Reisebericht Ozeanien - Australien - Perth
Warum eigentlich Australien?
Die Idee zu dieser Reise war eigentlich ganz simpel – oder zumindest dachte ich das. Meine Frau, Sarah, träumte schon lange von Australien. Ich dagegen bin eher der Typ für “alles inklusive” und kurze Anreisen. Aber Sarah hatte einen Punkt: Die Kinder, Mia (8) und Leo (6), sollten mal was anderes sehen als die Ostsee. Und da ich ein verständnisvoller Ehemann bin (meistens), haben wir uns getraut. Ein bisschen Abenteuer schadet ja nie, oder? Das Budget war allerdings… naja, sagen wir mal “familiär”. Wir sind definitiv nicht die Leute, die in Fünf-Sterne-Hotels übernachten. Eher die, die in Ferienwohnungen mit abgenutztem Mobiliar und Campingplätzen mit fragwürdigen Sanitäranlagen landen. Aber hey, das macht’s doch authentisch, oder?Die Vorbereitung – ein Chaos aus Listen und Gutem Willen
Die Vorbereitung war… intensiv. Ich habe Listen erstellt, Sarah hat Listen überarbeitet, die Kinder haben die Listen bemalt und dann verloren. Wir haben versucht, alles vorzubereiten, von den Impfungen bis zu den Reiseführern. Dabei habe ich gelernt, dass es im Leben zwei Arten von Menschen gibt: Die, die frühzeitig packen, und die, die am Vorabend noch panisch Klamotten aus den Schränken ziehen. Letztere bin ich. Sarah sagt, ich hätte ein Talent dafür, Dinge auf den letzten Drücker zu erledigen. Ich nenne es “Zeitmanagement auf Expertenniveau”.Der erste Eindruck von Perth
Perth selbst ist… anders. Viel weiterläufiger als ich erwartet hatte. Irgendwie eine Mischung aus Strandstadt und Großstadt. Und es ist sauber. Verdammt sauber. Ich bin es von zu Hause eher gewohnt, dass mindestens ein Sandkorn oder ein Krümel irgendwo herumliegt. Die Leute hier sind entspannt und freundlich. Ich habe mich gleich wohlgefühlt, auch wenn ich noch nicht ganz verstanden habe, was “brekkie” bedeutet (Sarah hat mir erklärt, dass es australisch für Frühstück steht – ich lerne noch!).Der Mietwagen – ein Abenteuer für sich
Das Abholen des Mietwagens war für sich genommen schon ein kleines Abenteuer. Ich hatte online ein “wirtschaftliches” Modell gebucht – und bekommen ein Auto, das aussah, als hätte es schon ein paar hunderttausend Kilometer auf dem Buckel. Sarah meinte, es hätte “Charakter”. Die Kinder waren begeistert, weil es einen Becherhalter in Form eines Koalas hatte. Ich war mir nicht so sicher, ob wir mit diesem Wagen die weiten Strecken entlang der Küste zurücklegen würden, aber was sollte ich machen? Hauptsache, wir kommen von A nach B. Und wenn wir dabei ein paar interessante Pannen erleben, ist das auch eine Geschichte für die Enkelkinder, oder? Die Fahrt zu unserer ersten Unterkunft, einer kleinen Ferienwohnung etwas außerhalb der Stadt, führte uns an endlosen Stränden vorbei. Das Meer glitzerte in der Sonne, und wir konnten schon einige Surfer sehen. Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen und fragten ständig, wann wir endlich anhalten und baden können. Ich musste ihnen versprechen, dass wir am nächsten Tag einen Strandtag einlegen würden. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir endlich an unserer Ferienwohnung an. Sie war… zweckmäßig. Etwas klein, etwas abgenutzt, aber sauber und mit allem ausgestattet, was wir brauchten. Und das Wichtigste: Es gab einen Garten mit Grill. Für mich als Grillmeister das absolute Paradies. Nach dem Auspacken und einer kurzen Erkundungstour der Umgebung waren wir alle ziemlich müde. Wir haben uns entschieden, einfach nur Pizza zu bestellen und den Abend entspannt ausklingen zu lassen. Während wir aßen, haben wir uns überlegt, was