Europa - Deutschland - Frankfurt am Main

Frankfurter Impressionen: Zwischen Wolkenkratzern und Apfelwein

Der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee und warmem Brot hing in der Luft, vermischt mit dem leichten Duft von Abgasen. Ich stand am Frankfurter Hauptbahnhof, die Schultern schwer von der langen Zugfahrt aus Prag, aber irgendwie auch leicht, voller Vorfreude. Der Lärm der Stadt umhüllte mich, ein pulsierendes, unaufhörliches Summen, das aber nicht unangenehm war. Eher belebend. Ich hatte gerade meinen Rucksack abgelegt und bestellte einen doppelten Espresso am kleinen Kiosk, um die letzten Stunden Schlaf auszubügeln.

Eine Auszeit vom digitalen Alltag

Ich bin Max, 35, und arbeite als freiberuflicher Webdesigner. Klingt cool, ist es auch, meistens. Aber manchmal, wenn ich wieder den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringe, zwischen Deadlines und Kundenwünschen hin und her pendle, dann brauche ich eine Pause. Eine echte. So richtig vom digitalen Alltag abschalten und einfach mal… sein. Das ist der Grund für diese Reise. Ich habe mir vorgenommen, ein paar Monate durch Europa zu ziehen, halb arbeiten, halb entdecken. Prag war der erste Stopp, jetzt Frankfurt. Die Idee ist nicht, ein klassischer Tourist zu sein, der alle Sehenswürdigkeiten abklappert. Eher ein langsames Eintauchen in die lokale Kultur, das Kennenlernen von Menschen, das Essen in kleinen Restaurants, das Beobachten des Lebens. Und natürlich, das Arbeiten an meinen Projekten, aber eben mit mehr Freiheit und Flexibilität.

Warum Frankfurt?

Frankfurt ist für viele vielleicht nicht die erste Stadt, an die man bei einer Europareise denkt. Paris, Rom, Barcelona – die üblichen Verdächtigen. Aber gerade das reizt mich. Ich wollte bewusst eine Stadt wählen, die nicht so überlaufen ist, die ein bisschen mehr Understatement hat. Außerdem ist Frankfurt ein wichtiger Knotenpunkt, eine Stadt, in der sich verschiedene Kulturen treffen. Das verspricht interessante Begegnungen und neue Perspektiven. Und natürlich ist die Infrastruktur für digitale Nomaden wie mich perfekt: schnelles Internet, coole Coworking Spaces, gute Cafés mit Steckdosen. Ich hatte vorab ein kleines Apartment in Sachsenhausen gemietet, einem Stadtteil, der für seine Apfelweinwirtschaften bekannt ist. Die Wohnung ist zwar klein, aber gemütlich und liegt direkt an einem kleinen Park. Perfekt, um am Abend noch ein bisschen zu lesen oder zu arbeiten.

Erste Eindrücke

Nach dem Espresso machte ich mich auf den Weg. Die ersten paar Schritte führten mich durch den Bahnhofsvorplatz, ein lebendiger Ort, an dem sich Menschen aus aller Welt trafen. Ich beobachtete eine Gruppe junger Studenten, die laut diskutierend in eine Richtung eilten, einen älteren Mann, der mit seinem kleinen Hund spazieren ging, und eine Familie, die gerade aus einem Taxi ausgestiegen war. Frankfurt präsentierte sich mir als eine Stadt der Kontraste. Moderne Wolkenkratzer ragten neben historischen Fachwerkhäusern empor. Teure Boutiquen und schicke Restaurants befanden sich direkt neben kleinen Imbissen und traditionellen Handwerksbetrieben. Es war eine Mischung aus Alt und Neu, aus Tradition und Moderne, die mich sofort faszinierte. Ich schlenderte durch die Innenstadt, vorbei am Römerberg, dem historischen Herzen Frankfurts, und der Paulskirche, einem beeindruckenden Bauwerk, das eine wichtige Rolle in der deutschen Geschichte gespielt hat. Überall waren Menschen unterwegs, die ihren Alltag lebten. Ich setzte mich in ein Café und bestellte ein Stück Apfelkuchen mit Sahne. Der Kuchen war köstlich, die Atmosphäre entspannt. Ich genoss den Moment und fühlte mich wohl. Die ersten Stunden in Frankfurt hatten mir gezeigt, dass diese Stadt mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Eine pulsierende Metropole, die ihre Geschichte bewahrt hat und gleichzeitig offen ist für Neues. Eine Stadt, die mich neugierig macht und mich dazu einlädt, sie zu erkunden. Ich hatte das Gefühl, dass ich hier eine gute Zeit haben würde. Und so begann mein Abenteuer in Frankfurt, mit einem doppelten Espresso, einem Stück Apfelkuchen und der Vorfreude auf alles, was noch kommen sollte. Die kommenden Tage würden zeigen, welche Geschichten diese Stadt noch für mich bereithalten würde und wie ich meinen Arbeitsalltag mit dem Entdecken dieses neuen Kapitels verbinden kann.

