Europa - Finnland - Tampere

Sommerliche Entdeckungstour durch Tampere

Der Geruch von frisch gebackenen Zimtschnecken hing in der Luft, vermischt mit dem leicht salzigen Duft des Sees. Wir standen gerade am Flughafen Tampere-Pirkkala, und meine beiden Kids, Lena (9) und Max (6), waren schon ganz aufgedreht. Max rannte direkt zum kleinen Kiosk und zeigte auf eine bunte Auswahl an Süßigkeiten, während Lena versuchte, herauszufinden, ob es hier auch finnische Comics gab. Ich, tja, ich brauchte erstmal einen Kaffee. Einen *richtigen* Kaffee.

Ein bisschen Hintergrund

Die Idee zu dieser Reise war eigentlich ganz spontan entstanden. Wir wollten raus, weg vom Alltag, weg vom Stress. Letztes Jahr hatten wir noch einen klassischen Familienurlaub am Mittelmeer gemacht – schön und gut, aber irgendwie auch immer das Gleiche. Meine Frau, Anna, hat dann in einem Reiseblog von Tampere gelesen, einer Stadt zwischen zwei Seen, die angeblich super familienfreundlich sein soll. Und dann war da noch das Versprechen von leckerem Essen und einer ganz anderen Kultur. Das klang für uns alle genau richtig.

Ich muss sagen, ich war anfangs etwas skeptisch. Finnland… das habe ich eher mit Kälte, Schnee und Rentieren verbunden. Aber Anna hatte mich überzeugt, dass es im Sommer wunderschön dort sein kann. Und ehrlich gesagt, ein bisschen Abwechslung konnte uns allen nicht schaden.

Die Ankunft und der erste Eindruck

Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt war schon mal beeindruckend. Überall grüne Wälder, glitzernde Seen und kleine, rote Holzhäuser. Es wirkte alles so friedlich und ruhig. Und dann, als wir in Tampere ankamen, wurde es richtig gemütlich. Die Stadt ist nicht riesig, aber trotzdem lebendig und freundlich. Überall gibt es kleine Cafés, Parks und Spielplätze. Lena und Max waren sofort begeistert.

Unser Hotel lag direkt am Tammerkoski, einem Fluss, der sich durch die Stadt schlängelt. Es war ein einfaches, aber gemütliches Hotel mit Blick auf das Wasser. Die Zimmer waren nicht luxuriös, aber sauber und komfortabel. Und das Wichtigste: es gab WLAN. Das ist schließlich heutzutage ein Muss, auch im Urlaub.

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, machten wir uns direkt auf den Weg, um die Stadt zu erkunden. Wir gingen am Fluss entlang, vorbei an alten Fabrikgebäuden, die heute als Restaurants und Cafés genutzt werden. Die Architektur war eine interessante Mischung aus historisch und modern. Und überall duftete es nach leckerem Essen.

Kulinarische Entdeckungen

Das mit dem Essen war ein wichtiger Punkt für uns. Ich bin bekennender Feinschmecker und liebe es, neue Gerichte und Spezialitäten auszuprobieren. Und Finnland hat da einiges zu bieten. Natürlich gibt es viel Fisch, aber auch Wild und Rentier. Und dann sind da noch die Beeren, die im Sommer überall wachsen. Blaubeeren, Himbeeren, Erdbeeren… einfach köstlich.

Unsere erste kulinarische Entdeckung war ein kleines Café am Marktplatz. Dort gab es Karjalanpiirakka, eine Art kleine, ovale Teigtaschen, gefüllt mit Reisbrei und gekrönt mit Ei und Butter. Lena und Max waren anfangs etwas skeptisch, aber nach dem ersten Bissen waren sie begeistert. Ich muss sagen, die Karjalanpiirakka sind wirklich ein Gedicht. Und dazu ein starker finnischer Kaffee… perfekt!

