Asien - Kambodscha - Siem Reap

Angkor und die Seele Kambodschas

Der Geruch von Jasmin und Abgasen kitzelte in der Nase, vermischt mit einer feuchten Wärme, die sofort an der Haut klebte. Wir standen da, am Ausgang des Siem Reap International Airport, völlig überwältigt. Um uns herum ein Chaos aus Tuk-Tuks, Taxifahrern, die uns anlächelten und auf Englisch anboten, uns irgendwohin zu fahren, und einem Gewusel von Menschen, das wir so noch nicht erlebt hatten. Es war anders, viel anders, als alles, was wir kannten.

Ein Traum wird wahr

Wir, das sind Lena und ich, Max. Seit wir uns in der Uni kennengelernt haben, war klar, dass wir irgendwann zusammen die Welt sehen wollen. Eigentlich wollten wir zuerst nach Thailand, aber dann hat Lena in einem Dokumentarfilm über Angkor Wat gesehen und war sofort Feuer und Flamme. Sie hat mich so lange damit genervt, bis ich schließlich eingelenkt habe – und ehrlich gesagt, bin ich froh darüber. Wir hatten beide gerade unsere ersten Jobs nach dem Studium angefangen, aber das Gefühl, immer nur zu arbeiten, war erdrückend. Wir brauchten dringend eine Auszeit, etwas Neues, etwas Aufregendes. Also haben wir uns gesagt: jetzt oder nie. Flüge gebucht, ein paar Impfungen gemacht und uns in die Reiseplanung gestürzt. Wir haben uns bewusst für Kambodscha entschieden, weil es noch nicht so überlaufen ist wie andere südostasiatische Länder und wir ein bisschen abseits der Touristenpfade unterwegs sein wollten.

Die Anreise

Die Reise war lang. Erst der Flug nach Bangkok, dann ein Weiterflug nach Siem Reap. Aber die Müdigkeit verflog sofort, als wir aus dem Flughafen kamen. Das Licht, die Farben, die Gerüche… alles war so intensiv. Ein junger Mann mit einem Schild mit unseren Namen kam auf uns zu und brachte uns zu unserem Tuk-Tuk. Die Fahrt in die Stadt war ein unvergessliches Erlebnis. Wir saßen da, schaukelten über holprige Straßen und vorbei an kleinen Läden, Tempeln und Reisfeldern. Überall waren Menschen unterwegs, verkauften Essen, Obst oder Souvenirs. Es war ein buntes, lautes und lebendiges Bild.

Unser kleines Paradies

Unser Hotel, das „Golden Temple Village“, lag etwas außerhalb des Stadtzentrums, in einer ruhigen Seitenstraße. Es war ein kleines, familiäres Hotel mit einem wunderschönen Garten und einem Pool. Unsere kleine Bungalow war einfach, aber sauber und gemütlich. Und das Beste: es gab eine kleine Terrasse mit Blick auf den Garten. Wir haben uns sofort wohlgefühlt. Nach dem Check-in haben wir uns erstmal einen frischen Saft bestellt und uns am Pool entspannt. Die Hitze war zwar noch drückend, aber ein bisschen Abkühlung tat gut. Wir haben uns gegenseitig angesehen und festgestellt, dass wir beide ein riesiges Grinsen im Gesicht hatten. Wir waren angekommen. Wir waren wirklich in Kambodscha.

Erste Erkundungen

Am Abend sind wir in die Stadt gegangen, um etwas zu essen. Wir haben uns für ein kleines, lokales Restaurant entschieden, in dem hauptsächlich Einheimische gegessen haben. Das Essen war unglaublich lecker und super günstig. Wir haben Amok, einen traditionellen Khmer-Curry, probiert und waren sofort begeistert. Die Bedienung war super freundlich und hat uns viel über die kambodschanische Kultur erzählt. Wir haben uns sofort in die entspannte Atmosphäre der Stadt verliebt. Alles ging etwas langsamer, etwas gemächlicher, als zu Hause. Es war herrlich. Nach dem Essen sind wir noch ein bisschen durch die Nachtmärkte geschlendert und haben uns die vielen Souvenirs angeschaut. Aber wir haben nichts gekauft. Wir wollten erst mal alles auf uns wirken lassen. Alles erkunden. Alles genießen.

