Nordamerika - Kanada - Banff-Nationalpark

Banff mit Teenagern: Mehr als nur türkisfarbenes Wasser

Der Geruch von Tannennadeln und kaltem Wasser stieg mir sofort in die Nase, als wir aus dem Jeep stiegen. Es war anders, viel anders, als alles, was wir bisher gerochen hatten. Liam, der Ältere mit seinen 16, verdrehte die Augen. „Riecht nach Wald, Mama. Überraschung.“ Aber seine Schwester, die 12-jährige Sophie, war ganz aus dem Häuschen. „Ist das wirklich der kanadische Wald? Wie in den Filmen?“

Ein lange geplanter Trip

Wir hatten dieses Jahr beschlossen, mal etwas anderes zu machen. Keine zwei Wochen All-Inclusive am Strand, sondern ein echtes Abenteuer. Die Idee kam eigentlich von Liam. Er hatte in der Schule ein Referat über die Rocky Mountains gehalten und war total begeistert. Sophie fand die Bilder von türkisfarbenen Seen und schneebedeckten Gipfeln auch faszinierend. Und ganz ehrlich, ich brauchte auch mal eine Auszeit vom Alltag. Mein Mann, Thomas, war sofort dabei. Er ist der Organisator in der Familie und hat sich um alles gekümmert: Flüge, Mietwagen, Unterkünfte, die ersten Wanderungen geplant. Ein riesiger Aufwand, aber es hat sich gelohnt.

Die Flüge waren lang, sehr lang. Aber die Kids haben sich mit ihren Tablets und Kopfhörern ganz gut beschäftigt. Thomas und ich haben versucht, ein bisschen zu schlafen, aber das war schwierig. Wir sind in Calgary gelandet und haben uns direkt auf den Weg nach Banff gemacht. Die Fahrt war wunderschön. Die Landschaft wurde immer beeindruckender, je näher wir den Bergen kamen.

Erste Eindrücke von Banff

Banff selbst ist ein kleines, aber lebhaftes Städtchen. Es ist voller Touristen, ja, aber es hat trotzdem einen gewissen Charme. Wir haben unser Hotel gefunden, ein gemütliches Blockhaus am Rande der Stadt. Die Kids waren sofort begeistert. Es hatte sogar einen Kamin! Wir haben die Koffer ausgepackt und sind dann direkt in die Stadt gegangen, um uns umzusehen.

Es war schon spät am Nachmittag, aber die Sonne schien noch auf die Berggipfel. Wir sind am Bow River entlangspaziert und haben die Aussicht genossen. Es war einfach atemberaubend. Überall waren kleine Läden und Restaurants. Wir haben uns für ein mexikanisches Restaurant entschieden und uns mit Tacos gestärkt. Liam war skeptisch. „Mexikanisch in Kanada?“, fragte er. Aber die Tacos waren wirklich lecker.

Ein bisschen Geschichte

Am nächsten Morgen haben wir uns die Geschichte von Banff genauer angesehen. Die Stadt ist nach Lord Banff benannt, dem ersten Präsidenten der Canadian Pacific Railway. Er hat die heißen Quellen entdeckt und die Gegend für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Anfangs war Banff ein Kurort, aber im Laufe der Zeit hat sich die Stadt zu einem beliebten Reiseziel für Naturliebhaber entwickelt.

Die heißen Quellen

Natürlich durften wir einen Besuch der Banff Upper Hot Springs nicht verpassen. Es war etwas überfüllt, aber das Wasser war herrlich warm und entspannend. Liam war etwas zurückhaltend, aber Sophie war ganz begeistert. Sie hat sich mit anderen Mädchen unterhalten und viel gelacht. Thomas und ich haben die Aussicht auf die Berge genossen.

Planung für die nächsten Tage

Nach dem Besuch der heißen Quellen haben wir uns hingesetzt und die nächsten Tage geplant. Wir wollten wandern, Kanu fahren und vielleicht sogar einen Bären sehen. Thomas hatte schon einige Wanderungen ausgesucht, aber wir wollten auch spontan sein und uns treiben lassen. Sophie wollte unbedingt noch ein Souvenir kaufen. Liam hingegen wollte nur noch zocken. Typisch. Wir einigten uns, dass jeder etwas bekommt, was er möchte.

