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Ein Traum von Bali – Mit 70 und kleinem Budget

Der Geruch von frittiertem Essen hing schon in der Luft, als ich aus dem Flieger stieg. Dennoch angenehm, irgendwie. Den Lärm hatte ich erwartet, aber die Hitze…puh. Bali, also. War schon lange ein Traum. Eigentlich hatte ich mir gedacht, im Ruhestand noch mal richtig was zu sehen. Aber das Geld ist eben nicht unendlich. Also musste ich gucken, wie ich mit kleinem Budget möglichst viel erleben kann. Die Rente reicht ja nicht für Luxusresorts.

Ankunft in Denpasar

Der Flughafen war gar nicht so chaotisch, wie ich es mir vorgestellt hatte. Klar, viel los, aber alles relativ geordnet. Ich hatte ein kleines Hotel in Kuta gebucht, ein ganz einfaches. War günstig und lag nah am Strand, das war mir wichtig. Der Taxifahrer, ein freundlicher Mann, hat versucht, mich über den Preis abzuwerben, aber ich hatte mich vorher informiert und blieb hart. Man lernt im Alter noch was.

Die Fahrt ins Hotel war interessant. Überall kleine Geschäfte, Roller, die sich durch den Verkehr schlängelten. Überall diese kleinen Schreine vor den Häusern. Irgendwie friedlich, trotz des Chaos.

Das Hotel

Das Hotel… naja, nennen wir es "zweckmäßig". Aber sauber. Und die Klimaanlage funktionierte. Das war die Hauptsache. Ein kleiner Innenhof mit einem Tisch und zwei Stühlen. Dort habe ich gleich mal meine erste Zigarette gezündet und die Umgebung beobachtet. Eine alte Frau hat im Hof Wäsche aufgehängt, ein paar Hähne sind herumgelaufen. Einfach.

Ich hatte im Internet gelesen, dass Kuta eher touristisch ist. Stimmt. Viele Geschäfte, die Souvenirs verkaufen, Restaurants mit westlicher Küche. Aber es gibt auch noch Ecken, wo man das echte Bali entdecken kann.

Erste Erkundungen

Am Nachmittag bin ich zum Strand gegangen. Der Sand war feucht und warm unter den Füßen. Das Wasser… warm. Angenehm. Ich bin eine Weile am Strand entlang spaziert, habe den Leuten zugesehen. Surfer, Kinder, die Sandburgen bauen, ältere Paare, die Händchen halten.

Essen und Preise

Das Essen ist hier günstig. Wirklich günstig. Ich habe in einem kleinen Warung – so nennen sie hier die kleinen Restaurants – ein Nasi Goreng gegessen. Ein Gericht mit Reis, Gemüse und Hühnchen. Schmeckte hervorragend. Kostete keine zwei Euro.

Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu viel Geld auszugeben. Also habe ich versucht, mich an die lokalen Preise zu halten. Das heißt, nicht in den Touristenrestaurants essen, sondern in den Warungs. Und mit dem Roller fahren, statt ein Taxi zu nehmen.

Die Suche nach dem authentischen Bali

Kuta ist nett, aber nicht das, was ich wirklich suche. Ich will das echte Bali sehen. Die Reisfelder, die Tempel, die kleinen Dörfer. Also habe ich mich entschieden, ein paar Ausflüge zu machen. Mit dem Roller. War etwas wackelig am Anfang, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.

Die Straßen sind hier manchmal etwas holprig, aber die Landschaft ist atemberaubend. Überall diese grünen Reisfelder, die sich an die Hänge schmiegen. Und die Tempel, die überall versteckt sind. Kleine, unscheinbare Tempel, aber voller Geschichte und Bedeutung.

Ich hatte mir einen groben Plan für die nächsten Tage gemacht. Ich wollte nach Ubud, ins Landesinnere. Dort soll es viele Künstler und Handwerker geben. Und ich wollte die Tempel von Tanah Lot sehen, die auf einem Felsen im Meer stehen. Aber ich wollte auch einfach nur die Zeit genießen, die Seele baumeln lassen und das Leben hier beobachten. Das war es, wovon ich geträumt hatte. Und jetzt war ich hier. Auf Bali. Und es war gut so. Doch die Reise hatte erst begonnen, und ich wusste, dass noch viele Überraschungen auf mich warteten.

Ubud – Mehr als nur Yoga

Ubud war anders als Kuta. Ruhiger, grüner, irgendwie… entspannter. Natürlich gab es auch hier viele Touristen, aber es fühlte sich nicht so überlaufen an. Ich hatte ein kleines Guesthouse am Rande der Stadt gemietet, mit Blick auf die Reisfelder. Einfach, aber schön. Der Vermieter, ein freundlicher Mann namens Wayan, hat mir gleich mal Tipps gegeben, was ich mir ansehen sollte.

Ich bin durch die Gassen geschlendert, habe die vielen Kunsthandwerksläden besucht. Holzmasken, Batik, Silberschmuck… alles sehr hübsch, aber auch teuer. Ich habe mir eine kleine Holzfigur gekauft, als Andenken. War nicht günstig, aber okay.

Der Affenwald – Eine wilde Erfahrung

Der Affenwald war… speziell. Überall Affen! Kleine, große, freche, neugierige. Sie haben mir die Sonnenbrille vom Kopf stibitzt und versucht, meine Tasche zu öffnen. War lustig, aber auch etwas beängstigend. Ich habe mich an die Warnschilder gehalten und nichts offen liegen lassen.

