Europa - Frankreich - Straßburg

Reisebericht Europa - Frankreich - Straßburg

Der Geruch von frisch gebackenem Brot und starkem Kaffee hing in der Luft, vermischt mit dem leisen Rauschen der Ill. Wir standen da, etwas verloren, vor dem Bahnhof von Straßburg, die Koffer an der Seite, und versuchten, uns zu orientieren. Es war Mitte Mai, und die Stadt schien in ein sanftes, frühlingshaftes Licht getaucht zu sein. Nach Monaten des Planens und Sparens waren wir endlich da, Lena und ich, auf unserer kleinen Europareise.

Die Idee und die Vorbereitung

Die Idee zu dieser Reise war eigentlich ganz spontan entstanden. Wir beide waren nach unserem Studium etwas orientierungslos, hatten das Gefühl, Luft schnappen zu müssen. Und was könnte da besser helfen, als einfach mal wegzufahren? Lena, die eher der pragmatische Typ ist, schlug vor, nicht gleich den ganzen Kontinent zu erkunden, sondern uns auf ein paar Städte zu konzentrieren, die sowohl romantisch als auch kulturell interessant sind. Straßburg schien da perfekt zu passen – eine Mischung aus französischer Eleganz und deutschem Einfluss. Die Vorbereitung war… naja, sagen wir mal, intensiv. Lena hatte Excel-Tabellen erstellt für die Budgetplanung, die Zugverbindungen und die möglichen Sehenswürdigkeiten. Ich kümmerte mich um die Unterkünfte, hauptsächlich kleine, charmante Hotels oder Airbnbs abseits der Touristenströme. Wir wollten nicht in irgendeinem anonymen Hotelblock landen, sondern das Gefühl haben, wirklich in der Stadt anzukommen. Das bedeutete Stundenlanges Recherchieren und Vergleichen, aber es hat sich gelohnt. Wir hatten ein gutes Gefühl.

Erste Eindrücke vom Bahnhofsviertel

Der Bahnhof selbst war überraschend modern, ein großer Glaspalast mit viel Tageslicht. Aber das Interessante war eher das Drumherum. Direkt vor dem Bahnhof erstreckte sich ein kleiner Platz mit einigen Bistros und Cafés, die schon früh am Morgen geöffnet waren. Die Leute saßen dort, tranken Kaffee und plauderten, ohne sich von der Hektik des Bahnhofs stören zu lassen. Es war diese Mischung aus urbanem Leben und entspannter Atmosphäre, die uns sofort gefiel. Straßburg wirkte nicht so gestresst und überfüllt wie andere Großstädte, die wir bisher besucht hatten. Es hatte eine gewisse Gelassenheit, die uns sofort ansprach. Wir entschieden uns, erstmal unser Hotel zu suchen. Es lag etwas außerhalb des Zentrums, in einem ruhigen Wohnviertel. Der Weg führte uns durch kleine Gassen mit Fachwerkhäusern und blühenden Blumenkästen. Es war, als wären wir in eine andere Zeit eingetaucht. Die Häuser waren nicht perfekt restauriert, hatten hier und da ein paar Macken und Risse, aber das machte sie nur noch charmanter.

Das Hotel und die erste Erkundungstour

Unser Hotel, das "Hotel des Lilas", war ein kleines Juwel. Es hatte nur sechs Zimmer, aber jedes war individuell eingerichtet mit Antiquitäten und frischen Blumen. Die Besitzerin, Madame Dubois, war eine herzliche Frau, die uns sofort das Gefühl gab, willkommen zu sein. Sie gab uns ein paar Tipps für Restaurants und Sehenswürdigkeiten und versprach, uns bei allem zu helfen, was wir brauchten. Nachdem wir unser Gepäck abgestellt hatten, machten wir uns auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Wir folgten der Ill, die sich durch die Stadt schlängelt, und kamen an kleinen Brücken, malerischen Gassen und gemütlichen Cafés vorbei. Wir landeten in einem kleinen Bistro, das "Au Pont du Corbeau", und bestellten uns einen Crêpe und einen Kaffee. Es war dieser Moment, als wir dort saßen und die Atmosphäre genossen, dass wir uns wirklich angekommen fühlten. Wir waren nicht mehr nur Touristen, sondern Teil dieser Stadt, zumindest für ein paar Tage. Und wir freuten uns darauf, mehr von ihr zu entdecken. Die mittelalterliche Altstadt, "La Petite France", lockte mit ihren Fachwerkhäusern und Kanälen, die wir nun erkunden wollten.

La Petite France: Postkartenmotive und Touristenströme

Wir schlängelten uns durch die engen Gassen von La Petite France, und es war, als würden wir in eine Postkarte eintauchen. Überall Fachwerkhäuser, Blumenkästen und kleine Brücken über die Kanäle. Natürlich waren da auch viele Touristen, aber es gelang uns trotzdem, ein paar ruhige Ecken zu finden. Besonders beeindruckt waren wir von dem alten Gerberhaus, mit seinen roten Backsteinen und den charakteristischen Erkern. Lena, die sich für Architektur interessiert, fotografierte es aus allen möglichen Winkeln. Ich versuchte, die Menschenmassen aus den Fotos herauszukitzeln, aber das war gar nicht so einfach. Ein kleiner Tipp: Wenn man La Petite France besucht, sollte man nicht auf den Hauptstraßen bleiben, sondern sich auch in den Seitenstraßen verlaufen. Dort findet man noch die ursprüngliche Atmosphäre und kann die Stadt wirklich erleben. Wir entdeckten zum Beispiel ein kleines Antiquariat mit einer riesigen Sammlung von alten Büchern und Karten. Ich kaufte mir eine alte Stadtkarte von Straßburg als Souvenir.

