Reisebericht Nordamerika - Kuba - Cayo Coco
Warum eigentlich Kuba?
Eigentlich war Kuba schon lange auf unserer Liste. Nicht als reines Strandziel, das hatten wir schon oft genug. Uns reizte die Geschichte, die Musik, die Lebensart. Wir sind beide Mitte 50, haben beruflich schon einiges erreicht und wollten etwas anderes, als den üblichen All-Inclusive-Tourismus. Thomas ist ein begeisterter Hobby-Fotograf und ich liebe es, neue Kulturen kennenzulernen und mich kulinarisch treiben zu lassen. Die politische Situation, die Embargos, all das hat uns neugierig gemacht. Wir wollten sehen, wie die Kubaner mit all dem umgehen, wie sie ihren Alltag gestalten.Die Vorbereitung – gar nicht so einfach
Die Reisevorbereitung war etwas komplizierter als sonst. Nicht wegen der Flugbuchung, sondern wegen der ganzen Rahmenbedingungen. Kreditkarten werden nicht überall akzeptiert, Dollar wird zwar genommen, aber mit einem ungünstigen Wechselkurs, und generell ist es ratsam, genügend Euro in bar mitzunehmen. Wir haben uns also rechtzeitig welche besorgt und auch ein paar Reiseführer gewälzt. Die Empfehlungen waren oft widersprüchlich, aber wir haben versucht, ein gutes Mittelmaß zu finden. Außerdem haben wir uns bemüht, ein paar Brocken Spanisch zu lernen. “Hola”, “Gracias” und “Una cerveza, por favor” sollten schon reichen, dachten wir.Der erste Eindruck
Der Transfer vom Flughafen zum Hotel war schon ein Erlebnis für sich. Wir fuhren in einem alten, aber liebevoll gepflegten Oldtimer – ein mintgrüner Plymouth, Baujahr 1957. Der Fahrer, ein freundlicher Kubaner namens Raul, erzählte uns ein bisschen über die Insel, über das Leben hier und über seine Familie. Er war stolz auf sein Land und seine Kultur, aber auch ehrlich genug, zuzugeben, dass es nicht immer einfach ist. Die Landschaft zog an uns vorbei: Palmen, bunte Häuser, kleine Felder, auf denen Ziegen grasten. Alles wirkte irgendwie authentisch und unberührt.
Das Hotel, das wir ausgesucht hatten, war kein riesiges Resort mit tausend Zimmern, sondern eine kleine, familiär geführte Anlage mit nur wenigen Bungalows. Es lag direkt am Strand, umgeben von üppiger Vegetation. Unser Bungalow war einfach, aber sauber und zweckmäßig eingerichtet. Und das Wichtigste: er hatte eine Veranda mit Blick auf das Meer.
Die ersten Schritte am Strand
Nachdem wir unser Gepäck ausgepackt hatten, machten wir uns direkt auf den Weg zum Strand. Der Sand war weiß und fein, das Wasser türkisblau und kristallklar. Es war, als wäre man in eine Postkarte gefallen. Aber es waren nicht nur die Kulissen, die uns beeindruckten, sondern auch die Atmosphäre. Die Menschen hier waren freundlich und aufgeschlossen, sie lächelten uns an und grüßten uns. Es gab keine Hektik, keine Aufregung, sondern eine entspannte, gelassene Stimmung.
Wir fanden ein paar Liegestühle und ließen uns nieder. Thomas holte seine Kamera heraus und begann, die ersten Fotos zu machen. Ich schloss die Augen und lauschte dem Rauschen der Wellen. Es war herrlich. Nach all den stressigen Wochen, die hinter uns lagen, konnten wir endlich mal so richtig entspannen und die Seele baumeln lassen. Der leichte Wind brachte den Duft von Salz und Blumen mit sich. Wir fühlten uns frei und unbeschwert.
Die ersten Stunden auf Cayo Coco waren einfach magisch. Wir spürten, dass dies eine Reise werden würde, die uns noch lange in Erinnerung bleiben würde. Und wir waren gespannt darauf, die Insel und ihre Menschen besser kennenzulernen, um ein tieferes Verständnis für ihre Kultur und Lebensweise zu entwickeln. Jetzt, wo wir angekommen waren, wollten wir uns nicht nur am Strand entspannen, sondern auch das authentische Kuba erleben, abseits der touristischen Pfade.Ein Ausflug nach Morón – das wahre Kuba?
Nach ein paar Tagen Strandleben wurde es uns langsam langweilig, nur am Pool zu liegen. Wir wollten das echte Kuba sehen, abseits der Touristenströme. Also beschlossen wir, einen Ausflug nach Morón zu machen, einer Stadt, die etwa eine Stunde von Cayo Coco entfernt liegt. Wir hatten gelesen, dass dort das authentische kubanische Leben pulsiert und man einen Einblick in den Alltag der Menschen bekommt.
Die Fahrt dorthin war schon ein Abenteuer für sich. Wir hatten uns einen privaten Fahrer gemietet, einen älteren Herrn namens Roberto, der uns in seinem alten Lada durch die Landschaft kutschierte. Die Straßen waren teilweise in einem desolaten Zustand, voller Schlaglöcher und Risse. Aber Roberto fuhr gekonnt um die Hindernisse herum, während er uns interessante Geschichten über die Region erzählte.
Morón selbst war ein faszinierender Ort. Die Stadt war geprägt von kolonialer Architektur, aber auch von sozialistischem Realismus. Überall sahen wir bunte Häuser, alte Plätze und belebte Straßen. Wir schlenderten durch die Stadt, besuchten den zentralen Markt und beobachteten das bunte Treiben. Es war ein Erlebnis, inmitten des kubanischen Lebens zu sein und die Atmosphäre aufzusaugen.
