Cartagena und ich - Ein Rucksack voller Erinnerungen
Eine spontane Entscheidung
Ich bin der Karl-Heinz, 70 Jahre jung, und eigentlich bin ich ja eher der Typ für Nordseeurlaub. Aber dieses Jahr… dieses Jahr wollte ich was anderes. Meine Frau, Gisela, ist vor zwei Jahren leider verstorben, und der erste Winter ohne sie war hart. Einfach nur still. Da habe ich mir gedacht, ich muss raus, was erleben. Irgendwas. Kolumbien kam mir dann beim Blättern in einem Billigflug-Prospekt über den Weg. Billig und warm, das klang gut. Gisela hätte wahrscheinlich gesagt, das sei verrückt, aber genau das war ja der Punkt, oder? Ich brauche etwas, das mich aus meiner Komfortzone lockt.Die Vorbereitung
Ich bin ja kein Backpacker mehr, das muss man sagen. Ich habe mir natürlich ein kleines Hotel über Booking.com ausgesucht, mit Klimaanlage und WLAN. Und ich habe ein paar Impfungen auffrischen lassen. Das mit dem Spanisch war so eine Sache. Ich hatte in der Schule zwar ein bisschen gelernt, aber das ist lange her. Ich habe mir dann so eine Sprachlern-App runtergeladen, aber die habe ich nach zwei Tagen wieder gelöscht. Zu kompliziert. Ich dachte mir, mit Händen und Füßen kommt man irgendwie durch. Und mit viel Geduld. Und dem Google Übersetzer, der ist mein bester Freund geworden.Erste Eindrücke von Cartagena
Die Altstadt ist wunderschön, das muss man sagen. Bunte Häuser, überall Blumen, enge Gassen. Aber auch ziemlich touristisch. Überall werden Souvenirs angeboten, und die Taxifahrer sind ziemlich aufdringlich. Ich habe mir gleich am ersten Tag ein paar grundlegende Sätze auf Spanisch gemerkt: "No, gracias" und "¿Cuánto cuesta?". Das hilft schon mal. Ich habe mir dann ein kleines Hostel ausgesucht, etwas abseits vom Zentrum. War günstiger und ruhiger. Die Leute dort sind sehr freundlich und hilfsbereit.Das Essen ist hier auch fantastisch. Ich habe schon Arepas, Empanadas und Bandeja Paisa probiert. Und natürlich den lokalen Kaffee. Der ist wirklich gut. Ich bin ja eher der Tee-Trinker, aber hier mache ich gerne eine Ausnahme. Allerdings muss ich sagen, dass die Portionen hier ziemlich groß sind. Da muss man aufpassen, dass man nicht zu viel zunimmt.
Ich hatte mir vorgenommen, viel zu Fuß zu erkunden, aber die Hitze macht es einem schwer. Ich habe mir dann ein paar Fahrten mit dem lokalen Bus gegönnt. Das ist zwar etwas chaotisch, aber auch sehr authentisch. Und man kommt mit den Einheimischen ins Gespräch.
Gestern war ich am Castillo San Felipe de Barajas, einer alten Festung aus der Kolonialzeit. Die Aussicht auf die Stadt war fantastisch. Allerdings war es auch ziemlich voll mit Touristen. Ich habe versucht, ein paar Fotos zu machen, aber es war schwierig, ohne andere Leute einzufangen.
