Reisebericht Asien - Japan - Sapporo
Warum Sapporo?
Die Idee zu dieser Reise kam eigentlich ziemlich spontan. Wir hatten beide genug von grauen Vorlesungen und endlosen Bibliotheksbesuchen. Irgendwie wollten wir einfach weg, raus aus dem Alltagstrott. Lena stieß dann auf Fotos von Sapporo im Winter – schneebedeckte Straßen, dampfende Ramen-Läden, das Eis-Festival… es sah einfach magisch aus. Und da wir beide eine Schwäche für Städtereisen, gutes Essen und eine Prise Abenteuer haben, stand der erste Stopp unserer Asien-Reise schnell fest. Wir wollten nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern wirklich eintauchen, die Kultur spüren und uns treiben lassen.Die Ankunft und erste Schritte
Der Bahnhof in Sapporo ist riesig und modern. Überall huschten Leute hin und her, aber es herrschte trotzdem eine angenehme, fast friedliche Atmosphäre. Wir hatten vorher ein kleines Airbnb in der Nähe des Odori Parks gebucht und fanden es nach kurzer Fahrt mit dem Zug und einer kleinen Fußwanderung. Die Wohnung war winzig, aber gemütlich und sauber – perfekt für uns.Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, sind wir sofort los, um die Stadt zu erkunden. Der Odori Park, der sich mitten durch Sapporo zieht, war wunderschön. Überall standen festlich geschmückte Bäume und kleine Imbissstände boten heißen Tee und Snacks an. Wir haben uns erstmal einen dampfenden Becher Matcha-Latte gegönnt und sind dann einfach auf der Suche nach einem Ramen-Laden losgezogen.
Die Herausforderung des Japanisch
Lena hat vor der Reise versucht, ein paar Brocken Japanisch zu lernen, aber ehrlich gesagt, kam sie nicht sehr weit. Und mein Japanisch beschränkte sich auf "Konnichiwa" und "Arigato". Das stellte sich als größere Herausforderung heraus als gedacht. Die meisten Leute in Sapporo sprechen zwar Englisch, aber oft nur Grundkenntnisse. Bestellungen in Restaurants oder das Fragen nach dem Weg waren manchmal ganz schön lustig – oder sagen wir, kreativ. Wir haben viel gestikuliert, Lachen und uns auf Google Translate verlassen.
Aber genau das machte es ja auch spannend. Es war eine gute Übung, aus unserer Komfortzone auszubrechen und sich auf die Hilfsbereitschaft der Einheimischen zu verlassen. Ein älterer Herr zum Beispiel, der uns den Weg zu einem kleinen, versteckten Ramen-Laden zeigte, sprach kein Wort Englisch, aber er führte uns persönlich dorthin und gab uns noch einen Tipp, was wir unbedingt probieren sollten. Solche kleinen Begegnungen waren unbezahlbar.
Erste kulinarische Entdeckungen
Der Ramen war unglaublich! Eine cremige Brühe, zarte Nudeln, perfekt gegartes Schweinefleisch – einfach himmlisch. Wir haben uns sofort in die japanische Küche verliebt. Und das war nur der Anfang. Wir haben uns durch die verschiedenen Spezialitäten von Hokkaido probiert: frischen Meeresfrüchten, Sapporo Bier, süße japanische Desserts. Jedes Essen war ein kleines Abenteuer.
Abends sind wir durch die beleuchteten Straßen geschlendert, haben kleine Souvenir-Läden entdeckt und uns von der festlichen Stimmung verzaubern lassen. Sapporo im Dezember ist einfach magisch. Es ist eine Stadt, die Tradition und Moderne auf wunderbare Weise verbindet, und die uns von Anfang an in ihren Bann gezogen hat. Wir fühlten uns sofort wohl und freuten uns darauf, die nächsten Tage in dieser faszinierenden Stadt zu verbringen und die Umgebung zu erkunden – die ersten Eindrücke hatten uns definitiv neugierig gemacht auf mehr, und wir ahnten, dass dieser Trip noch viele unvergessliche Momente bereithalten würde.
Ein Tag in Susukino
Am nächsten Tag beschlossen wir, das Viertel Susukino zu erkunden. Es ist bekannt für seine vielen Restaurants, Bars und Karaoke-Boxen – quasi das Rotlichtviertel von Sapporo, aber viel weniger aufdringlich als man vielleicht erwartet. Die Straßen waren voller Menschen, überall roch es nach Essen und es herrschte eine ausgelassene Stimmung.Wir haben uns in einem kleinen Izakaya – einer japanischen Kneipe – niedergelassen und uns von der Bedienung beraten lassen. Wir hatten keine Ahnung, was wir bestellen sollten, also haben wir einfach auf gut Glück ein paar verschiedene Gerichte probiert. Es gab gebratene Hähnchenspieße, Edamame, Takoyaki – kleine Teigbällchen mit Oktopus – und natürlich Bier. Es war unglaublich lecker und die Atmosphäre war super entspannt. Wir kamen mit ein paar anderen Gästen ins Gespräch und haben viel gelacht.
Pannen beim Karaoke
Nach dem Essen wollten wir unbedingt Karaoke ausprobieren. Wir hatten schon so viel darüber gehört und waren gespannt, wie es ist. Wir fanden eine Karaoke-Box und buchten einen Raum für eine Stunde. Das Problem: Wir hatten absolut keine Ahnung, wie das System funktioniert. Wir haben ewig gebraucht, um ein Lied auszuwählen, und dann haben wir festgestellt, dass wir das Mikrofon nicht richtig einstellen können.
