Rovinj: Ein Hauch von Lavendel und Meer
Ankunft in der Altstadt
Die Sonne stand schon tief, warf lange Schatten über die engen Gassen. Kopfsteinpflaster unter meinen Sandalen, ein leichtes Knirschen bei jedem Schritt. Ich hatte schon ein paar Yoga-Retreats in Italien und Portugal geleitet, aber Kroatien war anders. Es hatte etwas Ursprüngliches, Wildes. Und gleichzeitig diese unglaublich entspannte Atmosphäre. Ich hatte Rovinj eigentlich schon vor Jahren entdeckt, während einer spontanen Backpacking-Tour durch Europa. Damals war ich noch viel wilder, freier. Habe einfach drauf losgelebt, ohne großen Plan. Jetzt, mit 32, fühlte sich alles etwas geerdeter an. Ich brauchte diesen Ausgleich, die Verbindung zu mir selbst und zur Natur. Und ich wollte dieses Gefühl mit anderen teilen – eben durch meine Retreats. Mein kleines Apartment lag versteckt in einer der Seitengassen. Ein unscheinbarer Eingang, aber dahinter ein liebevoll eingerichteter Raum mit Blick auf das Meer. Die Vermieterin, eine ältere Dame mit strahlend blauen Augen, erwartete mich schon. Sie sprach kaum Englisch, aber ein Lächeln und ein paar freundliche Gesten reichten aus. Sie überreichte mir einen kleinen Zweig Rosmarin – „Für Glück und Gesundheit“, sagte sie auf Kroatisch.Erste Erkundungen
Nachdem ich mein Gepäck abgestellt hatte, machte ich mich sofort auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Rovinj ist wie ein Labyrinth aus Gassen, Treppen und Plätzen. Überall kleine Cafés, Restaurants und Galerien. Fischerboote schaukelten sanft im Hafen, Möwen kreischten über mir.Ich folgte einfach meinem Bauch, schlenderte ziellos durch die Stadt. An einer kleinen Bäckerei konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir einen Burek – ein Blätterteiggebäck, gefüllt mit Käse und Spinat. Warm und duftend, einfach himmlisch. Ich setzte mich auf eine der Hafenmauern und genoss den Blick auf das Meer.
Die Sonne versank langsam im Meer, tauchte die Stadt in ein goldenes Licht. Überall wurden Lichter angeschaltet, die Häuser wirkten warm und einladend. Ich fühlte mich geborgen und glücklich. Es war, als hätte ich endlich nach Hause gefunden.
Die Vorfreude auf das Retreat
Am nächsten Morgen wachte ich früh auf. Die Sonne schien bereits durch das Fenster, der Tag versprach wunderschön zu werden. Ich trank einen Kaffee auf meinem Balkon und blickte auf das Meer. Ich freute mich auf die kommenden Tage, auf die Frauen, die zu meinem Retreat kommen würden.Ich hatte mir ein Programm aus Yoga, Meditation, Wellness-Anwendungen und Ausflügen in die Natur zusammengestellt. Aber es ging mir nicht nur darum, den Frauen etwas zu vermitteln. Ich wollte einen Raum schaffen, in dem sie sich entspannen, loslassen und sich selbst wiederfinden können. Einen Raum, in dem sie ihre Batterien aufladen und neue Energie tanken können.
Ich überprüfte noch einmal die letzten Details. Die Yogamatten waren ausgelegt, die ätherischen Öle bereit, die Zutaten für die gesunden Mahlzeiten eingekauft. Alles war bereit. Ich spürte eine tiefe Dankbarkeit für diesen Moment, für die Möglichkeit, meine Leidenschaft mit anderen zu teilen. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Retreat etwas Besonderes werden würde – ein Ort der Transformation, der Heilung und der inneren Ruhe. Und ich war bereit, diesen Raum mit Leben zu füllen und die Frauen auf ihrer Reise zu begleiten.Ich spürte eine tiefe Dankbarkeit für diesen Moment, für die Möglichkeit, meine Leidenschaft mit anderen zu teilen. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Retreat etwas Besonderes werden würde – ein Ort der Transformation, der Heilung und der inneren Ruhe. Und ich war bereit, diesen Raum mit Leben zu füllen und die Frauen auf ihrer Reise zu begleiten.
Der Markt und das Chaos
Der Morgen nach meiner Ankunft begann mit einem Besuch des lokalen Marktes. Ein bunter, lauter Ort, voller Leben. Ich hatte mir vorgenommen, frische Zutaten für unser erstes gemeinsames Mittagessen zu besorgen. Aber schon beim Betreten wurde ich von einer Flut von Eindrücken überwältigt. Fischer feilschen lautstark um den besten Preis, Nonnen kauften Olivenöl, Touristen fotografierten alles und jeden.Ich schlängelte mich durch die Gänge, versuchte, den Überblick zu behalten. Tomaten, Paprika, Zucchini – alles leuchtete in den schönsten Farben. Ich wollte gerade eine Handvoll frischen Kräuter kaufen, als mir eine ältere Dame mit einem überquellenden Korb entgegenkam. Wir stießen zusammen, Kräuter flogen durch die Luft, und ich landete fast im Gemüsestand.
Es war ein kleines Chaos, aber alle lachten. Die Dame entschuldigte sich überschwänglich, und der Gemüsehändler bot mir einen kostenlosen Pfirsich an. Ich realisierte, dass es hier nicht um Perfektion ging, sondern um das Leben selbst – mit all seinen kleinen Pannen und Überraschungen.
