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Goa – Mehr als nur ein Strandparadies

Der Geruch von Nelken und Diesel hängt in der feuchten Luft, vermischt mit einer süßlichen Note, die ich nicht ganz zuordnen kann. Es ist kurz nach sechs Uhr morgens, und die ersten Tuk-Tuks dröhnen über den staubigen Platz vor dem Flughafen Dabolim. Ich lehne mich an meinen Rucksack, die Yoga-Matte dran geschnallt, und atme tief ein. Goa. Endlich.

Ein langer Weg und ein tiefer Wunsch

Die Idee zu dieser Reise kam mir während eines besonders kalten, grauen Novembers in Berlin. Ich hatte gerade ein intensives Yoga-Retreat geleitet, die Teilnehmer waren voller Energie und innerer Ruhe nach Hause gefahren, und ich selbst fühlte mich…leer. Nicht traurig, eher ausgelaugt. Ich brauchte dringend etwas Neues, etwas, das meine eigene Batterie wieder auflädt. Und ich wollte dieses Mal nicht einfach nur reisen, sondern wirklich eintauchen, mich verbinden. Ich hatte schon lange eine Sehnsucht nach Indien, nach dieser pulsierenden Energie, diesen Farben, diesen Düften. Als Yoga-Lehrerin bin ich natürlich mit der indischen Philosophie und den Ursprüngen des Yoga vertraut, aber das ist etwas anderes, als das Land mit eigenen Augen zu sehen, zu spüren, zu erleben. Ich hatte beschlossen, einen Monat in Goa zu verbringen, um ein kleines, privates Retreat zu organisieren – eine Kombination aus täglicher Yoga-Praxis, Meditation, ayurvedischen Behandlungen und natürlich, der Erkundung dieses faszinierenden Küstenstreifens.

Erste Begegnungen und ein Kaleidoskop der Farben

Der Weg vom Flughafen zu meiner Unterkunft, einem kleinen, familiengeführten Gästehaus in Palolem, war schon ein Erlebnis für sich. Die Landschaft wechselte ständig – Reisfelder, Palmenhaine, bunte Häuser, kleine Tempel, überall Menschen, Kühe, Hühner. Ich saß in einem kleinen, offenen Jeep und versuchte, alles aufzusaugen. Die Farben sind unglaublich intensiv. Nicht die subtilen, gedeckten Töne, an die ich aus Europa gewöhnt bin, sondern ein leuchtendes, fast schreiendes Grün, ein tiefes, sattes Rot, ein strahlendes Gelb. Und überall sind diese kleinen, bunte Figuren am Straßenrand, die ich später als Götter und Göttinnen identifizieren sollte.

Die Menschen sind freundlich, neugierig, aber nicht aufdringlich. Immer wieder lächeln sie mich an, nicken mir zu, begrüßen mich mit einem freundlichen "Namaste". Ich versuche, ihren Blick zu erwidern, meine Dankbarkeit auszudrücken. Es ist eine ganz andere Art von Begegnung, als ich sie aus dem hektischen Stadtleben kenne. Hier scheint die Zeit langsamer zu vergehen, die Menschen sind mehr im Moment.

Palolem – ein erster Eindruck

Palolem ist wunderschön. Ein langer, halbmondförmiger Strand mit feinem, weißem Sand, gesäumt von Palmen. Das Wasser ist warm und klar, in allen möglichen Blautönen schimmernd. Überall sind kleine Fischerboote, die sanft auf den Wellen schaukeln.

Mein Gästehaus ist einfach, aber sauber und gemütlich. Es besteht aus ein paar kleinen Hütten, die um einen üppigen Garten herum angeordnet sind. Die Besitzer, eine alte Dame namens Lakshmi und ihr Sohn Ravi, sind unglaublich gastfreundlich. Sie haben mich sofort mit einem Glas Chai empfangen und mir ein paar Früchte angeboten. Ich fühle mich hier schon jetzt wohl und geborgen.

Ich hatte mir vorgenommen, die ersten Tage einfach nur zur Akklimatisierung zu nutzen, mich zu entspannen, die Umgebung zu erkunden und mich mit der lokalen Kultur vertraut zu machen. Aber ich merke schon jetzt, dass dies leichter gesagt als getan sein wird. Goa ist ein Ort, der einen sofort in seinen Bann zieht, der einen herausfordert, der einen verändert. Die ersten Eindrücke sind überwältigend, die Neugier ist geweckt. Ich spüre eine tiefe Verbundenheit mit diesem Ort, eine innere Ruhe, die ich schon lange nicht mehr empfunden habe. Ich bin gespannt darauf, was die nächsten Wochen bringen werden, welche Erfahrungen ich machen werde, welche Menschen ich kennenlernen werde. Denn ich ahne, dass dieser Ort mehr ist als nur ein Reiseziel – er ist ein Spiegel meiner Seele, ein Ort der Transformation und der Heilung. Und ich bin bereit, mich darauf einzulassen. Die ersten Yogastunden am Strand sind bereits geplant und ich kann es kaum erwarten, meine Teilnehmer kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam in die Welt des Yoga und des Wohlbefindens einzutauchen.

