Mauritius – Mehr als nur Strände
Ein unkonventioneller Entdecker
Ich bin kein typischer Tourist. Das stelle ich gleich fest, als ich mich in den wartenden Bus zwänge. Um mich herum jubeln Familien, Pärchen, Gruppen von Freunden, alle in Urlaubsstimmung. Ich, der ich normalerweise eher die stillen Hügel der Weinberge als belebte Strände suche, fühle mich ein bisschen fehl am Platz. Aber das ist gut so. Ich bin bereit für etwas Neues. Ich habe mich für Mauritius entschieden, weil es eine Mischung aus Kulturen bietet – indisch, afrikanisch, europäisch, chinesisch – und weil ich gehört habe, dass es hier auch Wein gibt. Nicht die großen, bekannten Appellationen, sondern kleine, lokale Produktionen, die sich an das tropische Klima angepasst haben. Das hat mich neugierig gemacht. Ich bin ja immer auf der Suche nach dem Unerwarteten, nach den Weinen, die Geschichten erzählen.Die Fahrt nach Grand Baie dauerte etwa eine Stunde. Ich beobachtete die Landschaft. Üppige Vegetation, Zuckerrohrfelder, bunte Häuser, die sich an die Küste schmiegten. Überall war Leben, Bewegung, ein bunter Mix aus Geräuschen und Eindrücken.
Erster Kontakt mit Grand Baie
Grand Baie selbst ist lebhaft, touristisch, aber auf eine angenehme Art und Weise. Es gibt viele Geschäfte, Restaurants, Bars, und überall sind Menschen unterwegs. Ich habe mir ein kleines Hotel etwas außerhalb des Zentrums ausgesucht, ein ruhiger Ort mit Blick auf die Bucht.Nachdem ich mein Gepäck abgelegt hatte, bin ich sofort losgegangen, um die Gegend zu erkunden. Ich bin am Hafen entlangspaziert, habe mir die Fischerboote angeschaut, die gerade zurückkamen, und den Duft von Salz und Fisch genossen.
Ich habe mich in ein kleines Restaurant am Strand gesetzt und ein lokales Gericht bestellt – Fish Curry mit Reis und Gemüse. Es schmeckte fantastisch, würzig und aromatisch. Dazu habe ich ein lokales Bier getrunken, Phoenix Beer, das überraschend gut war.
Die Menschen hier sind freundlich und aufgeschlossen. Ich habe mich mit einigen Einheimischen unterhalten, habe ein bisschen Kreolisch gelernt und viel über die Geschichte und Kultur der Insel erfahren. Es ist faszinierend, wie unterschiedlich die Lebensweisen sind, wie viel es noch zu entdecken gibt.
Ein Hauch von Wein
Am Nachmittag habe ich mich auf die Suche nach dem einzigen Weingut in der Nähe von Grand Baie gemacht, L’Aventure du Sucre. Es ist eigentlich mehr ein Museum und ein Restaurant als ein klassisches Weingut, aber sie produzieren auch ein paar Weine, hauptsächlich aus überseeischen Rebsorten. Ich war gespannt, wie diese Weine schmecken würden, ob sie sich mit den Weinen aus den klassischen Weinregionen messen könnten. Ich bin ja kein Weinkenner im herkömmlichen Sinne, ich interessiere mich mehr für die Geschichte hinter dem Wein, für die Menschen, die ihn machen, für das Terroir, das ihn prägt. Und ich bin offen für Neues, für Überraschungen.Der Besuch im L’Aventure du Sucre war interessant und informativ. Ich habe viel über die Geschichte des Zuckeranbaus auf Mauritius gelernt, über die Sklaverei und die indische Einwanderung. Und ich habe die Weine probiert. Sie waren anders, ungewöhnlich, aber durchaus trinkbar. Sie spiegeln das Klima und den Boden der Insel wider, sie sind ein Ausdruck der lokalen Kultur.
Ich hatte erwartet, hier eine völlig andere Weinkultur vorzufinden, und das habe ich auch bekommen. Es ist keine Kultur, die auf jahrhundertelanger Tradition basiert, sondern eine junge, experimentierfreudige Kultur, die sich noch im Aufbau befindet. Aber gerade das macht sie so spannend.Während ich am Abend auf meiner Hotelterrasse saß und den Blick auf die Bucht genoss, dachte ich darüber nach, was mich auf dieser Reise erwarten würde. Ich war gespannt darauf, die Insel weiter zu erkunden, die Menschen kennenzulernen, die Kultur zu erleben und natürlich auch die lokalen Weine zu entdecken. Und ich hatte das Gefühl, dass dies eine Reise werden würde, die mich verändern würde.
