Córdoba – Eine südamerikanische Umarmung
Córdoba – Mehr als nur ein Stopp
Eigentlich war Córdoba nur ein Zwischenstopp auf meiner langen Reise durch Südamerika. Ich bin ja seit knapp einem Jahr unterwegs, hab schon einiges gesehen – die Atacama-Wüste, die Anden, das Amazonasgebiet – aber irgendwie hat es mich hier sofort gepackt. Vielleicht ist es diese Mischung aus kolonialer Architektur und modernem Stadtleben, vielleicht aber auch die unglaublich freundlichen Leute. Ich bin ja eher der Typ für abgelegene Orte, kleine Dörfer, unberührte Natur. Aber Córdoba ist anders. Hier pulsiert das Leben, es gibt so viel zu entdecken, und trotzdem hat die Stadt ihren ganz eigenen Charme bewahrt. Ich hatte ursprünglich nur einen Tag eingeplant, jetzt bin ich schon fast eine Woche hier und weiß noch nicht, wann ich weiterziehen soll.Die Maschine und ich
Meine Reise begann vor knapp einem Jahr in Deutschland. Ich hab alles verkauft, was ich besaß – die Wohnung, das Auto, den langweiligen Bürojob – und mir eine alte BMW R 1150 GS zugelegt. Die hab ich dann komplett umgebaut, mit extra Tanks, Gepäckträgern und allem, was man so braucht, um die Welt zu bereisen. Die Maschine ist meine Lebensgefährtin, mein Zuhause, mein ganzer Stolz. Wir haben schon tausende Kilometer zusammen zurückgelegt, über Pässe, durch Wüsten, über holprige Schotterpisten. Manchmal ist es anstrengend, klar. Stundenlanges Sitzen, der Wind, die Hitze, der Regen. Aber dann, wenn man einen atemberaubenden Ausblick genießt oder ein nettes Gespräch mit einem Einheimischen führt, dann vergisst man alles. Dann weiß man, warum man das alles macht.Erste Eindrücke von Córdoba
Die Plaza San Martín ist das Herz der Stadt. Hier treffen sich Studenten, Touristen, Geschäftsleute. Es gibt Straßenmusiker, Verkäufer, Tauben. Ein riesiger Platz, umgeben von historischen Gebäuden. Die Catedral Basílica de Córdoba ist beeindruckend, mit ihren riesigen Säulen und den kunstvollen Verzierungen. Auch das Cabildo, das alte Rathaus, ist sehenswert. Aber am meisten mag ich die kleinen Gassen rund um die Plaza, mit ihren bunten Häusern, den versteckten Cafés und den kleinen Werkstätten. Ich hab mich gleich am ersten Tag in einem Hostel einquartiert, das "Che Spirit Hostel". Ein nettes, kleines Hostel mit einer entspannten Atmosphäre. Hier habe ich ein paar andere Reisende kennengelernt, mit denen ich abends noch etwas unternommen habe. Wir sind durch die Stadt gelaufen, haben in einer Bar Tango gehört und haben uns über unsere Reiseerlebnisse ausgetauscht.Mehr als nur Sehenswürdigkeiten
Was Córdoba besonders macht, sind aber nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern auch die Menschen. Die Cordobeses sind unglaublich freundlich und hilfsbereit. Egal wo ich hingehe, werde ich mit einem Lächeln empfangen. Manchmal sprechen sie kein Englisch, aber das ist kein Problem. Mit Händen und Füßen, und ein bisschen Spanisch, kann man sich immer verständigen. Ich hab zum Beispiel einen älteren Mann kennengelernt, der mir den Weg zu einem kleinen Museum gezeigt hat, das ich sonst nie gefunden hätte. Er hat mir stundenlang von der Geschichte der Stadt erzählt und mir seine Lieblingsplätze empfohlen. Und gestern hab ich eine junge Frau getroffen, die mich zu einem Tango-Workshop mitgenommen hat. Ich bin zwar kein großer Tänzer, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Ich hab mich jetzt erstmal entschieden, noch ein paar Tage in Córdoba zu bleiben. Ich will noch das