Ein stiller Sommer an der Algarve
Eine Auszeit für mich
Ich bin jetzt 60, und die letzten Jahre waren… intensiv. Viel Arbeit, viel Verantwortung. Meine Frau ist vor zwei Jahren leider ganz plötzlich gegangen. Das war ein Schock, und ich habe mich eine Weile ziemlich verloren gefühlt. Die Kinder sind aus dem Haus, machen ihre eigenen Wege, und plötzlich war da diese Leere. Ich wollte etwas tun, etwas, das mir guttut, aber nicht dieses typische „Abhaken“ von Urlaubsorten. Ich wollte einfach nur… sein. Ich bin kein Mensch für Pauschalreisen. Hotels, in denen tausende Leute durchlaufen, das ist nicht meins. Ich mag es, ein bisschen tiefer einzutauchen, die Kultur kennenzulernen, die Leute zu beobachten. Und mir war es wichtig, dass die Reise irgendwie nachhaltig ist, dass ich nicht noch mehr zum Umweltproblem beitrage. Deswegen habe ich mich für die Algarve entschieden und ein kleines, einfaches Apartment in der Nähe von Albufeira gebucht, weit weg vom großen Trubel. Und ich habe mir vorgenommen, möglichst viel zu Fuß zu erkunden oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.Die Ankunft in Albufeira
Der Flughafen war übersichtlich, und ich bin ohne Probleme mit dem Bus nach Albufeira gekommen. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde, und ich konnte dabei schon einen ersten Eindruck von der Landschaft gewinnen. Trockenes, rotes Land, gespickt mit Olivenbäumen und Zypressen. Überall blühten bunte Blumen, und ich habe ein paar Störche auf den Feldern gesehen. Albufeira selbst ist… nun ja, lebhaft. Aber nicht im negativen Sinne. Es ist eine Mischung aus alten Fischerdörfern und modernen Touristenorten. Die Altstadt ist wunderschön, mit ihren engen Gassen und den weißen Häusern mit den bunten Blumenkästen. Aber es ist auch ziemlich voll, besonders am Abend. Ich bin froh, dass mein Apartment etwas außerhalb liegt, in einer ruhigeren Gegend. Mein Vermieter, ein freundlicher älterer Herr namens António, hat mich herzlich willkommen geheißen. Er spricht zwar nur wenig Englisch, aber mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Portugiesisch konnten wir uns doch einigermaßen verständigen. Er hat mir alles gezeigt und mir ein paar Tipps für Restaurants und Ausflüge gegeben.Der erste Spaziergang
Nachdem ich mein Gepäck ausgepackt hatte, bin ich gleich losgegangen, um die Umgebung zu erkunden. Ich bin am Strand entlanggelaufen, den Praia dos Pescadores, und habe die Sonne und das Meer genossen. Der Strand war zwar recht voll, aber es gab immer noch ein paar ruhige Ecken, wo man sich zurückziehen konnte. Das Wasser war überraschend kalt, aber trotzdem habe ich ein kurzes Bad genommen. Es war erfrischend und hat mir sofort die Anspannung von der Reise genommen. Ich habe ein paar Muscheln gesammelt und die Möwen beobachtet, die über den Strand kreisten. Auf dem Rückweg habe ich einen kleinen Supermarkt entdeckt, wo ich mir ein paar Lebensmittel und eine Flasche Wein gekauft habe. António hatte mir geraten, den lokalen Wein zu probieren, und ich war gespannt, wie er schmecken würde. Die ersten Stunden in Albufeira waren entspannend und erholsam. Ich fühlte mich wohl und geborgen, und ich hatte das Gefühl, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Diese Reise sollte nicht nur ein Urlaub sein, sondern eine Möglichkeit, wieder zu mir selbst zu finden. Ich beschloss, morgen einen der vielen Wanderwege entlang der Küste zu erkunden und die atemberaubende Landschaft aufzusaugen, denn ich ahnte bereits, dass die Algarve noch viele verborgene Schätze für mich bereithalten würde.Ein Spaziergang durch die Altstadt
Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden und habe mich auf den Weg in die Altstadt gemacht. Ich wollte mir alles in Ruhe ansehen, bevor der große Trubel losbricht. Und es hat sich gelohnt. Die Gassen waren noch fast leer, und das Licht war wunderschön. Ich habe mich einfach treiben lassen, bin durch die kleinen Gassen geschlendert und habe die alten Häuser bewundert. Überall hingen Bougainvilleen und Geranien, und es duftete nach Kaffee und frisch gebackenem Brot. Ich bin in einem kleinen Café gelandet, das von einer älteren Dame geführt wurde. Sie sprach kein Englisch, aber mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Portugiesisch konnte ich mir einen starken Espresso und ein Pastel de Nata bestellen. Es war köstlich! Ich habe mich an einen kleinen Tisch gesetzt und die Leute beobachtet, die langsam erwachten. Ein paar Fischer bereiteten ihre Boote vor, ein paar Händler bauten ihre Stände auf, und ein paar Touristen schlurften durch die Gassen.Entdeckung von Ferragudo
António hatte mir von einem kleinen Fischerdorf namens Ferragudo erzählt, das etwas außerhalb von Albufeira liegt. Er meinte, es sei ein verstecktes Juwel, das man unbedingt gesehen haben muss. Also bin ich am nächsten Tag mit dem Bus dorthin gefahren. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde, und die Landschaft war wieder wunderschön. Ferragudo ist wirklich ein idyllisches Dorf. Es liegt an der Mündung des Flusses Arade und hat einen kleinen Hafen mit bunten Fischerbooten. Die Häuser sind weiß getüncht und mit bunten Blumen geschmückt. Es gibt nur wenige Touristen, und das Dorf hat eine ganz besondere Atmosphäre. Ich bin am Strand entlanggelaufen, habe die Sonne und das Meer genossen und die Seele baumeln lassen. Ich habe ein paar Muscheln gesammelt und die Wellen beobachtet, die an den Strand rollten. Ich habe in einem kleinen Restaurant am Hafen zu Mittag gegessen und frischen Fisch gegessen. Es war unglaublich lecker!Eine kleine Panne
