Mosel-Abenteuer mit der Familie
Die Idee und die Vorbereitung
Eigentlich war es meine Frau Anna, die die Idee hatte. „Wir brauchen Urlaub!“, hatte sie eines Abends gesagt, während sie den Abwasch erledigte. „Einen richtigen Familienurlaub, wo wir nicht nur am Strand liegen, sondern auch was erleben.“ Ich muss zugeben, die Vorstellung klang gut. Nur die Planung… ich bin ja nicht gerade der Typ für detaillierte Urlaubsplanung. Anna hat dann übernommen und meinte, die Mosel wäre perfekt. Weinberge, Burgen, kleine mittelalterliche Städtchen – das klang nach einer guten Mischung für uns alle.Wir haben uns entschieden, eine Woche lang die Mosel zu erkunden, quasi von Trier bis Koblenz. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Wir wollten es entspannt angehen, ohne ständig von A nach B hetzen zu müssen. Ich hatte gehofft, dass ich wenigstens ein paar Mal in Ruhe ein Buch lesen könnte. Na, wir werden sehen…
Die Fahrt
Die Fahrt war… sagen wir mal, herausfordernd. Unser kleiner Tim (6) ist ein Meister darin, jede noch so kleine Unebenheit im Auto zu spüren und sofort lautstark zu kommentieren. Und unsere Mia (9) ist in dem Alter, wo sie alles besser weiß und ihre Meinung zu allem und jedem hat. Das Resultat war ein Dauerkonflikt, der nur kurz durch regelmäßige Pausen und Schokoladenkekse unterbrochen wurde. Aber hey, das gehört doch dazu, oder?Wir haben uns bewusst gegen ein Hotel entschieden und stattdessen Ferienwohnungen gebucht. Mehr Platz, eine Küche, damit wir nicht ständig essen gehen müssen, und einfach mehr Flexibilität. In Cochem hatten wir eine gemütliche Wohnung direkt am Fluss gefunden. Von unserem Balkon aus hatten wir einen tollen Blick auf die Reichsburg. Und das Beste: Es gab einen kleinen Spielplatz direkt vor der Tür. Das war der Deal für Tim.
Erste Eindrücke von Cochem
Cochem ist echt malerisch. Die Fachwerkhäuser, die engen Gassen, die Reichsburg hoch über der Stadt – es ist, als wäre die Zeit stehen geblieben. Wir haben erstmal einen Spaziergang durch die Altstadt gemacht. Anna hat Fotos gemacht, Tim hat versucht, jeden Stein aufzuheben, und Mia hat sich über die „alten Häuser“ lustig gemacht.Wir haben uns dann in einem kleinen Restaurant niedergelassen und typisch moselische Spezialitäten bestellt. Sauerbraten, Kartoffelklöße und natürlich Wein für Anna und mich. Tim hat sich für Pommes mit Ketchup entschieden, Mia für ein Schnitzel. Es war lecker, aber ich muss sagen, ich hätte mir mehr vegetarische Optionen gewünscht. Aber das ist ja auch nicht immer möglich.
Die Reichsburg
Am Nachmittag sind wir zur Reichsburg hochgewandert. Der Weg war zwar steil, aber die Aussicht von oben war einfach atemberaubend. Wir haben die Burg besichtigt, die Geschichte von Cochem erfahren und natürlich jede Menge Fotos gemacht. Tim war vor allem von den Rittern und den Waffen fasziniert. Mia hat sich eher gelangweilt und wollte am liebsten wieder runter.Nach dem Besuch der Burg haben wir noch einen Eisbecher gegessen und sind dann zurück zur Ferienwohnung. Die Kinder waren müde, aber glücklich. Wir haben den Abend auf dem Balkon ausklingen lassen, mit einem Glas Wein und Blick auf den Fluss. Es war ein perfekter erster Tag.
Der Duft von Apfelwein schien noch immer in der Luft zu liegen, während wir uns darauf vorbereiteten, die kommenden Tage zu erkunden und mehr von der Mosel zu entdecken, inklusive einiger Burgen, Weinberge und hoffentlich auch ein bisschen Ruhe für mich.Weiter geht's: Von Cochem nach Beilstein
Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden. Nicht, weil wir es unbedingt wollten, sondern weil Tim um kurz nach sechs entschieden hat, dass es Zeit ist, den Tag zu beginnen. Nach einem schnellen Frühstück und einer Tasse Kaffee habe ich mich gefühlt, als könnte ich Bäume ausreißen – im negativen Sinne. Aber hey, das ist Familienurlaub, oder?Wir haben beschlossen, weiter Richtung Süden zu fahren, nach Beilstein. Anna hatte gelesen, dass Beilstein zu den schönsten Dörfern Deutschlands zählt. Und sie hatte Recht. Der Ort ist einfach malerisch. Winzige Gassen, alte Steinhäuser, die sich an den Hang schmiegen, und überall Weinberge. Wir haben das Auto außerhalb des Ortes geparkt und sind dann zu Fuß durch die Gassen geschlendert.
Die Krumme Gasse und das Weinhaus
Die Krumme Gasse ist wirklich ein Erlebnis für sich. So eng, dass man fast seitlich gehen muss, und überall hängen Blumenkästen. Mia hat sich darüber lustig gemacht, dass man da mit einem Kinderwagen nicht durchkommt. Aber es war trotzdem total süß. Wir sind dann in einem kleinen Weinhaus gelandet, das direkt an der Gasse liegt. Anna und ich haben eine Weinprobe gemacht, während die Kinder sich mit Saft und Keksen beschäftigt haben. Der Wein war lecker, aber ich muss sagen, ich bin kein Experte. Ich trinke Wein eher, um ihn zu genießen, als um den Geschmack zu analysieren.
