Asien - Japan - Fukuoka

Reisebericht Asien - Japan - Fukuoka

Der Geruch von geröstetem Seetang vermischte sich mit dem süßlichen Duft von irgendwelchem Obst, das ich noch nicht identifizieren konnte. Ich stand also da, mitten im Flughafen Fukuoka, versuchte, meinen Rucksack irgendwie aufrecht zu halten und gleichzeitig nicht völlig verloren auszusehen. Um mich herum ein Gewusel aus Leuten, die auf Japanisch, Koreanisch und noch ein paar anderen Sprachen durcheinanderredeten. Echt verrückt, wenn man bedenkt, dass ich noch vor ein paar Monaten in einem stickigen Studentenwohnheim in Deutschland saß und mir Japan als unerreichbaren Traum vorstellte.

Backpacking mit Köpfchen

Okay, kurz zur Vorgeschichte. Ich bin Leo, 20 Jahre alt, studiere noch und bin quasi chronisch pleite. Aber hey, wer braucht schon viel Geld, wenn er Lust auf Abenteuer hat? Das hier ist also mein Versuch, Asien zu erkunden, ohne gleich mein ganzes Erspartes auf den Tisch zu legen. Die Idee ist simpel: Backpacking kombiniert mit Workaways. Workaway? Sagen wir mal, ich tausche ein paar Stunden Arbeit pro Tag gegen Kost und Logis. Hab schon auf einer Bio-Farm in Portugal mitgemacht und war begeistert. Jetzt soll’s nach Japan gehen!

Fukuoka: Warum ausgerechnet hier?

Gute Frage! Die meisten Touristen landern ja in Tokio oder Osaka, aber ich wollte es etwas anders. Fukuoka ist eine Großstadt, aber deutlich entspannter und günstiger als die beiden Mega-Cities. Außerdem soll die Küche hier richtig gut sein – und das als Foodie natürlich ein riesiger Pluspunkt. Und mal ehrlich, wer will nicht mal Ramen essen, wo Ramen herkommt?

Die Anreise war… sagen wir mal, anstrengend. Zwei Flüge, ein langer Zwischenstopp und dann noch die ganze Gepäckschleuserei. Aber als ich endlich aus dem Flughafen kam und die warme, feuchte Luft spürte, war’s das alles wert. Die Stadt wirkte sofort einladend. Überall grüne Pflanzen, moderne Gebäude und irgendwie eine ganz besondere Atmosphäre.

Erste Schritte in der Stadt

Ich hatte mir ein Hostel in der Nähe des Hakata Bahnhofs gebucht. Das ist quasi das Herzstück von Fukuoka, ein riesiger Knotenpunkt für Züge, Busse und U-Bahnen. Den Bahnhof selbst finde ich echt beeindruckend, so modern und riesig. Ich war ehrlich gesagt erstmal überwältigt.

Nach dem Check-in im Hostel – ein typisches, lebendiges Backpacker-Loch mit gemischten Betten und einer Küche, in der ständig irgendjemand Nudeln kocht – ging’s direkt auf die Straße. Ich wollte die Gegend erkunden und erstmal einen Überblick verschaffen. Die ersten paar Stunden bin ich einfach ziellos durch die Straßen gelaufen, hab die Leute beobachtet und versucht, ein bisschen Japanisch aufzuschnappen. Das mit dem Japanisch ist aber echt schwierig. Ich hab vor der Reise zwar ein paar Grundphrasen gelernt, aber in der Praxis ist das alles viel komplizierter.

Ein kulinarischer Zwischenstopp

Aber genug geredet, jetzt zum Wichtigsten: dem Essen! Ich hatte schon online gelesen, dass man in Fukuoka unbedingt Hakata Ramen probieren muss. Also hab ich mich auf die Suche nach einem guten Ramen-Laden gemacht. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Das Ramen war einfach unglaublich lecker, die Brühe tiefaromatisch und die Nudeln perfekt al dente. Dazu noch ein Glas kaltes japanisches Bier – einfach herrlich!