Die ersten Eindrücke von Banff waren überwältigend. Die Landschaft, die Atmosphäre, die freundlichen Menschen – alles hat uns begeistert. Wir waren uns sicher, dass dies ein unvergesslicher Urlaub werden würde. Aber die eigentlichen Abenteuer lagen noch vor uns. Die Rocky Mountains warteten darauf, von uns erkundet zu werden. Und ich spürte, dass wir gerade erst am Anfang unserer Reise standen, einer Reise, die uns allen noch lange in Erinnerung bleiben würde. Die kommenden Tage würden uns zeigen, was die kanadische Wildnis alles zu bieten hat, und ob wir wirklich bereit waren, uns auf dieses Abenteuer einzulassen.

Lake Louise und der smaragdgrüne Traum

Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden. Thomas hatte uns für den Tag Lake Louise versprochen. Schon die Fahrt dorthin war spektakulär. Die Berge wurden höher und die Landschaft noch beeindruckender. Als wir ankamen, stockte uns allen der Atem. Der See war einfach unglaublich, ein tiefes Türkis, umrahmt von schneebedeckten Gipfeln und dem imposanten Fairmont Chateau Lake Louise.

Es war zwar ziemlich voll, aber wir haben uns trotzdem einen Platz am Ufer gesichert. Sophie war sofort begeistert und wollte unbedingt mit dem Kanu auf den See. Liam hingegen war skeptisch. „Das ist doch bestimmt total anstrengend“, meckerte er. Aber Thomas hat ihn überredet, mitzukommen. Und was soll ich sagen? Sie hatten beide eine Menge Spaß. Ich und Sophie haben am Ufer gesessen und die Aussicht genossen, während Thomas und Liam sich beim Paddeln verausgabten. Irgendwann hat Liam sogar angefangen zu lachen. Das war ein gutes Zeichen.

Nach dem Kanufahren haben wir einen kleinen Spaziergang um den See gemacht. Der Weg war gut ausgebaut und führte uns durch einen wunderschönen Wald. Wir haben viele kleine Tiere gesehen, Eichhörnchen, Vögel und sogar einen Murmeltier. Sophie war ganz aus dem Häuschen. Sie hat versucht, alle Tiere zu fotografieren. Irgendwann sind wir an einem kleinen Café vorbeigekommen und haben uns mit einem heißen Kakao gestärkt. Es war herrlich, einfach nur da zu sitzen und die Atmosphäre zu genießen.

Ein Ausflug nach Johnston Canyon

Am nächsten Tag haben wir uns für eine Wanderung durch den Johnston Canyon entschieden. Thomas hatte uns versichert, dass die Wanderung nicht zu anstrengend sei. Aber das war vielleicht doch etwas optimistisch. Der Weg führte steil bergauf und war stellenweise sehr uneben. Liam hat sich sofort beschwert. „Ich hätte besser im Hotel bleiben und zocken können“, jammerte er. Aber Sophie war motiviert und zog uns alle mit.

Der Canyon selbst war atemberaubend. Das Wasser stürzte tosend durch die Schlucht und hat sich im Laufe der Jahrtausende tiefe Furchen in den Fels gegraben. Wir sind an mehreren Wasserfällen vorbeigekommen, darunter der Lower und Upper Falls. Die Upper Falls waren besonders beeindruckend. Das Wasser stürzte aus großer Höhe in einen kleinen See und hat eine riesige Gischtwolke erzeugt.

Auf dem Rückweg sind uns dann leider ein paar Wolken aufgezogen und es hat angefangen zu regnen. Wir waren alle durchnässt und ziemlich erschöpft. Aber wir haben uns trotzdem lustig gemacht und sind lachend zurück zum Auto gelaufen. Liam hat sich dann endlich beruhigt und zugegeben, dass die Wanderung doch ganz cool war.

Banff Avenue und die kleinen Überraschungen

Am Abend sind wir noch die Banff Avenue entlangspaziert. Die Straße war voller Geschäfte, Restaurants und Cafés. Wir haben uns in einem kleinen Souvenirladen umgesehen und ein paar Kleinigkeiten gekauft. Sophie hat sich eine gestrickte Mütze gekauft, Liam einen Schlüsselanhänger und ich ein paar Postkarten.

Wir haben dann in einem kleinen italienischen Restaurant zu Abend gegessen. Das Essen war lecker und die Atmosphäre gemütlich. Nach dem Essen haben wir noch einen Eis gegessen und sind dann zurück zum Hotel gegangen.

