Rügen – Mehr als nur Kreidefelsen
Ein bisschen Hintergrund
Ich bin Thomas, 40, und normalerweise eher in den Savannen Afrikas oder den Wäldern Costa Ricas unterwegs. Tierbeobachtungen sind meine Leidenschaft. Aber meine Frau, Anna, braucht manchmal eine Abwechslung. Sie ist Künstlerin und liebt die raue Schönheit der Ostseeküste, die ihr immer wieder neue Inspiration gibt. Und da Anna glücklich ist, bin ich es auch – auch wenn ich auf ein paar Zebras oder Löwen verzichten muss. Wir hatten uns vorgenommen, dieses Jahr mal etwas Neues auszuprobieren. Keine Safari, kein Dschungel, sondern deutsche Hausmannskost und die Weite des Meeres.Die Anreise
Die Fahrt war schon ein kleines Abenteuer für sich. Wir hatten uns bewusst für die Anreise mit der Bahn entschieden, um die Landschaft zu genießen. Von unserem Zuhause in Süddeutschland aus ging es erst nach Berlin und dann weiter nach Stralsund. Von dort aus fuhren wir mit dem Regionalzug nach Bergen auf Rügen. Die Zugfahrt entlang der Küste war wirklich schön. Überall grüne Wiesen, kleine Dörfer und immer wieder der Blick auf die Ostsee. Anna skizzierte fleißig in ihrem Notizbuch, während ich mich in Gedanken schon auf die kulinarischen Highlights der Insel freute.Erste Eindrücke von Rügen
Sassnitz empfing uns mit einer angenehmen Mischung aus maritimem Flair und kleinstädtischem Charme. Nach dem Aussteigen von der Fähre machten wir uns auf den Weg zu unserem Hotel in Göhren. Der Weg dorthin führte uns durch eine wunderschöne Landschaft mit sanften Hügeln, dichten Wäldern und kleinen Seen. Überall blühten wilde Blumen in den schönsten Farben.Kulinarische Entdeckungen
Schon kurz nach unserer Ankunft stellten wir fest, dass Rügen auch für Feinschmecker einiges zu bieten hat. In einem kleinen Imbiss in Sassnitz probierten wir zum ersten Mal Fischbrötchen mit hausgemachtem Remoulade. Einfach, aber unglaublich lecker! Anna und ich teilten uns eins, denn wir wollten noch Platz für das Abendessen lassen. Wir hatten uns vorgenommen, in einem der vielen Restaurants in Göhren frischen Fisch zu essen.Das Hotel, ein charmantes Landhaus mit Blick auf die See, war perfekt. Wir checkten ein und machten uns auf den Weg, um den Ort zu erkunden. Göhren ist ein kleiner, aber lebendiger Badeort mit einer schönen Strandpromenade und vielen kleinen Geschäften. Wir bummelten ein wenig herum und ließen uns von der entspannten Atmosphäre treiben.
Der erste Strandspaziergang
Der Strand war natürlich das Highlight des Tages. Der feine Sand, das klare Wasser und die frische Seeluft – einfach traumhaft. Wir machten einen langen Spaziergang am Strand entlang und sammelten Muscheln. Anna fand eine besonders schöne, die sie als Andenken mitnehmen wollte. Ich beobachtete die Möwen und versuchte, sie zu fotografieren. Es war ein perfekter Tag, um die Seele baumeln zu lassen.Am Abend fanden wir ein gemütliches Restaurant mit Blick auf das Meer. Wir bestellten frischen Dorsch mit Kartoffeln und Gemüse. Das Essen war köstlich und der Wein passte perfekt dazu. Wir saßen noch lange zusammen und redeten, während wir den Sonnenuntergang beobachteten. Der Himmel färbte sich in den schönsten Farben – rot, orange und violett. Es war ein magischer Moment.
