Europa - Schweden - Stockholm

Reisebericht Europa - Schweden - Stockholm

Der Geruch von Zimt und frisch gebackenen Kanelbullar schlug uns beim Verlassen des Flughafens Arlanda entgegen. Es war Mitte September, die Luft kühl und klar, und die Sonne schien blass durch die gelben Birkenblätter. Wir hatten uns schon lange Stockholm vorgenommen, und jetzt standen wir endlich hier, leicht jetlagged, aber voller Vorfreude.

Eine lange geplante Reise

Eigentlich war es meine Frau, Elisabeth, die die Idee hatte. Sie ist ja die Kulturinteressierte von uns beiden, liest unheimlich viel und hat schon immer eine Schwäche für skandinavische Literatur gehabt. Ich bin eher der Genussmensch, der gute Küche und einen guten Wein schätzt. Eine perfekte Kombination, finde ich, wenn man reisen will. Wir haben uns gedacht, bevor die Rente wirklich ernst beginnt, wollen wir noch einmal richtig etwas erleben. Nicht das typische Pauschalangebot, sondern etwas mit Tiefgang, mit Geschichte und gutem Essen. Elisabeth hatte in einem Buch über Stockholm gelesen, dass die Stadt eine einzigartige Mischung aus mittelalterlichem Charme und moderner Architektur bietet. Das klang nach genau dem, was wir suchten.

Die Fahrt ins Zentrum

Der Arlanda Express brachte uns in zwanzig Minuten zum Stockholmer Hauptbahnhof. Die Landschaft rauschte vorbei, ein endloses Meer aus Seen, Wäldern und roten Holzhäusern. Schon auf der Fahrt fiel uns auf, wie viel Wert die Schweden auf Grünflächen legen. Selbst in den Städten gibt es überall kleine Parks und Gärten. Am Hauptbahnhof angekommen, waren wir etwas überwältigt. Es herrschte ein reges Treiben, aber alles wirkte sehr geordnet und ruhig. Wir fanden unser Hotel, das "Hotel Esplanade", recht schnell. Es lag etwas abseits der großen Touristenströme, aber trotzdem zentral genug, um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Das Hotel selbst war ein schönes, altmodisches Haus mit viel Charme. Unser Zimmer war gemütlich eingerichtet, mit Blick auf einen kleinen Innenhof.

Erste Eindrücke von Gamla Stan

Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, machten wir uns gleich auf den Weg nach Gamla Stan, der Altstadt Stockholms. Die engen, verwinkelten Gassen, die farbenprächtigen Bürgerhäuser und die kleinen Geschäfte versetzten uns sofort in eine andere Zeit. Es war, als wären wir in ein Märchenbuch hineingetreten. Überall hingen kleine Fähnchen und Lichterketten. Der Duft von Kaffee und Zimt lag in der Luft. Elisabeth war ganz begeistert. Sie zog ihren Fotoapparat aus der Tasche und knipste ununterbrochen Fotos.

Ein Mittagessen mit Blick auf den Hafen

Wir fanden ein kleines Café mit Blick auf den Hafen und bestellten ein Mittagessen. Ich wählte ein traditionelles "Smörgåsbord", eine Art Buffet mit verschiedenen Fischsorten, Käse, Brot und Aufschnitt. Elisabeth entschied sich für eine cremige Fischsuppe. Beides schmeckte hervorragend. Wir saßen lange zusammen, beobachteten das bunte Treiben auf dem Wasser und genossen die entspannte Atmosphäre. Es war herrlich. Nach dem Essen bummelten wir noch ein wenig durch die Gassen, besuchten die Storkyrkan, die Königskirche, und den Stortorget, den großen Platz, auf dem sich einst das Stockholmer Blutbad ereignete. Die Geschichte der Stadt ist düster und faszinierend zugleich. Wir schlenderten am Wasser entlang und beobachteten die Fähren, die zu den verschiedenen Inseln im Stockholmer Archipel ablegten. Elisabeth träumte schon davon, eines Tages eine dieser Inseln zu besuchen. Ich träumte von einem guten Glas Aquavit. Am Abend kehrten wir müde, aber glücklich ins Hotel zurück. Die ersten Stunden in Stockholm hatten uns jedenfalls schon jetzt verzaubert, und wir waren gespannt darauf, was die nächsten Tage noch bringen würden, denn es gab noch so viel zu entdecken und zu erleben.

Södermalm und das Fotografiska

Am nächsten Morgen beschlossen wir, Södermalm zu erkunden, ein Viertel, das in Reiseführern oft als "hip" und "alternativ" beschrieben wird. Ehrlich gesagt, wussten wir nicht recht, was uns erwarten würde. Aber die Beschreibung klang nach einer Abwechslung zu den mittelalterlichen Gassen von Gamla Stan. Wir nahmen die Tunnelbana, die Stockholmer U-Bahn, und stiegen an der Station Mariatorget aus. Schon beim Aussteigen merkte man, dass hier ein ganz anderes Lebensgefühl herrscht. Überall kleine Cafés, Secondhand-Läden und Vintage-Boutiquen. Die Leute waren lässiger gekleidet, es gab mehr Street Art und eine insgesamt entspanntere Atmosphäre.