Langsam dämmerte es und die Tempel in der Ferne wurden durch die Lichter der Stadt noch magischer. Wir wussten, dass unsere Reise gerade erst begonnen hatte, aber wir hatten schon jetzt das Gefühl, dass dies eine Erfahrung sein würde, die uns für immer begleiten würde. Und während wir zurück zum Hotel gingen, stellten wir fest, dass wir uns schon jetzt nicht mehr vorstellen konnten, wo wir am liebsten mehr von diesem unglaublichen Land entdecken würden, und dass unsere Suche nach den verborgenen Schätzen von Angkor Wat uns in den nächsten Tagen noch viele unvergessliche Momente bescheren würde.

Angkor – Mehr als nur Steine

Der nächste Morgen brach mit einer Hitze an, die uns sofort aus dem Bett jagte. Nach einem schnellen Frühstück mit frischen Früchten und vietnamesischem Kaffee – der hier übrigens unglaublich lecker ist – standen wir bereit für unser erstes Angkor-Abenteuer. Wir hatten uns entschieden, nicht mit einer großen Tourgruppe zu fahren, sondern ein Tuk-Tuk für den ganzen Tag zu mieten und uns von unserem Fahrer, Sok, herumkutschieren zu lassen. Sok war ein super netter Typ, immer lächelnd und mit einem guten Englisch. Er erzählte uns viel über die Geschichte der Tempel und die Bedeutung der verschiedenen Götter. Und er kannte jede Abkürzung, um den schlimmsten Touristenmassen aus dem Weg zu gehen.

Die Pracht von Angkor Thom

Unser erster Stopp war Angkor Thom, die alte Stadt. Der Bayon-Tempel mit seinen hunderten von lächelnden Gesichtern war einfach atemberaubend. Es war, als würden uns die Steine anstarren und uns in eine andere Zeit versetzen. Wir haben Stunden damit verbracht, die verschiedenen Reliefs zu bewundern und uns zu fragen, was die alten Khmer wohl bewegt hat. Besonders beeindruckend war der Baphuon-Tempel, der erst vor ein paar Jahren restauriert wurde. Der Aufstieg war anstrengend, aber die Aussicht von oben war einfach spektakulär. Am Nachmittag sind wir dann zum Elefantenterrasse und zur Leper-König-Terrasse gegangen. Dort haben wir uns vorgestellt, wie die Könige früher an diesen Orten Prozessionen abgehalten und ihre Macht demonstriert haben.

Chaos und Glück im Old Market

Nach den Tempeln brauchten wir eine kleine Abwechslung und sind in den Old Market gegangen. Dort herrschte ein echtes Chaos! Überall drängten sich Menschen, es roch nach Gewürzen, frischem Fisch und exotischen Früchten. Wir haben uns erst etwas verloren gefühlt, aber dann haben wir uns einfach treiben lassen und die Atmosphäre genossen. Lena hat sich sofort in die bunten Seidentücher verliebt und ich konnte nicht widerstehen, ein paar kleine Holzstatuen zu kaufen. Wir haben uns auch ein paar Durian gekauft – diese stachelige Frucht, von der alle sagen, sie rieche nach alten Socken. Ehrlich gesagt, war sie wirklich widerlich! Aber wir mussten sie einfach probieren, um zu wissen, wie sie schmeckt.

Ein verstecktes Juwel: Wat Preah Prom Rath

Am nächsten Tag wollten wir etwas abseits der bekannten Pfade erkunden. Sok hatte uns von einem kleinen, versteckten Tempel namens Wat Preah Prom Rath erzählt, der nicht so viele Touristen anzieht. Und er hatte Recht! Der Tempel war wunderschön, ruhig und friedlich. Es gab dort keine großen Menschenmassen, nur ein paar Mönche und Einheimische. Wir konnten die Atmosphäre in Ruhe genießen und uns wirklich mit dem Ort verbinden. Sogar kleine, bunte Vögel zwitscherten in den alten Bäumen, was den Ort noch magischer machte. Es war ein unvergessliches Erlebnis und definitiv ein Highlight unserer Reise.

