Oxford: Eine Reise durch Zeit und Geschichten
Eine lange geplante Reise
Diese Reise nach Großbritannien war schon lange ein Traum von uns. Eigentlich schon seit den Harry-Potter-Filmen. Unsere Tochter Mia, jetzt 12, war damals völlig verzaubert, und wir hatten versprochen, irgendwann nach Oxford zu fahren, um die Orte zu sehen, die in den Filmen eine Rolle spielten. Aber es war mehr als nur das. Wir wollten als Familie etwas erleben, raus aus dem Alltag, und dabei auch ein bisschen Kultur schnuppern. Ich, als Geschichtslehrer, fand die Idee, die Universitätsstadt Oxford zu erkunden, natürlich besonders reizvoll. Mein Mann, Thomas, ist eher der Abenteurer-Typ, und er hatte sich vorgestellt, mit den Kids durch die Cotswolds zu wandern. Ein guter Kompromiss, dachte ich, und so hatten wir einen Mix aus Stadtbesichtigungen und Naturerkundungen geplant.Die Ankunft in Oxford
Die ersten paar Stunden waren etwas chaotisch. Hotel finden, Gepäck ausladen, Stadtplan studieren… Ihr kennt das ja. Wir hatten uns für ein kleines Hotel in der Nähe des Stadtzentrums entschieden, das zwar nicht super modern war, aber dafür einen gewissen Charme versprühte. Die Zimmer waren gemütlich, und das Personal super freundlich. Nach einem schnellen Mittagessen in einem Pub – Fish and Chips, natürlich – machten wir uns auf den Weg, um die Stadt zu erkunden.Die Straßen waren belebt, aber nicht überfüllt. Studenten radelten mit Büchern unter dem Arm vorbei, Touristen knipsten Fotos von den historischen Gebäuden, und überall herrschte eine angenehme, lebendige Atmosphäre. Mia war sofort begeistert von den alten Steinmauern und den verwinkelten Gassen. Leon, der normalerweise nicht viel von Sightseeing hält, ließ sich zumindest dazu überreden, mitzukommen. Wir liefen an der Bodleian Library vorbei, dem ältesten öffentlichen Bibliotheksgebäude in England, und ich erklärte den Kids ein bisschen was zur Geschichte des Buches. Es war schön zu sehen, wie sie interessiert zuhörten, auch wenn sie ihre Smartphones immer noch in der Hand hielten.
Christ Church College – Ein erster Eindruck
Unser erstes richtiges Ziel war das Christ Church College. Schon von außen beeindruckte uns die Größe und Pracht des Gebäudes. Die gewölbten Fenster, die steinernen Statuen, die langen, eleganten Fassaden… Es war wie eine Reise in die Vergangenheit. Drinnen war es noch beeindruckender. Die Great Hall, mit ihren hohen Decken und den beeindruckenden Porträts ehemaliger College-Mitglieder, war atemberaubend. Und dann war da noch der Dining Hall, die als Vorlage für die Great Hall in Hogwarts gedient hatte. Mia war ganz aus dem Häuschen. Sie rannte von einem Ende des Raumes zum anderen und fotografierte alles, was ihr vor die Linse kam.
Ich versuchte, die Geschichte des Colleges zu erklären, die Gründung durch Kardinal Wolsey, die berühmten Alumni, die Traditionen und Bräuche. Es war nicht immer einfach, die Aufmerksamkeit der Kids zu halten, aber sie zeigten sich bemüht. Ich merkte, dass sie nicht nur die Orte sehen wollten, sondern auch etwas über ihre Geschichte erfahren wollten. Das freute mich sehr.
Nach dem Besuch des Christ Church College machten wir einen Spaziergang durch die Christ Church Meadow. Es war ein wunderschöner Nachmittag, die Sonne schien, und die Luft war erfüllt vom Gesang der Vögel. Wir saßen am Ufer des Flusses Cherwell und beobachteten die Studenten, die in ihren Ruderbooten vorbeifuhren. Es war ein Moment der Ruhe und Entspannung, den wir alle sehr genossen.
Dieser erste Tag in Oxford hatte uns bereits einen Vorgeschmack darauf gegeben, was uns noch bevorstand: eine Mischung aus Geschichte, Kultur und Abenteuer. Wir hatten das Gefühl, dass wir an einem besonderen Ort waren, der uns noch viele unvergessliche Momente bescheren würde. Und so begannen wir, die Stadt tiefer zu erkunden, auf der Suche nach weiteren verborgenen Schätzen und spannenden Geschichten.Ein Bummel durch die Stadt
Am nächsten Morgen beschlossen wir, uns abseits der typischen Touristenpfade zu bewegen. Thomas hatte im Internet von der Covered Market gelesen, einem überdachten Markt, der seit dem 18. Jahrhundert besteht. Das klang nach genau dem Richtigen für uns, um das echte Oxford kennenzulernen. Und er hatte Recht. Der Markt war ein lebendiger Mix aus Ständen, die alles von frischem Obst und Gemüse über Käse und Fleisch bis hin zu Blumen und Kunsthandwerk verkauften.Die Luft war erfüllt von den Düften von Gewürzen, Kaffee und frisch gebackenen Waren. Mia entdeckte einen Stand mit handgemachten Cupcakes und bestand darauf, einen zu probieren. Leon, der normalerweise nicht viel für Süßes übrig hat, ließ sich ebenfalls überreden. Und auch wir Erwachsenen konnten den Versuchungen nicht widerstehen. Wir schlenderten von Stand zu Stand, probierten verschiedene Köstlichkeiten und unterhielten uns mit den freundlichen Händlern. Es war ein herrlicher Vormittag, der uns einen authentischen Einblick in das Leben der Oxforder Bürger ermöglichte.