Ein Spaziergang durch die Altstadt
Nach dem Markt brauchte ich etwas Ruhe. Ich verließ die geschäftigen Gassen und wanderte in die höher gelegenen Teile der Altstadt. Hier, zwischen den verwinkelten Gassen und den alten Steinhäusern, herrschte eine friedliche Atmosphäre.Ich entdeckte kleine Kunstgalerien, versteckte Cafés und atemberaubende Ausblicke auf das Meer. Besonders beeindruckt war ich von der St.-Euphemia-Kirche, die auf einem Hügel thront. Von hier aus hatte man einen Panoramablick auf Rovinj und die umliegenden Inseln.
Ich setzte mich auf eine Bank und genoss die Stille. Nur das Rauschen des Meeres und das Zwitschern der Vögel waren zu hören. Ich atmete tief ein und spürte, wie sich meine Schultern entspannten. Es war ein magischer Moment, der mir Kraft und Inspiration gab.
Das Viertel Valdibora
Am Nachmittag erkundete ich das Viertel Valdibora, das etwas abseits des touristischen Zentrums liegt. Hier lebten die Einheimischen, und man spürte das authentische kroatische Lebensgefühl.Ich wanderte durch die engen Gassen, beobachtete die Menschen bei ihren alltäglichen Aktivitäten. Kinder spielten Fußball auf der Straße, alte Männer saßen vor ihren Häusern und spielten Karten, Frauen hingen die Wäsche auf. Es war ein lebendiges, buntes Viertel, das mir viel Freude bereitete.
Ich entdeckte eine kleine Konoba – ein traditionelles kroatisches Restaurant – und beschloss, dort zu Abend zu essen. Ich bestellte gegrillten Fisch mit Gemüse und einen Glas Weißwein. Das Essen war köstlich, und die Atmosphäre war herzlich und einladend. Ich fühlte mich wie eine Königin.
Als ich später zu meinem Apartment zurückkehrte, war ich müde, aber glücklich. Ich hatte Rovinj von seiner schönsten Seite kennengelernt. Es war eine Stadt, die mich verzaubert hatte – mit ihrer Schönheit, ihrer Geschichte und ihrer Lebensfreude. Und ich wusste, dass ich diesen Ort nie vergessen würde, während ich bereit war, dieses Gefühl mit den ankommenden Frauen zu teilen, und dass die nächsten Tage voller Magie und Transformation sein würden.
Die Tage vergingen wie im Flug. Ich beobachtete, wie sich die Frauen im Retreat öffneten, wie sie ihre Anspannung ablegten und ihre innere Ruhe fanden. Es war unglaublich erfüllend, Teil dieses Prozesses zu sein.
Ein Tag am Meer
Eines Morgens machten wir einen Ausflug zu einem kleinen Strand südlich von Rovinj. Das Wasser war kristallklar, der Kies glitzerte in der Sonne. Wir übten Yoga direkt am Strand, der Wind spielte mit unseren Haaren, und das Rauschen des Meeres untermalte unsere Praxis. Nach der Yoga-Session badeten wir im Meer, lachten und genossen die Wärme der Sonne. Es war ein perfekter Moment.
Die Suche nach dem perfekten Rosmarin
Ich erinnere mich an einen Nachmittag, an dem ich versuchte, frischen Rosmarin für unsere selbstgemachten Kräutertees zu finden. Die alte Dame, von der ich am Anfang den Zweig bekommen hatte, hatte mir einen kleinen Garten gezeigt, aber dort war leider alles schon abgeerntet. Also machte ich mich auf die Suche, schlenderte durch die Gassen und fragte die Einheimischen. Schließlich führte mich eine freundliche Dame zu einem versteckten Garten hinter ihrem Haus. Dort wuchs der duftendste Rosmarin, den ich je gesehen hatte. Sie gab mir großzügig einen Strauß, und ich fühlte mich unglaublich dankbar.
Abendliche Rituale
Jeden Abend trafen wir uns auf der Dachterrasse des Apartments, um zu meditieren und den Sonnenuntergang zu beobachten. Der Himmel über Rovinj war oft in den schönsten Farben gemalt – von zartem Rosa über tiefes Orange bis hin zu leuchtendem Lila. Wir teilten unsere Gedanken und Gefühle, lachten und weinten zusammen. Es entstand eine tiefe Verbindung zwischen uns, die noch lange nach dem Retreat bestehen bleiben würde.
Rückblick und Empfehlungen
Rovinj hat mein Herz erobert. Es ist ein Ort, der mich immer wieder aufs Neue inspiriert und berührt. Die Kombination aus der Schönheit der Natur, der reichen Kultur und der entspannten Atmosphäre macht Rovinj zu einem einzigartigen Reiseziel.
Ich kann jedem nur empfehlen, Rovinj selbst zu erleben. Verliert euch in den engen Gassen, genießt die köstliche kroatische Küche, lasst euch von der Musik tragen und lasst eure Seele baumeln.
Und wenn ihr auf der Suche nach einem besonderen Retreat-Erlebnis seid, dann seid ihr bei mir genau richtig. Ich freue mich darauf, euch auf dieser Reise zu begleiten.
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- Die Altstadt von Rovinj mit ihren verwinkelten Gassen
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- Der kleine Strand südlich von Rovinj, perfekt für Yoga und Schwimmen
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- Die St.-Euphemia-Kirche mit ihrem Panoramablick
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- Das Viertel Valdibora, um das authentische kroatische Lebensgefühl zu erleben