Europa - Griechenland - Kreta (Heraklion)

Kreta: Mehr als nur Oliven und Sonne

Der Geruch von wildem Thymian und heißem Asphalt vermischte sich in meiner Nase, als ich aus dem Bus stieg. Heraklion. Der Gedanke daran, endlich hier zu sein, hatte mich die ganze Reise begleitet. Es war mehr als nur ein Urlaub, es war eine Art Neustart. Ich hatte vor ein paar Monaten meinen Job gekündigt, die Wohnung aufgegeben und beschlossen, ein paar Monate einfach nur zu reisen. Nicht die typischen Touristenpfade, sondern abseits, in die Landschaft, zu den Menschen. Kreta schien mir der perfekte Ort dafür.

Erste Orientierung

Die Hitze schlug mir entgegen, wie eine warme Hand. Vor mir erstreckte sich ein pulsierendes Durcheinander aus Menschen, Motorrollern und kleinen Geschäften. Ein bisschen chaotisch, aber genau das gefiel mir. Ich hatte ein kleines Hotel in der Altstadt gebucht, und das war zum Glück nicht weit. Die Gassen waren eng und verwinkelt, die Häuser alt und verwittert, aber überall hingen bunte Blumenkästen und es roch nach frisch gebackenem Brot. Ich fühlte mich sofort wohl.

Ich checkte ein und ließ mein Gepäck fallen. Das Hotel war einfach, aber sauber und freundlich. Der Besitzer, ein älterer Mann mit einem verschmitzten Lächeln, gab mir gleich einen griechischen Kaffee und ein paar Tipps für die Gegend. Er erzählte mir von versteckten Buchten, alten Ruinen und kleinen Tavernen, in denen man das beste Essen der Insel bekommt.

Warum Kreta?

Die Idee zu dieser Reise kam mir eigentlich durch Zufall. Ich hatte in einem Dokumentarfilm über die Samaria-Schlucht gesehen, eine der längsten Schluchten Europas, die durch Kreta führt. Die Bilder hatten mich sofort in ihren Bann gezogen. Die wilde Schönheit der Landschaft, die unberührte Natur, die Abgeschiedenheit – das war genau das, was ich brauchte. Ich wollte dem Alltag entfliehen, mich selbst neu entdecken und einfach nur sein.

Ich hatte schon einige Reisepläne geschmiedet, bevor ich überhaupt ein Flugticket gebucht hatte. Ich wollte wandern, klettern, schwimmen und die lokale Kultur kennenlernen. Ich wollte nicht nur die Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern das Leben auf Kreta wirklich spüren.

Ein Bummel durch die Altstadt

Nachdem ich mich kurz ausgeruht hatte, machte ich mich auf den Weg, die Altstadt zu erkunden. Ich verlor mich in den labyrinthartigen Gassen, vorbei an kleinen Läden mit handgefertigten Souvenirs, Tavernen mit bunten Tischen und alten Kirchen mit beeindruckenden Kuppeln. Überall hörte man griechische Musik und das lebhafte Geplapper der Menschen.

Ich landete in einer kleinen Taverne, in der ich ein Mittagessen bestellte. Es gab frischen Fisch, gegrilltes Gemüse und eine Art Brot, das ich noch nie zuvor gesehen hatte. Alles schmeckte unglaublich lecker. Ich saß dort für Stunden, beobachtete das Treiben und genoss die entspannte Atmosphäre.

Der venezianische Hafen

Später am Nachmittag ging ich zum venezianischen Hafen. Er war voller Fischerboote, die in allen Farben und Größen schwammen. Die Festung Koules, ein beeindruckendes Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert, ragte majestätisch über den Hafen. Ich schlenderte am Hafen entlang, beobachtete die Fischer, die ihre Netze reparierten, und die Touristen, die Fotos machten.

Ich setzte mich in ein Café und bestellte einen Frappé, einen griechischen Eiskaffee. Es war unglaublich heiß, aber der Frappé war erfrischend und lecker. Ich saß dort und beobachtete, wie die Sonne langsam unterging. Der Himmel färbte sich in den schönsten Farben – Orange, Rot, Violett. Es war ein magischer Moment.