Aber es war trotzdem lustig. Wir haben uns gegenseitig aus der Ferne zugebrüllt und versucht, die japanischen Liedtexte mitzusingen, obwohl wir kein Wort verstanden haben. Wir haben uns so viel gelacht, dass uns der Bauch weh tat. Es war ein perfekter Beweis dafür, dass man nicht alles perfekt machen muss, um Spaß zu haben.
Ein Ausflug zum Odori Park bei Nacht
Am Abend kehrten wir zum Odori Park zurück. Bei Nacht ist der Park noch schöner als bei Tag. Die Bäume waren festlich beleuchtet und es gab einen Weihnachtsmarkt mit kleinen Ständen, die Glühwein, Lebkuchen und andere Leckereien verkauften. Wir haben uns einen Becher Glühwein gegönnt und sind durch den Park geschlendert, Hand in Hand.
Es war ein magischer Moment. Die Lichter, die Musik, die Menschen – alles hat dazu beigetragen, eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Wir haben uns in den Moment verliebt und uns gegenseitig versprochen, diese Reise niemals zu vergessen.
Überraschung am Sapporo Biergarten
Auf dem Rückweg sind wir am Sapporo Biergarten vorbeigekommen. Wir hatten gehört, dass es dort leckeres Bier und traditionelle japanische Gerichte gibt. Also sind wir rein und haben uns einen Tisch gesucht. Was wir nicht wussten: Der Biergarten war überfüllt. Wir mussten fast eine Stunde warten, bis wir einen Platz bekommen haben. Aber es hat sich gelohnt. Das Bier war köstlich und das Essen war hervorragend. Wir haben den Abend mit einem guten Essen und einem leckeren Bier ausklingen lassen.
Sapporo hatte uns von Anfang an verzaubert, und wir merkten, dass dieser Trip uns noch lange in Erinnerung bleiben würde, denn die Mischung aus pulsierendem Stadtleben, kulinarischen Köstlichkeiten und der unaufdringlichen Freundlichkeit der Menschen hatte uns komplett in ihren Bann gezogen – und wir waren uns sicher, dass dies erst der Anfang unseres Asien-Abenteuers war.
Der letzte Tag in Sapporo kam viel zu schnell. Es fühlte sich an, als wären wir erst gestern aus dem Zug gestiegen, aber plötzlich packten wir unsere Koffer und machten uns bereit für die Weiterreise. Ein bisschen traurig waren wir schon, denn Sapporo hatte uns komplett in seinen Bann gezogen. Wir hatten nicht nur die Stadt erkundet, sondern auch ein Stück weit uns selbst neu entdeckt.
Abschied vom Schnee
Wir verbrachten den Vormittag noch mit einem letzten Spaziergang durch den Odori Park. Der Schnee fiel immer noch sanft, und die festlichen Lichter funkelten im Weiß. Wir haben uns einen dampfenden Kaffee gegönnt und einfach die Atmosphäre genossen. Es war ein perfekter Abschluss unserer Zeit in Sapporo.
Ein unerwartetes Souvenir
Auf dem Weg zum Bahnhof sind wir noch in einem kleinen Kunsthandwerksladen vorbeigekommen. Dort haben wir ein wunderschönes Holzrelief von einem Schneemann entdeckt. Wir mussten es einfach kaufen, als Erinnerung an unsere Tage in Sapporo. Lena hat sofort beschlossen, dass es einen Ehrenplatz in unserer Wohnung bekommen würde.
Reflexionen am Bahnhof
Am Bahnhof angekommen, haben wir uns noch einmal hingesetzt und unsere Eindrücke Revue passieren lassen. Wir waren uns einig: Sapporo ist eine Stadt, die man erlebt haben muss. Die Kombination aus Tradition und Moderne, die freundlichen Menschen, das leckere Essen – alles hat dazu beigetragen, dass dieser Trip zu etwas Besonderem wurde.
Wir hatten uns vorgenommen, in Japan mehr auf die lokale Kultur einzugehen und uns nicht nur als Touristen zu präsentieren. Ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen. Wir haben versucht, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen, uns für ihre Lebensweise zu interessieren und ihre Traditionen zu respektieren. Das hat uns nicht nur viele unvergessliche Momente beschert, sondern auch unsere Sicht auf die Welt erweitert.
Was wir gelernt haben
Dieser Trip nach Sapporo hat uns gezeigt, dass man nicht viel Geld ausgeben muss, um glücklich zu sein. Oft sind es die kleinen Dinge, die das Leben schön machen: ein dampfender Kaffee an einem kalten Tag, ein freundliches Lächeln, ein gutes Gespräch. Wir haben gelernt, den Moment zu genießen und die Schönheit in den einfachen Dingen zu entdecken.
Tipps für zukünftige Reisende
Wenn ihr vorhabt, nach Sapporo zu reisen, hier ein paar Tipps von uns:
- Packt warme Kleidung ein: Im Winter kann es in Sapporo sehr kalt werden. Denkt an Mütze, Schal, Handschuhe und eine warme Jacke.
- Probiert den lokalen Ramen: Sapporo ist berühmt für seinen Ramen. Es gibt unzählige Restaurants, in denen ihr die verschiedenen Varianten probieren könnt.
- Besucht das Sapporo Beer Garden: Hier könnt ihr mehr über die Geschichte des Sapporo Bier erfahren und natürlich das Bier probieren.
- Nehmt euch Zeit für den Odori Park: Der Park ist eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Hier könnt ihr spazieren gehen, entspannen und die Atmosphäre genießen.
- Seid offen für neue Erfahrungen: Lasst euch treiben, sprecht mit den Einheimischen und probiert neue Dinge aus.
Sapporo hat uns nachhaltig beeindruckt, und wir sind uns sicher, dass wir irgendwann wiederkommen werden. Es ist eine Stadt, die uns am Herzen liegt, und die wir jedem empfehlen können, der auf der Suche nach einem besonderen Reiseerlebnis ist.