Afrika - Ägypten - Sharm El-Sheikh

Sonne, Sand und kleine Entdecker: Unser Familienurlaub in Sharm El-Sheikh

Der warme, trockene Wind kitzelte sofort in der Nase, als wir aus dem Flughafen Sharm El-Sheikh traten. Es roch nach Sand, Meer und irgendetwas Blumigem, was wahrscheinlich von den vielen Pflanzen kam, die man an den Hotelanlagen hegte. Es war Mitte Oktober, und die Hitze war erträglich, nicht dieser brütende Hitzschlag, den wir von Sommerreisen in südliche Gefilde kannten. Mein Mann, Ben, jonglierte mit Baby Lias Autositztasche, während ich versuchte, den Überblick über die vielen Taxifahrer zu behalten, die uns anlächelten und auf Englisch anboten, uns zur Unterkunft zu fahren.

Warum Ägypten mit Baby?

Die Entscheidung für Ägypten war ehrlich gesagt ein bisschen spontan. Wir sind beide Anfang dreißig und reisen eigentlich gerne. Vor Lias Geburt waren wir oft in Städten wie Barcelona oder Rom unterwegs. Aber mit Baby ist das natürlich anders. Wir wollten etwas Wärme, Sonne, und vor allem einen Ort, an dem man sich als Familie wohl und sicher fühlt. Viele Freunde haben uns von der Türkei oder Griechenland erzählt, aber irgendwie wollten wir etwas anderes, etwas Exotischeres. Und Ägypten schien uns da genau richtig zu sein. Die ganzen All-Inclusive-Resorts in Sharm El-Sheikh versprachen Entspannung, und die Nähe zum Roten Meer lockte uns mit der Aussicht auf schöne Schnorchelausflüge – irgendwann, wenn Lias etwas älter ist.

Die Planung – Nicht ganz einfach

Die Reiseplanung war etwas aufwendiger als früher. Nicht nur, dass wir jetzt viel mehr Gepäck hatten (Babymilch, Windeln, Spielzeug… die Liste war endlos!), wir mussten auch darauf achten, dass das Hotel wirklich kinderfreundlich war. Wir haben Bewertungen gelesen, uns Fotos angesehen und schließlich ein Resort ausgewählt, das einen eigenen Babyclub, einen Spielplatz und einen ruhigen Poolbereich für Familien hatte. Das war uns wichtig, um auch mal ein bisschen Zeit zu zweit verbringen zu können, ohne uns ständig Sorgen machen zu müssen.

Die Flugbuchung war auch eine Herausforderung. Wir haben einen Nachtflug gewählt, in der Hoffnung, dass Lias während der Flugzeit einfach schläft. Das hat auch halbwegs geklappt, aber es war trotzdem anstrengend. Ben und ich haben uns abgewechselt, um mit Lias herumzulaufen und ihn zu beruhigen, aber es waren trotzdem einige weinende Momente dabei. Aber hey, das gehört dazu, oder?

Die erste Unterkunft und erste Eindrücke

Unser Hotel, das "Sunrise Garden Beach Resort", lag etwas außerhalb des Stadtzentrums, was uns ganz recht war. Wir wollten eigentlich nicht in der Touristenmassen unterwegs sein, sondern einfach nur entspannen und die Sonne genießen. Die Anlage war riesig, mit mehreren Pools, Restaurants und Bars. Überall gab es Palmen und bunte Blumen, und die Luft roch nach Salzwasser.

Wir hatten ein Familienzimmer gebucht, das groß genug war, um Lias ein eigenes Kinderbett aufzustellen und trotzdem noch genügend Platz für unser Gepäck zu haben. Der Balkon hatte einen Blick auf einen der Pools, und wir konnten stundenlang dort sitzen und das bunte Treiben beobachten. Die ersten Stunden waren etwas chaotisch. Lias war von der neuen Umgebung überfordert und hat viel geweint. Aber nachdem wir ihn gebadet und ihm etwas zu essen gegeben hatten, hat er sich beruhigt und war schließlich eingeschlafen.