Ich hatte den ersten Tag in Heraklion fast vergessen, wie die Zeit verging. Die Stadt hatte mich sofort in ihren Bann gezogen. Ich war gespannt darauf, was die nächsten Tage bringen würden, und freute mich darauf, die Insel noch besser kennenzulernen. Doch jetzt, wo die Dunkelheit hereinbrach, spürte ich, dass der wahre Zauber Kretas weit über die Stadtmauern hinaus reichte und die Erkundung der rauen, ungezähmten Landschaft kaum erwarten konnte.

Abseits der Touristenpfade: Ein Besuch in der Handwerksgasse

Am nächsten Morgen wollte ich abseits der üblichen Touristenattraktionen etwas entdecken. Der Hotelbesitzer hatte mir von einer kleinen Handwerksgasse erzählt, versteckt hinter dem Markt. Dort sollen alte Handwerker noch auf traditionelle Weise arbeiten. Klingte perfekt. Ich schlenderte durch den belebten Markt, vorbei an Ständen mit frischem Obst, Gemüse, Olivenöl und Käse. Der Duft von Gewürzen und Kräutern lag in der Luft.

Die Gasse war schwer zu finden. Sie lag versteckt hinter einem Labyrinth aus kleinen Gassen und Hinterhöfen. Aber als ich sie endlich entdeckte, war ich begeistert. Hier herrschte eine ganz andere Atmosphäre als in der Altstadt. Es war ruhig und beschaulich. Ich sah einen alten Mann, der in seiner Werkstatt Leder verarbeitete, eine Frau, die bunte Keramik bemalte, und einen Mann, der traditionelle Holzmasken schnitzte. Ich blieb stehen und beobachtete sie bei ihrer Arbeit. Es war faszinierend zu sehen, wie sie mit ihren Händen Dinge von Schönheit schufen.

Ich kam ins Gespräch mit dem alten Lederhandwerker. Er erzählte mir, dass er den Beruf von seinem Vater gelernt hatte und dass er seit über 50 Jahren Leder verarbeitet. Er zeigte mir seine Werkzeuge und erklärte mir, wie er verschiedene Techniken anwendet. Ich kaufte von ihm eine kleine Lederhülle für mein Notizbuch. Es war ein einzigartiges Souvenir, das ich für immer in Erinnerung behalten werde.

Ein Missverständnis im Supermarkt

Am Nachmittag wollte ich mir ein paar Proviant für die nächsten Tage kaufen. Ich ging in einen kleinen Supermarkt in der Nähe meines Hotels. Ich konnte kein Griechisch, und die meisten Verkäufer sprachen kein Englisch. Es kam zu einem kleinen Missverständnis, als ich nach einem bestimmten Käse fragte. Ich zeigte auf ein Bild auf meinem Handy, aber der Verkäufer verstand mich trotzdem nicht. Er brachte mir stattdessen eine Dose Thunfisch. Ich lachte und schüttelte den Kopf. Wir versuchten es auf verschiedene Weise, aber es gelang uns nicht, uns zu verständigen. Am Ende gab ich auf und kaufte einfach den Thunfisch. Es war nicht das, was ich wollte, aber es schmeckte trotzdem gut.

Die Knossos-Ruinen und ein Sonnenstich

Ein Tag durfte natürlich nicht ohne einen Besuch der Knossos-Ruinen vergehen. Schon auf dem Weg dorthin spürte ich die Hitze. Die Ruinen sind beeindruckend, aber auch sehr überlaufen. Ich schlenderte durch die alten Palastanlagen, versuchte, mir vorzustellen, wie das Leben hier vor Tausenden von Jahren ausgesehen haben muss. Die Minotaurus-Sage geisterte in meinem Kopf herum.

