Ein Stück Jakobsweg mit Familie: Kulinarische Entdeckungen in Santiago de Compostela
Die Idee und die Vorbereitung
Die Idee zu dieser Reise war eigentlich ganz simpel entstanden: Wir wollten raus, weg vom Alltag, aber eben nicht ins Luxushotel mit All-Inclusive. Wir sind einfach keine Leute dafür. Und ganz ehrlich, mit zwei kleinen Mäusen unter zehn Jahren reißt man das Budget schnell aus den Händen, wenn man nicht aufpasst. Also entschieden wir uns für Camping und Ferienwohnungen. Eine Mischung aus Abenteuer und ein bisschen Komfort. Die Route lag schon lange in meinem Kopf: Mit dem Auto durch Frankreich, ein paar Stopps in kleinen Dörfern, dann über die Pyrenäen nach Spanien. Der Jakobsweg – nicht um ihn komplett zu gehen, sondern um ein Stück davon zu erleben, die Atmosphäre aufzusaugen und vor allem, die spanische Küche zu genießen.Ich hatte Wochen damit verbracht, Campingplätze und kleine Ferienwohnungen zu recherchieren, die nicht allzu teuer waren, aber trotzdem einigermaßen sauber und kindertauglich. Es war eine ziemliche Herausforderung, aber ich glaube, ich hatte einen guten Kompromiss gefunden. Außerdem hatte ich versucht, so viel Spanisch wie möglich aufzusaugen. Ich wollte zumindest in der Lage sein, nach dem Weg zu fragen und im Supermarkt nicht komplett unterzugehen. Mein Spanisch ist, sagen wir mal, rudimentär, aber die Kinder fanden es lustig, meine Versuche zu hören.
Die Fahrt
Die Fahrt selbst war… anstrengend. Aber auch schön. Frankreich ist einfach wunderschön, und wir haben uns die Zeit vertrieben mit Geschichten erzählen, singen und den obligatorischen „Sind wir schon da?“ Fragen der Kinder. Wir haben ein paar mittelalterliche Burgen besichtigt, in kleinen Dörfern angehalten und uns mit Baguettes und Käse gestärkt. Die Pyrenäen waren atemberaubend, aber auch eine Herausforderung für den alten VW Bus. Ich war froh, als wir sicher in Spanien angekommen waren.Die spanische Landschaft ist ganz anders. Trockener, wilder, aber auch irgendwie lebensfroher. Überall Oleander und Zypressen, kleine Dörfer mit weißen Häusern und verwinkelten Gassen. Wir haben uns sofort wohlgefühlt. Unser erster Campingplatz lag etwas außerhalb von Santiago, in einem kleinen Pinienwald. Die Stellplätze waren einfach, aber sauber, und es gab einen kleinen Pool, der die Kinder sofort in Begeisterung versetzte.
Der erste Eindruck von Santiago
Santiago de Compostela selbst ist eine wunderschöne Stadt. Die Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und besteht aus engen, verwinkelten Gassen, die von alten Steinhäusern gesäumt sind. Überall hängen Blumenkästen, und es duftet nach Kaffee und Tapas. Der Dom ist natürlich das Highlight. Er ist riesig, beeindruckend und voller Geschichte. Wir haben uns Stunden durch die Gassen getrieben, einfach nur um die Atmosphäre aufzusaugen.Was mich sofort beeindruckt hat, war die Lebensfreude der Menschen. Überall saßen Leute in Cafés und plauderten, Kinder spielten auf den Plätzen, und es gab immer Musik in der Luft. Die spanische Lebensart ist einfach ansteckend. Aber das Beste an Santiago ist das Essen. Tapas, Paella, Meeresfrüchte – alles unglaublich lecker und frisch. Wir haben uns vorgenommen, jeden Tag eine neue Tapas-Bar auszuprobieren.
Die ersten Stunden in Santiago haben uns schon jetzt gezeigt, dass dies eine Reise werden würde, die uns noch lange in Erinnerung bleiben würde. Eine Reise voller Abenteuer, Entdeckungen und kulinarischer Genüsse. Und mit dem Bauch voller Vorfreude auf alles, was noch kommen mag, begannen wir, uns in die Geheimnisse dieser faszinierenden Stadt zu vertiefen und uns auf die Suche nach den besten Tapas-Bars zu machen.
Tapas, Trubel und der Mercado de Abastos
Der erste Tag in Santiago war geprägt vom Erkunden und natürlich vom Essen. Wir haben uns direkt in die Altstadt gestürzt, einfach ziellos durch die Gassen geschlendert und uns treiben lassen. Die Kinder waren fasziniert von den alten Steinhäusern und den kleinen Plätzen. Überall spielten Straßenmusiker, und es duftete nach frischem Brot und gebratenem Fisch.Wir landeten in einer kleinen Tapas-Bar namens „A Pulpeira“. Der Laden war winzig, voll mit Einheimischen und Touristen, und es gab nur wenige Sitzplätze. Aber das Essen war fantastisch! Wir bestellten Pulpo a la Gallega (gegrillter Oktopus), Pimientos de Padrón (kleine grüne Paprika) und natürlich Jamón Ibérico (iberischer Schinken). Die Kinder waren anfangs skeptisch, aber nach dem ersten Bissen waren sie begeistert. Ich muss sagen, der Oktopus war eine Offenbarung. Zart, saftig und voller Geschmack.
