Nordamerika - Costa Rica - Manuel Antonio

Pura Vida mit kleinen Entdeckern

Der Geruch von feuchter Erde und irgendetwas Süßem hing in der Luft, vermischt mit dem Lärm der Zikaden. Lina, meine Älteste, quiekte begeistert, als sie einen blauen Morphofalter entdeckte, der sich gemächlich zwischen den Hibiskusblüten bewegte. Wir waren gerade aus dem kleinen Mietwagen ausgestiegen, der uns vom Flughafen Quepos nach Manuel Antonio gebracht hatte. Endlich angekommen.

Ein Traum wird wahr – mit kleinem Budget

Costa Rica stand schon lange auf unserer Liste. Nicht als Luxusurlaub, versteht sich. Wir sind eben eine Familie, die lieber das Geld für Erlebnisse ausgibt als für fünf Sterne. Und das ging auch. Wir hatten Monate recherchiert, nach Ferienwohnungen gesucht, die nicht das Budget sprengen, und uns für Campingplätze entschieden, um so richtig nah an der Natur zu sein. Es war ein bisschen wie ein Puzzle, alles zusammenzusetzen – Flüge, Unterkunft, Verpflegung – aber es hatte geklappt. Es war ein bisschen verrückt, diese Idee. Mein Mann, Thomas, und ich hatten beide stressige Jobs, die Kinder waren mitten im Schulalltag. Aber wir merkten, dass wir dringend eine Pause brauchten. Eine echte. Weg vom digitalen Alltag, rein in die Natur. Irgendwann hatten wir beschlossen: Wenn nicht jetzt, wann dann? Die Kinder, Lina (8) und Max (6), waren total aufgeregt. Sie hatten sich Bücher über Regenwälder und Affen ausgeliehen und waren schon Experten im Bestimmen von Tierstimmen – zumindest in der Theorie. Max hatte noch seinen Lieblingskuscheltiger dabei, einen kleinen, abgewetzten Löwen namens Leo, der ihn auf allen unseren Abenteuern begleitete.

Die erste Ferienwohnung

Unsere erste Unterkunft war eine kleine, einfache Ferienwohnung etwas außerhalb des Nationalparks. Kein Swimmingpool, keine Klimaanlage, aber eine riesige Veranda mit Hängematte und Blick auf den Dschungel. Perfekt. Die Besitzerin, Doña Elena, war eine herzliche Frau, die uns sofort das Gefühl gab, willkommen zu sein. Sie hatte uns frische Mangos und Papayas gebracht und uns erklärt, wo wir die besten Casados (typisch costa-ricanische Mittagessen) bekommen konnten. Die Wohnung war rustikal, aber sauber und zweckmäßig. Die Küche war klein, aber wir hatten alles, was wir brauchten, um einfache Mahlzeiten zuzubereiten. Die Kinder teilten sich ein Zimmer mit einem Doppelbett und einem Etagenbett. Thomas und ich hatten ein separates Schlafzimmer mit Blick auf den Garten. Am ersten Abend saßen wir alle zusammen auf der Veranda und lauschten den Geräuschen des Dschungels. Die Zikaden zirpten ohrenbetäubend, Affen brüllten in der Ferne, und irgendwo zwitscherten bunte Vögel. Max klammerte sich an Leo, Lina erzählte aufgeregt von den Tieren, die sie heute gesehen hatte, und Thomas und ich genossen einfach den Moment.
Es war ein komisches Gefühl, so weit weg von zu Hause zu sein. Aber es war ein gutes Gefühl. Wir waren angekommen in einer anderen Welt, einer Welt voller Farben, Gerüche und Geräusche. Eine Welt, die uns versprach, unvergessliche Abenteuer zu erleben. Und wir hatten das Gefühl, dass dies erst der Anfang war. Morgen würden wir den Nationalpark erkunden, auf der Suche nach Faultieren, Affen und allen anderen wundersamen Kreaturen, die Costa Rica zu bieten hatte. Die ersten Tage waren geprägt vom Erkunden der Umgebung, dem Kennenlernen der lokalen Kultur und dem Eingewöhnen in das langsamere Lebensgefühl. Es war herrlich, einfach mal nichts tun zu müssen und die Zeit mit der Familie zu verbringen.