Ich verbrachte viel zu viel Zeit in der prallen Sonne, ohne ausreichend zu trinken. Plötzlich fühlte ich mich schwindelig und bekam Kopfschmerzen. Ich merkte, dass ich einen Sonnenstich bekommen hatte. Zum Glück gab es in der Nähe einen kleinen Kiosk, wo ich mir Wasser und einen Hut kaufen konnte. Ich setzte mich in den Schatten und ruhte mich aus. Nach einer Weile ging es mir wieder besser. Ich lernte meine Lektion: Auf Kreta muss man immer ausreichend Wasser trinken und sich vor der Sonne schützen.

Als ich am Abend zum Hotel zurückkehrte, fühlte ich mich erschöpft, aber glücklich. Ich hatte viel erlebt und gelernt. Kreta hatte mich mit seiner Schönheit, seiner Kultur und seiner Gastfreundschaft verzaubert. Und ich spürte, dass dies erst der Anfang meiner Reise war, denn ich wusste, dass noch viele unentdeckte Winkel und verborgene Schätze darauf warteten, entdeckt zu werden.

Die Tage auf Kreta vergingen wie im Flug. Ich hatte mich in die raue Schönheit der Insel verliebt, in die Gastfreundschaft der Menschen und in die entspannte Lebensart. Es war nicht nur ein Urlaub, es war eine Art Befreiung. Ich hatte mich von meinen alten Mustern gelöst und mich auf ein neues Abenteuer eingelassen. Und das hatte mir gutgetan.

Letzte Tage in Heraklion

Die letzten Tage verbrachte ich damit, noch einmal die kleinen Dinge zu genießen. Ich schlenderte durch die Gassen der Altstadt, trank griechischen Kaffee in kleinen Cafés und beobachtete das Treiben. Ich besuchte den venezianischen Hafen noch einmal und genoss den Blick auf die Fischerboote. Und ich aß in kleinen Tavernen, wo ich frischen Fisch und gegrilltes Gemüse bestellte.

Ein Ausflug in die Samaria-Schlucht

Eines meiner Highlights war ein Ausflug in die Samaria-Schlucht. Es war eine anstrengende Wanderung, aber die Landschaft war atemberaubend. Die steilen Felswände, die wilden Pflanzen und die klare Luft waren unvergesslich. Am Ende der Schlucht angekommen, fühlte ich mich erschöpft, aber glücklich. Ich hatte eine der schönsten Wanderungen meines Lebens gemacht.

Abschied von Kreta

Am letzten Tag saß ich noch einmal am Strand und beobachtete den Sonnenuntergang. Der Himmel färbte sich in den schönsten Farben – Orange, Rot, Violett. Es war ein magischer Moment. Ich spürte eine tiefe Dankbarkeit für die Zeit, die ich auf Kreta verbringen durfte. Ich wusste, dass ich diese Insel nie vergessen würde.

Was Kreta so besonders macht

Kreta ist mehr als nur ein Urlaubsziel. Es ist ein Ort, der dich berührt und verändert. Die Insel hat eine einzigartige Energie, die dich inspiriert und befreit. Es ist ein Ort, wo du dich mit der Natur verbinden und deine Seele baumeln lassen kannst. Und es ist ein Ort, wo du die Gastfreundschaft der Menschen erleben und dich wie zu Hause fühlen kannst.

Meine persönlichen Tipps für Kreta

Wenn du nach Kreta reist, solltest du unbedingt Folgendes tun:

  • Verliere dich in den Gassen der Altstadt von Heraklion. Entdecke kleine Cafés, Tavernen und Läden.
  • Wandere durch die Samaria-Schlucht. Es ist eine anstrengende Wanderung, aber die Landschaft ist atemberaubend.
  • Besuche die Handwerksgasse in Heraklion. Hier kannst du traditionelles Handwerk bewundern und einzigartige Souvenirs kaufen.
  • Probiere die lokale Küche. Kreta hat eine reiche kulinarische Tradition.

Ich hoffe, meine Reiseberichte haben dich inspiriert, Kreta selbst zu entdecken. Es ist eine Insel, die dich verzaubern wird.

    • Samaria-Schlucht
    • Altstadt von Heraklion
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    • Altstadt von Heraklion
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