Berlin – Eine späte Reise
Ankunft im Herzen der Stadt
Der Hostel-Typ, ein junger Mann mit viel zu vielen Piercings, hatte mir erklärt, wie ich zum "Sunflower" komme. Kostete nur 18 Euro die Nacht, mit Frühstück. Frühstück! Konnte ich nicht meckern. Rucksack war schwer, aber ich bin ja nicht mehr der Jüngste. Die Beine machen nicht mehr so mit, wie früher. 70 Jahre wiegt man halt. Nicht nur am Körper. Ich hatte mir vorgenommen, dieses Jahr mal wieder was von der Welt zu sehen. Meine Frau, Martha, war vor zwei Jahren gestorben. Hatte immer gesagt, wir sollten verreisen, wenn wir im Ruhestand sind. Sind wir ja. Bin ich ja. Aber sie... naja. Also hab ich beschlossen, das für uns beide zu machen. Nicht für mich allein. Und Berlin war ihr Traumziel gewesen. Hatte mal in einem Buch gelesen, irgendwas über die Kunstszene hier.Das Sunflower Hostel
Das Hostel war… speziell. Viele junge Leute, viel Lärm. Aber sauber. Und die Betten waren überraschend bequem. Hab ein kleines Zimmer bekommen, mit einem Fenster zum Hof. Konnte ich zumindest meinen Rucksack abstellen und mal kurz durchatmen. Die ganze Busfahrt war schon anstrengend gewesen. Von Hamburg aus. War günstiger, als mit dem Zug. Und ich bin ja kein Mann, der es eilig hat.Die anderen Hostel-Gäste waren interessant. Ein paar Studenten aus Amerika, ein Pärchen aus Australien, ein junger Mann aus Japan, der ständig Fotos machte. Hab mich an einen Tisch gesetzt und eine Tasse Kaffee getrunken. Der war überraschend gut. Hab mich dann mit einem älteren Mann unterhalten, der auch alleine unterwegs war. War ein Engländer, auf dem Weg nach Polen. Haben uns ein bisschen über das Leben unterhalten. War nett.
Ein kleiner Spaziergang
Nach dem Kaffee hab ich mich auf den Weg gemacht, ein bisschen die Gegend zu erkunden. War ja direkt in der Nähe vom Alexanderplatz. Da war ganz schön viel los. Menschen, Autos, Straßenbahnen. Hab mich ein bisschen verloren gefühlt, aber irgendwie auch wohl.Bin an der Fernsehturm vorbeigegangen. Riesiges Ding. Hab aber nicht hochgefahren. War mir zu teuer. Und ehrlich gesagt, hab ich auch nicht so viel für Aussichtsplattformen übrig. Lieber schau ich mir die Stadt von unten an. So kriegt man sie besser mit.
Hab dann ein kleines Imbisslokal entdeckt, wo es Currywurst gab. Die hab ich mir gegönnt. War lecker. So richtig mit Pommes und Mayo. Hab sie an einem kleinen Tisch auf der Straße gegessen und die Leute beobachtet. War schön. Einfach schön.Erste Eindrücke
Berlin ist anders, als ich es erwartet hatte. Viel moderner, viel lebendiger. Aber auch ein bisschen chaotischer, ein bisschen dreckiger. Aber das ist okay. Das gehört dazu. Ist ja auch eine Großstadt.Ich hab das Gefühl, dass hier viel passiert. Dass es hier viele Menschen gibt, die etwas bewegen wollen. Das gefällt mir. Ich bin ja selbst nicht mehr so aktiv, aber ich kann es trotzdem schätzen.
Hab mich dann zurück zum Hostel begeben. War schon spät und ich war müde. Die Beine schmerzten und ich brauchte dringend eine Pause. Aber ich war zufrieden. Hatte einen guten ersten Tag in Berlin. Und ich freute mich darauf, was die nächsten Tage noch bringen würden. Und ich dachte, jetzt, wo ich hier bin, muss ich versuchen, nicht nur die Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern auch die Stadt selbst zu spüren, die Geschichten hinter den Fassaden zu entdecken.Hab mich dann zurück zum Hostel begeben. War schon spät und ich war müde. Die Beine schmerzten und ich brauchte dringend eine Pause. Aber ich war zufrieden. Hatte einen guten ersten Tag in Berlin. Und ich freute mich darauf, was die nächsten Tage noch bringen würden. Und ich dachte, jetzt, wo ich hier bin, muss ich versuchen, nicht nur die Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern auch die Stadt selbst zu spüren, die Geschichten hinter den Fassaden zu entdecken.
Prenzlauer Berg – Mehr als nur Cafés
Am nächsten Morgen hab ich mich aufgemacht, Prenzlauer Berg zu erkunden. Hab im Hostel so eine Art Stadtplan bekommen, mit ein paar Empfehlungen. War alles voller Cafés und kleinen Läden. Irgendwie alles sehr schick. Nicht so mein Fall, ehrlich gesagt. Aber trotzdem interessant.Bin dann auf einen kleinen Flohmarkt gestoßen. Da gab es allerhand zu sehen. Alte Möbel, Bücher, Schallplatten, Nippes. Hab mich ein bisschen umgesehen, aber nichts gekauft. War mir alles zu teuer, und ehrlich gesagt, hab ich auch keinen Platz im Rucksack. Hab dann aber einen alten Mann getroffen, der da einen Stand hatte. Der hat mir erzählt, dass er schon seit 40 Jahren auf dem Flohmarkt ist. War ein nettes Gespräch. Hab ihm ein bisschen was von meiner Frau erzählt. Der hat mich verstanden.