Ich spürte, wie eine wohltuende Ruhe in mir einkehrte. Rügen hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Es war ein Ort, an dem man dem Alltag entfliehen und die einfachen Dinge im Leben genießen konnte. Und auch wenn es keine wilden Tiere zu beobachten gab, so fand ich doch eine ganz andere Art von Schönheit in dieser einzigartigen Landschaft. Die kulinarischen Entdeckungen und die entspannte Atmosphäre machten diese Reise zu etwas Besonderem.
Nach ein paar Tagen der Erkundung der Küstenregion, war es Zeit, das Hinterland der Insel zu erkunden, und ich freute mich darauf, die verborgenen Schätze Rügens zu entdecken.Ins Hinterland – Binz und das Kap Arkona
Nach ein paar Tagen am Strand war es Zeit, das Hinterland Rügens zu erkunden. Anna hatte sich vorgenommen, die Kreidefelsen bei Sassnitz zu besichtigen, aber ich wollte lieber etwas abseits der Touristenpfade suchen. Wir einigten uns auf einen Kompromiss: Zuerst Binz, dann das Kap Arkona.Binz – Bäderarchitektur und Eisdielen
Binz ist ein wunderschöner Badeort mit einer beeindruckenden Bäderarchitektur. Die Häuser sind mit Stuck und Verzierungen versehen und strahlen eine elegante Atmosphäre aus. Wir schlenderten durch die Straßen und bewunderten die Villen. Anna war begeistert von den vielen kleinen Kunstgalerien und Souvenirläden. Ich hingegen entdeckte eine Eisdiele, die handgemachtes Eis mit ungewöhnlichen Sorten anbot. Ich probierte eine Kugel Holunderblüten-Eis und war sofort begeistert!Allerdings gab es dann eine kleine Pannen: Anna hatte ihre Lieblingssonnenbrille im Hotel vergessen und wir mussten zurückfahren, um sie zu holen. Das kostete uns eine gute Stunde Zeit, aber es war es wert, denn Anna war ohne ihre Sonnenbrille ungern unterwegs.
Kap Arkona – Wind und Weite
Das Kap Arkona ist der nördlichste Punkt Rügens und bietet eine atemberaubende Aussicht auf die Ostsee. Der Leuchtturm, die Slawenburg und die Bunkeranlagen zeugen von der bewegten Geschichte der Insel. Der Wind pfiff uns um die Ohren, aber die Aussicht war einfach spektakulär. Wir wanderten über die Klippen und genossen die Weite des Meeres.Ich hatte mir ein kleines Picknick mitgebracht, das wir auf einer Bank mit Blick auf die See einnahmen. Anna hatte sich Käse, Brot und Obst gewünscht, während ich auf ein paar deftige Würstchen nicht verzichten wollte. Wir saßen dort eine ganze Weile und beobachteten die vorbeifahrenden Schiffe. Es war ein friedlicher Moment, den ich lange in Erinnerung behalten werde.
Kulinarische Überraschung in Putgarten
Auf dem Rückweg von Kap Arkona machten wir einen Zwischenstopp in Putgarten. Anna wollte unbedingt den „Rügenhof“ besuchen, ein Bauernhof mit Hofladen und Restaurant. Dort entdeckten wir eine unglaubliche Auswahl an regionalen Produkten: Käse, Wurst, Honig, Marmelade und vieles mehr. Wir probierten uns durch die verschiedenen Sorten und kauften ein paar Köstlichkeiten für zu Hause.Im Restaurant bestellten wir Räucherfisch mit Kartoffelsalat und einem Glas Bier. Das Essen war unglaublich lecker und die Atmosphäre war gemütlich und urig. Ich war besonders begeistert von dem Räucherlachs, der frisch aus den Gewässern der Ostsee stammte. Es war eine kulinarische Überraschung, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Abseits der Pfade – Jagdschloss Granitz
Am letzten Tag unserer Reise wollten wir noch einmal etwas Besonderes unternehmen. Anna schlug vor, das Jagdschloss Granitz zu besichtigen. Es ist ein beeindruckendes Schloss im neugotischen Stil, das auf einem Hügel inmitten eines dichten Waldes thront.Der Aufstieg zum Schloss war anstrengend, aber die Aussicht von oben war einfach überwältigend. Wir konnten den gesamten Inselteil Jasmund überblicken und die Kreidefelsen in ihrer ganzen Pracht bewundern. Anna war begeistert von der Architektur des Schlosses und den vielen Kunstwerken im Inneren. Ich war beeindruckt von der Geschichte des Schlosses und den vielen Geschichten, die sich um es ranken.