Der Munster und der Blick über die Stadt

Nachdem wir La Petite France erkundet hatten, beschlossen wir, den Straßburger Münster aufzusuchen. Die Kathedrale ist wirklich beeindruckend, ein gotisches Meisterwerk mit einer riesigen Rosette und einem schlanken Turm. Wir stiegen die über 300 Stufen hinauf, um den Blick über die Stadt zu genießen. Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Von oben konnte man die ganze Stadt sehen, mit ihren roten Dächern, den grünen Parks und den Kanälen, die sich durch die Stadt schlängeln. Allerdings gab es eine kleine Überraschung: Der Turm war an diesem Tag wegen starkem Wind teilweise geschlossen. Wir mussten eine Weile warten, bis der Wind etwas nachließ und wir endlich nach oben durften. Es war etwas chaotisch dort oben, aber die Aussicht war einfach fantastisch.

Pannen beim Abendessen und die Entdeckung des Vin d'Alsace

Am Abend wollten wir in einem typisch elsässischen Restaurant essen. Lena hatte im Internet ein Restaurant gefunden, das "Zum goldenen Hahn" hieß. Es sollte angeblich die beste Tarte Flambée der Stadt geben. Wir machten uns auf den Weg dorthin, aber als wir ankamen, stellten wir fest, dass das Restaurant geschlossen war. Angeblich wegen Urlaub des Besitzers. Wir waren etwas enttäuscht, aber wir ließen uns nicht entmutigen und suchten nach einem anderen Restaurant. Wir landeten schließlich in einem kleinen, gemütlichen Weinlokal, das "Cave Historique des Hospices de Strasbourg". Dort gab es eine große Auswahl an elsässischen Weinen und regionalen Spezialitäten. Wir bestellten uns eine Tarte Flambée und einen Glas Vin d'Alsace. Der Wein war trocken und fruchtig, und die Tarte Flambée war einfach köstlich. Wir saßen dort, unterhielten uns und genossen die entspannte Atmosphäre. Es war genau das, was wir uns von unserem Urlaub erhofft hatten.

Der Abend, mit all seinen kleinen Pannen und Glücksmomenten, bestärkte uns darin, dass Straßburg eine Stadt ist, die man mit allen Sinnen erlebt, und wir ahnten bereits, dass uns die folgenden Tage noch viele weitere unvergessliche Momente bescheren würden.

Der nächste Tag begann mit einem entspannten Frühstück in einem kleinen Café in der Nähe unseres Hotels. Wir aßen Croissants und tranken Café au Lait, während wir die Leute beobachteten, die auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen waren. Es war eine friedliche und angenehme Art, den Tag zu beginnen.

Rückblick auf die vergangenen Tage

Die vergangenen Tage in Straßburg waren geprägt von einer Mischung aus kulturellen Entdeckungen, kulinarischen Genüssen und romantischen Momenten. Wir hatten die Möglichkeit, die mittelalterliche Altstadt zu erkunden, die Kathedrale zu besichtigen und die elsässische Küche zu probieren. Besonders beeindruckt hat uns die Atmosphäre in La Petite France, mit ihren Fachwerkhäusern und Kanälen. Es war ein Gefühl, als wären wir in eine andere Zeit eingetaucht.

Die kulinarischen Highlights

Neben den Sehenswürdigkeiten hat uns auch die elsässische Küche begeistert. Die Tarte Flambée war ein absolutes Highlight, ebenso wie der Vin d'Alsace, den wir in einem gemütlichen Weinlokal probiert haben. Wir haben auch einige traditionelle elsässische Gerichte in kleinen Restaurants gegessen, die von lokalen Familien geführt werden. Es war eine großartige Möglichkeit, die Kultur und Gastfreundschaft der Region kennenzulernen.

Ein kleiner Ausflug ins Umland

An einem der Tage haben wir uns entschieden, einen Ausflug ins Umland von Straßburg zu machen. Wir haben einen Zug nach Obernai genommen, einem kleinen mittelalterlichen Städtchen mit einer gut erhaltenen Altstadt. Wir haben die Stadt erkundet, einen Spaziergang durch die Weinberge gemacht und in einem lokalen Restaurant zu Mittag gegessen. Es war eine schöne Abwechslung vom Stadtleben und eine Gelegenheit, die Landschaft der Region kennenzulernen.

Ein paar Tipps für deine Reise

Wenn du planst, Straßburg zu besuchen, möchte ich dir ein paar Tipps geben, die uns bei unserer Reise geholfen haben. Erstens, nimm dir genügend Zeit, um die Stadt zu erkunden. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben, dass du mindestens drei bis vier Tage einplanen solltest. Zweitens, probiere die elsässische Küche. Es gibt viele kleine Restaurants und Bistros, die traditionelle Gerichte anbieten. Und drittens, erkunde auch das Umland von Straßburg. Es gibt viele kleine Städtchen und Weinberge, die einen Besuch wert sind.

Insgesamt war unsere Reise nach Straßburg ein voller Erfolg. Wir haben eine wunderschöne Stadt entdeckt, die uns mit ihrer Kultur, Gastfreundschaft und ihrem Charme begeistert hat. Wir können Straßburg jedem empfehlen, der eine romantische Stadt mit einer reichen Geschichte und einer lebendigen Atmosphäre sucht.

    👤 Junges Paar (Anfang 20) das romantische Städte und Strände erkunden möchte ✍️ audiovisuell und immersiv