Die nächsten Tage werde ich mich tiefer in die Weinproduktion der Insel eintauchen, kleine Produzenten besuchen und versuchen, das Geheimnis des mauritianischen Weins zu ergründen.Auf den Spuren der kleinen Winzer
Am nächsten Tag hatte ich mir vorgenommen, weiter ins Landesinnere zu fahren, um einige der kleineren Weinproduzenten zu besuchen. Es war gar nicht so einfach, sie zu finden. Viele betreiben ihre Weinberge im Nebenerwerb, betreiben kleine Pensionen oder sind in der Landwirtschaft tätig. Die Informationen im Internet waren spärlich und oft veraltet. Aber ich bin ja nicht der Typ, der sich so leicht geschlagen gibt. Ich hatte mir den Namen eines kleinen Weinguts notiert, Domaine du Château, in der Nähe von Pamplemousses. Die Fahrt dorthin führte mich durch eine abwechslungsreiche Landschaft – Zuckerrohrfelder, Teeplantagen, kleine Dörfer. Ich verirrte mich ein paar Mal, fragte Einheimische nach dem Weg, die mir mit einem Lächeln und freundlichen Gesten weiterhalfen.Als ich endlich bei Domaine du Château ankam, war ich überrascht. Es war kein pompöses Schloss, sondern ein einfaches Bauernhaus mit ein paar Rebstöcken drumherum. Der Besitzer, ein freundlicher Mann namens Jean-Pierre, empfing mich herzlich. Er erzählte mir, dass er den Weinbau erst vor ein paar Jahren begonnen habe, nachdem er sein ganzes Leben lang Zuckerrohr angebaut habe.
Jean-Pierre zeigte mir seine Rebstöcke, die er mit viel Liebe und Hingabe pflegt. Er verwendet hauptsächlich französische Rebsorten, die er an das tropische Klima angepasst hat. Ich half ihm bei der Ernte, schnitt die Trauben ab und legte sie in Körbe. Es war harte Arbeit, aber es machte mir Spaß. Ich lernte viel über den Weinbau unter diesen besonderen Bedingungen.
Ein unerwarteter Zwischenfall
Auf dem Rückweg nach Grand Baie kam es zu einem kleinen Zwischenfall. Ich wollte einen Abkürzung durch einen kleinen Ort nehmen, als mein Auto in einem Schlagloch stecken blieb. Ich versuchte, es selbst herauszufahren, aber es ging nicht. Zum Glück kamen ein paar Einheimische vorbei, die mir halfen. Sie legten Steine unter die Räder und schoben das Auto heraus. Ich war ihnen sehr dankbar und bot ihnen eine Belohnung an, aber sie lehnten ab. Sie sagten, es sei selbstverständlich, einander zu helfen.Dieser kleine Vorfall hat mir gezeigt, wie freundlich und hilfsbereit die Menschen auf Mauritius sind. Es ist eine Gesellschaft, die auf Solidarität und Gemeinschaftssinn basiert.
Flânern in Port Louis
Einen Tag später beschloss ich, die Hauptstadt, Port Louis, zu besuchen. Es ist eine geschäftige Stadt mit einem bunten Mix aus Kulturen und Einflüssen. Ich schlenderte durch die engen Gassen des zentralen Marktes, vorbei an Ständen mit exotischen Früchten, Gewürzen, Kleidung und Souvenirs. Der Lärm, die Gerüche, die Farben – es war ein überwältigendes Erlebnis.Ich besuchte das Aapravasi Ghat, ein UNESCO-Weltkulturerbe, das an die indischen Einwanderer erinnert, die im 19. Jahrhundert auf Mauritius kamen. Es ist ein ergreifender Ort, der an die harte Arbeit und das Leid dieser Menschen erinnert.
Am Abend saß ich in einem kleinen Restaurant am Hafen und aß ein lokales Gericht – Dholl Puri, ein flaches Brot, gefüllt mit zerdrückten Erbsen und Gewürzen. Dazu trank ich ein lokales Bier und beobachtete das Treiben im Hafen.