Eines Abends, als wir gerade vom Abendessen kamen, haben wir plötzlich ein Reh gesehen, das mitten auf der Straße stand. Es war ein wunderschönes Tier und wir waren alle ganz begeistert. Es hat uns kurz angesehen und ist dann einfach in den Wald verschwunden. Es waren diese kleinen, unerwarteten Momente, die unseren Urlaub so besonders gemacht haben.

Die Tage in Banff sind viel zu schnell vergangen. Wir haben viel erlebt, viel gelacht und viele schöne Erinnerungen geschaffen. Aber es war auch anstrengend und manchmal etwas chaotisch. Aber das ist eben das Leben, oder? Und genau das macht einen Urlaub doch erst richtig unvergesslich. Wir packten unsere Koffer und machten uns bereit für die nächste Etappe unserer Reise, gespannt darauf, welche Abenteuer uns noch erwarten würden, und mit dem Gefühl, dass diese kanadische Reise uns als Familie noch enger zusammengeschweißt hat.

Die letzten Tage in Banff sind wie im Flug vergangen. Als wir am Morgen des Abreisetages aus dem Fenster unseres Blockhauses schauten, lag ein leichter Nebel über den Bergen. Es wirkte fast so, als wollte die Landschaft uns noch einmal einen magischen Abschiedsgruß schicken. Sophie war ganz traurig, dass die Reise vorbei war. Liam hingegen war schon wieder auf seinem Tablet versunken. Teenager eben.

Rückblick auf eine unvergessliche Reise

Was bleibt von dieser Reise? Ganz viele wunderschöne Erinnerungen, unzählige Fotos und das Gefühl, als Familie noch enger zusammengewachsen zu sein. Banff hat uns allen gezeigt, dass es mehr gibt als nur den Alltag und dass es sich lohnt, aus der Komfortzone auszubrechen und neue Abenteuer zu erleben. Liam hat sogar zugelassen, dass die Natur beeindruckend sein kann. Das ist schon was wert!

Ich erinnere mich besonders an den Tag am Lake Louise. Das türkisfarbene Wasser, die schneebedeckten Berge, die Sonne im Gesicht – es war einfach atemberaubend. Und obwohl es viele andere Touristen gab, hatten wir trotzdem das Gefühl, einen ganz besonderen Moment zu erleben. Auch die Wanderung durch den Johnston Canyon war ein Highlight, obwohl es stellenweise ganz schön anstrengend war. Aber das Gefühl, die tosenden Wasserfälle zu sehen und die frische Bergluft einzuatmen, war unbezahlbar.

Was wir gelernt haben

Eine Reise mit Teenagern ist nicht immer einfach. Es gibt Momente der Frustration, aber auch viele Momente der Freude. Wichtig ist, Kompromisse einzugehen und jedem genügend Freiraum zu lassen. Liam brauchte seine Gaming-Zeit, Sophie ihre Instagram-Fotos und wir als Eltern brauchten unsere Zeit, um die Landschaft zu genießen und uns zu entspannen. Und am Ende haben wir alle unsere Bedürfnisse erfüllt bekommen.

Unsere Top-Tipps für Banff

Wenn ihr vorhabt, Banff mit Teenagern zu besuchen, hier ein paar Tipps, die uns geholfen haben:

  • Plant nicht zu viel ein: Lasst genügend Zeit für spontane Aktivitäten und entspannte Stunden.
  • Bietet Abwechslung: Kombiniert Wanderungen mit kulturellen Aktivitäten und entspannten Stunden am See.
  • Lasst die Teenager mitbestimmen: Fragt sie, was sie sehen und erleben möchten.
  • Packt wetterfeste Kleidung ein: Das Wetter in den Bergen kann schnell umschlagen.
  • Genießt die Landschaft: Nehmt euch Zeit, um die Schönheit der Natur zu genießen.

Und noch ein letzter Tipp: Vergesst nicht, eure Kameras einzupacken! Banff ist ein Paradies für Fotografen und ihr werdet viele unvergessliche Bilder machen.

Als wir am Flughafen in Calgary saßen und auf unseren Flug warteten, waren wir alle erschöpft, aber glücklich. Wir hatten eine unglaubliche Reise hinter uns und wir wussten, dass wir Banff niemals vergessen würden. Es war mehr als nur ein Urlaub, es war ein Abenteuer, das uns als Familie noch enger zusammengeschweißt hat.

    • Lake Louise
    • Johnston Canyon
    • Banff Avenue
👤 Familie mit älteren Kindern (12 und 16) die Abenteuer und Kultur verbinden ✍️ interaktiv und dialogorientiert