Essen und Trinken mit Baby

Das Essen im Hotel war vielfältig und lecker. Es gab immer eine große Auswahl an verschiedenen Gerichten, von ägyptischen Spezialitäten bis hin zu internationalen Klassikern. Wir haben uns bemüht, Lias mit allem ausprobieren zu lassen, aber er war natürlich wählerisch. Am liebsten hat er Bananen und Reisbrei gegessen. Wir haben aber auch darauf geachtet, dass wir ihm nur abgekochtes Wasser und pasteurisierte Milch geben, um Magenprobleme zu vermeiden.

Die ersten Tage waren intensiv, aber auch wunderschön. Wir haben uns langsam an die neue Umgebung gewöhnt und angefangen, die Seele baumeln zu lassen. Wir haben lange Spaziergänge am Strand gemacht, die Sonne genossen und einfach die Zeit als Familie verbracht. Wir haben zwar noch keine Schnorchelausflüge gemacht, aber das steht noch auf dem Plan. Erst einmal wollen wir uns aber richtig akklimatisieren und Lias die Umgebung zeigen. Und jetzt, wo wir uns einigermaßen eingelebt haben, können wir uns endlich etwas mehr auf die Erkundung der Umgebung konzentrieren und vielleicht sogar einen Ausflug in die Wüste unternehmen.

Erkundungstouren mit Baby – Sharm El-Sheikhs verborgene Schätze

Nach ein paar Tagen der Eingewöhnung und viel Poolzeit haben wir uns entschieden, auch mal etwas von Sharm El-Sheikh zu sehen. Klar, die Hotelanlage ist toll, aber wir wollten auch ein bisschen was von der lokalen Kultur mitbekommen, ohne Lias zu überfordern. Also haben wir uns einen privaten Fahrer gemietet – das war die beste Entscheidung überhaupt! Es war zwar etwas teurer als ein Sammelbus, aber dafür hatten wir die Freiheit, jederzeit anzuhalten und Lias die Möglichkeit zu geben, seine Umgebung zu erkunden.

Old Market – Ein buntes Chaos

Unser erster Ausflug ging in den Old Market, auch bekannt als Altstadt. Es war ein wahres Chaos, aber auf eine charmante Art und Weise. Überall gab es kleine Geschäfte, die Souvenirs, Gewürze, Kleidung und Schmuck verkauften. Die Gassen waren eng und voll mit Menschen, und der Duft von Gewürzen und frisch gebackenem Brot lag in der Luft. Lias war anfangs etwas überfordert von all den Eindrücken, aber er hat sich schnell daran gewöhnt und war fasziniert von den bunten Lichtern und den vielen Gesichtern. Wir haben uns in einem kleinen Café niedergelassen und einen Minztee getrunken, während Lias ein paar Reiskringel geknabbert hat. Ich muss sagen, die Leute waren sehr freundlich und hilfsbereit. Ein Ladenbesitzer hat uns sogar ein paar Datteln geschenkt, um Lias zu probieren.

Naama Bay – Touristisch, aber trotzdem schön

Ein weiteres Highlight war Naama Bay. Es ist definitiv touristischer als der Old Market, aber trotzdem einen Besuch wert. Die Promenade ist gesäumt von Restaurants, Bars und Geschäften, und es herrscht eine lebhafte Atmosphäre. Wir haben einen Spaziergang am Strand gemacht und den Blick auf das Rote Meer genossen. Lias hat den Sand geliebt und versucht, ihn zu essen (was natürlich nicht erlaubt war!). Wir haben in einem Restaurant mit Meerblick zu Mittag gegessen und frischen Fisch gegessen. Das war zwar etwas teurer, aber es hat sich gelohnt. Abends haben wir uns einen Cocktail gegönnt, während Lias friedlich in seinem Kinderwagen geschlafen hat.

Ein kleiner Zwischenfall am Strand

Nicht alles lief natürlich reibungslos. Einmal sind wir am Strand von einer großen Welle überrascht worden. Ben hat zwar schnell reagiert und Lias aufgehoben, aber wir waren beide trotzdem ganz schön nass und erschrocken. Lias hat zum Glück nur kurz geweint, aber wir haben uns danach entschieden, etwas vorsichtiger zu sein und nicht zu weit ins Wasser zu gehen. Es war eine gute Lektion, dass man mit einem Baby immer auf alles vorbereitet sein muss.

