Europa - Spanien - Costa Blanca

Reisebericht Europa - Spanien - Costa Blanca

Der Geruch von Salz und Sonnencreme kitzelte in meiner Nase, vermischt mit dem leicht öligen Duft von frisch gebratenem Fisch. Lina, meine Frau, versuchte gleichzeitig, unser kleines Lotte aus dem Tragetuch zu bekommen und den Buggy aufzuklappen. Ein bisschen chaotisch, ja, aber irgendwie auch perfekt. Wir waren endlich da – an der Costa Blanca.

Die Entscheidung für Spanien

Eigentlich hatten wir ja mit Lotte erst nächstes Jahr mit Urlauben geplant, aber irgendwie war uns danach. Die Vorstellung von einem entspannten Urlaub, weit weg vom grauen Alltag, war einfach zu verlockend. Und dann kam die Frage: Wohin? Wir wollten es kinderfreundlich, aber nicht total überlaufen, mit ein bisschen Kultur, gutem Essen und natürlich viel Sonne. Nach einigem Recherchieren fiel die Wahl auf die Costa Blanca. Die Region schien genau das Richtige zu sein – nicht so touristisch überladen wie die Balearen, dafür aber mit wunderschönen Stränden, charmanten Städten und einem angenehmen Klima.

Ein bisschen Hintergrund

Die letzten Monate waren… intensiv. Die erste Zeit mit einem Baby ist ja toll, wirklich. Aber auch anstrengend. Schlafentzug, Still-Probleme, ständige Sorgen – da vergisst man schnell, dass es auch noch ein Leben außerhalb von Windeln und Babybrei gibt. Wir brauchten dringend eine Auszeit, Zeit zu zweit, aber eben auch eine Zeit, in der wir Lotte die Welt ein bisschen entdecken lassen konnten. Ein Urlaub, der uns allen guttat.

Die Ankunft in Calpe

Wir hatten uns für Calpe entschieden, ein kleines Küstenstädtchen mit dem markanten Peñón de Ifach, einem riesigen Felsen, der direkt aus dem Meer ragt. Schon bei der Fahrt vom Flughafen Alicante nach Calpe waren wir begeistert. Die Landschaft war einfach atemberaubend – hohe Berge, grüne Täler und das tiefblaue Meer.

Die Unterkunft, ein kleines Apartment mit Meerblick, war perfekt. Nicht luxuriös, aber sauber, gemütlich und mit allem ausgestattet, was wir brauchten. Lina und ich teilten uns die Arbeit: Ich baute das Reisebett auf, während sie die kleinen Klamotten von Lotte auspackte. Lotte selbst war überraschend entspannt. Sie döste im Tragetuch, ab und zu ein kleines Gähnen, aber sonst keine Beschwerden.

Erste Eindrücke

Calpe wirkte sofort einladend. Die Menschen waren freundlich, die Atmosphäre entspannt. Wir machten einen ersten Spaziergang durch die Altstadt, vorbei an kleinen Geschäften, Tapas-Bars und Restaurants. Überall war es belebt, aber nicht überfüllt. Der Duft von frisch gebackenem Brot und gebratenem Fisch lag in der Luft. Wir aßen zu Mittag in einer kleinen Tapas-Bar und probierten verschiedene spanische Spezialitäten. Lotte fand den Lärm und die vielen Eindrücke spannend und lächelte uns vergnügt an.

Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang am Strand. Der Sand war fein und weiß, das Wasser kristallklar. Lotte liebte es, barfuß im Sand zu spielen und die kleinen Wellen zu beobachten. Wir saßen am Strand und genossen die Sonne, während Lotte zufrieden in unserem Arm einschlief.

Dieser erste Tag an der Costa Blanca war einfach perfekt. Es war genau das, was wir uns erhofft hatten: Ein entspannter Urlaub, weit weg vom Alltag, mit viel Sonne, gutem Essen und einer glücklichen kleinen Tochter. Aber es war ja erst der Anfang, und wir waren gespannt darauf, was die nächsten Tage noch bringen würden – die Erkundung der Umgebung, der Besuch anderer Städte, die Entdeckung neuer Strände und natürlich viele weitere unvergessliche Momente mit Lotte. Jetzt ging es erstmal darum, herauszufinden, welche kinderfreundlichen Aktivitäten Calpe und die Umgebung uns noch bieten würden.

Entdeckungstour durch Calpe und Umgebung

Am nächsten Tag beschlossen wir, Calpe etwas genauer zu erkunden. Wir hatten gelesen, dass es eine kleine Altstadt gibt, die man unbedingt gesehen haben muss. Also packten wir Lotte in die Trage und machten uns auf den Weg. Die Gassen waren eng und verwinkelt, gesäumt von kleinen, bunten Häusern. Überall hingen Blumenkästen und es duftete nach frischem Brot. Es war wunderschön, aber auch ganz schön anstrengend mit der Trage und den unebenen Pflastersteinen. Einmal stolperte ich fast und Lina musste mich im letzten Moment auffangen. Lotte fand es aber spannend, all die neuen Eindrücke zu beobachten und kicherte vergnügt.

Der Markt von Calpe

Wir landeten auf dem Markt von Calpe. Ein riesiges Durcheinander aus Ständen mit frischem Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Käse, Oliven und allem, was das Herz begehrt. Es war laut und geschäftig, aber auch unglaublich lebendig. Wir kauften ein paar frische Orangen und Mandeln, und Lina versuchte, ein paar lokale Käsesorten zu probieren. Lotte war von all den Gerüchen und Farben überwältigt und wurde irgendwann etwas quengelig. Also beschlossen wir, den Markt zu verlassen und uns eine Pause zu gönnen.