Während wir am Abend in unserem kleinen Hotel saßen und den Tag Revue passieren ließen, wurde uns klar, dass Kambodscha uns schon jetzt tief in die Herzen geschlossen hatte und dass die kommenden Tage uns noch viele unvergessliche Momente und weitere versteckte Schätze offenbaren würden, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Hause machen würden.

Die letzten Tage sind wie im Flug vergangen. Es ist schwer zu glauben, dass unsere Reise in Kambodscha schon fast zu Ende ist. Wir haben so viel erlebt, so viele Eindrücke gesammelt und so viele wunderbare Menschen kennengelernt. Es ist mehr als nur ein Urlaub gewesen, es war eine Erfahrung, die uns für immer begleiten wird. Wir haben nicht nur die beeindruckenden Tempel von Angkor bewundert, sondern auch die Seele Kambodschas kennengelernt – die Freundlichkeit der Menschen, die entspannte Lebensweise und die tiefe Spiritualität.

Ein letzter Blick auf Angkor

Am vorletzten Tag haben wir uns noch einmal auf den Weg zu Angkor Wat gemacht. Wir wollten den Sonnenaufgang über dem Tempel erleben und uns noch einmal von seiner Schönheit verzaubern lassen. Es war magisch! Die ersten Sonnenstrahlen tauchten den Tempel in ein goldenes Licht und ließen ihn noch majestätischer wirken. Wir saßen da, Hand in Hand, und genossen den Moment. Es war ein perfekter Abschied von Angkor.

Die kleinen Dinge

Aber es waren nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, die unsere Reise besonders gemacht haben. Es waren auch die kleinen Dinge – das Lächeln eines Tuk-Tuk-Fahrers, der Duft von frischem Jasmin, das leckere Essen in den kleinen Restaurants, das Gefühl, Teil einer anderen Kultur zu sein. Wir haben gelernt, die einfachen Dinge im Leben zu schätzen und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Was wir mitnehmen

Wir haben auch viel über die Geschichte Kambodschas gelernt – die dunklen Kapitel des Khmer-Rouge-Regimes und den langen Weg des Landes zur Demokratie. Es hat uns betroffen gemacht, aber auch gelehrt, die Freiheit und den Frieden zu schätzen. Wir sind dankbar für die Möglichkeit, dieses Land kennengelernt zu haben und einen kleinen Beitrag zur Unterstützung der lokalen Bevölkerung geleistet zu haben.

Tipps für eure Reise

Wenn ihr selbst nach Kambodscha reisen möchtet, haben wir ein paar Tipps für euch:

  • Seid offen für neue Erfahrungen: Lasst euch einfach treiben und genießt die Atmosphäre.
  • Respektiert die lokale Kultur: Kleidet euch angemessen, wenn ihr Tempel besucht, und lernt ein paar grundlegende Wörter Khmer.
  • Unterstützt die lokale Bevölkerung: Kauft Souvenirs bei lokalen Händlern und esst in kleinen Restaurants.
  • Plant genügend Zeit ein: Kambodscha hat so viel zu bieten, nehmt euch die Zeit, es wirklich kennenzulernen.

Und noch ein letzter Tipp: Vergesst nicht, eure Kamera mitzunehmen! Es gibt so viele wunderschöne Momente, die ihr festhalten möchtet. Wir werden diese Reise nie vergessen und freuen uns darauf, irgendwann wiederzukommen. Auf Wiedersehen, Kambodscha!

    • Angkor Wat – Das absolute Highlight unserer Reise.
    • Bayon – Der Tempel mit den lächelnden Gesichtern.
    • Siem Reap – Die lebendige Stadt, die den Ausgangspunkt für Angkor-Abenteuer bildet.
👤 Junges Paar (Anfang 20) das romantische Städte und Strände erkunden möchte ✍️ persönlich und intim