Europa - Großbritannien - London

London im Grünen – Eine nachhaltige Entdeckungstour

Regen peitschte gegen die Fensterscheibe, als ich vom Heathrow Express auf die Plattform in Paddington Station kam. Nicht der typische London-Empfang, aber irgendwie passend. Ich liebe es ja, wenn die Elemente mitspielen, auch wenn es manchmal unbequem wird. Der Geruch von feuchtem Asphalt und irgendwie auch nach altem Eisen hing in der Luft. Ich hatte mir extra eine wasserdichte Jacke eingepackt, und sie brauchte sie auch sofort.

Ein Traum wird wahr: London ruft

Schon als Kind habe ich mich für Großbritannien interessiert. Meine Oma, eine begeisterte Geschichtsfreundin, hat mir immer Geschichten über die Highlands, Stonehenge und natürlich London erzählt. Und dann war da noch die Begeisterung für Outdoor-Sportarten – Klettern in Wales, Mountainbiken in den Peak District… das alles hat in mir den Wunsch geweckt, dieses Land selbst zu erkunden. Jetzt, mit 30, sollte es endlich soweit sein. Drei Wochen hatte ich mir Zeit genommen, um London und die Umgebung zu erkunden – möglichst nachhaltig und abseits der üblichen Touristenpfade.

Nachhaltig unterwegs

Ich bin kein Fan von Flugreisen, aber da ich in Deutschland wohne, war die Bahn die beste Option, um nach London zu kommen. Ein bisschen unbequemer vielleicht, aber dafür deutlich besser für die Umwelt. In London angekommen, habe ich mich bewusst für ein kleines, ökologisch ausgerichtetes Hotel in einem weniger zentralen Stadtteil entschieden. Die Nähe zum Hyde Park war ein entscheidender Faktor, denn ich wollte auch während meiner Städtereise nicht auf meine täglichen Läufe verzichten.

Das Hotel war überraschend gemütlich, mit viel Holz und Pflanzen. Der Besitzer, ein sympathischer Mann namens Ben, betonte stolz, dass sie ihren Strom aus erneuerbaren Energien beziehen und auf regionale Produkte setzen. So mag ich das! Wir unterhielten uns lange über nachhaltiges Reisen und er gab mir einige Tipps für lokale Märkte und Wanderwege in der Umgebung.

Erste Eindrücke: Mehr als nur Big Ben

Nachdem ich mein Gepäck abgestellt hatte, ging es sofort los. Ich wollte die Stadt auf mich wirken lassen, ohne festen Plan. Einfach laufen, schauen, riechen. Ich schlenderte durch die Straßen, vorbei an historischen Gebäuden und modernen Wolkenkratzern. Die Mischung aus Alt und Neu ist faszinierend. Überall wimmelte es von Menschen, aber irgendwie herrschte trotzdem eine entspannte Atmosphäre.

Was mir sofort auffiel, war das viele Grün in der Stadt. Parks, Gärten, Bäume an jeder Ecke. London ist wirklich eine überraschend grüne Metropole. Ich kam an kleinen Cafés und Buchläden vorbei, die zum Verweilen einluden. In einem kleinen Bioladen entdeckte ich eine große Auswahl an regionalen Produkten und frischen Lebensmitteln. Ich habe mir einen Apfel und eine Flasche Wasser gekauft, um Energie für meine weitere Erkundungstour zu tanken.

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, den üblichen Touristenattraktionen aus dem Weg zu gehen. Natürlich wollte ich auch den Buckingham Palace und den Big Ben sehen, aber ich wollte mehr. Ich wollte das echte London erleben, die Stadt hinter den Fassaden. Und ich glaubte, das würde ich schaffen.

Der erste Tag endete mit einem Abendessen in einem kleinen Pub in der Nähe meines Hotels. Ich bestellte ein Fish and Chips und ein lokales Bier. Die Atmosphäre war urig und gemütlich. Ich kam mit einigen Einheimischen ins Gespräch und erfuhr viel über die Stadt und ihre Geschichte.

