Nordamerika - Mexiko - Isla Mujeres

Reisebericht Nordamerika - Mexiko - Isla Mujeres

Der Geruch von Salz, Sonnencreme und etwas undefinierbar Süßem kitzelte in meiner Nase, während ich aus dem kleinen Propellerflugzeug stieg. Cancun. Ich hatte mir vorgestellt, es wäre noch mehr „All Inclusive“ und Touristen, aber der Wind trug irgendwie eine andere Geschichte mit sich. Eine Geschichte von Maya-Ruinen, türkisfarbenem Wasser und – das war mein eigentlicher Grund – einer unglaublich vielfältigen Tierwelt. Ich bin Jan, 35, Fotograf, und ich hatte mir vorgenommen, Nordamerika aus einer etwas anderen Perspektive festzuhalten. Nicht die Skylines und berühmten Gebäude, sondern das, was oft übersehen wird. Die kleinen Dinge, die großen Momente in der Natur.

Aufbruch ins Paradies

Ich hatte schon einige Wildlife-Projekte in Asien und Afrika gemacht, aber Nordamerika stand lange auf meiner Liste. Ich wollte unbedingt die Möglichkeiten für Unterwasserfotografie ausprobieren und die Vogelwelt entlang der mexikanischen Küste dokumentieren. Isla Mujeres, eine kleine Insel vor der Yucatan-Halbinsel, schien der perfekte Ausgangspunkt zu sein. Ich hatte mich wochenlang mit den lokalen Gegebenheiten beschäftigt, Karten studiert, potenzielle Tauchspots recherchiert und versucht, ein paar Kontakte zu lokalen Guides zu knüpfen.

Die Anreise war schon etwas holprig. Der Flug von Frankfurt nach Cancun hatte fast zehn Stunden gedauert, dann noch die Sicherheitskontrollen und die Suche nach einem zuverlässigen Taxi. Aber als ich endlich im Hafen von Puerto Juarez ankam und die kleine Fähre nach Isla Mujeres sah, war die Müdigkeit wie weggeblasen.

Erste Eindrücke von Isla Mujeres

Die Überfahrt dauerte nur etwa 20 Minuten, aber in dieser kurzen Zeit konnte ich schon ein Gefühl für die Insel bekommen. Kleine, bunte Häuser säumten die Küste, überall waren Palmen zu sehen und das Wasser leuchtete in einem unglaublichen Türkis. Es war viel ruhiger und authentischer, als ich es von Cancun erwartet hatte. Ich hatte ein kleines Hotel in der Nähe des Playa Norte gebucht, einem Strand, der angeblich zu den schönsten der Welt gehört.

Das Hotel war einfach, aber sauber und zweckmäßig. Mein Zimmer hatte einen kleinen Balkon mit Blick auf den Garten, in dem Kolibris umherflatterten. Ich packte meine Ausrüstung aus – zwei Vollformatkameras, verschiedene Objektive, Unterwassergehäuse, Stative, Filter und natürlich genügend Speicherkarten. Das Ding wog schon ein Vermögen! Aber ich brauchte alles, um meine Vision umzusetzen.

Ich verbrachte den ersten Nachmittag damit, die Insel zu erkunden. Ich wanderte durch die kleinen Gassen, beobachtete das bunte Treiben auf dem Markt und probierte die lokale Küche. Tacos, Ceviche, Guacamole – alles unglaublich lecker! Ich unterhielt mich mit ein paar Einheimischen und ließ mir ein paar Tipps geben, wo ich die besten Tauchspots und Vogelbeobachtungsgebiete finden konnte. Die Leute waren unglaublich freundlich und hilfsbereit.

Die Suche nach dem perfekten Motiv

Am Abend saß ich am Strand und beobachtete den Sonnenuntergang. Der Himmel leuchtete in den schönsten Farben, das Wasser glitzerte und die Luft war erfüllt von einer angenehmen Wärme. Ich machte ein paar Testaufnahmen, um die Lichteinstellungen zu optimieren. Ich wollte nicht nur schöne Landschaftsbilder machen, sondern auch die Seele der Insel einfangen. Die Atmosphäre, die Menschen, die Tierwelt. Alles sollte in meinen Bildern zum Ausdruck kommen.

Ich wusste, dass ich vor einer großen Herausforderung stand. Isla Mujeres war ein beliebtes Touristenziel, aber ich wollte versuchen, abseits der ausgetretenen Pfade zu fotografieren. Ich wollte die verborgenen Schätze der Insel entdecken und die Schönheit der Natur in all ihren Facetten festhalten. Ich hatte mir vorgenommen, die Tage mit der Erkundung der Unterwasserwelt zu verbringen und die Abende damit, die Vogelwelt zu beobachten. Und ich war fest entschlossen, meine Vision zu verwirklichen.

Ich hatte einen ersten Kontakt zu einem lokalen Tauchlehrer geknüpft, der mir versprochen hatte, mich zu einigen abgelegenen Riffen zu führen. Dort, wo die Korallen noch unberührt waren und die Fische in allen Farben des Regenbogens schwammen. Und morgen würde ich mich aufmachen, um die ersten Vogelbeobachtungsgebiete zu erkunden, in der Hoffnung, ein paar seltene Arten zu entdecken. Jetzt aber würde ich mir noch einen letzten Taco gönnen und dann früh ins Bett gehen. Denn morgen würde ein neuer Tag beginnen, ein Tag voller Abenteuer und neuer fotografischer Herausforderungen. Die ersten Tage auf Isla Mujeres ließen erahnen, dass diese Reise mehr werden würde als nur eine Fotoserie – sie würde eine Reise zu mir selbst werden.

