Ozeanien - Fidschi - Yasawa-Inseln

Reisebericht Ozeanien - Fidschi - Yasawa-Inseln

Der feuchte, warme Wind roch nach Salz und irgendetwas Süßem, fast blumig. Ich stand am Flughafen Nadi, Fidschi, und versuchte, meinen Jetlag zu ignorieren. Um mich herum ein buntes Durcheinander aus Gepäckstücken, lächelnden Gesichtern und dem ständigen Gemurmel verschiedener Sprachen. Nach Monaten der Planung war ich endlich hier, um eine Kombination aus Yoga-Retreat und Entdeckungstour durch die Yasawa-Inseln zu machen.

Warum Fidschi, warum Yasawas?

Viele fragen mich, warum gerade Fidschi? Ich unterrichte Yoga schon seit über zehn Jahren und bin immer auf der Suche nach Orten, die nicht nur landschaftlich atemberaubend sind, sondern auch eine gewisse Energie haben – einen Ort, der wirklich heilt. Ich hatte das Gefühl, dass Fidschi genau das Richtige ist. Die Yasawa-Inseln, dieser lange Inselbogen im Westen, schienen dann perfekt, um abseits des touristischen Mainstreams etwas Authentisches zu finden. Ich habe in der Vergangenheit schon Retreats in Bali, Thailand und Costa Rica geleitet. Aber ich wollte etwas Neues, einen Ort, der noch nicht ganz so überlaufen ist. Und ehrlich gesagt, die Bilder von den türkisfarbenen Lagunen und den weißen Sandstränden haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Es war ein bisschen wie ein Ruf.

Die Vorbereitung

Die Organisation war etwas komplizierter als sonst. Die Yasawas sind nicht so einfach zu erreichen. Es gibt keine direkten internationalen Flüge, man muss erst nach Nadi und dann entweder ein kleines Flugzeug nehmen oder mit dem Boot übersetzen. Ich habe mich für eine Kombination aus beidem entschieden: einen kurzen Flug zu einer der weiter entfernten Inseln und dann Bootsfahrten, um die verschiedenen Inseln zu erkunden. Ich hatte mich monatelang mit den lokalen Gegebenheiten vertraut gemacht, mit den verschiedenen Inseln, den Unterkünften und den Möglichkeiten für Yoga-Praktiken am Strand. Es war wichtig für mich, eine Balance zwischen Entspannung, Yoga und kultureller Erfahrung zu finden. Ich wollte meinen Teilnehmern nicht nur einen schönen Urlaub bieten, sondern auch einen tieferen Einblick in die fidschianische Kultur und Lebensweise.

Erste Eindrücke

Nach der Passkontrolle und der Gepäckausgabe wurde ich von einem kleinen Bus zu unserem Hotel in Denarau Island gebracht. Denarau ist ein Resort-Gebiet, etwas künstlich, aber es war ein guter Ausgangspunkt, um uns auf die Yasawas vorzubereiten.

Die Hitze schlug mir entgegen, als ich aus dem Bus stieg. Alles war grün, üppig, voller Blüten. Ich roch den Duft von Frangipani und Jasmin. Die Luft war erfüllt vom Gesang der Vögel. Es war anders als alles, was ich bisher erlebt hatte.

Unser Hotel war ein kleines, charmantes Resort mit Blick auf das Meer. Die Zimmer waren einfach, aber sauber und komfortabel. Ich bezog mich ein und ging sofort zum Strand.

Das Wasser war kristallklar, warm und einladend. Ich zog meine Schuhe aus und ging barfuß im Sand entlang. Die Sonne schien warm auf meiner Haut. Es war ein Moment der puren Glückseligkeit.