Abenteuer im Nationalpark und am Strand

Der Nationalpark Manuel Antonio war natürlich unser Hauptziel. Wir waren früh dran, um dem größten Trubel zu entgehen, und es hat sich gelohnt. Schon auf dem Weg zum Eingang wurden wir von Capuzineraffen begrüßt, die auf den Bäumen herumtolten und versuchten, uns unsere Bananen zu stehlen. Lina kreischte vor Freude, Max versteckte sich hinter meinen Beinen, aber auch er war begeistert. Wir wanderten stundenlang durch den Park, vorbei an üppiger Vegetation, kleinen Buchten und atemberaubenden Ausblicken auf den Pazifik. Ein Ranger zeigte uns Faultiere, die hoch oben in den Bäumen hingen – so gut getarnt, dass wir sie ohne seine Hilfe niemals entdeckt hätten. Die Kinder waren fasziniert von den bunten Leguanen, die sich in der Sonne sonnten, und von den winzigen Krabben, die an den Stränden entlanghuschten.

Ein kleiner Zwischenfall am Playa Espadilla

Nach dem Park ging es zum Playa Espadilla, dem Hauptstrand von Manuel Antonio. Das Wasser war warm und einladend, aber die Wellen waren ziemlich stark. Max, der noch nicht so gut schwimmen konnte, wurde von einer Welle erfasst und stürzte. Zum Glück war Thomas sofort zur Stelle und konnte ihn retten. Max war kurz geschockt, aber zum Glück unverletzt. Wir haben dann den Rest des Nachmittags im flachen Wasser verbracht und Sandburgen gebaut. Dieser Moment hat uns nochmal gezeigt, wie wichtig es ist, immer auf die Kinder aufzupassen, besonders im Wasser.

Entdeckungstour durch Quepos

Wir haben auch einen Tag in Quepos, dem nahegelegenen Städtchen, verbracht. Es ist ein bunter, lebhafter Ort mit einem Markt, an dem man frisches Obst, Gemüse und Souvenirs kaufen kann. Wir haben uns in einem kleinen Restaurant ein Casado gegönnt – ein typisch costa-ricanisches Mittagessen mit Reis, Bohnen, Fleisch, Salat und Kochbananen. Es war unglaublich lecker und super günstig. Was uns in Quepos besonders gefallen hat, war die entspannte Atmosphäre. Die Menschen waren freundlich und hilfsbereit, und es gab keine Hektik. Wir haben uns einfach treiben lassen und die lokale Kultur aufgesogen. Max hat einen kleinen Holz-Affen auf dem Markt gekauft, der zu seinem neuen Lieblingsspielzeug wurde.

Camping und Sternenhimmel

Ein paar Nächte haben wir auf einem kleinen Campingplatz verbracht, etwas außerhalb von Manuel Antonio. Es war zwar etwas einfacher als unsere Ferienwohnung, aber dafür waren wir noch näher an der Natur. Wir haben Abende am Lagerfeuer verbracht, Marshmallows geröstet und Geschichten erzählt. Das Besondere am Campingplatz war der Sternenhimmel. So viele Sterne hatten wir noch nie gesehen. Es war wie ein riesiges, funkelndes Meer über uns. Wir haben die Kinder nach Sternbildern gefragt, und Thomas hat ihnen die Namen der wichtigsten Sterne erklärt. Max und Lina waren begeistert und haben sich gewünscht, dass es ewig so bleiben würde. Es war eine wunderbare Zeit, eine Mischung aus Abenteuer, Entspannung und Familienglück. Die Tage vergingen wie im Flug, und schon bald mussten wir uns wieder auf den Weg machen. Aber wir wussten, dass wir diese Erinnerungen für immer in unseren Herzen tragen würden und dass Costa Rica ein ganz besonderer Ort geblieben ist – ein Ort, an dem wir uns wirklich frei und lebendig gefühlt haben, ein magischer Ort, der uns gezeigt hat, dass Glück oft in den einfachen Dingen zu finden ist.

