Kolumbien auf zwei Rädern: Ein Traum wird wahr
Ein Traum auf zwei Rädern
Ich bin kein klassischer Tourist. Sagen wir es mal so: Ich bin 45, hab genug vom Büro und beschlossen, dass das Leben zu kurz ist, um es hinter einem Schreibtisch zu verbringen. Also hab ich verkauft, was nicht niet- und nagelfest war, die BMW aufgerüstet und bin einfach losgefahren. Südamerika war schon lange ein Traum. Diese Mischung aus Wildheit, Kultur und atemberaubender Natur – das hat mich einfach angezogen. Und natürlich das Motorrad. Die Maschine ist mein Zuhause, mein Büro, mein bester Freund auf dieser Reise.Santa Marta – Erste Eindrücke
Santa Marta ist… chaotisch. Aber auf eine lebendige, einladende Art. Überall hupende Autos, Motorroller, die sich durch den Verkehr schlängeln, und Verkäufer, die ihre Waren anpreisen. Ich hab erstmal ein kleines Hotel in der Nähe der Strandpromenade gefunden. Einfach, sauber, mit Ventilator. Mehr brauche ich nicht. Nach einem schnellen Mittagessen – Arepas mit Käse, lecker! – hab ich mich auf den Weg gemacht, um die Stadt zu erkunden. Der Parque Tayrona stand ganz oben auf meiner Liste. Dieser Nationalpark an der Karibikküste sollte ein absolutes Highlight sein, hab ich im Vorfeld gelesen. Weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser, üppiger Dschungel… das klang einfach perfekt. Aber dorthin zu gelangen, war schon ein kleines Abenteuer für sich.Die Vorbereitung
Ich hab mich bei einem lokalen Reisebüro erkundigt, wie am besten hinzufahren. Es gibt Busse, aber ich wollte flexibler sein. Und ehrlich gesagt, ich liebe es, mit dem Motorrad unterwegs zu sein. Also hab ich mir eine Karte besorgt und mich auf den Weg gemacht. Die Straße führte uns zunächst durch die Stadt, dann immer weiter entlang der Küste. Die Landschaft wurde schnell spektakulärer. Hohe Palmen säumten den Weg, und der Blick auf das Meer war atemberaubend. Hin und wieder mussten wir an kleinen Dörfern vorbeifahren, wo die Zeit stehen geblieben zu sein schien. Kinder winkten uns fröhlich zu, und die Menschen lächelten uns freundlich an.Aufbruch zum Tayrona
Die letzten Kilometer zum Park waren dann etwas holpriger. Die Straße war nicht mehr asphaltiert, und es ging stetig bergauf. Aber das Motorrad kam gut voran, und ich hab jede Kurve genossen. Endlich erreichten wir den Eingang zum Parque Tayrona. Ich zahlte den Eintritt, parkte die Maschine und machte mich auf den Weg. Der Park ist riesig. Es gibt verschiedene Wanderwege, die zu den verschiedenen Stränden führen. Ich entschied mich für den Weg zum Cabo San Juan del Guía. Es ging zunächst durch den dichten Dschungel. Überall zwitscherten Vögel, und die Luft war feucht und warm. Hin und wieder kreuzten kleine Affen unseren Weg. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, inmitten dieser Natur unterwegs zu sein. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir endlich den Strand. Und was soll ich sagen? Es war noch schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, hohe Palmen… ein Paradies. Ich stellte die Maschine ab, zog meine Schuhe aus und lief direkt ins Meer. Das Wasser war angenehm warm und erfrischend. Ich schwamm eine Weile, entspannte mich am Strand und genoss einfach den Moment. Aber die Fahrt hierher war nur der Anfang. Jetzt würde ich diesen magischen Ort aus einer ganz neuen Perspektive erkunden.Cabo San Juan – Ein Paradies für sich
Ich verbrachte den restlichen Tag damit, Cabo San Juan zu erkunden. Der Strand ist zwar wunderschön, aber auch ziemlich belebt. Es gibt einige kleine Restaurants und Hostels, die sich hier angesiedelt haben. Ich entschied mich für ein einfaches Mittagessen – frischen Fisch mit Reis und Salat. Köstlich! Danach wanderte ich ein Stück die Küste entlang, immer auf der Suche nach einem etwas abgelegeneren Plätzchen. Ich entdeckte eine kleine Bucht, die von hohen Felsen umschlossen war. Hier war es viel ruhiger und friedlicher. Ich legte mich in den Schatten eines Baumes und las ein Buch. Einfach nur entspannen und die Seele baumeln lassen. So stelle ich mir den perfekten Urlaub vor.Ein unerwarteter Regenschauer
Der Himmel verdunkelte sich plötzlich, und es begann zu regnen. Erst nur ein paar vereinzelte Tropfen, dann ein heftiger Wolkenbruch. Ich suchte schnell Schutz unter einem überhängenden Felsen. Es dauerte fast eine Stunde, bis der Regen nachließ. Aber auch das hatte seinen Reiz. Der Dschungel wirkte noch üppiger und grüner, und die Luft war erfüllt vom Duft von feuchter Erde.Die Rückfahrt und ein kleiner Zwischenfall