Am nächsten Tag beschlossen wir, den Mercado de Abastos zu besuchen – den Markt von Santiago. Es war ein Erlebnis für alle Sinne. Überall gab es frisches Obst und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Käse. Die Händler riefen lautstark ihre Waren an, und es herrschte ein buntes Treiben. Wir haben uns mit frischen Früchten und etwas Käse eingedeckt und dann am Ufer des Flusses Sar piknicken. Die Kinder waren begeistert, und wir konnten die entspannte Atmosphäre genießen.
Das Studentenviertel und die kleinen Pannen
Einen Nachmittag haben wir im Studentenviertel von Santiago verbracht. Es ist ein lebendiges Viertel mit vielen Bars, Restaurants und kleinen Geschäften. Hier haben wir eine kleine Creperie entdeckt, in der es die leckersten Crêpes gab, die wir je gegessen haben. Die Kinder konnten sich kaum entscheiden, welche Geschmacksrichtung sie nehmen sollten.Aber es gab auch ein paar kleine Pannen. Einmal sind wir versehentlich in eine Einbahnstraße gefahren und mussten einen ziemlichen Umweg machen. Ein anderes Mal hat mein Mann versucht, im Supermarkt spanisch zu sprechen, und die Verkäuferin hat ihn nicht verstanden. Es endete damit, dass wir mit Händen und Füßen kommunizieren mussten. Aber solche kleinen Missverständnisse gehören eben zu einer Reise dazu, oder?
Ein ruhiger Moment am Park Alameda
Zwischen all dem Trubel und den kulinarischen Entdeckungen haben wir uns auch einen ruhigen Moment gegönnt. Wir sind im Park Alameda spazieren gegangen, einem wunderschönen Park mit alten Bäumen und einem herrlichen Blick auf die Stadt. Die Kinder haben auf dem Spielplatz gespielt, während wir auf einer Bank saßen und die Sonne genossen. Es war ein perfekter Moment, um durchzuatmen und die Schönheit von Santiago zu genießen.Die Mischung aus Kultur, Geschichte und gutem Essen hatte uns komplett in ihren Bann gezogen. Wir hatten das Gefühl, die Stadt wirklich zu erleben, nicht nur als Touristen, sondern als Teil ihres Lebens. Mit jedem Tag verliebten wir uns ein bisschen mehr in Santiago de Compostela und die spanische Lebensart. Die Reise neigte sich dem Ende zu, aber die Erinnerungen und die kulinarischen Erlebnisse würden uns noch lange begleiten.
Der letzte Morgen in Santiago de Compostela fühlte sich seltsam an. Einerseits waren wir alle froh, wieder nach Hause zu kommen und in unsere gewohnten Bahnen zurückzukehren. Andererseits waren wir traurig, diesen besonderen Ort und die entspannte Atmosphäre zu verlassen. Wir hatten uns in die Stadt verliebt, in ihre verwinkelten Gassen, die freundlichen Menschen und natürlich in das fantastische Essen.
Rückblick auf eine unvergessliche Reise
Die Reise war alles andere als ein reiner Sightseeing-Trip. Es ging uns darum, die spanische Kultur zu erleben, die Lebensfreude der Menschen aufzusaugen und natürlich, die kulinarischen Köstlichkeiten zu genießen. Und das ist uns in vollem Umfang gelungen. Wir haben Tapas in kleinen Bars gegessen, auf Märkten frisches Obst und Gemüse gekauft und in Restaurants Paella und Meeresfrüchte probiert. Die Kinder waren begeistert vom Essen und haben gelernt, neue Geschmacksrichtungen zu entdecken.
Camping und Ferienwohnungen: Die perfekte Kombination
Die Mischung aus Camping und Ferienwohnungen war ideal für unsere Familie. Auf dem Campingplatz konnten die Kinder frei herumlaufen und spielen, während wir in der Ferienwohnung etwas mehr Komfort und Platz hatten. Es war eine gute Balance zwischen Abenteuer und Entspannung.
Die kleinen Dinge, die zählen
Es waren oft die kleinen Dinge, die diese Reise so besonders gemacht haben. Ein Lächeln von einem Einheimischen, ein Gespräch mit einem Markthändler, ein gemeinsames Picknick am Fluss Sar. Diese Momente werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Tipps für eure Reise nach Santiago de Compostela
Der Mercado de Abastos
Besucht unbedingt den Mercado de Abastos, den Markt von Santiago. Hier bekommt ihr frische Produkte und könnt das bunte Treiben erleben. Probiert unbedingt die lokalen Spezialitäten!
Tapas in der Altstadt
Verlasst euch nicht auf teure Restaurants. Die besten Tapas findet ihr in den kleinen Bars in der Altstadt. Lasst euch einfach treiben und probiert verschiedene Bars aus.
Ein Spaziergang am Parque Alameda
Gönnt euch einen entspannten Spaziergang am Parque Alameda. Hier könnt ihr die Natur genießen und einen herrlichen Blick auf die Stadt haben.
Fazit
Santiago de Compostela ist eine Stadt, die uns tief beeindruckt hat. Es ist ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann, die Seele baumeln lassen und die einfachen Dinge im Leben genießen kann. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, um weitere kulinarische Entdeckungen zu machen und die Stadt erneut zu erleben.
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- Der Mercado de Abastos (Markt)
- Die verwinkelten Gassen der Altstadt
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- Die Altstadt von Santiago