Am Abend gingen wir in ein Restaurant, das auf traditionelle finnische Küche spezialisiert war. Ich bestellte Rentier mit Kartoffelpüree und Preiselbeeren. Anna und Lena aßen Lachs mit Dillsoße. Und Max… Max wollte natürlich Pommes. Aber er probierte auch ein bisschen von meinem Rentier. Und er fand es gut. Das war ein kleiner Triumph für mich.

Nach dem Essen schlenderten wir noch am Fluss entlang und genossen die warme Sommerluft. Die Sonne ging langsam unter und färbte den Himmel in leuchtenden Farben. Es war ein wunderschöner Abend. Und ich hatte das Gefühl, dass dies nur der Anfang einer unvergesslichen Reise war. Jetzt gilt es, die Gegend um Tampere zu erkunden und all die kleinen und großen Schätze zu entdecken, die diese Region zu bieten hat.

Erkundungstour durch Tampere

Der nächste Tag begann mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel. Es gab Brötchen, Käse, Wurst und natürlich jede Menge Marmelade. Die Finnen lieben Marmelade, das habe ich schnell festgestellt. Danach machten wir uns auf den Weg zum Pyynikki Park und dem berühmten Aussichtsturm. Der Park liegt etwas außerhalb der Stadt, aber die Fahrt dorthin war wunderschön. Überall grüne Wälder und kleine Seen. Und dann, als wir ankamen, bot sich uns ein atemberaubender Blick über die Stadt und die umliegenden Seen. Der Aussichtsturm selbst ist ein beeindruckendes Bauwerk, das an einen Leuchtturm erinnert.

Der süße Duft von Donuts

Aber das Beste am Pyynikki Park war das kleine Café am Fuße des Turms. Dort gibt es die berühmten Pyynikki-Donuts, frische, handgemachte Donuts, die direkt vor Ort gebacken werden. Der Duft war einfach unwiderstehlich. Lena und Max waren sofort Feuer und Flamme. Wir bestellten eine große Auswahl an Donuts und ließen sie uns schmecken. Sie waren einfach unglaublich lecker, saftig und leicht süß. Dazu ein starker Kaffee für mich und ein Kakao für die Kids. Perfekt! Wir saßen dort eine ganze Weile, genossen die Aussicht und die entspannte Atmosphäre. Es war einer dieser Momente, die man einfach für immer in Erinnerung behält.

Ein Spaziergang durch das Viertel Pispala

Am Nachmittag erkundeten wir das Viertel Pispala. Pispala ist bekannt für seine charmanten Holzhäuser, die auf Hügeln liegen und einen herrlichen Blick auf die Seen bieten. Es ist ein bisschen wie eine kleine, verschlafene Künstlerkolonie. Wir schlenderten durch die engen Gassen, vorbei an kleinen Galerien und Werkstätten. Lena und Max waren fasziniert von den bunten Häusern und den kleinen Gärten. Wir entdeckten ein kleines Café, in dem es selbstgemachte Kuchen und Torten gab. Wir konnten einfach nicht widerstehen und bestellten ein Stück Schokoladenkuchen und einen Apfelstrudel. Köstlich! Auf dem Rückweg zum Hotel verirrten wir uns kurz in den Gassen, aber zum Glück fanden wir den Weg zurück. Es war eine kleine Abwechslung, aber es hat uns trotzdem Spaß gemacht.

Ein kulinarischer Fehltritt und die Rettung

Am Abend wollten wir in einem Restaurant namens “Musta Rose” essen, das für seine experimentelle Küche bekannt ist. Anna hatte es in einem Reiseführer entdeckt. Klingt gut, dachte ich. Es stellte sich jedoch heraus, dass es etwas zu experimentell für Max war. Er bestellte ein Gericht mit Rentier und Moos (ja, wirklich Moos!), aber er weigerte sich, es zu essen. Es gab ein bisschen Gezänk am Tisch, aber zum Glück konnte der Kellner uns mit Pommes retten. Anna und Lena probierten hingegen die lokalen Spezialitäten und waren begeistert. Ich muss sagen, das Essen war zwar ungewöhnlich, aber durchaus lecker. Es war einfach nicht jedermanns Geschmack.