Pannen und unerwartete Begegnungen
Natürlich gab es auch ein paar Pannen. Wir hatten uns vorgenommen, in einem kleinen, lokalen Restaurant zu Mittag zu essen. Aber als wir dort ankamen, stellten wir fest, dass es gerade geschlossen war. Also mussten wir uns auf die Suche nach einem anderen Restaurant begeben. Dabei gerieten wir in eine kleine Gasse, in der wir von einer älteren Dame angesprochen wurden. Sie lud uns in ihr Haus ein und bot uns Kaffee und selbstgebackene Kekse an. Wir waren zuerst etwas zögerlich, aber dann ließen wir uns auf ihre Gastfreundschaft ein. Es war eine wunderschöne Begegnung, die uns einen Einblick in das kubanische Familienleben gewährte.
Trinidad – Kopfsteinpflaster und Kolonialcharme
Ein weiteres Highlight unserer Reise war ein Ausflug nach Trinidad. Die Stadt ist bekannt für ihre gut erhaltene koloniale Architektur und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die engen Kopfsteinpflasterstraßen, die bunten Häuser und die historischen Plätze versetzten uns zurück in eine andere Zeit.
Wir erkundeten die Stadt zu Fuß, besuchten das Museo Histórico Municipal und schlenderten durch die Kunsthandwerksmärkte. Besonders beeindruckt waren wir von der Plaza Mayor, dem zentralen Platz der Stadt, der von wunderschönen Kolonialbauten umgeben ist. Wir saßen in einem kleinen Café und beobachteten das bunte Treiben.
Musik in den Straßen
Trinidad ist auch bekannt für seine lebendige Musikszene. Überall in der Stadt gab es Live-Musik, besonders in den kleinen Bars und Clubs. Wir besuchten einen solchen Club und ließen uns von der kubanischen Musik mitreißen. Die Musiker spielten Salsa, Son und andere traditionelle Rhythmen. Wir tanzten und feierten mit den Einheimischen. Es war eine unvergessliche Erfahrung.
Die Tage auf Kuba vergingen wie im Flug. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und viele interessante Menschen kennengelernt. Die Reise hat uns nicht nur die Schönheit der Insel gezeigt, sondern auch die Lebensweise ihrer Bewohner. Es war eine Erfahrung, die uns nachhaltig geprägt hat, und wir fühlten uns am Ende, als hätten wir einen kleinen Einblick in die Seele Kubas erhalten, was uns dazu brachte, zu erkennen, dass wir hier noch lange nicht alles gesehen hatten.
Die letzten Tage auf Kuba vergingen wie im Flug. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und viele interessante Menschen kennengelernt. Die Reise hat uns nicht nur die Schönheit der Insel gezeigt, sondern auch die Lebensweise ihrer Bewohner. Es war eine Erfahrung, die uns nachhaltig geprägt hat, und wir fühlten uns am Ende, als hätten wir einen kleinen Einblick in die Seele Kubas erhalten, was uns dazu brachte, zu erkennen, dass wir hier noch lange nicht alles gesehen hatten.
Abschiednehmen fällt schwer
Der Abschied vom Inselleben fiel uns überraschend schwer. Es war nicht nur die Sonne, der Strand und das Meer, sondern auch die Menschen, die uns mit ihrer Lebensfreude und ihrer unkomplizierten Art beeindruckt hatten. Wir hatten gelernt, dass Glück nicht von materiellen Dingen abhängt, sondern von Beziehungen, von Gemeinschaft und von der Fähigkeit, das Leben zu genießen – trotz aller Schwierigkeiten.
Was wir gelernt haben
Kuba ist ein Land der Gegensätze. Einerseits gibt es eine atemberaubende Schönheit, eine lebendige Kultur und eine herzliche Gastfreundschaft. Andererseits ist es ein Land, das von Armut, Mangel und politischer Unterdrückung geprägt ist. Es ist ein Land, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, aber auch ein Land, in dem die Menschen voller Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft blicken.
Mehr als nur ein Urlaub
Für uns war diese Reise mehr als nur ein Urlaub. Es war eine Erfahrung, die uns den Horizont erweitert und uns dazu gebracht hat, unsere eigenen Werte und Prioritäten zu hinterfragen. Wir haben gelernt, dass es wichtig ist, achtsam zu sein, dankbar für das, was man hat, und offen für neue Erfahrungen.
Tipps für die nächste Reise
Wenn ihr vorhabt, nach Kuba zu reisen, hier ein paar Tipps, die wir euch gerne mitgeben möchten:
- Bargeld mitnehmen: Kreditkarten werden nicht überall akzeptiert, und es ist ratsam, genügend Euro in bar mitzunehmen.
- Spanisch lernen: Auch wenn die Kubaner oft Englisch sprechen, freuen sie sich, wenn man ein paar Brocken Spanisch beherrscht.
- Offen sein: Seid offen für neue Erfahrungen, seid neugierig und lasst euch auf die kubanische Kultur ein.
Und noch ein Tipp: Lasst euch nicht von den Schwierigkeiten entmutigen. Kuba ist ein Land, das euch mit seiner Schönheit und seiner Lebensfreude verzaubern wird. Es ist ein Land, das euch für immer im Herzen bleiben wird.
Wir sind dankbar für die Zeit, die wir auf Kuba verbringen durften, und wir freuen uns darauf, eines Tages wiederzukommen. Bis dahin werden wir die Erinnerungen an diese unvergessliche Reise in unserem Herzen bewahren.