Ich hab mich dann noch in einem kleinen Park niedergelassen und die Atmosphäre genossen. Überall spielten Kinder, alte Leute machten Tai Chi und junge Leute trafen sich zum Plaudern. Ich fühlte mich sofort wohl und willkommen. Es war ein perfekter erster Eindruck von Fukuoka.

Die Workaway-Suche beginnt

Nach diesem gelungenen Start ging es zurück ins Hostel, um mich dem eigentlichen Zweck meiner Reise zu widmen: der Workaway-Suche. Ich hatte schon vor der Abreise ein paar Anfragen verschickt, aber noch keine Zusage bekommen. Ich hoffe, ich finde bald ein passendes Projekt, damit ich nicht mein ganzes Geld für Unterkünfte und Essen ausgeben muss. Aber egal wie es läuft, ich bin jetzt schon total begeistert von Fukuoka und freue mich auf die nächsten Wochen. Es bleibt spannend, ob ich hier die perfekte Mischung aus Abenteuer, Kultur und Workaway finde, aber eins ist sicher: diese Stadt hat mich vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen und ich bin gespannt, was noch alles passieren wird.

Auf der Suche nach dem perfekten Workaway

Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen der Workaway-Suche. Ich saß Stunden im Hostel-Café, tippte Anfragen, las Bewertungen und versuchte, den perfekten Job zu finden. Es ist gar nicht so einfach, wie es klingt. Entweder waren die Projekte schon besetzt, die Aufgaben nicht wirklich meins oder die Lage einfach zu abgelegen. Ich hatte mich auf alles beworben, was in die Richtung „Nachhaltigkeit“, „Öko-Landbau“ oder einfach „Hilfe im Haushalt“ ging. Irgendwann fing ich an, mir Sorgen zu machen, ob ich überhaupt noch einen Workaway finden würde.

Entdeckungstour durch Tenjin

Um mich vom Workaway-Stress abzulenken, beschloss ich, die Stadt ein bisschen besser kennenzulernen. Ich hatte gehört, dass Tenjin das Einkaufsviertel von Fukuoka ist, also ging ich los, um mich umzusehen. Und wow, da ging es richtig rund! Überall riesige Kaufhäuser, kleine Boutiquen, Restaurants und Cafés. Ich hab mich erstmal verloren in diesem Labyrinth aus Geschäften und Menschen.

Was mir sofort aufgefallen ist, ist die unglaubliche Vielfalt an Essen. Überall gab es kleine Stände, die Takoyaki (frittierte Teigbällchen mit Oktopus), Yakitori (gegrillte Hähnchenspieße) und andere Leckereien verkauften. Ich konnte einfach nicht widerstehen und hab mir ein paar Takoyaki gegönnt. Super lecker, aber auch super heiß! Hab mich fast verbrannt!

Ohori Park: Eine grüne Oase

Nach dem Trubel in Tenjin brauchte ich dringend eine Auszeit. Also bin ich zum Ohori Park gegangen. Der Park liegt am Fuße einer alten Burg und ist eine riesige grüne Oase mitten in der Stadt. Ich hab mir ein Fahrrad gemietet und bin um den See gefahren. Die Luft war frisch und sauber und die Aussicht einfach wunderschön.

Ich hab auch eine kleine japanische Teezeremonie besucht. Das war ein total ungewohntes Erlebnis. Alles war sehr formal und zeremoniell. Aber die Atmosphäre war sehr entspannend und der Tee schmeckte fantastisch. Ich hab mich gefühlt, als wäre ich in einer anderen Welt.

Pech mit dem Job und ein freundlicher Yatai-Besitzer

Leider kam dann die nächste Absage für einen Workaway. Ich war echt frustriert. Ich saß abends etwas niedergeschlagen am Fluss und beobachtete die Yatai – die kleinen Essensstände, die abends aufgebaut werden. Plötzlich kam ein freundlicher Yatai-Besitzer auf mich zu und bot mir eine Schale Ramen an. Er hat mir erzählt, dass er früher auch viel gereist ist und verstanden hat, wie schwer es sein kann, im Ausland unterzukommen. Sein Ramen war das Beste, was ich seit meiner Ankunft in Fukuoka gegessen habe – und seine Freundlichkeit hat mir den Tag gerettet.

