Europa - Kroatien - Zadar

Reisebericht Europa - Kroatien - Zadar

Der Geruch von Salz, Diesel und irgendwas undefinierbar Fischigem kitzelte in meiner Nase, als ich aus dem Bus stolperte. Zadar. Endlich. Die Sonne brannte schon ordentlich, obwohl es erst kurz nach Mittag war, und der Lärmpegel war… beeindruckend. Nicht unangenehm, eher so ein pulsierendes, mediterranes Chaos. Ich hatte mir extra den frühen Bus von Split genommen, um nicht im schlimmsten Touristenansturm anzukommen, aber selbst jetzt war schon ordentlich was los.

Warum Kroatien? Und warum Zadar?

Okay, kurz zur Hintergrundgeschichte, weil fragen bestimmt kommt. Ich bin der Typ Mensch, der nicht lange an einem Ort sitzen kann. Brauche ständig neue Reize, neue Herausforderungen. Letztes Jahr war ich in Nepal Trekking, davor in Costa Rica Surfen. Dieses Jahr sollte es wieder etwas mit Adrenalin zu tun haben, aber auch etwas Kultur. Ich wollte nicht nur runterrasen, sondern auch was sehen. Kroatien kam mir da irgendwie perfekt vor. Die Küste ist ja bekannt für ihre Schönheit, aber ich hatte gehört, dass es auch im Landesinneren einige krasse Schluchten und Flüsse gibt, die sich perfekt zum Canyoning eignen. Und dann noch die Geschichte, die alten Städte… Das passte irgendwie. Zadar hatte ich mir ausgesucht, weil es nicht so überlaufen ist wie Dubrovnik oder Split. Ich wollte nicht ständig in Touristenmassen versinken, sondern auch mal die Gelegenheit haben, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Außerdem hatte ich online ein paar vielversprechende Angebote für Kletterkurse und Canyoning-Touren gefunden. Klingte nach dem perfekten Ausgangspunkt für meine kleine Entdeckungsreise.

Erste Schritte in der Altstadt

Ich hatte mir ein kleines Apartment in der Altstadt gemietet, und der Weg dorthin führte mich direkt durch das geschäftige Zentrum. Enge Gassen, gesäumt von kleinen Cafés und Geschäften, die Souvenirs und lokale Produkte verkauften. Überall tischten Leute im Freien und unterhielten sich lautstark. Es roch nach Kaffee, gebratenem Fisch und süßen Backwaren. Ein wahrer Gaumenschmaus. Ich schlenderte einfach so durch die Gassen, ließ mich treiben und saugte die Atmosphäre auf. Es war anders als alles, was ich bisher gesehen hatte. Irgendwie mediterran-entspannt, aber gleichzeitig auch energiegeladen und pulsierend. Die alten Gebäude waren wunderschön, mit ihren steinernen Fassaden und den roten Ziegeldächern. Überall hingen Wäscheleinen zwischen den Häusern, und die bunten Blumenkästen lockerten das Bild auf. Ich blieb vor der Kathedrale des Heiligen Anastasia stehen, einem beeindruckenden Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert. Die Fassade war wunderschön verziert, und das Innere war düster und geheimnisvoll. Ich zündete eine Kerze an und wünschte mir, dass meine Reise genauso aufregend und unvergesslich wird wie die ersten paar Stunden in Zadar.
Ich hatte mir vorgenommen, die Stadt erst mal ganz entspannt zu erkunden, bevor ich mich den Extremsportarten widme. Einfach ein bisschen herumlaufen, die Sehenswürdigkeiten besichtigen und das lokale Essen probieren. Aber ich wusste auch, dass ich nicht lange stillhalten kann. Irgendwann würde mich der Abenteuergeist wieder packen und mich zu neuen Herausforderungen treiben. Und ich hatte das Gefühl, dass genau das in den kommenden Tagen passieren würde. Die Mischung aus Kultur und Abenteuer lockte, und ich war gespannt darauf, welche Überraschungen Zadar und die Umgebung für mich bereithalten würden.

Der Fünf-Brunnen-Park und ein fast-Desaster

Am nächsten Morgen, nach einem Frühstück mit unfassbar gutem Olivenöl und frischem Brot (ich glaube, ich habe mich direkt in die kroatische Küche verliebt), beschloss ich, mir den Fünf-Brunnen-Park anzusehen. Das Ding ist nämlich echt speziell. Ich hatte online Bilder gesehen, aber die haben die Dimensionen überhaupt nicht wiedergegeben. Riesige, ineinander übergehende Brunnen, die mit Meerwasser gespeist werden – total surreal. Und das Coole: Da pustet’s einem ständig Gischt ins Gesicht. Ich bin da erstmal rumgestrolcht, hab Fotos gemacht und versucht, nicht auszurutschen, weil die Steine total glitschig waren. Da kam mir dann eine ältere Dame entgegen, die mich auf Kroatisch ausfragte, woher ich komme. Ich hab dann versucht, auf Deutsch zu antworten, aber die Dame sprach kein Wort Deutsch. Wir haben uns dann mit Händen und Füßen verständigt und am Ende hat sie mir eine selbstgepflückte Olive angeboten. War ein lustiger Moment.