Ein Ausflug nach Jávea

Ein paar Tage später machten wir einen Ausflug in das benachbarte Jávea. Wir hatten gehört, dass es dort einen wunderschönen Sandstrand mit flachem Wasser gibt, der ideal für Kinder ist. Die Fahrt dorthin führte uns durch eine atemberaubende Landschaft mit Olivenhainen und Pinienwäldern. Jávea erwies sich als ein charmantes Städtchen mit einer schönen Altstadt und einem malerischen Hafen.

Der Arenal-Strand

Der Arenal-Strand war wirklich wunderschön. Der Sand war fein und weiß, das Wasser klar und flach. Lotte liebte es, im Wasser zu planschen und Sandburgen zu bauen. Wir verbrachten den ganzen Tag am Strand, badeten, sonnten uns und spielten mit Lotte. Gegen Abend, als die Sonne langsam unterging, aßen wir in einem kleinen Strandrestaurant Paella. Es war ein perfekter Tag.

Allerdings gab es dann doch noch eine kleine Überraschung. Auf dem Heimweg, als wir fast wieder in Calpe waren, bemerkten wir plötzlich, dass Lotte sehr unruhig war. Sie hatte wahrscheinlich Zahnschmerzen, denn sie knabberte ständig an ihren Fäustchen und weinte. Lina und ich tauschten besorgte Blicke. Wir fuhren sofort in die nächste Apotheke und kauften ein Zahnungsgel. Das beruhigte Lotte zum Glück schnell, aber es war trotzdem ein bisschen stressig.

Rückblick und Ausklang

Trotz dieser kleinen Pannen war unser Urlaub an der Costa Blanca wunderschön. Wir hatten viele unvergessliche Momente erlebt, die Region erkundet und vor allem viel Zeit mit Lotte verbracht. Die Mischung aus Kultur, Natur und Entspannung war genau das Richtige für uns. Jetzt, am letzten Tag, saßen wir auf unserem Balkon, tranken einen Kaffee und blickten auf das Meer. Lotte schlief friedlich in ihrem Kinderwagen. Dieser Urlaub hatte uns gezeigt, dass es auch mit Baby möglich ist, einen entspannten und erholsamen Urlaub zu verbringen – man muss nur ein bisschen flexibel sein und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und so standen die Koffer schon bereit, doch das Gefühl von Sonnenschein und glücklichen Momenten würde uns noch lange begleiten.

Die letzten Stunden vergingen wie im Flug. Wir packten die letzten Souvenirs ein, kleine Muscheln und ein buntes Holzspielzeug für Lotte. Es war ein bisschen traurig, diesen kleinen Alltag hinter uns zu lassen, aber auch schön, die Vorfreude auf das Zuhause und das Wiedersehen mit Familie und Freunden zu spüren. Lotte schlief tief und fest in ihrem Autositz, während wir die Küstenstraße entlangfuhren. Die Sonne spiegelte sich im Meer, und die Luft roch nach Salz und Pinien.

Ein paar Gedanken zum Abschluss

Dieser Urlaub war anders als alles, was wir bisher erlebt hatten. Vor Lotte waren wir einfach Reisende, die nach neuen Eindrücken und Abenteuern suchten. Jetzt sind wir Eltern, die eine Welt entdecken wollen – zusammen mit ihrem Kind. Es ist anstrengender, ja, aber auch unendlich bereichernd. Wir haben gelernt, dass es nicht darum geht, möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu besuchen, sondern darum, die kleinen Momente zu genießen – Lottes Lächeln beim Planschen im Meer, das gemeinsame Eis in einer kleinen Tapas-Bar, die gemeinsame Zeit als Familie.

Was uns besonders gefallen hat

Calpe hat uns wirklich überrascht. Die Stadt ist nicht zu groß, nicht zu klein, und bietet eine perfekte Mischung aus Kultur, Natur und Entspannung. Der Arenal-Strand war ideal für Lotte, mit seinem flachen Wasser und dem feinen Sand. Wir haben auch die Altstadt sehr geschätzt, mit ihren engen Gassen und den kleinen Geschäften. Ein Highlight war der Ausflug nach Jávea, ein charmantes Städtchen mit einer wunderschönen Küstenlinie. Wir haben dort eine köstliche Paella gegessen und den Sonnenuntergang am Strand genossen.

Tipps für andere Familien

Wenn ihr mit Baby an die Costa Blanca reisen möchtet, hier ein paar Tipps: Packt ausreichend Sonnencreme und Kopfbedeckung ein. Mietet ein Auto, um die Umgebung zu erkunden. Sucht euch eine Unterkunft mit Küchenzeile, damit ihr selbst Babybrei zubereiten könnt. Und vor allem: Seid flexibel! Mit Baby ist nichts planbar, aber das ist okay. Genießt einfach die Zeit zusammen und lasst euch treiben.

Für uns war dieser Urlaub ein wichtiger Schritt, um als Familie zusammenzuwachsen. Wir haben gelernt, dass wir auch mit Baby reisen können, und dass es auch mit Baby wunderschöne Erfahrungen gibt. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, um noch mehr von der Costa Blanca zu entdecken. Vielleicht nächstes Jahr mit einem größeren Kind und noch mehr Abenteuern. Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf das Zuhause und die vielen schönen Erinnerungen, die wir mit nach Hause nehmen.

    👤 Entdecker (30) der abgelegene Orte und unberührte Natur erkunden möchte ✍️ kritisch und hinterfragend