Wir haben auch gelernt, dass es wichtig ist, flexibel zu sein. Manchmal hat Lias einfach nicht mitgespielt und wir mussten unsere Pläne ändern. Aber das ist okay. Hauptsache, wir haben Spaß und verbringen Zeit als Familie. Wir haben auch festgestellt, dass die Ägypter sehr kinderfreundlich sind. Überall wurden wir mit einem Lächeln begrüßt und es wurde uns geholfen, wenn wir etwas brauchten. Das hat uns sehr gut getan und uns das Gefühl gegeben, willkommen zu sein.

Nach ein paar Tagen voller Entdeckungen und Abenteuer sind wir nun bereit für die letzte Etappe unserer Reise, bevor es heißt, Koffer packen und Abschied nehmen – und wir sind uns sicher, dass wir mit vielen unvergesslichen Erinnerungen nach Hause zurückkehren werden.

Die letzten Tage sind wie im Flug vergangen. Es ist schwer zu glauben, dass unsere Reise in Sharm El-Sheikh schon fast vorbei ist. Lias hat sich super an die Wärme gewöhnt und genießt das Leben am Strand. Wir haben versucht, so viel wie möglich zu unternehmen, aber immer mit dem nötigen Maß an Ruhe und Entspannung. Es war ein Balanceakt zwischen Entdeckungstouren und Nickerchenpausen, aber es hat geklappt.

Rückblick und Fazit

Ehrlich gesagt, war ich vor der Reise etwas skeptisch, ob ein Urlaub mit Baby überhaupt klappen kann. Aber Sharm El-Sheikh hat uns positiv überrascht. Die Resorts sind gut auf Familien eingestellt, das Essen ist abwechslungsreich und die Menschen sind sehr freundlich. Klar, es ist nicht immer alles perfekt gelaufen, aber das gehört dazu. Wichtig ist, dass man flexibel ist und sich nicht zu viel vornimmt. Wir haben gelernt, die kleinen Momente zu genießen und uns nicht von Stress abbremsen zu lassen.

Besonders positiv hat uns die entspannte Atmosphäre in der Hotelanlage gefallen. Wir konnten den ganzen Tag am Pool liegen, ohne uns Sorgen machen zu müssen, dass Lias gestört wird. Auch die vielen Spielplätze und der Babyclub waren eine große Hilfe. So konnten wir uns auch mal eine kleine Auszeit gönnen und uns etwas Zeit für uns selbst nehmen.

Was wir gelernt haben

Es gibt ein paar Dinge, die wir aus dieser Reise gelernt haben, und die ich gerne mit anderen Eltern teilen möchte. Erstens: Packt genug Windeln und Babynahrung ein! Klingt banal, aber man ist nie zu gut vorbereitet. Zweitens: Nehmt eine gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor mit. Die Sonne in Ägypten ist sehr stark und Lias' empfindliche Haut hat schnell gerötet. Drittens: Seid flexibel und lasst euch nicht unter Druck setzen. Wenn Lias müde ist, dann macht eine Pause. Wenn er keinen Appetit hat, dann zwingt ihn nicht zum Essen. Hauptsache, er ist glücklich und gesund.

Unsere Top-Tipps für Familien

Wenn ihr mit Baby nach Sharm El-Sheikh reisen möchtet, dann empfehle ich euch, ein Resort mit Babyclub und Spielplatz zu wählen. Außerdem solltet ihr euch einen privaten Fahrer mieten, um flexibel zu sein und die Umgebung zu erkunden. Und vergesst nicht, genügend Zeit für Ruhe und Entspannung einzuplanen. Ein Urlaub mit Baby ist zwar anstrengend, aber auch wunderschön und unvergesslich.

Wir werden Sharm El-Sheikh definitiv in Erinnerung behalten. Es war ein wunderschöner Urlaub, der uns als Familie noch enger zusammengeschweißt hat. Und wer weiß, vielleicht kommen wir ja bald wieder zurück, um weitere Abenteuer zu erleben.

    • Old Market - Buntes Treiben und lokale Kultur
    • Naama Bay - Lebhafte Promenade und Restaurants
👤 Junges Paar (Anfang 30) mit kleinem Baby, Suche nach kinderfreundlichen Urlaubsorten ✍️ fachkundig und expertenwissen