Ein bisschen Wehmut
Ich vermisse Gisela natürlich sehr. Sie hätte sich sicher über die bunten Häuser und die exotischen Früchte gefreut. Wir hatten immer viel zusammen unternommen, aber sie war nie so der Abenteuertyp. Sie hätte lieber im Hotel entspannt und ein gutes Buch gelesen. Aber ich glaube, sie hätte sich gefreut, dass ich mich traue, etwas Neues auszuprobieren. Ich hatte mir vorgenommen, einfach mal loszulassen und mich treiben zu lassen. Keine Pläne, keine Erwartungen. Einfach den Tag genießen. Und das funktioniert auch ganz gut. Ich lerne jeden Tag neue Leute kennen, probiere neue Dinge aus und entdecke neue Seiten an mir selbst. Es ist schön zu sehen, dass man auch mit 70 noch etwas Neues lernen und erleben kann. Ich bin jetzt seit einer Woche hier und habe noch viel vor. Ich möchte noch die Islas del Rosario besuchen, einen Kochkurs machen und vielleicht noch einen Salsa-Kurs belegen. Mal sehen, was die Zeit so bringt. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen noch bringen werden, aber im Moment genieße ich einfach den Moment und die Wärme dieser faszinierenden Stadt.Ich bin jetzt seit einer Woche hier und habe noch viel vor. Ich möchte noch die Islas del Rosario besuchen, einen Kochkurs machen und vielleicht noch einen Salsa-Kurs belegen. Mal sehen, was die Zeit so bringt. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen noch bringen werden, aber im Moment genieße ich einfach den Moment und die Wärme dieser faszinierenden Stadt.Getúse – Mehr als nur Schuhe
Ich bin ja nicht so der Shopping-Typ, aber in Getúse, einem Viertel etwas außerhalb der Altstadt, habe ich mich dann doch treiben lassen. Eigentlich wollte ich nur schauen, aber dann habe ich ein kleines Geschäft entdeckt, in dem handgemachte Lederwaren verkauft wurden. Taschen, Gürtel, Schuhe – alles aus echtem Leder und zu vernünftigen Preisen. Ich habe mir dann doch eine kleine Umhängetasche gekauft, als Souvenir und weil sie einfach praktisch ist. Der Verkäufer, ein älterer Herr mit freundlichen Augen, hat mir noch erzählt, dass Getúse früher das Lederzentrum Cartagenas war und dass viele Familien seit Generationen hier arbeiten. Das ist natürlich viel schöner, als wenn man etwas in einem Touristenladen kauft.Die Islas del Rosario – Ein Tag am Paradies…fast
Die Islas del Rosario sind wirklich wunderschön. Türkisblaues Wasser, weiße Strände, Palmen – das volle Programm. Ich habe mir einen Tagesausflug gebucht, mit einem Schnellboot. Das Boot war ziemlich voll, aber die Stimmung war gut. Auf einer der Inseln, Isla Baru, haben wir einen Strandspaziergang gemacht und sind schwimmen gegangen. Das Wasser war warm und klar. Allerdings war der Strand auch ziemlich überlaufen. Überall lagen Liegestühle und Sonnenschirme. Dann kam die Überraschung: Ich hatte vergessen, Sonnencreme einzupacken! Ich bin ja nicht der Typ, der leicht verbrennt, aber hier in Cartagena ist die Sonne schon ganz schön heftig. Also habe ich mir im Strandrestaurant eine Sonnencreme gekauft. Die war aber ziemlich teuer. Ich hätte vorher besser nachdenken sollen.Bocagrande – Hochhäuser und Händler
Bocagrande ist ganz anders als die Altstadt. Hier gibt es nur Hochhäuser, Hotels und Einkaufszentren. Es ist sehr modern und amerikanisch. Ich war dort, um meinen Bus nach Medellín zu buchen. Und um einen kleinen Spaziergang am Strand zu machen. Der Strand ist hier sehr breit und sauber. Aber es ist auch sehr touristisch. Überall werden Souvenirs, Massagen und Getränke angeboten. Ein Händler hat mich dann gefragt, ob ich "Marihuana" kaufen möchte. Ich war ziemlich überrascht. Ich habe natürlich abgewinkt und bin weitergegangen. Manchmal ist es schon verrückt hier.Ich habe dann in einem kleinen Café ein "Aguacate con huevo" gegessen, also Avocado mit Ei. Das war lecker und preiswert. Und ich habe noch ein paar Einheimische kennengelernt, die mir Tipps für meine Reise nach Medellín gegeben haben.