Die letzten Tage in Costa Rica vergingen viel zu schnell. Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, als wir am ersten Morgen aufwachten, umgeben von den Geräuschen des Regenwaldes. Es war so anders, so lebendig, so… echt. Wir hatten uns vorgenommen, das Land mit all seinen Facetten zu erleben, und ich glaube, das ist uns gelungen.

Abschied vom Paradies

Der Abschied fiel uns schwer. Nicht nur wegen der wunderschönen Landschaft, sondern auch wegen der Menschen. Die Costa Ricaner sind so freundlich und hilfsbereit, immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Ihre Lebensphilosophie, die Pura Vida, hat uns sehr beeindruckt. Es geht darum, das Leben zu genießen, die kleinen Dinge zu schätzen und positiv zu bleiben – egal, was passiert. Das haben wir versucht, uns zu Herzen zu nehmen.

Ein letzter Blick auf den Pazifik

Am Tag unserer Abreise sind wir noch einmal zum Playa Espadilla gefahren. Wir wollten noch einmal den warmen Sand zwischen unseren Zehen spüren, das Rauschen des Pazifiks hören und die Sonne auf unserer Haut genießen. Die Kinder haben Sandburgen gebaut, Max hat nach Muscheln gesucht und Lina hat versucht, die Wellen zu zähmen. Es war ein perfekter Moment, ein wunderschöner Abschluss unserer Reise.

Was wir gelernt haben

Costa Rica hat uns gezeigt, dass man nicht viel Geld braucht, um ein unvergessliches Erlebnis zu haben. Wichtig ist, dass man offen ist für neue Eindrücke, bereit ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Zeit mit seinen Liebsten zu genießen. Wir haben gelernt, dass Glück oft in den einfachen Dingen zu finden ist – in einem Lächeln, einem Sonnenuntergang, einem gemeinsamen Abendessen. Und wir haben gelernt, dass es sich lohnt, aus seiner Komfortzone auszubrechen und die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen.

Unsere Tipps für Familien

Wenn ihr mit Kindern nach Costa Rica reisen möchtet, hier ein paar Tipps:

  • Packt leicht! Ihr braucht nicht viel Kleidung. Es ist warm und feucht, also genügt ein paar T-Shirts, Shorts und Badekleidung.
  • Vergesst Insektenschutzmittel und Sonnencreme nicht! Die Sonne ist stark und es gibt viele Mücken.
  • Seid flexibel! Nicht alles wird nach Plan laufen. Aber das ist okay. Nehmt das Leben, wie es kommt, und genießt die spontanen Momente.
  • Probiert die lokale Küche! Das Essen in Costa Rica ist lecker und vielfältig. Vergesst nicht, den Casado und die frischen Früchte zu probieren.
  • Lernt ein paar grundlegende spanische Sätze! Die Einheimischen werden es zu schätzen wissen, wenn ihr euch bemüht, ihre Sprache zu sprechen.

Costa Rica ist ein Land, das uns für immer in Erinnerung bleiben wird. Ein Land voller Schönheit, Abenteuer und Lebensfreude. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen – und hoffentlich bald. Pura Vida!

    • Nationalpark Manuel Antonio
    • Playa Espadilla
    • Playa Espadilla
    • Quepos
👤 Familie mit kleinem Budget (Eltern mit 2 Kindern unter 10) die Camping und Ferienwohnungen bevorzugt ✍️ emotional und bildhaft