Der Duft von Gewürzen und das Chaos von Margao

Die ersten Tage verbrachte ich damit, Palolem zu erkunden, die kleinen Strandhütten zu testen – jeder hat seine Spezialität, von frischem Fisch bis zu unglaublich leckeren Currys – und mich an den Rhythmus des Strandes zu gewöhnen. Aber ich wollte mehr sehen, mehr erleben. Also beschloss ich, einen Tag nach Margao zu fahren, der zweitgrößten Stadt in Goa. Ravi organisierte mir einen Fahrer, einen freundlichen Mann namens Suresh, der mir während der gesamten Fahrt Geschichten über Goa erzählte. Margao ist das genaue Gegenteil von Palolem. Kein friedlicher Strand, kein sanftes Rauschen der Wellen, sondern ein pulsierendes, chaotisches Treiben. Überall Tuk-Tuks, Motorräder, Autos, Menschen, die an den Straßenständen handeln. Der Duft von Gewürzen liegt in der Luft, vermischt mit dem Geruch von Abgasen und dem süßen Duft von Jasminsorten, die über die Zäune der alten portugiesischen Häuser wuchsen. Ich fühlte mich sofort überwältigt, aber auch fasziniert.

Suresh führte mich durch die engen Gassen des Marktes, vorbei an Ständen mit frischem Obst und Gemüse, Gewürzen, Kleidung, Schuhen. Ich probierte Mangos, die so süß und saftig waren, dass sie fast zerliefen, und kaufte eine handgemachte Kokosnuss-Schale als Souvenir. Wir besuchten auch die Kirche der Unbefleckten Empfängnis, eine beeindruckende, barocke Kirche, die an die portugiesische Kolonialgeschichte Goas erinnert.

Ein kleiner Fauxpas und die Gastfreundschaft der Einheimischen

Bei einem kleinen Straßenhändler kaufte ich eine wunderschöne, handbemalte Schale. Ich war so begeistert, dass ich vergaß, zu fragen, was sie kostet. Als ich ihn bezahlen wollte, zeigte er einen Preis, der mir viel zu hoch erschien. Ich war irritiert und wollte handeln, aber dann merkte ich, dass ich mich unhöflich verhalten hatte. Ich hatte vergessen, dass in Indien oft erst gehandelt wird, bevor der Preis festgelegt wird. Ich entschuldigte mich sofort bei dem Mann, erklärte ihm, dass ich Tourist bin und mich mit den lokalen Gepflogenheiten nicht auskenne. Er lachte und sagte, dass das kein Problem sei. Er gab mir die Schale für einen fairen Preis und schenkte mir sogar noch eine kleine Kokosnuss als Geschenk. Ich war so berührt von seiner Gastfreundschaft und Großzügigkeit.

Panjim – Ein Hauch von Portugal

Ein paar Tage später besuchte ich Panjim, die Hauptstadt Goas. Die Stadt hat eine ganz besondere Atmosphäre, die von der portugiesischen Kolonialgeschichte geprägt ist. Die alten, bunten Häuser mit ihren verzierten Balkonen erinnern an Lissabon oder Porto. Die engen Gassen sind gesäumt von kleinen Cafés, Restaurants und Geschäften.

Ich schlenderte durch das Viertel Fontainhas, das lateinische Viertel, und bewunderte die wunderschönen Häuser und die bunten Fassaden. Ich besuchte die Kirche Bom Jesus, in der die sterblichen Überreste des Heiligen Franz Xaverius aufbewahrt werden. Ich aß in einem kleinen Café ein Pastéis de Natas, ein portugiesisches Gebäck, das unglaublich lecker war.

Yoga am Fluss und die Suche nach innerer Ruhe

Eines Morgens fand ich einen kleinen Yoga-Studio am Fluss Mandovi. Die Yogalehrerin, eine indische Frau namens Priya, war unglaublich erfahren und inspirierend. Die Yoga-Stunde fand draußen statt, mit Blick auf den Fluss. Die Sonne schien warm auf meine Haut, der Wind wehte sanft durch die Bäume, und ich fühlte mich tief verbunden mit der Natur und mit mir selbst.