Aufbruch in die Wildnis

Nachdem ich nun einen ersten Eindruck von der pulsierenden Metropole gewonnen hatte, begann ich, mich nach den grüneren Ecken Londons und darüber hinaus zu sehnen. Ich hatte mir vorgenommen, einige der nahegelegenen Wanderwege zu erkunden, vielleicht auch die Möglichkeit zu finden, eine Klettertour in den Surrey Hills zu unternehmen. Die Kombination aus Stadtleben und Natur war genau das, was ich mir für diesen Trip erhofft hatte und ich war gespannt darauf, wie sich diese Reise weiterentwickeln würde.

Grüne Oasen und versteckte Pfade

Der nächste Morgen begann mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel. Ben, der Besitzer, hatte selbstgemachte Marmelade aus lokalen Früchten gekocht – unglaublich lecker! Nach dem Frühstück ging es direkt zum Richmond Park. Ich hatte online gelesen, dass es dort eine große Hirschherde gibt und ich wollte unbedingt versuchen, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Der Park ist riesig und wunderschön. Weite Wiesen, alte Bäume und kleine Seen prägen das Landschaftsbild. Ich wanderte stundenlang durch den Park, immer auf der Suche nach den Hirschen. Und tatsächlich, nach einer Weile entdeckte ich eine kleine Herde, die friedlich auf einer Wiese graste. Es war ein beeindruckender Anblick, diese majestätischen Tiere so nah zu sehen. Ich stand eine ganze Weile da und beobachtete sie, bevor ich meinen Weg fortsetzte.

Shoreditch: Zwischen Street Art und Nachhaltigkeit

Am Nachmittag wollte ich einen Kontrast zum ruhigen Richmond Park erleben und besuchte das Viertel Shoreditch. Shoreditch ist bekannt für seine Street Art, seine trendigen Geschäfte und sein pulsierendes Nachtleben. Aber mir ging es nicht nur um das Aussehen der Stadt, sondern auch darum, wo nachhaltige Initiativen entstehen. Ich hatte online von einem kleinen Repair-Café in Shoreditch gelesen, in dem man kaputte Gegenstände reparieren lassen konnte, anstatt sie wegzuwerfen.

Das Repair-Café war ein kleines, unscheinbares Lokal, aber drinnen herrschte ein reges Treiben. Freiwillige Helfer reparierten Fahrräder, Computer, Kleidung und vieles mehr. Ich brachte mein altes Multitool mit, das einen defekten Schraubenzieher hatte. Ein junger Mann, der sich als Liam vorstellte, nahm sich gleich meiner Sache an und reparierte den Schraubenzieher in wenigen Minuten. Ich war begeistert! Es war schön zu sehen, wie Menschen zusammenarbeiten, um Ressourcen zu schonen und Müll zu vermeiden.

Eine kleine Panne im Hampstead Heath

Mein Plan für den nächsten Tag war, den Hampstead Heath zu erkunden, eine riesige Parklandschaft mit Wäldern, Wiesen und Teichen. Ich hatte mir vorgenommen, eine längere Wanderung zu unternehmen und die Natur zu genießen. Das Wetter spielte gut mit, die Sonne schien und es war angenehm warm.

Ich verließ mein Hotel am frühen Morgen und machte mich auf den Weg. Der Park war überraschend leer, nur wenige Menschen waren unterwegs. Ich wanderte stundenlang durch den Park, vorbei an alten Bäumen und kleinen Seen. Irgendwann verlor ich jedoch die Orientierung und geriet vom Weg ab. Ich versuchte, mich anhand meiner Karte zu orientieren, aber es gelang mir nicht, den richtigen Weg zu finden. Ich irrte eine ganze Weile herum, bevor ich schließlich auf einen freundlichen Wanderer traf, der mir den Weg zurück zeigte. Es war zwar etwas unangenehm, aber ich nahm die kleine Panne mit Humor und lernte daraus, dass man in unbekanntem Terrain immer aufmerksam sein sollte.