Die Organspiele am Hafen und ein vergessener Rucksack

Am Nachmittag wollte ich mir dann die berühmten Meeresorgeln anschauen. Die sind direkt am Hafen gelegen und funktionieren so, dass die Wellen in Rohre unter der steinernen Promenade drücken und dadurch musikalische Geräusche erzeugen. Klingt komisch, ist aber echt beeindruckend. Ich hab mich da eine ganze Weile hingesetzt und einfach der Musik gelauscht. War total entspannend. Nach den Organspielen bin ich noch ein bisschen am Hafen entlangspaziert und hab mir einen Kaffee gegönnt. Hab dann meinen Rucksack kurz auf einer Bank abgestellt, um Fotos zu machen. Tja, und dann kam ein Möwenschwarm angeflogen und hat versucht, an meine Snacks zu kommen. Ich hab sie noch rechtzeitig verscheucht, aber in dem Chaos hab ich meinen Rucksack vergessen. Erst als ich schon fast wieder in meinem Apartment war, fiel mir das auf. Panik! Bin dann wie ein Verrückter zurückgerannt, aber zum Glück war der Rucksack noch da. Puh! War ein ziemlich unnötiger Adrenalinkick.

Ein Abend in der Altstadt und das Versprechen von Abenteuern

Am Abend hab ich mich dann entschieden, in einem der kleinen Restaurants in der Altstadt zu essen. Hab mir Peka bestellt, ein traditionelles kroatisches Gericht, bei dem Fleisch und Gemüse unter einer Glocke gegart werden. War unglaublich lecker! Das Restaurant war total gemütlich und die Bedienung super freundlich. Hab mich direkt wie zu Hause gefühlt. Nach dem Essen bin ich noch ein bisschen durch die beleuchteten Gassen geschlendert und hab die Atmosphäre aufgesaugt. Die Altstadt war voller Leben, aber trotzdem entspannt und friedlich. Da hab ich dann beschlossen, dass Zadar nicht nur eine schöne Stadt ist, sondern auch ein guter Ausgangspunkt für meine geplanten Abenteuer. Ich hatte gehört, dass es in der Umgebung einige tolle Canyoning- und Klettergebiete gibt, und ich konnte es kaum erwarten, diese zu erkunden. Dieser Tag war eine Mischung aus Kultur, Entspannung und kleinen Pannen, und er hat mir gezeigt, dass Zadar viel mehr zu bieten hat, als ich erwartet hatte, bevor die wirklichen Herausforderungen begannen.

Der nächste Morgen kam schneller als erwartet. Ich wachte früh auf, motiviert und voller Vorfreude. Der Tag sollte dem Canyoning gewidmet sein. Ich hatte online eine Tour im Paklenica Nationalpark gebucht, und der Transfer sollte mich in ein paar Stunden abholen. Ich nutzte die Zeit, um noch einmal durch die Altstadt zu schlendern und ein paar letzte Souvenirs zu kaufen.

Abenteuer in den Schluchten

Der Paklenica Nationalpark war atemberaubend. Riesige Kalksteinfelsen, dichte Wälder und kristallklares Wasser. Wir haben uns eine ziemlich anspruchsvolle Route ausgesucht, mit einigen Abseilstellen und Sprüngen ins Wasser. War echt adrenalintreibend! Ich war froh, dass ich vorher noch ein paar Kletterübungen gemacht hatte. Die anderen Teilnehmer waren auch alle ziemlich erfahren, und es hat richtig Spaß gemacht, zusammen durch die Schlucht zu klettern.

Das Wasser war eiskalt, aber nach jedem Sprung hatte man ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Ich bin ein paar Mal ausgerutscht und fast ins Wasser gefallen, aber zum Glück konnte ich mich immer noch rechtzeitig festhalten.

Rückblick und persönliche Highlights

Die Tage in Zadar sind viel zu schnell vergangen. Ich habe so viel erlebt und gesehen, dass ich fast nicht weiß, wo ich anfangen soll. Die Stadt selbst ist wunderschön und hat eine ganz besondere Atmosphäre. Aber das Highlight waren natürlich die Outdoor-Aktivitäten. Canyoning im Paklenica Nationalpark war einfach unvergesslich.

Ich habe auch gelernt, dass man nicht immer alles perfekt planen muss. Manchmal sind es die spontanen Entscheidungen und kleinen Pannen, die eine Reise so besonders machen. So wie der fast-Rucksack-Verlust am Hafen.

Tipps für Zadar-Reisende

Wenn ihr nach Zadar reist, hier ein paar Tipps von mir:

Unterkünfte: Sucht euch eine Unterkunft in der Altstadt, damit ihr alles gut zu Fuß erreichen könnt. Die Preise sind zwar etwas höher, aber es lohnt sich.

Essen: Probiert unbedingt das Peka, ein traditionelles kroatisches Gericht. Und vergesst nicht, den lokalen Wein zu probieren.

Outdoor-Aktivitäten: Nutzt die Gelegenheit, um die Natur zu erkunden. Der Paklenica Nationalpark ist ein Paradies für Wanderer und Kletterer. Und wenn ihr etwas Adrenalin sucht, solltet ihr euch eine Canyoning-Tour buchen.

Meeresorgeln: Unbedingt am Abend besuchen und die einzigartige Musik erleben.

Ich werde Zadar definitiv nicht vergessen und komme gerne wieder. Vielleicht nächstes Jahr, um noch mehr Schluchten zu erkunden und neue Abenteuer zu erleben.

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