Nach dem Besuch des Schlosses machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. Wir waren müde, aber glücklich. Rügen hatte uns mit seiner Schönheit und Vielfalt verzaubert. Es war eine Reise, die uns lange in Erinnerung bleiben wird. Und auch wenn ich vielleicht keine Löwen oder Zebras gesehen habe, so habe ich doch eine ganz andere Art von Schönheit in dieser einzigartigen Landschaft entdeckt.
Die Tage vergingen wie im Flug, und mit einem weinenden Auge packten wir unsere Koffer, wohlwissend, dass dieser Urlaub eine bleibende Erinnerung in unseren Herzen hinterlassen würde.Die letzten Stunden auf Rügen vergingen viel zu schnell. Wir saßen noch einmal in einem kleinen Café in Göhren und ließen die Eindrücke der letzten Tage Revue passieren. Der Duft von frischem Kaffee und Apfelkuchen lag in der Luft, und die Möwen kreischten draußen am Strand. Anna skizzierte in ihrem Notizbuch, während ich versuchte, die vielen Fotos auf meiner Kamera zu sortieren. Es waren so viele schöne Momente, die wir erlebt hatten.
Ein Insel-Fazit
Rügen hat mich überrascht. Ich war ja eher auf die Tierwelt fixiert, aber die Insel hat mir gezeigt, dass es auch abseits von Savannen und Dschungeln wunderschöne Landschaften und einzigartige Erlebnisse gibt. Die Kreidefelsen sind natürlich ein Highlight, aber Rügen hat noch so viel mehr zu bieten: die sanften Hügel, die dichten Wälder, die kleinen Seen und die charmanten Dörfer. Und das Essen! Frischer Fisch, Räucherlachs, regionale Käsesorten und leckere Kuchen – ein Paradies für Feinschmecker.
Kulinarische Highlights im Rückblick
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Essen im „Rügenhof“ in Putgarten. Die Auswahl an regionalen Produkten war unglaublich, und das Restaurant bot eine gemütliche und urige Atmosphäre. Aber auch die kleinen Imbisse in Sassnitz und die Cafés in Göhren hatten ihren Reiz. Und natürlich darf man den Räucherlachs, den wir fast täglich gegessen haben, nicht vergessen!
Ein paar Tipps für eure Reise
Wenn ihr auch nach Rügen reist, hier ein paar Tipps von mir:
- Nehmt euch Zeit für die kleinen Dinge: Genießt einen Spaziergang am Strand, probiert die regionalen Spezialitäten und lasst die Seele baumeln.
- Erkundet das Hinterland: Abseits der Touristenpfade gibt es noch viele versteckte Schönheiten zu entdecken.
- Seid offen für neue Erfahrungen: Rügen ist eine Insel, die viel zu bieten hat. Lasst euch überraschen!
Abschied von der Insel
Als wir mit der Fähre zurück nach Sassnitz fuhren, blickten wir noch einmal auf die Insel zurück. Die Kreidefelsen leuchteten im Abendlicht, und die Möwen kreischten uns zum Abschied zu. Es war ein magischer Moment, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Rügen ist eine Insel, die ich jedem empfehlen kann. Egal, ob ihr Tierliebhaber, Naturliebhaber oder einfach nur auf der Suche nach Entspannung seid – hier kommt jeder auf seine Kosten.
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- Jagdschloss Granitz
- Kreidefelsen (bei Sassnitz)
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- Strand von Göhren
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- Putgarten (mit Rügenhof)