Sachsenhausen und der Ruf des Apfelweins

Nach dem ersten Erkundungstag in der Innenstadt zog es mich nach Sachsenhausen. Dieser Stadtteil schien das authentische Herz Frankfurts zu sein, weit entfernt vom Glanz und Glamour der Bankenmeile. Die Apfelweinwirtschaften säumten die kleinen Gassen, und schon von Weitem roch es nach säuerlichen Äpfeln und deftigen Speisen. Ich entschied mich für eine Wirtschaft, die besonders gemütlich aussah – "Zum Gemalten Haus". Drinnen war es eng und laut, die Tische waren dicht an dicht gestellt, und die Kellnerinnen flitzten zwischen den Gästen hin und her. Ich bestellte einen "Gerippten" – ein traditionelles Apfelweinglas mit rautenförmigen Prägungen – und eine "Handkäs mit Musik". Letzteres stellte sich als eine Art Sauerkäse mit Zwiebeln, Butter und Kümmel heraus. Ein Geschmack, an den man sich erst gewöhnen muss, aber letztendlich unglaublich lecker. Ich kam mit ein paar Einheimischen ins Gespräch, die mir von der Geschichte des Stadtteils und der Frankfurter Lebensart erzählten. Sie waren offen, herzlich und freuten sich, einem Fremden ihre Kultur näherzubringen. Es war ein Abend, der mir zeigte, dass Frankfurt mehr ist als nur eine Finanzmetropole.

Ein Ausflug ins Museumsufer

Am nächsten Tag widmete ich mich der Kunst und Kultur. Das Museumsufer ist ein wahres Paradies für Kunstliebhaber. Ich entschied mich für das Städel Museum, eines der bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Die Sammlung ist beeindruckend – von mittelalterlichen Gemälden bis hin zu Werken der Moderne. Ich verbrachte Stunden damit, durch die Säle zu wandern und mich von den Kunstwerken inspirieren zu lassen. Besonders beeindruckt war ich von den Werken der Romantik und des Impressionismus. Nach dem Museumsbesuch spazierte ich am Main entlang. Die Sonne schien, und der Fluss glitzerte im Licht. Überall waren Menschen unterwegs – Jogger, Radfahrer, Spaziergänger. Ich setzte mich auf eine Bank und genoss die entspannte Atmosphäre. Es war ein schöner Kontrast zum hektischen Arbeitsalltag.

Eine kleine Panne und ein unerwarteter Glücksfall

Eines Morgens wollte ich in einem angesagten Café in der Nähe meines Apartments arbeiten. Ich hatte mir den perfekten Platz am Fenster ausgesucht, meinen Laptop ausgepackt und mich gerade eingeloggt, als der Strom ausfiel. Das gesamte Café lag im Dunkeln, und die Gäste begannen zu tuscheln. Nach ein paar Minuten wurde klar, dass der Stromausfall länger dauern würde. Genervt packte ich meinen Laptop wieder ein und suchte nach einer Alternative. Ich erinnerte mich an einen Coworking Space, den ich zuvor entdeckt hatte. Dort angekommen, stellte ich fest, dass es nicht nur schnelles Internet und bequeme Arbeitsplätze gab, sondern auch eine lebendige Community von Freiberuflern und Unternehmern. Ich kam schnell mit ein paar Leuten ins Gespräch und tauschte mich über meine Projekte und Erfahrungen aus. Was als ärgerliche Panne begann, wurde zu einem unerwarteten Glücksfall. Ich hatte nicht nur einen produktiven Arbeitsplatz gefunden, sondern auch neue Kontakte geknüpft und mich von der kreativen Energie des Coworking Space inspirieren lassen.

