Asien - Indonesien - Lombok

Reisebericht Asien - Indonesien - Lombok

Der Geruch von frittiertem Bananenbrot hing in der Luft, vermischt mit dem salzigen Hauch des Meeres. Ich stand also, etwas benommen vom langen Flug, am Flughafen von Lombok, umgeben von einem Gewimmel aus Menschen, Rollkoffern und kleinen Verkaufsständen. Es war warm, sehr warm, und die Luft feucht. Und laut. Nicht chaotisch laut, eher ein stetiges Summen von Stimmen, Hupen und dem Rauschen der Palmenblätter.

Lombok – Eine Insel der Kultur und Ruhe

Ich hatte Lombok schon lange auf meiner Liste. Bali ist wunderschön, keine Frage, aber auch sehr touristisch. Ich wollte etwas Authentischeres, etwas Ruhigeres. Und Lombok, die Nachbarinsel, schien genau das Richtige zu sein. Ich bin ja schon etwas älter, da legt man Wert auf gewisse Dinge. Nicht mehr unbedingt auf Party, sondern eher auf Kultur, Kunst und ein bisschen Entspannung. Ich hatte mich gut vorbereitet, natürlich. Bücher gelesen, Blogs durchforstet. Aber all das kann die Realität nicht wirklich ersetzen. Der erste Eindruck zählt, und der war überwältigend. Farbenfrohe Sarongs, freundliche Gesichter, der Duft von Gewürzen – alles neu, alles anders.

Die lange Reise und ihre Motivation

Die Reise war schon eine kleine Herausforderung. Erst der Flug nach Jakarta, dann der Weiterflug nach Lombok. Eigentlich bin ich ja eher der Typ für gemütliche Kreuzfahrten. Aber meine Enkelin, Lisa, hat mich dazu gebracht, mal wieder etwas Neues zu wagen. Sie studiert Ethnologie und ist total begeistert von Indonesien. Sie meinte, Lombok sei ein Juwel, ein Ort, an dem die traditionelle Kultur noch lebendig ist. Und wer kann schon einem Enkelkind widerstehen? Ich bin ja schon seit Jahren Rentner, habe also genügend Zeit, um die Welt zu erkunden. Früher, als ich noch gearbeitet habe, bin ich kaum in den Urlaub gefahren. Immer nur kurze Ausflüge am Wochenende. Jetzt genieße ich es umso mehr, neue Orte zu entdecken und andere Kulturen kennenzulernen.

Ich war schon in vielen Museen, Galerien und Theatern auf der Welt. Aber ich finde, das wahre Kulturerlebnis findet man nicht in den heiligen Hallen, sondern auf den Straßen, in den Dörfern, im Kontakt mit den Menschen.

Erste Schritte in Mataram

Ich hatte ein kleines Hotel in Mataram, der Hauptstadt Lomboks, gebucht. Eine kluge Entscheidung, wie ich fand. Mataram ist zwar nicht so malerisch wie die Küstenorte, aber es bietet einen guten Ausgangspunkt, um die Insel zu erkunden. Nach dem Check-in ging ich gleich auf die Suche nach einem Restaurant. Ich wollte unbedingt Nasi Goreng probieren, das indonesische Nationalgericht. Ich fand ein kleines Warung, ein lokales Restaurant, in einer Seitenstraße. Die Besitzerin, eine freundliche ältere Dame, sprach kaum Englisch, aber wir verstanden uns trotzdem. Der Nasi Goreng war köstlich, würzig und aromatisch. Und das Beste: Es war total günstig.
Ich schlenderte noch ein bisschen durch die Straßen, beobachtete das Treiben und ließ die Eindrücke auf mich wirken. Überall sah ich kleine Läden mit bunten Textilien, Gewürzen und Souvenirs. Und überall waren Menschen unterwegs, auf Motorrädern, Fahrrädern oder einfach zu Fuß. Ich merkte schnell, dass Lombok anders ist als Bali. Hier ist das Leben langsamer, entspannter. Die Menschen sind freundlicher, aufgeschlossener. Sie lächeln viel und sind immer bereit zu helfen. Es war wohltuend, in dieser Atmosphäre zu sein.

In den nächsten Tagen hatte ich vor, die Tempel, die traditionellen Dörfer und die wunderschönen Strände Lomboks zu erkunden. Und natürlich wollte ich mehr über die Kultur und die Geschichte dieser faszinierenden Insel erfahren. Aber zuerst brauchte ich einen guten Schlaf, um fit für die kommenden Abenteuer zu sein.

Ich war gespannt, was Lombok noch alles zu bieten hatte, und freute mich darauf, diese Reise in vollen Zügen zu genießen. Die ersten Stunden hatten mich jedenfalls schon überzeugt: Lombok war ein Ort, der mich in seinen Bann ziehen würde.

Kulturelle Entdeckungen in Mataram und Umgebung

Am nächsten Morgen erkundete ich Mataram etwas genauer. Ich hatte gelesen, dass es ein kleines Museum für lokale Kunst und Kultur gibt, das *Museum Negeri Nusa Tenggara Barat*. Das war mein erstes Ziel. Es war nicht riesig, aber es beherbergte eine interessante Sammlung von Artefakten, Textilien und Skulpturen. Besonders beeindruckt hat mich eine Sammlung alter Keramik, die von den frühen Bewohnern Lomboks hergestellt wurde. Ich verbrachte dort gut zwei Stunden, vertieft in die Geschichte der Insel.