Ich hatte das Gefühl, dass ich Mauritius langsam besser verstehe. Es ist eine Insel mit einer reichen Geschichte, einer vielfältigen Kultur und einer einzigartigen Natur. Und es ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlen und entspannen kann.
Die Reise neigte sich dem Ende zu, aber die Erinnerungen und Erfahrungen würden mich noch lange begleiten, und ich wusste, dass ich dieses kleine Paradies im Indischen Ozean wiedersehen würde.Die letzten Tage auf Mauritius vergingen wie im Flug. Ich hatte das Gefühl, die Insel wirklich kennengelernt zu haben, nicht nur als Tourist, sondern als Mensch, der sich mit den Menschen und der Kultur verbunden hat. Es war eine Reise, die mich verändert hat, die mir gezeigt hat, dass es im Leben nicht nur um Wein und gutes Essen geht, sondern auch um Begegnungen, Erfahrungen und die Schönheit der kleinen Dinge.
Ein letzter Blick auf die Landschaft
Ich unternahm noch eine letzte Fahrt entlang der Küste, vorbei an den Zuckerrohrfeldern, den kleinen Dörfern und den endlosen Stränden. Die Landschaft war einfach atemberaubend, ein Paradies auf Erden. Ich hielt an einem kleinen Aussichtspunkt an und genoss den Blick auf den Indischen Ozean. Das Wasser war türkisblau, der Himmel strahlend blau, die Luft warm und feucht. Ich schloss die Augen und atmete tief ein. Es war ein Moment der Glückseligkeit.
Die Kunst des slow living
Was ich an Mauritius besonders schätzte, war die Lebensart der Menschen. Sie leben im Moment, sie genießen das Leben, sie nehmen sich Zeit für ihre Familie und Freunde. Es ist eine Kultur des slow living, die ich sehr inspirierend fand. Ich versuchte, mir etwas von dieser Lebensart zu bewahren, um sie in meinen Alltag zu integrieren.
Kulinarische Entdeckungen
Die mauritianische Küche ist ein Spiegelbild der Vielfalt der Insel. Sie ist eine Mischung aus indischen, afrikanischen, europäischen und chinesischen Einflüssen. Ich probierte viele verschiedene Gerichte, von Fish Curry über Dholl Puri bis hin zu Gateaux Piment. Alles war unglaublich lecker und aromatisch. Besonders beeindruckt war ich von der Verwendung von Gewürzen und Kräutern, die den Gerichten eine besondere Note verliehen.
Weinbau auf Mauritius – eine Herausforderung
Auch wenn Mauritius kein klassisches Weinland ist, gibt es einige kleine Winzer, die sich dieser Herausforderung stellen. Der Weinbau ist aufgrund des tropischen Klimas nicht einfach, aber die Winzer haben gelernt, sich anzupassen und qualitativ hochwertige Weine zu produzieren. Ich besuchte einige Weingüter und probierte die Weine. Sie waren anders, ungewöhnlich, aber durchaus trinkbar. Sie spiegeln das Klima und den Boden der Insel wider, sie sind ein Ausdruck der lokalen Kultur. Der Besuch der Domaine du Château, mit dem persönlichen Einblick in die Arbeit der Winzer, bleibt besonders im Gedächtnis.
Ein Versprechen für die Zukunft
Als ich mich am Flughafen befand und auf meinen Flug wartete, dachte ich darüber nach, was ich von dieser Reise mitnehmen würde. Es war mehr als nur ein Urlaub, es war eine Erfahrung, die mich bereichert hat. Ich versprach mir, wiederzukommen, um die Insel noch einmal zu besuchen und die Menschen und die Kultur kennenzulernen. Und ich versprach mir, die Lebensart der Menschen auf Mauritius zu bewahren und in meinen Alltag zu integrieren.
Mauritius hat mich verzaubert, mit seiner Schönheit, seiner Vielfalt und seiner Lebensart. Es ist ein Ort, den ich jedem empfehlen kann, der auf der Suche nach etwas Besonderem ist. Ein Urlaub, der nicht nur entspannt, sondern auch inspiriert und bereichert.
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- Domaine du Château (Weinberg und Verkostung)
- Port Louis (Hauptstadt und kulturelles Zentrum)
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- Grand Baie (beliebter Strandort)
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- Aapravasi Ghat (UNESCO-Weltkulturerbe, historischer Ort)
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- Die kleinen Dörfer entlang der Küste (authentische Einblicke)