Unter Wasser und Abseits der Pfade

Der nächste Morgen begann früh. Ich wollte den besten Tauchspots noch vor der größten Touristenbewegung erreichen. Mein Tauchlehrer, ein älterer Mann namens Ricardo, holte mich mit seinem kleinen Boot ab. Ricardo war ein Original. Er kannte die Riffe um Isla Mujeres wie seine Westentasche und hatte unzählige Geschichten über das Leben im Meer zu erzählen. Er erklärte mir, dass wir zu einem Riff fahren würden, das etwas weiter entfernt lag, zu einem Ort, an dem die Korallen noch fast unberührt waren.

Und er hatte Recht. Als wir ins Wasser stiegen, eröffnet sich eine völlig neue Welt. Bunte Fische schwammen um uns herum, Korallen in allen Formen und Größen bedeckten den Meeresboden und das Licht spielte mit den Farben des Wassers. Ich vergaß die Zeit, während ich mit meiner Unterwasserkamera die faszinierende Unterwasserwelt festhielt. Ich konzentrierte mich darauf, die kleinen Details einzufangen – das Spiel der Lichtstrahlen, die Textur der Korallen, die Augen der Fische. Es war ein unglaublich befriedigendes Gefühl.

Am Nachmittag erkundete ich das Viertel "El Centro", das Herz der Insel. Hier pulsiert das Leben. Kleine Geschäfte, Restaurants und Bars säumten die Straßen, überall gab es Musik und Gelächter. Ich verbrachte Stunden damit, durch die Gassen zu schlendern, die lokale Kunst zu bewundern und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich entdeckte ein kleines Atelier, in dem ein Künstler farbenfrohe Wandbilder malte, die die Geschichte und Kultur der Insel widerspiegelten. Ich verbrachte eine Weile mit ihm und ließ mir von seiner Arbeit erzählen. Es war inspirierend zu sehen, wie er seine Leidenschaft in seine Kunst einfließen ließ.

Pannen und unerwartete Begegnungen

Nicht immer lief alles nach Plan. Bei einem Versuch, ein besonders seltenes Vogelart in den Mangrovenwäldern im Süden der Insel zu fotografieren, kam ich in eine ziemlich unangenehme Situation. Ich war so konzentriert auf mein Motiv, dass ich nicht auf den Boden achtete und knickte mit dem Fuß um. Zum Glück war es nicht schlimm, aber ich musste den Rest des Tages pausieren. Eine ältere Dame, die ich auf meinem Weg traf, kümmerte sich um mich und versorgte meinen Fuß mit einem selbstgemachten Kräuterverbund. Sie erzählte mir Geschichten über die Insel und ihre Bewohner und gab mir den Rat, mich nicht zu sehr zu hetzen und die kleinen Dinge im Leben zu genießen.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des "Punta Sur", dem südlichsten Punkt der Insel. Hier befindet sich ein kleiner Leuchtturm und ein archäologischer Park mit den Ruinen einer Maya-Siedlung. Von hier aus hatte man einen atemberaubenden Blick auf das Karibische Meer. Ich verbrachte Stunden damit, die Landschaft zu fotografieren und die Ruhe und Schönheit der Natur zu genießen. Am Abend saß ich in einem kleinen Restaurant am Strand und beobachtete den Sonnenuntergang. Der Himmel leuchtete in den schönsten Farben, das Wasser glitzerte und die Luft war erfüllt von einer angenehmen Wärme.

Ein Hauch von Melancholie und Vorfreude

Die Tage auf Isla Mujeres vergingen wie im Flug. Ich hatte so viel erlebt, so viele schöne Momente eingefangen und so viele interessante Menschen kennengelernt. Aber langsam neigte sich meine Reise dem Ende zu. Ich spürte einen Hauch von Melancholie, aber auch Vorfreude auf das, was noch kommen würde. Die Fotos, die ich gemacht hatte, waren mehr als nur Bilder – sie waren Erinnerungen an ein unvergessliches Abenteuer. Und ich wusste, dass diese Reise mich noch lange begleiten würde. Die Insel hatte einen besonderen Zauber, der mich in ihren Bann gezogen hatte, und ich war dankbar für die Zeit, die ich hier verbringen durfte. Die kommenden Tage würden mich noch weiter ins Landesinnere führen, um die Kultur und Natur Mexikos noch tiefer zu erkunden, doch die Erinnerung an Isla Mujeres würde in meinem Herzen bleiben.

Die letzten Tage auf Isla Mujeres waren eine Mischung aus Abenteuer, Entspannung und tiefem Glück. Ich hatte so viel erlebt, gesehen und fotografiert, dass es fast unwirklich schien. Ich saß oft am Playa Norte, dem Strand, der wirklich zu den schönsten der Welt gehört, und beobachtete das türkisfarbene Wasser. Es war ein perfekter Ort, um zur Ruhe zu kommen und die Eindrücke der Reise zu verarbeiten.

Abschied vom Paradies

Ich hatte mich in die Insel verliebt – in die freundlichen Menschen, die bunte Architektur, die faszinierende Tierwelt und die entspannte Atmosphäre. Es war ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen schien und man einfach das Leben genießen konnte. Ich hatte einige unglaubliche Begegnungen mit Einheimischen gemacht, die mir ihre Kultur und ihre Lebensweise nähergebracht hatten. Eine ältere Dame, die ich im Viertel

👤 Tierliebhaber (40) der Safaris und Tierbeobachtungen unternimmt ✍️ dokumentarisch und beobachtend