wir am nächsten Tag unternehmen sollten. Sarah hatte sich vorgenommen, die Gegend zu erkunden, während ich mich um die Verpflegung kümmern sollte. Die Kinder waren einfach nur froh, dass es endlich Essen gab. Unser australisches Abenteuer hatte offiziell begonnen. Und obwohl es schon jetzt einige kleine Herausforderungen gab, waren wir alle voller Vorfreude auf das, was noch kommen würde. Wir hatten uns vorgenommen, das Land zu erkunden, neue Kulturen kennenzulernen und unvergessliche Erinnerungen zu sammeln. Und wer weiß, vielleicht würden wir ja auch noch ein echtes Känguru zu Gesicht bekommen. Jetzt stand erstmal der Campingplatz in der Nähe von Cervantes auf dem Plan, und mit ihm die Hoffnung auf unvergessliche Tage und, ganz ehrlich, ein bisschen mehr Schlaf.Cervantes und die Pinnacles – Steine, Sand und Sonnenbrand
Der Campingplatz in Cervantes war… rustikal. Sagen wir mal so. Die Sanitäranlagen erinnerten eher an einen Bunker als an ein Badezimmer, aber hey, dafür hatten wir Meerblick. Und das Zelt stand. Das ist ja auch schon mal was. Ich hatte versucht, es alleine aufzubauen, aber nach fünf Minuten und einem gebrochenen Hering bin ich doch auf Sarahs Hilfe angewiesen gewesen. Sie ist einfach die Camping-Expertin in der Familie. Die Kinder waren begeistert von der Umgebung und haben sofort angefangen, im Sand zu spielen. Ich war beschäftigt damit, den Grill anzuknüpfen und mich vor den Mücken zu schützen. Am nächsten Tag sind wir zu den Pinnacles gefahren. Diese bizarren Kalksteinsäulen sind wirklich beeindruckend. So etwas habe ich noch nie gesehen. Es wirkte fast wie eine verlassene Stadt aus einer anderen Welt. Die Kinder waren begeistert und haben sofort angefangen, die Säulen zu erkunden und Fotos zu machen. Sarah hat versucht, das Ganze künstlerisch in Bildern festzuhalten, während ich mich damit beschäftigt habe, zu verhindern, dass Leo in einen der vielen kleinen Senken stürzt.Ein Tag in Perth – Fremantle und der verrückte Fischmarkt
Nach ein paar Tagen Camping haben wir uns entschieden, einen Ausflug nach Perth zu machen. Wir wollten uns die Stadt mal genauer ansehen und ein bisschen Kultur schnuppern. Wir haben uns für Fremantle entschieden, einen historischen Hafenort südlich von Perth. Die Stadt hat eine ganz besondere Atmosphäre, mit ihren alten Gebäuden, den engen Gassen und dem bunten Treiben am Hafen. Wir haben den Fremantle Market besucht, einen riesigen Markt mit allen möglichen Sachen. Es gab frische Lebensmittel, Kunsthandwerk, Kleidung und vieles mehr. Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen und wollten unbedingt jedes Spielzeug kaufen, das sie sahen. Ich habe versucht, sie zu beruhigen und ihnen zu erklären, dass wir nicht alles mitnehmen können.Der Fischmarkt – ein olfaktorisches Abenteuer
Ein Highlight war der Fremantle Fish Market. Puh, dieser Geruch! Eine Mischung aus Salz, Algen und… Fisch. Aber es war beeindruckend, wie viele verschiedene Fischarten es gibt. Die Kinder waren fasziniert von den riesigen Thunfischen und den bunten Korallen. Wir haben uns ein paar frische Garnelen gekauft und am Hafen gegessen. Das war wirklich lecker.Pannen und kleine Katastrophen