Die Tempel im Affenwald sind wunderschön, aber man muss aufpassen, wo man hintritt. Überall Affenkot! Und die Affen sind nicht zimperlich. Sie haben keine Angst vor Menschen. Ich habe ein paar Fotos gemacht, aber dann bin ich lieber weitergegangen. Zu viele Affen auf einmal sind mir doch etwas unheimlich.

Ein Ausflug nach Sidemen – Das echte Bali

Wayan hatte mir von Sidemen erzählt, einem kleinen Dorf im Landesinneren. Dort sollte das echte Bali zu finden sein, abseits der Touristenströme. Also habe ich mir den Roller geschnappt und bin losgefahren. Die Fahrt war etwas anstrengend, die Straßen waren in schlechtem Zustand, aber die Landschaft war atemberaubend.

Reisterrassen und freundliche Menschen

Sidemen war wunderschön. Überall grüne Reisterrassen, die sich an die Hänge schmiegen. Ich bin durch die Felder gewandert, habe die Bauern bei der Arbeit beobachtet. Die Menschen hier waren sehr freundlich und aufgeschlossen. Sie haben mir Lächeln geschenkt und versucht, mit mir zu kommunizieren, obwohl ich kein Indonesisch spreche.

Ich habe in einem kleinen Warung ein Mittagessen gegessen, Nasi Campur – Reis mit verschiedenen Beilagen. Schmeckte fantastisch! Ich habe mich mit dem Besitzer unterhalten, so gut es eben ging. Er hat mir erzählt, wie das Leben hier ist, wie hart die Arbeit auf den Reisfeldern ist. Es war ein authentisches Erlebnis, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

Kleine Pannen und große Lektionen

Natürlich gab es auch ein paar Pannen. Einmal bin ich mit dem Roller hingefallen, weil ich eine Schlagloch übersehen hatte. Zum Glück habe ich mich nicht verletzt, nur ein paar Schrammen. Aber es hat mir gezeigt, dass man auf Bali vorsichtig sein muss.

Ein anderes Mal habe ich versucht, mit einem Tuk-Tuk zu fahren, aber der Fahrer hat mich über den Preis abgezockt. Ich habe es nicht sofort gemerkt, aber dann habe ich mich informiert und festgestellt, dass ich zu viel bezahlt habe. Das war ärgerlich, aber ich habe daraus gelernt: Immer den Preis vorher verhandeln!

Die Reise neigte sich dem Ende zu, und ich spürte, dass Bali mich verändert hatte, mir gezeigt hatte, dass Glück nicht von materiellen Dingen abhängt, sondern von den kleinen Dingen im Leben, von der Schönheit der Natur, von der Freundlichkeit der Menschen.

Die letzten Tage auf Bali waren… still. Ich bin noch ein paar Mal durch die Reisfelder von Sidemen gewandert, habe einfach die Ruhe genossen. Habe mich mit Wayan, dem Besitzer meines Guesthouses, noch ein paar Mal unterhalten. Er hat mir viel über die Kultur und die Traditionen von Bali erzählt. Wir haben zusammen Tee getrunken und einfach geschwiegen. Manchmal braucht man das einfach.

Rückblick und Erkenntnisse

Ich bin mit der Einstellung hierher gekommen, möglichst viel für wenig Geld zu sehen. Das hat geklappt. Aber ich habe auch gelernt, dass es nicht nur um das Sehen geht. Es geht darum, die Seele baumeln zu lassen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und das habe ich auf Bali gefunden. Die Menschen hier sind so freundlich und aufgeschlossen. Sie leben im Einklang mit der Natur und mit ihren Traditionen. Das ist etwas, das wir in Europa oft vergessen haben.

Was ich mitgenommen habe

Ich habe ein paar kleine Souvenirs gekauft, aber das Wichtigste ist nicht materiell. Ich habe unzählige Erinnerungen, die ich für den Rest meines Lebens mitnehmen werde. Die grünen Reisfelder, die freundlichen Menschen, die Ruhe und die Stille. Und ich habe gelernt, dass man auch mit wenig Geld ein erfülltes Leben führen kann. Man muss nur die richtigen Prioritäten setzen.

Ein paar Tipps für andere Reisende

Wenn ihr nach Bali reist, dann lasst euch nicht von den Touristenattraktionen ablenken. Fahrt ins Landesinnere, entdeckt die kleinen Dörfer, sprecht mit den Menschen. Und vergesst nicht, die Natur zu genießen. Bali ist ein wunderschönes Land, aber es ist auch ein Land, das man respektieren muss.

Essen

Esst in den Warungs, den kleinen Restaurants. Das Essen ist dort nicht nur günstiger, sondern auch authentischer. Und probiert unbedingt den Nasi Goreng, den gebratenen Reis. Der ist einfach köstlich.

Unterkünfte

Bucht nicht unbedingt in den teuren Hotels. Es gibt viele kleine Guesthouses und Homestays, die eine gemütliche Atmosphäre bieten und nicht so viel kosten.

Transport

Mietet einen Roller, wenn ihr flexibel sein wollt. Aber fahrt vorsichtig und tragt immer einen Helm. Und verhandelt den Preis, bevor ihr einen Tuk-Tuk oder ein Taxi nehmt.

Ich bin jetzt 70 Jahre alt und habe schon viel gesehen. Aber Bali war etwas Besonderes. Es war eine Reise, die mich verändert hat. Und ich bin froh, dass ich sie gemacht habe.

    • Reisterrassen von Sidemen
    • Die freundlichen Menschen in den kleinen Dörfern
    • Kuta Beach (als Ausgangspunkt, aber nicht mein Lieblingsstrand)
    • Sidemen – Das authentische Bali
👤 Rentner (70) mit kleinem Budget ✍️ minimalistisch und prägnant