Ich saß mich an den Strand, schloss die Augen und atmete tief ein. Ich spürte, wie die Energie dieses Ortes mich durchströmte. Es war, als ob all der Stress und die Anspannung der letzten Wochen einfach verflogen wären.
Am nächsten Tag trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Retreats. Es waren Frauen aus aller Welt, jede mit ihrer eigenen Geschichte und ihren eigenen Bedürfnissen. Ich freute mich darauf, sie auf dieser Reise zu begleiten und gemeinsam mit ihnen zu wachsen. Die Yasawas warteten darauf, erkundet zu werden und ich spürte eine innere Vorfreude darauf, welche Erfahrungen und Erkenntnisse uns auf diesen Inseln bevorstanden. Die ersten Tage würden wir uns auf die Grundlagen konzentrieren, die Verbindung zum eigenen Körper stärken und uns auf die bevorstehenden Abenteuer vorbereiten.

Erste Insel-Erlebnisse: Von Octopuses Garden bis Blue Lagoon

Nach einer kurzen Einführung und einer gemeinsamen Yoga-Session am Morgen ging es dann endlich los: mit dem Schnellboot in Richtung Yasawa-Inseln. Das Boot schaukelte ordentlich, und einige von uns kämpften mit leichter Seekrankheit, aber die Aussicht auf das türkisfarbene Meer und die kleinen Inseln, die am Horizont auftauchten, lenkte uns schnell ab. Unser erster Stopp war Octopuses Garden, ein kleines, familiäres Resort, das für sein fantastisches Schnorcheln bekannt ist. Der Name kommt nicht von ungefähr – hier gibt es tatsächlich eine ganze Kolonie von Oktopussen, die in den Korallen versteckt leben. Ich hatte schon an vielen Orten geschnorchelt, aber die Farbenpracht unter Wasser hier war einfach unglaublich. Ich erinnere mich noch gut an einen kleinen, leuchtend blauen Oktopus, der sich gerade in einem Korallenriff versteckte – ein magischer Moment.

Kulturelle Begegnungen in Naviti

Von Octopuses Garden aus ging es weiter nach Naviti, einer Insel, die für ihre traditionelle Kultur bekannt ist. Hier hatten wir die Möglichkeit, ein echtes fidschianisches Dorf zu besuchen und mehr über die Lebensweise der Einheimischen zu erfahren. Wir wurden herzlich empfangen und durften an einer traditionellen Kava-Zeremonie teilnehmen. Kava ist ein leicht betäubendes Getränk, das eine wichtige Rolle in der fidschianischen Kultur spielt. Es schmeckte ehrlich gesagt etwas erdig und ungewöhnlich, aber es war eine interessante Erfahrung. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war die Gastfreundschaft der Menschen. Sie waren so offen, freundlich und stolz auf ihre Kultur. Ich hatte das Gefühl, einen kleinen Einblick in eine andere Welt zu bekommen. Wir lernten auch, wie man traditionelle Kokosnussblätter webt und wie man ein fidschianisches Mittagessen zubereitet – eine tolle Erfahrung, die uns allen viel Freude bereitete.

Ein kleiner Zwischenfall in der Blue Lagoon

Von Naviti aus fuhren wir weiter zur berühmten Blue Lagoon, einem atemberaubenden Naturparadies, das durch den Film mit dem gleichen Namen berühmt wurde. Das Wasser war wirklich so blau, wie man es auf den Bildern sieht – ein wahrer Traum. Wir verbrachten den Nachmittag mit Schwimmen, Sonnenbaden und Erkunden der kleinen Inseln in der Umgebung.

Aber es gab auch einen kleinen Zwischenfall: als ich gerade im Wasser meditierte, schwamm plötzlich ein kleiner Hai an mir vorbei. Ich bin zwar nicht in Panik geraten, aber ich war schon etwas überrascht. Zum Glück war es nur ein kleiner Riffhai, der keine Gefahr darstellte. Aber es hat mir gezeigt, dass man in der Natur immer aufmerksam sein muss.