Auf dem Rückweg nach Albufeira habe ich mich leider im Bus verfahren. Ich bin aus Versehen eine Haltestelle zu früh ausgestiegen und musste den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. Es war zwar anstrengend, aber ich habe die Gelegenheit genutzt, um die Landschaft zu erkunden und ein paar Fotos zu machen. Ich bin an einem kleinen Olivenhain vorbeigekommen, wo ich einen alten Mann gesehen habe, der Oliven pflückte. Er hat mir freundlich zugewinkt, und ich habe ihm zurückgewinkt. Es war ein schöner Moment, der mir gezeigt hat, wie gastfreundlich die Menschen auf der Algarve sind.Nachhaltigkeit im Alltag
Ich habe versucht, meinen Urlaub so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Ich bin viel zu Fuß gelaufen oder öffentliche Verkehrsmittel genutzt. Ich habe in lokalen Restaurants gegessen und lokale Produkte gekauft. Ich habe meinen Müll getrennt und versucht, so wenig Plastik wie möglich zu verwenden. Es sind kleine Dinge, aber ich glaube, dass jeder etwas tun kann, um die Umwelt zu schützen. António hatte mir erzählt, dass er und seine Nachbarn sich aktiv für den Schutz der Küstenregion einsetzen, und das hat mich sehr beeindruckt. Nach einigen Tagen an der Algarve fühlte ich mich wie neugeboren, und ich erkannte, dass diese Reise nicht nur eine Auszeit war, sondern auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg, wieder zu mir selbst zu finden und neue Energie für die Zukunft zu tanken.Die Tage an der Algarve vergingen wie im Flug. Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu viel zu planen, einfach den Tag auf mich zukommen zu lassen. Und das hat wunderbar geklappt. Ich bin morgens früh aufgestanden, habe einen Kaffee auf dem Balkon getrunken und die Sonne aufgehen lassen. Dann bin ich entweder zu Fuß losgezogen oder mit dem Bus zu einem der vielen Strände gefahren.
Das einfache Leben
Ich habe mich in den kleinen, einfachen Dingen gefunden. Ein Gespräch mit einem Einheimischen auf dem Markt, ein gutes Buch am Strand, ein Glas Wein bei Sonnenuntergang. Ich habe gelernt, die Stille zu schätzen und die Schönheit der Natur zu bewundern. Es war eine wohltuende Erfahrung, die mir gezeigt hat, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein.
Erinnerungen an Ferragudo
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das kleine Fischerdorf Ferragudo. Die bunten Häuser, der kleine Hafen, die freundlichen Menschen – es war wie eine andere Welt. Ich habe dort ein paar Stunden am Strand verbracht und einfach die Seele baumeln lassen. Ich habe dort auch einen alten Fischer kennengelernt, der mir viel über das Leben an der Küste erzählt hat. Es war ein inspirierendes Gespräch, das mir gezeigt hat, wie eng die Menschen mit der Natur verbunden sind.
Nachhaltigkeit im Alltag
Ich habe versucht, meinen Urlaub so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Ich bin viel zu Fuß gelaufen oder öffentliche Verkehrsmittel genutzt. Ich habe in lokalen Restaurants gegessen und lokale Produkte gekauft. Ich habe meinen Müll getrennt und versucht, so wenig Plastik wie möglich zu verwenden. Es sind kleine Dinge, aber ich glaube, dass jeder etwas tun kann, um die Umwelt zu schützen. António, mein Vermieter, hat mir erzählt, dass er und seine Nachbarn sich aktiv für den Schutz der Küstenregion einsetzen. Das hat mich sehr beeindruckt.
Ein Fazit
Die Algarve ist ein wunderschöner Ort, der viel zu bieten hat. Aber es ist nicht nur die Schönheit der Landschaft, die mich beeindruckt hat, sondern auch die Freundlichkeit der Menschen und die entspannte Lebensart. Ich habe gelernt, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen und die Stille zu genießen. Es war ein Urlaub, der mir gutgetan hat und der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Tipps für Reisende
Wenn Sie auch an der Algarve Urlaub machen möchten, habe ich ein paar Tipps für Sie:
- Reisen Sie außerhalb der Hauptsaison. Im Frühling oder Herbst ist es ruhiger und die Preise sind niedriger.
- Verwenden Sie öffentliche Verkehrsmittel. Das Busnetz ist gut ausgebaut und preiswert.
- Besuchen Sie die kleinen Fischerdörfer. Dort können Sie das authentische Leben an der Küste erleben.
- Probieren Sie die lokale Küche. Die Algarve ist bekannt für ihre frischen Meeresfrüchte und ihren guten Wein.
- Seien Sie respektvoll gegenüber der Natur und der Umwelt. Vermeiden Sie Plastikmüll und unterstützen Sie lokale Unternehmen.
Ich bin dankbar für die Zeit, die ich an der Algarve verbringen durfte. Es war ein Urlaub, der mir geholfen hat, wieder zu mir selbst zu finden und neue Energie für die Zukunft zu tanken. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen.
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- Ferragudo (kleines Fischerdorf)
- Die Altstadt von Albufeira
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- Praia dos Pescadores
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- Die ruhige Gegend außerhalb des Stadtzentrums von Albufeira