Museo Evita besuchen, den Parque Sarmiento erkunden und vielleicht einen Ausflug in die umliegende Landschaft machen. Und natürlich will ich noch ein paar nette Leute kennenlernen und mich von der Lebensfreude der Cordobeses anstecken lassen. Die Stadt hat mich in ihren Bann gezogen, und ich bin gespannt, was die nächsten Tage noch bringen werden. Es ist Zeit, tiefer einzutauchen und herauszufinden, was diese Stadt so besonders macht, bevor ich mich wieder auf den Weg mache.Abseits der Plaza – Entdeckungstour durch Güemes und Nueva Córdoba
Nach ein paar Tagen des entspannten Beobachtens auf der Plaza San Martín wurde es Zeit, die Stadt ein bisschen intensiver zu erkunden. Ich hab mich von einem anderen Reisenden, einem Franzosen namens Jean-Pierre, überreden lassen, gemeinsam das Viertel Güemes uns anzusehen. Er meinte, dort sei das „echte“ Córdoba zu finden, abseits der Touristenströme. Und er sollte Recht behalten.Güemes – Kunst, Kultur und kleine Werkstätten
Güemes ist ein ganz anderes Viertel als die Gegend um die Plaza. Hier gibt es keine prunkvollen Gebäude, sondern eher kleine, bunte Häuser, Kunstgalerien, Antiquitätenläden und winzige Werkstätten. Überall hängen Bilder, Skulpturen und andere Kunstwerke. Manchmal sieht es aus, als wäre die ganze Straße eine einzige Galerie. Ich hab in einer kleinen Werkstatt einen alten Mann getroffen, der handgefertigte Ledertaschen herstellte. Er hat mir stundenlang von seiner Arbeit erzählt und mir gezeigt, wie er das Leder bearbeitet und die Taschen näht. Er war ein echter Künstler, und ich war beeindruckt von seinem Können und seiner Leidenschaft. Ich hab ihm natürlich eine Tasche gekauft, als kleines Andenken an meinen Besuch.Nueva Córdoba – Studentenleben und Cafés
Jean-Pierre hat mich dann noch nach Nueva Córdoba geführt, dem Studentenviertel. Hier herrscht ein ganz anderes Tempo. Überall sind junge Leute unterwegs, sie sitzen in Cafés, diskutieren, lachen, lernen. Die Straßen sind voller Leben und Energie. Wir haben uns in einem kleinen Café niedergelassen und einen „cortado“ bestellt, einen starken Espresso mit einem Schuss Milch. Während wir unseren Kaffee tranken, haben wir das bunte Treiben beobachtet und uns mit ein paar Studenten unterhalten. Sie waren neugierig auf unsere Reiseerlebnisse und haben uns viele Tipps für Ausflüge in die Umgebung gegeben.Eine kleine Panne und eine unerwartete Einladung
Auf dem Weg zurück zum Hostel hab ich dann eine kleine Panne gehabt. Die Kette meiner BMW ist gerissen, mitten im Stadtverkehr. Ich stand also da, mit einem liegengebliebenen Motorrad, mitten im Feierabendverkehr. Zum Glück hat ein Einheimischer, ein Mechaniker namens Ricardo, das Problem bemerkt und mir geholfen. Er hat die Kette repariert und mir sogar noch ein paar Tipps zur Wartung meiner Maschine gegeben. Als Dank für seine Hilfe hab ich ihn eingeladen, mit uns in einem Restaurant zu essen. Wir haben stundenlang über Motorräder, Reisen und das Leben im Allgemeinen geplaudert. Es war ein sehr netter Abend, und ich hab gelernt, dass die Menschen in Córdoba nicht nur freundlich, sondern auch hilfsbereit sind.Der Parque Sarmiento – Eine grüne Oase
Am nächsten Tag hab ich mir den Parque Sarmiento angesehen, einen riesigen Park im Herzen der Stadt. Hier kann man wunderbar spazieren gehen, joggen, Fahrrad fahren oder einfach nur die Natur genießen. Ich hab mir ein Fahrrad gemietet und den Park erkundet. Es war eine willkommene Abwechslung vom Trubel der Stadt.