Trotzdem war es ein wunderschöner Tag. Nach der Wanderung kehrte ich ins Hotel zurück und entspannte mich bei einer Tasse Tee. Ich dachte über die vielen Eindrücke nach, die ich in den letzten Tagen gesammelt hatte. London ist eine faszinierende Stadt, die viel mehr zu bieten hat als nur Sightseeing. Die Mischung aus pulsierendem Stadtleben und grüner Natur ist einzigartig. Und ich hatte das Gefühl, dass ich erst an der Oberfläche gekratzt hatte. Diese Reise hat mich gelehrt, dass nachhaltiges Reisen nicht nur gut für die Umwelt ist, sondern auch unvergessliche Erlebnisse schafft, die mich noch lange begleiten werden.

Mit diesem Gefühl der Zufriedenheit und der Vorfreude auf die letzten Tage, wusste ich, dass diese London-Reise noch viele Überraschungen bereithalten würde.

Die letzten Tage in London sind wie im Flug vergangen. Ich sitze gerade in einem kleinen Café in Notting Hill, trinke einen Fairtrade-Kaffee und lasse die vielen Eindrücke auf mich wirken. Es ist erstaunlich, wie viel Grün diese Stadt zu bieten hat. Abseits der Touristenpfade findet man immer wieder kleine Parks, Gärten und versteckte Pfade, die zum Verweilen einladen.

Rückblick und persönliche Highlights

Ich habe versucht, so viel wie möglich zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch eine tolle Möglichkeit, die Stadt wirklich kennenzulernen. Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit der Menschen für nachhaltige Lebensweisen. Überall findet man kleine Initiativen, die sich für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Das Repair-Café in Shoreditch war ein tolles Beispiel dafür, wie man Ressourcen schonen und Müll vermeiden kann. Und auch die vielen Bio-Läden und Wochenmärkte zeigen, dass die Menschen in London Wert auf regionale und saisonale Produkte legen.

Abseits der Touristenpfade

Natürlich habe ich auch die klassischen Sehenswürdigkeiten besucht, wie den Buckingham Palace und den Big Ben. Aber ich habe mich vor allem darauf konzentriert, die weniger bekannten Ecken der Stadt zu erkunden. Der Hampstead Heath mit seinen weiten Wiesen und Wäldern war ein toller Ort zum Wandern und Entspannen. Und auch der Richmond Park mit seiner Hirschherde hat mich beeindruckt. Aber am meisten hat mir die Vielfalt der Stadt gefallen. Hier findet man alles, von historischen Gebäuden über moderne Kunstgalerien bis hin zu trendigen Cafés und Restaurants.

Ein paar Tipps für nachhaltige Reisende

Unterkünfte

Achte bei der Wahl deiner Unterkunft auf Umweltzertifizierungen und regionale Anbieter. Viele Hotels und Pensionen setzen mittlerweile auf erneuerbare Energien, Wassersparen und Mülltrennung.

Transport

Nutze öffentliche Verkehrsmittel, fahre Fahrrad oder gehe zu Fuß. Das ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch eine tolle Möglichkeit, die Stadt kennenzulernen.

Essen und Trinken

Kaufe regionale und saisonale Produkte auf Wochenmärkten oder in Bio-Läden. Vermeide Plastikverpackungen und nimm deine eigene Trinkflasche und Einkaufstasche mit.

Fazit

London ist eine faszinierende Stadt, die viel mehr zu bieten hat als nur Sightseeing. Hier kann man die Seele baumeln lassen, neue Energie tanken und sich von der Vielfalt der Kulturen inspirieren lassen. Ich bin dankbar für die vielen unvergesslichen Momente, die ich in dieser Stadt erlebt habe. Und ich hoffe, dass ich bald wiederkommen kann.

    • Hampstead Heath
    • Richmond Park
    • Shoreditch
👤 Outdoor-Enthusiast (30) der Wandern, Klettern und Mountainbiken liebt ✍️ ökologisch und nachhaltig