Reisebericht Europa - Norwegen - Tromsø
Ein langer Traum wird wahr
Schon als wir in den Achtzigern, als junge Pärchen, eine Dokumentation über die Nordlichter gesehen hatten, stand fest: Irgendwann würden wir das erleben. Aber das Leben kam dazwischen, die Karriere, die Kinder, das Haus… immer gab es etwas Wichtigeres. Jetzt, mit mehr Zeit und weniger Verpflichtungen, war es endlich soweit. Und es war nicht nur die Sehnsucht nach den Lichtern, die uns hierher trieb. Wir sind beide begeisterte Kulturinteressierte, lieben es, neue Orte zu entdecken, die Geschichte und die Menschen kennenzulernen. Und natürlich genießen wir gutes Essen und einen guten Wein, das sei nicht verschwiegen. Norwegen schien uns da die perfekte Mischung zu bieten.Die Ankunft in Tromsø
Der Flughafen war überraschend klein und übersichtlich. Keine langen Schlangen, kein hektisches Treiben. Alles wirkte sehr entspannt und effizient. Wir nahmen den Flybussen in die Stadt, eine kluge Entscheidung, wie sich herausstellte. Die Fahrt führte uns an der Küste entlang, vorbei an kleinen, malerischen Fischerdörfern und imposanten Bergen, die sich aus dem Meer erhoben. Die Sonne stand schon tief, aber es war noch nicht dunkel. Das Licht war unglaublich, ein sanftes, goldenes Schimmern über dem Wasser und den schneebedeckten Gipfeln. Ich erinnere mich, wie ich meinem Mann, Klaus, auf der Schulter lehnte und einfach nur genoss. Er drückte meine Hand und lächelte. Es war einer dieser Momente, in denen man spürt, dass alles richtig ist. Wir waren angekommen.Das Hotel und der erste Eindruck
Unser Hotel, das Clarion Collection Hotel With, lag zentral in der Stadt, direkt am Hafen. Eine gute Wahl, dachten wir, als wir die Koffer abstellten und uns aufmachten, um die Umgebung zu erkunden. Tromsø erwies sich als lebendige, moderne Stadt mit einer interessanten Mischung aus alten und neuen Gebäuden. Es gab viele Cafés, Restaurants und Geschäfte, aber auch einige historische Gebäude, wie die Eismeerkathedrale, die schon von Weitem beeindruckte. Die Stadt wirkte, trotz der Kälte, einladend und freundlich. Die Menschen waren offen und hilfsbereit. Wir bekamen schnell den Eindruck, dass wir hier willkommen waren. Wir schlenderten am Hafen entlang, vorbei an Fischerbooten und Segelyachten. Der Duft von Salz und Fisch lag in der Luft.Ein Abendessen mit Aussicht
Für das Abendessen hatten wir einen Tisch in einem kleinen Restaurant mit Blick auf den Hafen reserviert. Wir bestellten uns frischen Fisch und einen guten Wein. Das Essen war köstlich, aber noch besser war die Aussicht. Die Lichter der Stadt spiegelten sich im Wasser, und die Berge bildeten eine imposante Kulisse. Wir saßen lange zusammen, redeten und lachten. Wir erzählten uns von unseren Erwartungen an die Reise und von unseren Träumen für die Zukunft. Es war ein perfekter Abend. Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt, bevor wir müde ins Bett gingen. Die nächsten Tage sollten wir die Umgebung von Tromsø erkunden, die Nordlichter jagen und die Kultur dieser faszinierenden Region kennenlernen. Wir waren gespannt darauf, was uns erwarten würde, und freuten uns auf viele unvergessliche Momente. Und so begannen unsere Abenteuer in Tromsø, einer Stadt, die uns von der ersten Minute an in ihren Bann gezogen hatte.Die Altstadt und das Polarmuseum
Der nächste Morgen begann mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel. Die Auswahl war riesig, von frischem Obst und Joghurt bis hin zu warmen Brötchen und Aufschnitt. Klaus, der ein großer Kaffee-Fan ist, probierte gleich mehrere Sorten aus und war begeistert. Wir beschlossen, die Stadt zu Fuß zu erkunden und machten uns auf den Weg in die Altstadt. Die Straßen waren eng und verwinkelt, gesäumt von bunten Holzhäusern. Viele der Gebäude stammten aus dem 19. Jahrhundert und hatten noch ihren ursprünglichen Charme bewahrt. Wir entdeckten kleine Boutiquen, Kunstgalerien und gemütliche Cafés. Es war ein Fest für die Augen und die Seele. Ein besonderes Highlight war das Polarmuseum. Klaus und ich sind beide sehr an der Geschichte der Polarforschung interessiert, daher durften wir uns dieses Museum nicht entgehen lassen. Die Ausstellung war sehr informativ und spannend. Wir lernten viel über die berühmten Polarforscher Roald Amundsen und Fridtjof Nansen und über die Herausforderungen, denen sie sich bei ihren Expeditionen stellen mussten. Besonders beeindruckend war das rekonstruierte Winterquartier, das einen guten Eindruck davon vermittelte, wie hart und entbehrungsreich das Leben in der Arktis sein konnte.Ein kulinarisches Intermezzo
Nach dem Museumsbesuch hatten wir großen Hunger und beschlossen, in einem der vielen Restaurants in der Stadt zu Mittag zu essen. Wir entschieden uns für ein kleines Fischrestaurant, das für seine frischen Meeresfrüchte bekannt war. Klaus bestellte sich Kabeljau, ich wählte Garnelen. Das Essen war köstlich, aber es gab eine kleine Überraschung. Klaus hatte versehentlich einen Salat mit Chili bestellt, und er musste ziemlich leiden, um das scharfe Gericht zu essen. Wir lachten beide Tränen, und Klaus schwörte, beim nächsten Mal genauer auf die Zutatenliste zu achten.Die Fjellheisen und der Panoramablick