Trotz des kleinen kulinarischen Fehltritts war es ein wunderschöner Tag. Wir haben viel gesehen und erlebt und sind der finnischen Kultur ein Stück näher gekommen. Tampere hat uns mit seiner Schönheit, seiner Ruhe und seiner Gastfreundschaft verzaubert. Und ich hatte das Gefühl, dass dies nur der Anfang unserer Entdeckungsreise war – ein Vorgeschmack darauf, was Finnland noch alles zu bieten hat, und ein erster Impuls für eine Entscheidung, die wir in den nächsten Tagen treffen würden.

Die Tage in Tampere vergingen wie im Flug. Es fühlte sich an, als wären wir erst gestern vom Flughafen gekommen, und schon standen wir vor der Entscheidung, ob wir noch ein paar Tage dranhängen sollten. Und die Antwort fiel uns allen leicht: Ja! Wir hatten uns in diese entspannte Stadt, ihre freundlichen Menschen und ihre leckere Küche verliebt. Die anfängliche Skepsis war längst verflogen, und ich hatte mich in die finnische Lebensart regelrecht hineingefunden.

Ein paar Gedanken zum Schluss

Was hat uns besonders gut gefallen? Ganz klar die Kombination aus Natur und Stadt. Wir konnten wunderbar wandern, spazieren gehen und die Seen genießen, aber gleichzeitig hatten wir auch die Vorzüge einer modernen Stadt mit ihren Cafés, Restaurants und kulturellen Angeboten. Lena und Max waren begeistert von den vielen Spielplätzen und Freizeitmöglichkeiten, und Anna und ich konnten uns endlich mal wieder richtig entspannen.

Die finnische Küche hat uns ebenfalls positiv überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele leckere Fischgerichte, Wildspezialitäten und Beeren gibt. Und natürlich durfte der starke finnische Kaffee nicht fehlen. Wir haben uns jeden Tag kulinarisch verwöhnen lassen und neue Geschmacksrichtungen entdeckt. Besonders in Erinnerung bleibt uns der Karjalanpiirakka, die wir fast täglich gegessen haben.

Unsere kleinen Geheimtipps

Für alle, die planen, Tampere zu besuchen, habe ich noch ein paar kleine Tipps. Erstens: Nehmt euch unbedingt Zeit für einen Spaziergang durch den Pyynikki Park. Die Aussicht vom Turm ist atemberaubend, und die Donuts sind einfach unschlagbar. Zweitens: Erkundet das Viertel Pispala mit seinen charmanten Holzhäusern und den kleinen Galerien. Und drittens: Probiert die lokalen Spezialitäten in den Restaurants und Cafés. Lasst euch von der finnischen Küche überraschen!

Was wir gelernt haben

Diese Reise nach Tampere war mehr als nur ein Urlaub. Es war eine Erfahrung, die uns als Familie zusammengeschweißt hat. Wir haben gelernt, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen, uns zu entspannen und neue Kulturen kennenzulernen. Und wir haben festgestellt, dass es manchmal gut tut, einfach mal aus dem Alltag auszubrechen und etwas Neues zu wagen.

Als wir am letzten Tag am Flughafen standen, waren wir alle traurig, dass die Zeit so schnell vergangen war. Aber wir waren auch dankbar für die vielen schönen Erlebnisse, die wir in Tampere hatten. Und wir wussten, dass wir eines Tages wiederkommen würden.

    • Pyynikki Park und Aussichtsturm
    • Karjalanpiirakka (leckere Teigtaschen)
    • Die kleinen Galerien im Viertel Pispala
    • Das Viertel Pispala mit seinen Holzhäusern
👤 Familienvater mit zwei Kindern (6 und 9 Jahre) ✍️ kulinarisch und genussorientiert