Am nächsten Morgen packte ich meine Sachen und machte mich auf den Rückweg nach Santa Marta. Ich wollte noch einen Abstecher nach Taganga machen, einem kleinen Fischerdorf in der Nähe von Tayrona. Dort sollte es eine entspannte Atmosphäre und gute Tauchmöglichkeiten geben. Die Straße nach Taganga war allerdings in einem desaströsen Zustand. Überall Schlaglöcher und Geröll. Ich fuhr vorsichtig, aber plötzlich rutschte ich auf einem losen Stein weg und stürzte mit dem Motorrad. Zum Glück ging alles gut. Ich hatte nur ein paar Schrammen und Prellungen, und das Motorrad hatte nur ein paar Kratzer abbekommen. Aber es war trotzdem ein Schreck. Ich brauchte ein paar Minuten, um mich wieder zu sammeln und die Maschine wieder aufzurichten.Taganga – Authentisches Kolumbien
Trotz des Sturzes erreichte ich schließlich Taganga. Das Dorf ist wirklich wunderschön. Kleine, bunte Häuser, eine malerische Bucht und eine entspannte Atmosphäre. Ich parkte das Motorrad und spazierte durch die engen Gassen. Überall gab es kleine Restaurants, Bars und Souvenirläden. Ich aß ein leckeres Mittagessen – Ceviche mit Garnelen und Avocado – und trank ein kaltes Bier. Ich beobachtete die Fischer, die ihre Netze auslegten, und die Taucher, die sich auf ihren Ausflug vorbereiteten. Taganga ist ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Ein authentisches Stück Kolumbien, das ich so schnell nicht vergessen werde. Ich verbrachte den Nachmittag damit, am Strand zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen.Rückkehr nach Santa Marta und erste Reflexionen
Am Abend kehrte ich zurück nach Santa Marta. Die letzten Tage waren ein unvergessliches Erlebnis. Der Parque Tayrona und Taganga haben mich tief beeindruckt. Die atemberaubende Natur, die freundlichen Menschen und die entspannte Atmosphäre haben mich verzaubert. Aber auch der kleine Zwischenfall mit dem Motorrad hat mir gezeigt, dass die Reise nicht immer nur Sonnenschein ist. Manchmal muss man auch mit Rückschlägen und unerwarteten Herausforderungen rechnen. Aber gerade das macht die Reise doch erst so spannend und unvergesslich. Jetzt, mit den Eindrücken von Tayrona und Taganga im Gepäck, wusste ich, dass diese Reise noch viele weitere Abenteuer bereithalten würde, bevor ich wieder den sicheren Hafen meiner Heimat erreichen würde.Die Tage in Kolumbien vergingen wie im Flug. Santa Marta, Taganga und der Parque Tayrona haben mich tief beeindruckt. Es war mehr als nur ein Urlaub; es war eine Erfahrung, die mich verändert hat. Ich hab gelernt, dass es nicht darum geht, möglichst viele Orte zu sehen, sondern darum, die Momente zu genießen und die Schönheit der Welt zu schätzen.
Rückblick und Erkenntnisse
Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist die Herzlichkeit der Menschen. Überall wurden wir freundlich empfangen und mit offenen Armen aufgenommen. Und natürlich die atemberaubende Natur. Der Parque Tayrona ist wirklich ein Paradies auf Erden. Die Kombination aus Dschungel, Strand und Meer ist einfach unbeschreiblich.
Der Sturz mit dem Motorrad hat mir gezeigt, dass man auch auf einer Reise mit all seinen Problemen konfrontiert wird. Aber es ist wichtig, nicht aufzugeben und immer weiterzumachen. Auch wenn es mal schwierig wird.
Ein paar Tipps für deine Reise
Wenn du planst, Kolumbien mit dem Motorrad zu erkunden, hier ein paar Tipps:
- Die Straßen: Die Straßen sind oft in schlechtem Zustand. Sei vorsichtig und fahre langsam. Ein stabiles Motorrad mit guter Federung ist empfehlenswert.
- Die Sicherheit: Kolumbien hat in den letzten Jahren Fortschritte in Bezug auf die Sicherheit gemacht, aber es ist trotzdem wichtig, vorsichtig zu sein. Lass keine Wertsachen offen liegen und fahre nicht nachts alleine durch abgelegene Gebiete.
- Die Kultur: Sei offen für die lokale Kultur und probiere die lokale Küche. Die kolumbianische Küche ist unglaublich vielfältig und lecker.
Und noch ein wichtiger Tipp: Nimm dir Zeit. Hetze nicht von Ort zu Ort, sondern nimm dir Zeit, die Schönheit der Landschaft und die Herzlichkeit der Menschen zu genießen.
Abschied und Ausblick
Ich verlasse Kolumbien mit einem weinenden Auge. Aber ich weiß, dass ich wiederkommen werde. Dieses Land hat einen besonderen Platz in meinem Herzen gefunden. Jetzt geht es weiter Richtung Ecuador. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet.
Die BMW ist wieder startklar, das Visier ist sauber, und der Tank ist voll. Die Straße ruft. Ich bin bereit für das nächste Abenteuer.
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