Am Nachmittag wollten wir uns die Stadt von oben ansehen und fuhren mit der Fjellheisen, einer Seilbahn, auf den Storsteinen. Die Fahrt dauerte nur wenige Minuten, aber der Ausblick war atemberaubend. Von oben hatten wir einen herrlichen Panoramablick auf Tromsø, den Tromsøfjord und die umliegenden Berge. Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien, und die Luft war klar und rein. Wir standen lange auf der Aussichtsplattform und genossen die Aussicht. Klaus machte viele Fotos, um die Erinnerung an diesen Moment festzuhalten.Ein unerwarteter Schneefall
Plötzlich begann es zu schneien, und zwar heftig. Innerhalb weniger Minuten verwandelte sich die Landschaft in ein Winterwunderland. Die Schneeflocken tanzten in der Luft, und alles war in ein weißes Kleid gehüllt. Wir waren begeistert von diesem unerwarteten Spektakel und genossen die romantische Atmosphäre. Wir beschlossen, den Abend in einem gemütlichen Pub in der Innenstadt ausklingen zu lassen. Wir tranken ein Glas Wein, unterhielten uns und ließen die Erlebnisse des Tages Revue passieren. Es war ein perfekter Tag, und wir waren dankbar, diese wunderschöne Stadt erleben zu dürfen. Die Tage in Tromsø vergingen wie im Flug, und wir wussten, dass wir diese einzigartige Erfahrung für immer in unseren Herzen tragen würden, bereit für die letzte Etappe unserer Reise und die Suche nach den magischen Nordlichtern.Die Tage in Tromsø waren fast vorbei, und ein leicht melancholisches Gefühl machte sich breit. Es war, als hätte man einen wundervollen Traum gelebt, der nun zu Ende ging. Aber wir waren dankbar für jede einzelne Sekunde, die wir in dieser faszinierenden Stadt verbringen durften. Die Suche nach den Nordlichtern hatte zwar noch nicht zum Erfolg geführt – das Wetter spielte leider nicht ganz mit – aber das war nicht schlimm. Die Schönheit der Landschaft, die freundlichen Menschen und die entspannte Atmosphäre hatten uns mehr als entschädigt.
Die stille Magie der Winterlandschaft
Wir hatten uns an den Rhythmus der Stadt angepasst, früh aufgestanden, lange Spaziergänge gemacht und die vielen kleinen Cafés und Restaurants erkundet. Besonders gefallen hatte uns das kleine Café „Raketten“ in der Nähe des Hafens. Dort hatten wir jeden Morgen einen köstlichen Kaffee getrunken und die entspannte Atmosphäre genossen. Und natürlich hatten wir jeden Abend den Blick zum Himmel gerichtet, in der Hoffnung, das magische Schauspiel der Nordlichter zu erleben. Manchmal zogen grüne Schleier über den Himmel, aber es war nie das spektakuläre Leuchten, das wir uns erhofft hatten. Aber auch diese sanften Erscheinungen hatten ihren eigenen Reiz.
Kulinarische Entdeckungen und lokale Spezialitäten
Kulinarisch hatten wir uns ebenfalls verwöhnen lassen. Wir hatten frischen Fisch gegessen, Rentier probiert und uns von den lokalen Spezialitäten überraschen lassen. Besonders beeindruckt hatte uns das Restaurant „Emma’s Drømmekjøkken“, das für seine kreativen Gerichte und seine gemütliche Atmosphäre bekannt ist. Dort hatten wir ein köstliches Abendessen genossen und uns von der freundlichen Bedienung verwöhnen lassen.
Ein letzter Blick auf die Stadt
An unserem letzten Tag in Tromsø machten wir noch einen langen Spaziergang durch die Stadt. Wir besuchten noch einmal die Eismeerkathedrale, die uns immer wieder beeindruckte, und schlenderten durch die kleinen Gassen der Altstadt. Wir kauften noch ein paar Souvenirs, um uns an unsere Reise zu erinnern, und genossen ein letztes Mal die frische Luft und die klare Sicht auf die Berge.
Fazit und persönliche Empfehlungen
Tromsø ist eine Stadt, die uns in vielerlei Hinsicht beeindruckt hat. Die Landschaft ist atemberaubend, die Menschen sind freundlich und die Atmosphäre ist entspannt und einladend. Es ist ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann, die Natur genießen kann und neue Energie tanken kann. Wir können Tromsø jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem besonderen Reiseziel ist. Besonders für kulturinteressierte und genussorientierte Reisende ist die Stadt ein wahrer Traum.
Wenn wir die Reise noch einmal planen würden, würden wir versuchen, im Winter oder Frühjahr zu reisen, um die Chancen auf eine Sichtung der Nordlichter zu erhöhen. Außerdem würden wir mehr Zeit für Ausflüge in die Umgebung einplanen, um die Landschaft und die Natur noch besser kennenlernen zu können. Und natürlich würden wir noch einmal im Restaurant „Emma’s Drømmekjøkken“ essen!
Und für alle, die wie wir die Nordlichter suchen: Gebt nicht auf! Auch wenn ihr sie nicht sofort seht, lohnt es sich, geduldig zu sein und die Schönheit der Landschaft zu genießen. Vielleicht habt ihr ja mehr Glück als wir!