Ich glaube, ich habe Cartagena jetzt ganz gut kennengelernt. Es ist eine faszinierende Stadt mit vielen Kontrasten. Man kann hier die Kolonialgeschichte erleben, aber auch das moderne Leben. Es ist laut, bunt und chaotisch. Aber es ist auch warmherzig und freundlich. Und ich bin froh, dass ich hierhergekommen bin.
Langsam merke ich aber, dass die Zeit in Cartagena zu Ende geht, und so packe ich meine Sachen für die nächste Etappe meiner Reise, mit einem Koffer voller Eindrücke und der Vorfreude auf die Berge.
Der Bus nach Medellín ist gerade abgefahren, und ich sitze in einem kleinen Café, trinke noch einen letzten Tinto und lasse die letzten Tage Revue passieren. Es ist schwer zu glauben, dass ich schon wieder weiterziehe. Cartagena hat mich echt überrascht. Ich bin ja eher der Typ für Nordseeurlaub, aber hier in Kolumbien war alles so anders, so bunt, so lebendig. Und so warm!
Ein bisschen Wehmut und ein paar Gedanken
Ich muss sagen, am Anfang war ich schon etwas überfordert. Die Hitze, der Lärm, die vielen Menschen. Aber ich habe mich schnell eingelebt und gelernt, das Chaos zu genießen. Und ich habe auch gelernt, dass man mit einem Lächeln und ein paar grundlegenden Spanischkenntnissen viel erreichen kann. Ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, von den freundlichen Verkäufern auf dem Markt bis zu den hilfsbereiten Einheimischen, die mir den Weg gewiesen haben.
Was ich gelernt habe
Ich habe gelernt, dass man auch mit 70 noch etwas Neues lernen und erleben kann. Ich habe Salsa getanzt (zumindest versucht), habe Arepas gebacken und habe gelernt, wie man einen guten Kaffee zubereitet. Ich habe auch gelernt, dass man nicht alles planen muss und dass es manchmal gut ist, einfach mal loszulassen und sich treiben zu lassen. Gisela hätte das sicher gutgeheissen, sie war immer für Spontanität zu haben.
Meine Empfehlungen für Cartagena
Wenn ich jemandem raten würde, nach Cartagena zu reisen, würde ich ihm sagen: Packen Sie leichte Kleidung ein, nehmen Sie Sonnencreme mit und vergessen Sie nicht Ihre Kamera. Und seien Sie offen für neue Erfahrungen. Besuchen Sie die Altstadt, schlendern Sie durch die bunten Gassen und genießen Sie das Flair. Essen Sie in den kleinen Restaurants, probieren Sie die lokalen Spezialitäten und lassen Sie sich von der kolumbianischen Küche verwöhnen. Machen Sie einen Ausflug zu den Islas del Rosario, wenn Sie Entspannung am Strand suchen. Aber vergessen Sie nicht, auch die weniger touristischen Viertel zu erkunden, wie Getúse, wo Sie authentische Lederwaren finden können.
Und noch ein Tipp
Lernen Sie ein paar grundlegende Spanischkenntnisse. Es macht die Reise viel einfacher und angenehmer. Und seien Sie freundlich und respektvoll gegenüber den Einheimischen. Sie werden es Ihnen danken. Ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, die mir geholfen haben, die Stadt zu erkunden und die Kultur besser zu verstehen.
Ich bin froh, dass ich mich getraut habe, diese Reise zu machen. Sie hat mir gezeigt, dass das Leben auch mit 70 noch voller Überraschungen und neuer Erfahrungen sein kann. Und ich bin dankbar für all die schönen Erinnerungen, die ich mit nach Hause nehmen werde.
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- Die Altstadt von Cartagena
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- Islas del Rosario
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- Getúse