Diese ersten Tage in Frankfurt haben mir gezeigt, dass diese Stadt eine faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne, Kultur und Lebensart ist – und dass selbst kleine Pannen zu unerwarteten Chancen führen können, was mich gespannt auf die kommenden Wochen und die weiteren Geschichten macht, die diese Stadt mir noch erzählen wird.

Die Wochen in Frankfurt sind wie im Flug vergangen. Es ist faszinierend, wie schnell man sich an einen neuen Ort gewöhnen kann, wie eine Stadt einem ihre Geheimnisse offenbart, wenn man bereit ist, sie zu entdecken. Ich habe gelernt, dass es nicht immer die großen Sehenswürdigkeiten sein müssen, die eine Reise unvergesslich machen, sondern die kleinen Momente, die Begegnungen mit den Menschen, das Eintauchen in die lokale Kultur.

Die Balance finden: Arbeit und Abenteuer

Als Digitaler Nomade ist es für mich wichtig, eine Balance zwischen Arbeit und Abenteuer zu finden. Frankfurt hat sich als idealer Ort erwiesen, um beides zu kombinieren. Die gute Infrastruktur ermöglicht es mir, effizient zu arbeiten, während die vielfältige Kultur und die lebendige Atmosphäre mir die Möglichkeit bieten, neue Erfahrungen zu sammeln.

Sachsenhausen: Mehr als nur Apfelwein

Sachsenhausen ist zweifellos einer der authentischsten Stadtteile Frankfurts. Die Apfelweinwirtschaften sind natürlich ein Highlight, aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Die kleinen Gassen, die historischen Fachwerkhäuser, die freundlichen Menschen – all das macht Sachsenhausen zu einem besonderen Ort. Ich habe viele Abende dort verbracht, bei einem Glas Apfelwein und einem deftigen Essen, und mich von der Frankfurter Lebensart inspirieren lassen.

Der Main: Ein grünes Herz in der Stadt

Der Main ist die Lebensader Frankfurts. Ich habe viele Stunden damit verbracht, am Ufer entlang zu spazieren, die Sonne zu genießen und das bunte Treiben zu beobachten. Es ist erstaunlich, wie viel Grün es inmitten einer Großstadt geben kann. Der Main bietet nicht nur eine schöne Kulisse, sondern auch die Möglichkeit, sich zu entspannen und neue Energie zu tanken.

Meine persönlichen Empfehlungen

Für Kunstinteressierte: Das Städel Museum

Das Städel Museum ist zweifellos eines der bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Die Sammlung ist beeindruckend und bietet einen umfassenden Überblick über die europäische Kunstgeschichte. Ich habe Stunden damit verbracht, durch die Säle zu wandern und mich von den Kunstwerken inspirieren zu lassen.

Für Genießer: Eine Apfelweinwanderung

Wenn du Frankfurt besuchst, solltest du unbedingt eine Apfelweinwanderung durch Sachsenhausen machen. Es gibt viele verschiedene Apfelweinwirtschaften, die jeweils ihren eigenen Charme haben. Probiere dich durch die verschiedenen Sorten und genieße die herzhafte Frankfurter Küche.

Für Entdecker: Der Frankfurter Grünebelt

Der Frankfurter Grünebelt ist ein weitläufiges Parkgebiet, das sich rund um die Stadt erstreckt. Hier kannst du wandern, Rad fahren, joggen oder einfach nur die Natur genießen. Es ist ein idealer Ort, um dem Trubel der Stadt zu entfliehen und neue Energie zu tanken.

Frankfurt hat mich überrascht und begeistert. Es ist eine Stadt, die viel zu bieten hat, und ich bin froh, dass ich die Gelegenheit hatte, sie zu erkunden. Ich werde diese Reise in guter Erinnerung behalten und hoffe, bald wiederzukommen.

    • Städel Museum
    • Sachsenhausen (Apfelweinwirtschaften)
    • Städel Museum
    • Sachsenhausen
👤 Digitaler Nomade (35) der remote arbeitet und die Welt bereist ✍️ inspirierend und motivierend