Ich hab am See gesessen und die Enten beobachtet. Die Sonne schien, und es war warm und angenehm. Ich hab mich einfach nur entspannt und die Ruhe genossen. Es war ein perfekter Tag.
Abschied von Córdoba
Ich hab mich in Córdoba unglaublich wohlgefühlt. Die Stadt hat mich mit ihrer Lebensfreude, ihrer Kultur und ihren freundlichen Menschen verzaubert. Es ist schwer, sich zu verabschieden, aber es ist Zeit, weiterzuziehen, um neue Abenteuer zu erleben. Ich nehme viele unvergessliche Erinnerungen mit und hoffe, eines Tages wieder hierher zurückkehren zu können, um dieses besondere Stück Erde erneut zu erkunden und die Menschen wiederzusehen, die mir so am Herzen liegen. Der nächste Abschnitt meiner Reise steht bevor, aber Córdoba wird immer ein besonderer Ort in meinem Herzen bleiben.
Der Abschied von Córdoba fiel mir schwerer als gedacht. Ich saß noch ein letztes Mal in meinem Lieblingscafé, trank einen Cortado und beobachtete das bunte Treiben auf der Straße. Es ist dieses Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, auch wenn man nur für kurze Zeit Gast ist, das mich immer wieder aufs Neue berührt. Ich hab in den letzten Tagen noch ein paar nette Leute getroffen, ein paar spannende Gespräche geführt und ein paar tolle Erfahrungen gesammelt.
Letzte Eindrücke und kleine Abenteuer
Ich hab noch einen Ausflug zu den Estancias, den traditionellen Ranchen außerhalb der Stadt, gemacht. Eine beeindruckende Landschaft, weite Ebenen, Viehherden und gastfreundliche Menschen. Ich hab dort eine Nacht verbracht und das Leben auf dem Land kennengelernt. Es war eine willkommene Abwechslung vom Stadtleben. Und dann war da noch dieser kleine Antiquitätenladen in Güemes, in dem ich stundenlang gestöbert und ein paar interessante Fundstücke entdeckt habe.
Was Córdoba so besonders macht
Es ist schwer, in wenigen Worten zu erklären, was Córdoba so besonders macht. Es ist die Mischung aus kolonialer Architektur und modernem Stadtleben, die freundlichen Menschen, die entspannte Atmosphäre, die kulturelle Vielfalt. Es ist ein Ort, an dem man sich einfach wohlfühlt, ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann.
Meine persönlichen Tipps für Córdoba
Wenn ihr nach Córdoba reist, hier ein paar Tipps von mir:
- Vergesst nicht, die Plaza San Martín zu besuchen. Sie ist das Herz der Stadt und ein toller Ort, um das bunte Treiben zu beobachten.
- Schlendert durch das Viertel Güemes. Hier findet ihr viele kleine Kunstgalerien, Antiquitätenläden und Cafés.
- Macht einen Ausflug zu den Estancias. Hier könnt ihr das Landleben kennenlernen und die beeindruckende Landschaft genießen.
Ein letzter Blick zurück
Ich hab Córdoba verlassen, aber die Stadt wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen behalten. Ich hoffe, ich kann eines Tages wieder hierher zurückkehren und die Menschen wiedersehen, die ich kennengelernt habe. Bis dahin nehme ich viele unvergessliche Erinnerungen mit und freue mich auf die nächsten Abenteuer. Die Straße ruft, und ich bin bereit, ihr zu folgen.
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- Plaza San Martín
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- Kleine Kunstgalerien in Güemes
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- Viertel Güemes