Natürlich gab es auch ein paar Pannen. Einmal hat Leo versucht, den Mietwagen mit Sand zu füllen, weil er meinte, es sei ein riesiger Sandkasten. Ein anderes Mal hat Mia meine Sonnenbrille im Meer verloren. Und einmal sind wir in einer Einbahnstraße falsch abgebogen und mussten einen kleinen Umweg fahren. Aber hey, das gehört doch dazu, oder? Ich hatte auch versucht, australisches Englisch zu lernen. Das war gar nicht so einfach. Ich habe ständig die falschen Wörter benutzt und die Leute haben mich komisch angeschaut. Einmal wollte ich nach dem Weg fragen und habe versehentlich nach einem Känguru gefragt. Die Leute haben gelacht. Trotz all der kleinen Pannen und Katastrophen hatten wir eine tolle Zeit in Australien. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und viele unvergessliche Erinnerungen gesammelt. Die Landschaft ist atemberaubend, die Leute sind freundlich und das Wetter ist fantastisch. Und auch wenn das Budget etwas knapp war, konnten wir uns trotzdem ein paar schöne Dinge leisten. Jetzt steht noch die lange Heimreise bevor, aber wir sind alle voller Vorfreude auf die nächste Reise – egal wohin es geht, Hauptsache, wir sind wieder zusammen und erleben neue Abenteuer.Die letzten Tage in Perth sind wie im Flug vergangen. Irgendwie surreal, wenn man bedenkt, wie zögerlich wir am Anfang waren. Ich meine, Camping mit zwei kleinen Wirbelwinden und einem Budget, das eher bescheiden war? Klingte nach einer stressigen Herausforderung. Aber wisst ihr was? Es war großartig. Natürlich gab es Momente, in denen ich kurz dachte, ich brauche einen Urlaub vom Urlaub, aber all das war es wert.
Was wir gelernt haben (und was ihr besser macht)
Also, wenn ihr mit Kindern nach Westaustralien reist und nicht pleitegehen wollt, hier ein paar Tipps von uns:
Sparen beim Essen
Klar, jeden Abend auswärts essen zu gehen, ist verlockend. Aber es ist auch teuer. Wir haben versucht, so oft wie möglich selbst zu kochen oder zumindest Lunchpakete für unterwegs zu machen. Die Supermärkte hier sind gut sortiert, und es gibt oft Angebote. Und hey, ein Picknick am Strand ist doch viel schöner als ein stickiges Restaurant, oder?
Unterkünfte mit Kochmöglichkeit
Ferienwohnungen oder Campingplätze mit Gemeinschaftsküchen sind Gold wert. So könnt ihr nicht nur Geld sparen, sondern auch flexibler sein, was die Essenszeiten angeht. Und glaubt mir, mit zwei hungrigen Kindern ist Flexibilität alles.
Kostenlose Aktivitäten nutzen
Es gibt so viele kostenlose Aktivitäten in und um Perth. Strände, Parks, Spielplätze… Lasst die Kinder einfach draußen toben. Und wenn ihr ein bisschen Glück habt, könnt ihr sogar ein paar wilde Tiere beobachten. Wir haben zum Beispiel einen riesigen Schwarm Kakadus gesehen. Das war ein echtes Highlight.
Ein letzter Blick zurück
Ich erinnere mich noch gut an den ersten Tag in Perth. Wir waren müde, erschöpft und leicht überfordert. Aber wir haben uns trotzdem vorgenommen, das Beste aus unserem Urlaub zu machen. Und das ist uns auch gelungen. Wir haben wunderschöne Strände gesehen, beeindruckende Landschaften erkundet und viele neue Erfahrungen gesammelt.
Die Pinnacles waren wirklich beeindruckend, so etwas haben wir noch nie gesehen. Und die Strände… Oh, die Strände! Türkisblaues Wasser, weißer Sand und endlose Weite. Da konnte selbst der grösste Miesepeter nicht widerstehen. Mia hat Stunden damit verbracht, Muscheln zu sammeln, und Leo hat versucht, Sandburgen zu bauen, die so hoch wie ein Haus sind.
Die Zeit ist viel zu schnell vergangen. Und jetzt heißt es wieder: Koffer packen, fliegen, Alltagstrott. Aber wir nehmen viele unvergessliche Erinnerungen mit nach Hause. Und wer weiß, vielleicht kommen wir ja irgendwann wieder nach Westaustralien. Denn einmal Down Under, immer Down Under, oder?
Ich muss sagen, dieses Abenteuer hat uns als Familie noch enger zusammengeschweißt. Wir haben gelernt, dass man nicht viel Geld braucht, um glücklich zu sein. Man braucht nur eine gute Portion Abenteuerlust, eine offene Einstellung und eine Familie, die zusammenhält.