Ein Kaffee und ein "Kanelbulle"

Wir fanden ein kleines Café namens "Fabrique" und gönnten uns einen Kaffee und einen "Kanelbulle", das berühmte schwedische Zimtschneckenbrot. Es war himmlisch! Weich, saftig und mit einer perfekten Zimt-Zucker-Glasur. Wir saßen draußen, beobachteten das bunte Treiben und ließen die Sonne auf unsere Gesichter scheinen.

Das Fotografiska – Kunst und Ausblick

Das absolute Highlight des Tages war aber der Besuch des Fotografiska, einem Museum für zeitgenössische Fotografie. Das Gebäude selbst ist schon beeindruckend, ein ehemaliges Lagerhaus mit Blick auf das Wasser. Die Ausstellungen waren sehr vielfältig und anspruchsvoll, von Porträts über Landschaftsfotografie bis hin zu Dokumentarfotografie. Elisabeth war ganz in ihrem Element, sie verbrachte Stunden vor den Bildern und diskutierte mit den anderen Besuchern. Ich muss gestehen, dass ich mich mit Fotografie nicht so gut auskenne, aber auch ich war von den Werken beeindruckt.

Eine kleine Pannenfahrt

Nach dem Fotografiska wollten wir eigentlich mit der Straßenbahn zurück in die Innenstadt, aber wir sind in der falschen Richtung gestiegen und haben eine ordentliche Rundfahrt durch die Vororte gemacht. Erst nach einer halben Stunde merkten wir unseren Fehler und mussten umsteigen. Aber selbst das war nicht schlimm, wir konnten die Stadt noch einmal aus einer anderen Perspektive sehen.

Norrmalm und das NK

Am Abend erkundeten wir Norrmalm, das Geschäftsviertel Stockholms. Hier herrschte ein ganz anderes Ambiente als in Södermalm oder Gamla Stan. Überall große Kaufhäuser, schicke Boutiquen und belebte Straßen. Wir besuchten das NK, das "Nordiska Kompaniet", ein luxuriöses Kaufhaus mit einer langen Tradition. Es war fast schon ein Erlebnis, durch die verschiedenen Abteilungen zu schlendern und die edlen Waren zu bewundern. Ich kaufte Elisabeth eine schicke Kaschmirdecke, als kleines Andenken an unsere Reise. Nach dem Besuch des NK gingen wir in ein schickes Restaurant und ließen uns ein leckeres Abendessen schmecken. Wir bestellten Lachs mit Dill und Kartoffeln, dazu ein Glas schwedischen Weißwein. Es war ein perfekter Abschluss eines wunderbaren Tages. Die Mischung aus Kultur, Genuss und kleinen Abenteuern hatte uns wirklich verzaubert, und wir waren uns sicher, dass dies nicht unsere letzte Reise nach Stockholm sein würde, denn diese Stadt hatte noch so viel mehr zu bieten.

Die letzten Tage in Stockholm vergingen wie im Flug. Wir hatten uns vorgenommen, noch einmal durch Gamla Stan zu schlendern, einfach um die Atmosphäre ein letztes Mal aufzusaugen. Es ist schon etwas Besonderes, durch diese mittelalterlichen Gassen zu laufen und sich vorzustellen, wie die Menschen hier vor Jahrhunderten gelebt haben.

Ein Abschied vom Hafen

Wir fanden ein kleines Café mit Blick auf den Hafen und bestellten noch einmal ein Smörgåsbord. Diesmal probierten wir verschiedene Sorten Hering, dazu ein Stück Roggenbrot und etwas Butter. Elisabeth nahm eine Tasse Kaffee, ich einen Schluck Aquavit, um die Reise gebührend zu beenden.

Djurgården – Eine grüne Oase

An einem der letzten Tage machten wir einen Ausflug nach Djurgården, einer Insel, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Es ist eine grüne Oase mitten in der Stadt, mit vielen Parks, Museen und Sehenswürdigkeiten. Wir besuchten das Vasa-Museum, das einem versunkenen Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert gewidmet ist. Es ist wirklich beeindruckend, dieses riesige Schiff zu sehen, das so lange unter Wasser lag. Danach spazierten wir durch den Rosengarten, der mit über 500 verschiedenen Rosensorten ein wahrer Augenschmaus ist.

Skansen – Ein Fenster in die Vergangenheit

Wir besuchten auch Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt. Hier kann man sehen, wie die Menschen in Schweden vor Jahrhunderten gelebt haben. Es gibt traditionelle Häuser, Werkstätten und Bauernhöfe, in denen man das Handwerk und die Lebensweise vergangener Zeiten kennenlernen kann. Elisabeth war ganz begeistert von den alten Holzhäusern und den handgefertigten Möbeln. Ich probierte ein traditionelles schwedisches Gericht, das

👤 Kreativer (30) der Inspiration für seine Kunst in anderen Kulturen sucht ✍️ nostalgisch und melancholisch