Eine kleine Panne gab es dann aber doch: Tim hat es geschafft, eine ganze Flasche Apfelsaft zu verschütten. Über den Boden, über den Tisch, über sich selbst. Anna und ich haben uns gegenseitig angeschaut und versucht, nicht zu lachen. Nach einer halben Stunde und vielen Feuchttüchern war der Schaden dann aber halbwegs behoben.
Ein Besuch in der Burgruine Landshut
Am Nachmittag sind wir zur Burgruine Landshut gewandert. Die Burg thront hoch über Beilstein und bietet einen atemberaubenden Blick über das Moseltal. Der Aufstieg war zwar anstrengend, aber die Aussicht war es wert. Die Burg selbst ist eine Ruine, aber man kann sich gut vorstellen, wie sie früher ausgesehen haben muss. Tim war vor allem von den alten Mauern fasziniert. Er hat versucht, sie zu erklimmen, was Anna und ich ziemlich nervös gemacht hat. Mia hat sich eher gelangweilt und wollte wieder runter.
Das Moselbad und ein unerwarteter Fund
Nach dem Besuch der Burgruine sind wir noch am Moselbad vorbeigekommen. Dort konnten die Kinder ein bisschen planschen und sich austoben. Das war eine willkommene Abwechslung nach dem anstrengenden Tag. Auf dem Rückweg zum Auto hat Tim dann etwas entdeckt: einen alten, verrosteten Schlüssel. Er war total begeistert und hat ihn den ganzen Abend in der Hand gehalten. Anna hat versucht, ihn zu erklären, dass es wahrscheinlich nur ein alter Hausschlüssel ist, aber Tim war überzeugt, dass er einen Schatz gefunden hat. Es war schön zu sehen, wie ihn so etwas Begeistern konnte.
Als wir am Abend in unserer Ferienwohnung angekommen sind, waren alle müde, aber glücklich. Wir haben den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen und uns auf die kommenden Tage gefreut. Die Mosel hatte uns schon jetzt verzaubert, und wir waren gespannt, welche Überraschungen noch auf uns warteten. Die Mischung aus Kultur, Natur und kleinen Abenteuern schien genau das Richtige für unsere Familie zu sein, und langsam aber sicher entspannte sich die Stimmung, sodass sogar ich, der gestresste Familienvater, einen Moment der Ruhe genießen konnte.
Der letzte Morgen an der Mosel. Ich saß auf dem Balkon, trank meinen Kaffee und schaute auf den Fluss. Es war ruhig, friedlich und irgendwie auch ein bisschen traurig. Die Woche war viel zu schnell vorbei. Aber was für eine Woche das war!
Rückblick auf eine gelungene Reise
Als ich zurückblicke, fällt mir ein, wie viel wir gesehen und erlebt haben. Von den mittelalterlichen Burgen über die malerischen Dörfer bis hin zu den endlosen Weinbergen – die Mosel hat uns wirklich verzaubert. Und das Beste daran war, dass wir diese Zeit als Familie verbringen konnten. Wir haben gelacht, gestritten, zusammen gekocht, Spiele gespielt und einfach die gemeinsame Zeit genossen. Das ist unbezahlbar.
Ein paar Tipps für eure Reise
Die richtige Reisezeit
Wir waren im Frühling unterwegs, und das war perfekt. Das Wetter war mild, die Landschaft war in voller Blüte, und es waren noch nicht so viele Touristen unterwegs. Ich würde empfehlen, die Mosel im Frühling oder Herbst zu besuchen. Im Sommer kann es sehr heiß und voll werden.
Unterkünfte
Ferienwohnungen sind ideal für Familien. Man hat mehr Platz, eine Küche und kann sich freier bewegen. Aber auch Hotels gibt es in Hülle und Fülle. Wichtig ist, dass die Unterkunft gut gelegen ist und einen schönen Blick auf den Fluss bietet.
Die Burgen
Die Mosel ist bekannt für ihre Burgen. Die Reichsburg in Cochem ist ein absolutes Muss, aber auch die Burgruine Landshut bei Beilstein ist einen Besuch wert. Nehmt euch Zeit, die Burgen zu erkunden und die Geschichte hinter ihnen zu entdecken.
Kulinarische Highlights
Die Mosel ist ein Paradies für Feinschmecker. Probiert unbedingt den Sauerbraten, die Kartoffelklöße und den lokalen Wein. Und vergesst nicht, den Apfelwein zu kosten. Er ist ein erfrischendes Getränk, das perfekt zu den regionalen Spezialitäten passt.
Fazit
Die Mosel ist ein wunderschönes Reiseziel für Familien. Die Landschaft ist atemberaubend, die Kultur ist vielfältig, und die Menschen sind freundlich. Wir haben eine unvergessliche Woche verbracht und werden auf jeden Fall wiederkommen. Wenn ihr einen entspannten Familienurlaub sucht, bei dem ihr Natur, Kultur und Kulinarik miteinander verbinden könnt, dann ist die Mosel genau das Richtige für euch.
-
- Reichsburg Cochem
- Burgruine Landshut
-
-
-
- Cochem
- Beilstein