Nach der Yogastunde saß ich noch eine Weile am Fluss und beobachtete das Treiben. Fischerboote zogen langsam vorbei, Kinder spielten am Ufer, und alte Männer saßen auf ihren Stühlen und rauchten Pfeife. Ich spürte eine tiefe innere Ruhe und Zufriedenheit. Goa hatte mich verzaubert. Es hatte mich gelehrt, langsamer zu leben, im Moment zu sein und die kleinen Dinge zu schätzen. Die Reise neigte sich dem Ende zu, aber ich wusste, dass ein Teil von mir für immer in Goa zurückbleiben würde, tief verwurzelt in der Erde, im Herzen der Menschen und in der Schönheit der Natur. Und ich wusste auch, dass dies nicht meine letzte Reise nach Indien sein würde.

Die letzten Tage in Goa sind wie im Flug vergangen. Es ist schwer zu glauben, dass ich schon wieder abreisen muss. Ich sitze gerade in einem kleinen Café in Palolem, trinke einen Chai und beobachte das bunte Treiben am Strand. Die Sonne scheint warm auf meine Haut, der Wind weht sanft durch die Palmen, und ich spüre eine tiefe Dankbarkeit für all die Erfahrungen, die ich hier gemacht habe.

Abschied von Palolem

Palolem ist ein Ort, der mich tief berührt hat. Die entspannte Atmosphäre, die freundlichen Menschen, die wunderschöne Natur – es ist ein Paradies für alle, die Ruhe und Erholung suchen. Ich habe jeden Morgen mit Yoga am Strand begonnen, den Tag mit einem Bad im warmen Wasser abgeschlossen und die Abende mit Freunden und Einheimischen verbracht. Ich habe gelernt, langsamer zu leben, im Moment zu sein und die kleinen Dinge zu schätzen.

Die Magie der Ayurveda-Behandlungen

Ein besonderes Highlight meiner Reise waren die ayurvedischen Behandlungen, die ich in einem kleinen Wellness-Zentrum in der Nähe von Palolem genossen habe. Die erfahrenen Therapeuten haben mich mit warmen Ölen massiert, mir Kräuterbäder verabreicht und mir geholfen, meinen Körper und Geist in Einklang zu bringen. Ich habe mich danach wie neu geboren gefühlt, voller Energie und Lebensfreude.

Ein letzter Blick auf Margao

Bevor ich abreiste, habe ich noch einmal Margao besucht. Ich wollte noch einmal durch die engen Gassen schlendern, die bunten Häuser bewundern und die Atmosphäre der Stadt auf mich wirken lassen. Ich habe in einem kleinen Café ein leckeres Curry gegessen und mir ein paar Souvenirs gekauft.

Mehr als nur ein Urlaub

Diese Reise nach Goa war mehr als nur ein Urlaub. Es war eine Reise zu mir selbst, eine Reise der Heilung und Transformation. Ich habe gelernt, meine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und auf sie einzugehen. Ich habe gelernt, mich von alten Mustern zu lösen und neue Wege zu gehen. Ich habe gelernt, dankbar zu sein für all das Gute in meinem Leben.

Meine Empfehlungen

Wenn du auf der Suche nach einem Ort bist, der dich inspiriert, heilt und transformiert, dann kann ich dir Goa nur empfehlen. Hier sind ein paar Tipps, die dir helfen werden, das Beste aus deiner Reise zu machen:

  • Yoga und Meditation: Nimm an einer Yoga-Stunde am Strand teil oder meditiere in der Natur. Es gibt viele Möglichkeiten, deinen Körper und Geist in Einklang zu bringen.
  • Ayurveda: Gönn dir eine ayurvedische Behandlung. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, dich zu entspannen und deinen Körper zu heilen.
  • Lokale Küche: Probiere die lokale Küche. Es gibt viele leckere Gerichte, die du unbedingt probieren solltest.
  • Offenheit: Sei offen für neue Erfahrungen und Begegnungen. Die Menschen in Goa sind sehr freundlich und gastfreundlich.

Ich werde Goa nie vergessen. Es ist ein Ort, der mich für immer in meinem Herzen tragen wird.

    • Palolem – Der ruhige Strand für Yoga und Entspannung
    • Margao – Die Stadt mit dem portugiesischen Flair
    • Palolem Beach – Perfekt für Sonnenanbeter und Wassersportler
    • Palolem – Der idyllische Küstenort
👤 Yoga-Lehrerin (32) die Yoga-Retreats und Wellness-Erlebnisse kombiniert ✍️ audiovisuell und immersiv