, die alten Kupferminen – es war wie eine Reise in die Vergangenheit. Ich habe Stunden damit verbracht, durch die Schluchten zu wandern, die Stille zu genießen und die Schönheit der Natur zu bewundern. Es war ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das ich lange nicht mehr erlebt hatte.
Auch der Rote See hat mich beeindruckt. Das Gefühl, im salzhaltigen Wasser zu treiben, war surreal und entspannend. Es war ein perfekter Ort, um dem Alltag zu entfliehen und neue Energie zu tanken. Ich habe mich mit anderen Reisenden unterhalten, Geschichten ausgetauscht und neue Freundschaften geschlossen.
Ein paar Tipps für andere Reisende
Wenn du nach Eilat reist, solltest du unbedingt ein paar Dinge beachten. Erstens: Nimm genügend Wasser mit, besonders wenn du den Timna-Park besuchst. Die Hitze kann schnell dehydrierend wirken. Zweitens: Probiere die lokale Küche. Es gibt viele kleine Restaurants und Cafés, in denen du authentische israelische Gerichte genießen kannst. Und drittens: Sei offen für neue Erfahrungen und lass dich einfach treiben.
Ich werde Eilat in guter Erinnerung behalten. Es war ein Ort, der mich inspiriert hat, der mich herausgefordert hat und der mich verändert hat. Ich bin gespannt, was mein weiteres Abenteuer in Asien bringen wird. Aber ich weiß jetzt schon, dass ich diese Reise nie vergessen werde.
-
- Timna-Park (beeindruckende rote Felsen und Geschichte)
- Roter See (einzigartiges Schwimmerlebnis)
-
- Eilat Strand (entspanntes Sonnenbaden und Wassersport)
-
-
- Das alte Viertel von Eilat (authentische Werkstätten und lokale Atmosphäre)