Das geschäftige Viertel Cakranegara

Am Nachmittag wagte ich mich nach Cakranegara, einem Viertel von Mataram, das für seine traditionellen Weber bekannt ist. Ich hatte mir vorgenommen, ein echtes *Ikat*-Tuch zu kaufen, eine Art Webkunst, die auf Lombok sehr verbreitet ist. Das Viertel war ein einziges Farbenmeer. Überall standen kleine Werkstätten, in denen Frauen an Webstühlen saßen und bunte Muster webten. Ich war überwältigt von der Vielfalt und der Schönheit der Textilien. Es war gar nicht so einfach, sich für eines zu entscheiden. Ich ließ mich in einer kleinen Werkstatt nieder und unterhielt mich mit einer Weberin. Sie erklärte mir die komplizierten Techniken und die Bedeutung der verschiedenen Muster. Sie erzählte mir, dass sie das Handwerk von ihrer Mutter und Großmutter gelernt hatte und dass es für sie eine Möglichkeit war, ihre Kultur zu bewahren. Ich kaufte ein wunderschönes *Ikat*-Tuch mit einem traditionellen Muster. Es war zwar etwas teurer als in den Souvenirläden, aber ich wusste, dass ich ein echtes Kunstwerk erworben hatte, das mit Liebe und Hingabe hergestellt wurde.

Ein unerwarteter Ausflug nach Sade

Lisa hatte mir empfohlen, das traditionelle Dorf Sade zu besuchen, ein *Sasak*-Dorf, das für seine traditionelle Architektur und Lebensweise bekannt ist. Also beschloss ich, einen Tag lang einen Ausflug dorthin zu machen. Ich hatte mich nicht gut vorbereitet. Ich hatte zwar einen Fahrer gemietet, aber keine genauen Informationen über das Dorf. Und so kam es, dass wir uns zunächst verfuhren. Die Straßen waren schlecht, und die Beschilderung war mangelhaft. Aber mein Fahrer war sehr geduldig und bemüht, uns den richtigen Weg zu weisen. Als wir schließlich in Sade ankamen, war ich überwältigt. Das Dorf bestand aus einer Reihe von traditionellen Häusern mit strohgedeckten Dächern. Die Bewohner waren in traditioneller Kleidung gekleidet und lebten nach alten Bräuchen. Es war, als würde man in eine andere Zeit reisen. Ich wurde herzlich empfangen und konnte das Dorf besichtigen. Ich lernte, wie die Bewohner ihre Häuser bauen, wie sie ihre Stoffe weben und wie sie ihre traditionellen Feste feiern. Ich durfte auch an einem traditionellen Mittagessen teilnehmen. Es war zwar ungewohnt, aber sehr lecker.

Die Zeit in Sade war ein unvergessliches Erlebnis. Es war eine Gelegenheit, in die faszinierende Kultur der *Sasak* einzutauchen und die traditionelle Lebensweise der Menschen kennenzulernen. Es zeigte mir, dass es auf Lombok noch viel mehr zu entdecken gibt als nur schöne Strände und malerische Landschaften.

Die Tage auf Lombok vergingen wie im Flug, gefüllt mit kulturellen Entdeckungen und unvergesslichen Begegnungen. Und während ich mich auf die letzten Tage vorbereitete, wurde mir klar, dass diese Reise mehr war als nur ein Urlaub – es war eine Bereicherung für mein Leben.

Die letzten Tage auf Lombok vergingen wie im Flug. Ich hatte noch ein paar kleine Ausflüge geplant, aber ich merkte, dass ich vor allem die Ruhe und die entspannte Atmosphäre genießen wollte. Ich saß oft in einem kleinen Café, beobachtete das Treiben und las ein gutes Buch. Einfach mal abschalten und die Seele baumeln lassen.

Abschied von Lombok

Ich besuchte noch ein kleines Fischerdorf, Sekotong, im Süden der Insel. Dort konnte ich den Fischern bei ihrer Arbeit zusehen und den frischen Fang probieren. Es war ein authentisches Erlebnis, weit weg vom touristischen Trubel. Die Leute waren freundlich und aufgeschlossen, und ich fühlte mich sofort wohl.

Ich besuchte auch noch den *Mayura Botanical Garden* in Cakranegara. Ein wunderschöner Garten mit alten Tempeln und kunstvollen Skulpturen. Dort konnte ich mich gut entspannen und die Natur genießen.

Fazit und Empfehlungen

Lombok hat mich wirklich überrascht. Ich hatte zwar viel Positives erwartet, aber die Insel hat meine Erwartungen noch übertroffen. Es ist ein Ort, an dem man die traditionelle Kultur noch lebendig erleben kann, die Natur genießen kann und einfach mal zur Ruhe kommen kann.

Ich kann Lombok jedem empfehlen, der etwas Abwechslung sucht und dem touristischen Trubel entfliehen möchte. Es ist ein Juwel, das es zu entdecken gilt. Aber bedenkt, es ist nicht nur ein Strandziel – nehmt euch Zeit, um die Kultur kennenzulernen und die Menschen zu treffen.

Und noch ein Tipp: Lernt ein paar Worte Bahasa Indonesia. Die Einheimischen freuen sich immer, wenn man sich bemüht, ihre Sprache zu sprechen. Und es erleichtert die Kommunikation ungemein.

Ich bin dankbar für die Zeit, die ich auf Lombok verbringen durfte. Es war eine Reise, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Und wer weiß, vielleicht komme ich ja noch einmal wieder. Bis dahin werde ich die Erinnerungen an diese wunderschöne Insel in meinem Herzen tragen.

Die Mischung aus Kultur, Natur und der Freundlichkeit der Menschen hat Lombok zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Es war eine Reise, die nicht nur meinen Geist, sondern auch meine Seele bereichert hat.

    👤 Paar Mitte 50, kulturinteressiert und genussorientiert ✍️ spirituell und achtsam