Ein Lichtblick: Die Bio-Farm

Am nächsten Morgen kam dann endlich die erlösende Nachricht: Ich hatte einen Workaway auf einer Bio-Farm etwas außerhalb von Fukuoka bekommen! Die Farm liegt in den Bergen und produziert Gemüse, Obst und Reis. Ich freue mich total darauf, dort zu arbeiten und mehr über ökologischen Landbau zu lernen. Die Farmbetreiberin ist Japanerin und spricht etwas Englisch, also sollte die Kommunikation kein Problem sein. Und das Beste: Ich bekomme sogar ein kleines Zimmer auf der Farm gestellt. So, das war es also mit dem Hostel. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet, und freue mich auf die kommenden Wochen im ländlichen Japan – diese Reise hat definitiv noch einige Überraschungen für mich bereithalten.

Die Fahrt zur Bio-Farm war ein bisschen abenteuerlich. Eine Kombination aus Zug, Bus und einem kurzen Fußmarsch durch Reisfelder. Aber als ich ankam, wurde ich mit einem atemberaubenden Blick auf die Berge und einer unglaublich herzlichen Atmosphäre belohnt. Die Farm wird von einer Familie geführt, die schon seit Generationen ökologisch arbeitet. Ich half beim Gemüseanbau, bei der Ernte und bei der Verarbeitung der Produkte. Es war harte Arbeit, aber es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Und das Essen war einfach unschlagbar – alles frisch vom Feld auf den Tisch.

Leben auf der Farm und die Herausforderungen des Japanisch

Das Japanisch war weiterhin eine Herausforderung. Die Farmbetreiberin hat zwar ein bisschen Englisch gesprochen, aber die Kommunikation war oft schwierig. Ich habe versucht, so viele japanische Wörter und Sätze wie möglich zu lernen, aber es ist echt schwer, wenn man nicht ständig die Möglichkeit hat, sie zu üben. Aber die Leute waren immer sehr geduldig und hilfsbereit. Sie haben sich die Mühe gemacht, mich zu verstehen, auch wenn ich mich oft missverständlich ausgedrückt habe.

Kulturelle Unterschiede und Aha-Momente

Es gab so viele kulturelle Unterschiede, die mir aufgefallen sind. Zum Beispiel die japanische Höflichkeit und Bescheidenheit. Die Leute sind immer sehr respektvoll und zurückhaltend. Sie wollen niemanden aufdringlich sein oder stören. Das ist wirklich erfrischend, wenn man aus einer Kultur kommt, in der die Leute oft direkter und offener sind. Aber es war auch manchmal schwierig, die unausgesprochenen Regeln und Erwartungen zu verstehen.

Rückblick und was ich gelernt habe

Nach ein paar Wochen auf der Farm war es Zeit, mich zu verabschieden. Es war schwer, Abschied zu nehmen, aber ich wusste, dass ich viele unvergessliche Erfahrungen und wertvolle Lektionen mitgenommen habe. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, offen für neue Kulturen zu sein und sich auf die Herausforderungen einzulassen. Und ich habe gelernt, wie viel Freude es machen kann, mit den Händen zu arbeiten und etwas Sinnvolles zu tun.

Mein Fazit: Fukuoka, du warst toll!

Fukuoka hat mich wirklich überrascht und begeistert. Es ist eine Stadt, die eine perfekte Mischung aus Moderne und Tradition bietet. Hier kann man die pulsierende Stadtleben genießen, aber auch die Ruhe und Schönheit der Natur erleben. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit, und das Essen ist einfach fantastisch. Ich kann Fukuoka jedem empfehlen, der ein authentisches und unvergessliches Reiseerlebnis sucht. Und ich bin mir sicher, dass ich noch einmal zurückkommen werde.

Meine Top-Tipps für Fukuoka

Okay, bevor ich gehe, hier noch ein paar Tipps für alle, die nach Fukuoka reisen möchten:

    👤 Wanderer (55) der lange Wanderwege und Naturpfade erkundet ✍️ poetisch und philosophisch