Die verwinkelten Gassen von Jericho
Nach dem Markt wollten wir noch das Viertel Jericho erkunden. Es liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums und ist bekannt für seine unabhängigen Geschäfte, Cafés und Pubs. Die Gassen sind eng und verwinkelt, und die Häuser haben einen ganz eigenen Charme. Es fühlte sich an, als wären wir in einem anderen Jahrhundert gelandet.Wir entdeckten einen kleinen Buchladen, der voll mit gebrauchten Büchern war. Mia und ich verbrachten eine ganze Weile damit, in den Regalen zu stöbern und nach interessanten Titeln zu suchen. Leon hingegen interessierte sich eher für einen Comicladen, den er gleich um die Ecke fand. Thomas entdeckte einen Pub mit einer großen Auswahl an Bieren und beschloss, dort eine Pause einzulegen. Wir trafen uns später wieder vor dem Pub und schlenderten gemeinsam weiter durch das Viertel. Wir aßen zu Mittag in einem kleinen Café, das ausgezeichnete Sandwiches und Salate servierte. Es war ein entspannter und gemütlicher Nachmittag, der uns die Möglichkeit gab, die Atmosphäre von Jericho aufzusaugen.
Ein kleines Missgeschick am Fluss
Am späten Nachmittag beschlossen wir, eine Bootsfahrt auf dem Fluss Cherwell zu unternehmen. Es gab mehrere Verleihstationen, und wir mieteten uns ein kleines Ruderboot. Thomas übernahm die Ruderarbeit, während wir uns zurücklehnten und die Landschaft genossen. Es war wunderschön, an den grünen Ufern entlangzufahren und die alten Colleges vom Wasser aus zu betrachten. Mia machte unzählige Fotos, und Leon versuchte, ein paar Enten zu füttern. Doch dann kam es zu einem kleinen Missgeschick. Thomas verlor beim Rudern die Kontrolle über das Boot, und wir stießen gegen ein anderes Boot. Es gab zwar keinen größeren Schaden, aber wir waren trotzdem etwas erschrocken. Der andere Bootsverleiher war zum Glück verständnisvoll und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Dieses kleine Abenteuer sorgte für einige Lacher und wurde zu einer unvergesslichen Erinnerung an unseren Oxford-Besuch.
Dieser Tag hatte uns gezeigt, dass Oxford mehr zu bieten hat als nur historische Gebäude und berühmte Universitäten. Es ist eine lebendige Stadt mit einer reichen Kultur und einer freundlichen Atmosphäre, die es zu entdecken gilt. Und während wir den Abend in einem gemütlichen Pub ausklingen ließen, waren wir uns einig, dass diese Reise uns noch viele weitere unvergessliche Momente bescheren würde.Der vierte Tag in Oxford begann mit einem Besuch des Ashmolean Museum, dem ältesten öffentlichen Museum der Universität. Es beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Kunst und Archäologie aus aller Welt. Mia war sofort von der Sammlung ägyptischer Artefakte begeistert, während Leon sich eher für die Waffen und Rüstungen interessierte. Thomas und ich genossen die Vielfalt der Sammlung und die Möglichkeit, in andere Kulturen einzutauchen. Nach dem Museum gingen wir noch durch den University Parks, eine wunderschöne Grünanlage, die zum Entspannen und Spazierengehen einlädt.
Ein letzter Blick auf die Stadt
Am Abend machten wir uns auf den Weg zu einem Pub, den uns ein Einheimischer empfohlen hatte. Es war ein gemütlicher Ort mit einer entspannten Atmosphäre und einer großen Auswahl an Bieren. Wir aßen zu Abend und ließen die vergangenen Tage Revue passieren. Es war schön, als Familie Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln. Leon, der am Anfang eher skeptisch war, hatte sich mittlerweile in Oxford verliebt und war begeistert von der Geschichte und Kultur der Stadt.
Was wir gelernt haben
Oxford ist eine Stadt, die viel zu bieten hat. Es ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird, an dem Kultur großgeschrieben wird und an dem man sich einfach wohlfühlen kann. Die Mischung aus alten und modernen Elementen, die Vielfalt der Attraktionen und die entspannte Atmosphäre machen Oxford zu einem einzigartigen Reiseziel. Für uns als Familie war diese Reise eine unvergessliche Erfahrung, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Es war toll zu sehen, wie die Kinder die Stadt entdeckt und ihre eigenen Interessen verfolgt haben. Mia war fasziniert von der Harry-Potter-Welt, während Leon sich eher für die historische Seite von Oxford interessierte. Thomas und ich konnten die Reise genießen und uns entspannen. Wir haben viel gelacht, viel gelernt und viel erlebt. Das ist es, was eine gute Familienreise ausmacht.
Wenn ich einen Tipp geben müsste, würde ich sagen, nehmt euch Zeit, um die Stadt in eurem eigenen Tempo zu erkunden. Lasst euch treiben, verliert euch in den Gassen und entdeckt die kleinen versteckten Schätze. Sprecht mit den Einheimischen, probiert die lokale Küche und genießt die entspannte Atmosphäre. Und vergesst nicht, eure Kamera mitzunehmen, denn Oxford ist eine Stadt, die es wert ist, fotografiert zu werden.
Wir sind uns einig, dass wir irgendwann wieder nach Oxford zurückkehren werden. Es gibt noch so viel zu entdecken und zu erleben. Und wir freuen uns darauf, diese wunderbare Stadt erneut zu besuchen.
-
- Christ Church College (wichtigste Sehenswürdigkeit, Harry Potter-Kulisse)
- Ashmolean Museum (beeindruckende Kunst- und Archäologiesammlung)
-
-
- Ashmolean Museum (Museum und Kulturort)
-
- Jericho (charmantes Viertel mit unabhängigen Geschäften)