Hab dann versucht, mich mit dem Bus fortzubewegen. War gar nicht so einfach. Die Linien sind alle verworren und die Fahrpläne sind kompliziert. Hab mich zweimal verfahren und musste fragen. Zum Glück waren die Leute nett und haben mir geholfen. Aber ich hab mir geschworen, ab jetzt lieber zu Fuß zu gehen. Ist zwar anstrengender, aber dafür kriegt man die Stadt auch richtig mit.Ein Stolperstein und eine Gedenkstätte
Auf dem Weg hab ich dann so einen kleinen Stolperstein gesehen. So ein Messingplättchen in den Bürgersteig eingelassen. Hab erst gar nicht verstanden, was das ist. Hab dann aber ein Schild gesehen, mit einer Erklärung. Das sind Gedenkstätten für die Menschen, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurden. War ein schockierender Moment. Hab kurz angehalten und in mich hineingefühlt. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, was passiert ist, damit es sich nicht wiederholt.
Bin dann zur Gedenkstätte Berliner Mauer gegangen. War ein sehr bewegender Ort. Die Mauer, die Wachtürme, die Stacheldraht. Alles noch so präsent. Hab mich vorgestellt, wie es damals war, als die Stadt geteilt war. Die Menschen, die nicht zu ihren Familien und Freunden konnten. Es war ein trauriger Ort, aber auch ein wichtiger Ort. Hab lange dort gestanden und nachgedacht.
East Side Gallery – Kunst auf Beton
Am Nachmittag bin ich dann zur East Side Gallery gegangen. Das ist ein Teil der Berliner Mauer, der von Künstlern bemalt wurde. War ein beeindruckendes Spektakel. So viele verschiedene Bilder, so viele verschiedene Botschaften. Hab mich lange dort aufgehalten und die Kunstwerke betrachtet. Hat mir gut gefallen. War auch mal was anderes, als all die alten Denkmäler.
Hab dann noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert und ein paar Fotos gemacht. Hab versucht, die Atmosphäre der Stadt einzufangen. Das bunte Treiben, die alten Gebäude, die modernen Kunstwerke. Berlin ist eine Stadt voller Kontraste, aber gerade das macht sie so interessant. Die Tage vergingen wie im Flug, und ich spürte, wie die anfängliche Müdigkeit wich und eine stille Freude in mir aufstieg, denn ich ahnte, dass diese Reise nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine Art innerer Frieden war, den ich so lange gesucht hatte.
Die Tage in Berlin vergingen schnell. Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu viel zu sehen, nicht zu viel zu planen. Einfach die Stadt auf mich wirken zu lassen. Und das hat geklappt. Ich bin viel zu Fuß unterwegs gewesen, hab mich in kleinen Cafés ausgehüllt und die Leute beobachtet. Hab versucht, die Sprache der Stadt zu verstehen.
Rückblick und kleine Erkenntnisse
Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die Vielfalt. Berlin ist eine Stadt voller Gegensätze. Alte Gebäude stehen neben modernen, Armut neben Reichtum, Tradition neben Innovation. Und das macht die Stadt so spannend. Es gibt nicht die eine Berliner Geschichte, sondern viele. Und jede ist wert, erzählt zu werden.
Ich hab gelernt, dass man nicht viel Geld braucht, um glücklich zu sein. Ein gutes Buch, ein warmer Kaffee, ein freundliches Gespräch – das sind die Dinge, die wirklich zählen. Und Berlin bietet all das in Hülle und Fülle.
Prenzlauer Berg – Mehr als nur Cafés
Ich bin noch ein paar Mal durch Prenzlauer Berg geschlendert. War anfangs skeptisch wegen all der schicken Cafés, aber hab dann festgestellt, dass es da auch viele kleine Läden und Galerien gibt, die wirklich interessant sind. Hab mich mit einem alten Mann unterhalten, der seit 50 Jahren in dem Viertel wohnt. Der hat mir viel über die Geschichte von Prenzlauer Berg erzählt. War sehr aufschlussreich.
Der Flohmarkt – Eine Schatzsuche
Der Flohmarkt in Prenzlauer Berg war ein Highlight. Hab zwar nichts gekauft, aber viel gestöbert und interessante Leute getroffen. Die Atmosphäre war toll. Ein bisschen wie eine Zeitreise. Hab mich gefühlt, als wär ich in einem alten Film.
Meine Empfehlungen
Wenn ich jemandem raten würde, nach Berlin zu reisen, würde ich ihm sagen: Nimm dir Zeit. Plane nicht zu viel. Lass dich treiben. Und geh nicht nur zu den Sehenswürdigkeiten, sondern auch in die kleinen Viertel, in die versteckten Gassen, in die unscheinbaren Cafés. Dort findest du das wahre Berlin.
Und noch ein Tipp: Sprich mit den Leuten. Frag sie nach ihren Geschichten. Sie werden dir viel über die Stadt erzählen. Und du wirst viel über das Leben lernen.
Ich bin froh, dass ich diese Reise gemacht habe. Es war eine späte Reise, aber sie war es wert. Ich hab die Stadt lieben gelernt und viel über mich selbst gelernt. Und ich weiß jetzt, dass man nie zu alt ist, um neue Dinge zu entdecken.
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- East Side Gallery – Die Kunst auf den Mauerresten hat mich beeindruckt.
- Flohmarkt in Prenzlauer Berg – Ein toller Ort, um zu stöbern und Leute zu treffen.
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- East Side Gallery – Die Kunstwerke haben mich sehr berührt.
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- Prenzlauer Berg – Ein Viertel mit viel Geschichte und Atmosphäre.