Die Abende verbrachten wir meistens am Strand, mit Yoga, Meditation und Gesprächen. Wir tauschten unsere Erfahrungen aus, lachten viel und knüpften enge Freundschaften. Es war eine besondere Atmosphäre, die uns allen gut tat. Ich merkte, wie ich selbst immer mehr zur Ruhe kam und mich mit der Natur verbunden fühlte. Ich realisierte, dass diese Reise mehr war als nur ein Urlaub. Es war eine Möglichkeit, sich selbst besser kennenzulernen, neue Freundschaften zu schließen und die Schönheit der Welt zu entdecken. Die Yasawa-Inseln hatten uns verzaubert und uns unvergessliche Erinnerungen geschenkt, und ich wusste, dass dies erst der Anfang einer längeren Reise war, um die heilende Kraft von Yoga und Natur zu entdecken.

Die letzten Tage auf den Yasawas waren eine Mischung aus tiefer Entspannung und unvergesslichen Erlebnissen. Ich saß oft am Strand, beobachtete die Fischerboote, die langsam über das türkisfarbene Wasser glitten, und lauschte dem Rauschen der Wellen. Es war eine unglaubliche Ruhe, die sich tief in meine Seele gegraben hat.

Abschied vom Inselparadies

Am Morgen vor unserer Abreise verabschiedeten wir uns von den Menschen, die uns so herzlich aufgenommen hatten. Die Umarmungen waren warm und aufrichtig, die Gesichter voller Lächeln. Es war schwer, Abschied zu nehmen, aber ich wusste, dass ich diese Inseln und die Menschen, die hier leben, nie vergessen würde.

Reflexionen und Erkenntnisse

Diese Reise war für mich mehr als nur ein Urlaub. Es war eine Möglichkeit, mich selbst besser kennenzulernen, meine Verbindung zur Natur zu vertiefen und neue Freundschaften zu schließen. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, im Moment zu leben, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen und sich Zeit für sich selbst zu nehmen.

Ich habe auch viel über die fidschianische Kultur gelernt. Die Menschen hier leben in Harmonie mit der Natur und legen großen Wert auf Gemeinschaft und Gastfreundschaft. Es war inspirierend zu sehen, wie einfach und erfüllend ihr Leben ist.

Was ich mitnehme

Ich werde die Ruhe und die Schönheit der Yasawa-Inseln in meinem Herzen tragen. Ich werde die Freundlichkeit und die Gastfreundschaft der Menschen nie vergessen. Und ich werde versuchen, die Lektionen, die ich hier gelernt habe, in mein eigenes Leben zu integrieren.

Meine Tipps für deine Reise

Wenn du planst, die Yasawa-Inseln zu besuchen, hier ein paar Tipps, die dir helfen können:

Packe leicht. Du brauchst nicht viel Kleidung, da das Klima warm und feucht ist. Nimm bequeme Schuhe mit, die du zum Wandern und Schwimmen tragen kannst.

Bring Sonnenschutzmittel mit. Die Sonne ist hier sehr stark, also schütze deine Haut vor Sonnenbrand.

Lerne ein paar grundlegende fidschianische Wörter. Die Einheimischen werden es zu schätzen wissen, wenn du dich bemühst, ihre Sprache zu lernen.

Sei respektvoll gegenüber der lokalen Kultur. Die Fidschianer sind sehr religiös und legen Wert auf Traditionen. Achte darauf, dich angemessen zu kleiden und dich respektvoll zu verhalten.

Sei offen für neue Erfahrungen. Die Yasawa-Inseln haben viel zu bieten. Sei bereit, neue Dinge auszuprobieren und dich auf das Abenteuer einzulassen.

Und vergiss nicht, dich zu entspannen und den Moment zu genießen. Die Yasawa-Inseln sind ein Paradies auf Erden. Nutze die Gelegenheit, um dem Alltag zu entfliehen und dich zu erholen.

Ich bin dankbar für diese Erfahrung und freue mich darauf, eines Tages wiederzukommen. Die Yasawa-Inseln haben einen besonderen Platz in meinem Herzen gefunden, und ich kann sie jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem Paradies auf Erden ist.

    👤 Yoga-Lehrerin (32) die Yoga-Retreats und Wellness-Erlebnisse kombiniert ✍️ poetisch und philosophisch