Bodensee-Rundfahrt: Zwischen Käsespätzle und Schwanen-Attacken
Warum gerade der Bodensee?
Die Idee zu dieser Reise hatte meine Frau, Elisabeth. Sie ist die Kulturpflanze in unserer Beziehung, ich eher der gemütliche Sofakartoffel. Aber sie hatte recht – wir brauchten dringend einen Tapetenwechsel. Eigentlich hatten wir ja Italien geplant, aber als ich dann die Preise für die Unterkünfte gesehen habe… naja, da wurde der Bodensee zum ernsthaften Gegenkandidaten. Und ehrlich gesagt, die Bilder von den mittelalterlichen Städten, den Weinbergen und dieser ganzen malerischen Landschaft hatten es uns beiden angetan. Außerdem konnte ich mir vorstellen, dort auch ein bisschen Rad zu fahren, was Elisabeth zwar skeptisch bewertete – "Du und Radfahren? Das gibt noch einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde!" – aber letztendlich akzeptierte.
Die Vorbereitung – ein Desaster in Planung
Die Reisevorbereitung war, wie immer, ein einziges Chaos. Ich, der selbsternannte Organisationschef, hatte die Aufgabe, die Hotels zu buchen. Und was soll ich sagen? Ich habe den ersten Tag im falschen Monat gebucht. Elisabeth hat nur gelacht und gesagt: "Na, dann fangen wir gleich mit dem Improvisieren an!" Am Ende haben wir zwar alles hinbekommen, aber ich musste ein paar Anrufe tätigen, bei denen ich mich gefühlt wie ein Bittsteller. Und dann noch das Gepäck! Elisabeth hat gefühlt die gesamte Garderobe mitgenommen, "Man weiß ja nie!", erklärte sie. Ich habe dann versucht, meinen Teil zu reduzieren, aber sie hat mich mit einem Blick so erschrocken, dass ich schnell klein beigegeben habe.
Erste Eindrücke von Friedrichshafen
Friedrichshafen selbst ist… anders. Viel moderner, als ich erwartet hatte. Das Zeppelin-Museum sticht natürlich sofort ins Auge. Ich bin ja kein Technik-Freak, aber selbst ich war beeindruckt von dieser riesigen Halle voller Flugzeugteile und Modellbau. Elisabeth hat sich gleich in die alten Fotos und Dokumente vertieft, während ich versucht habe, mir vorzustellen, wie es wohl war, in so einem Luftschiff zu sitzen. Wahrscheinlich unbequem und laut, aber trotzdem irgendwie faszinierend.
Ein Spaziergang am Ufer
Wir haben uns dann entschieden, einen Spaziergang am Ufer zu machen. Die Sonne schien, das Wasser glitzerte und es herrschte eine entspannte Atmosphäre. Es waren viele Leute unterwegs – Touristen, Einheimische, Radfahrer, Hundebesitzer. Elisabeth hat sofort ein Eis verlangt, und ich habe mich widerwillig danach schleppen lassen. Aber was soll’s, im Urlaub darf man sich ja mal was gönnen. Wir sind dann noch am Hafen vorbeigespaziert, wo eine Vielzahl von Booten und Yachten vor Anker lagen. Es war ein schöner Anblick, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mich in solchen Gefährten nur sehr unwohl fühlen würde.
Nach dem Spaziergang haben wir uns in einem kleinen Café niedergelassen und eine Tasse Kaffee getrunken. Das Café war total gemütlich, mit alten Möbeln und vielen Büchern. Wir haben uns dann noch ein bisschen unterhalten und die Aussicht auf den See genossen. Es war ein perfekter Start in den Urlaub.
Jetzt sind wir also hier, am Bodensee, und bereit, die nächsten Tage zu erkunden. Wir haben uns vorgenommen, ein paar mittelalterliche Städte zu besuchen, durch die Weinberge zu wandern und natürlich auch ein bisschen zu entspannen. Mal sehen, was uns erwartet. Ich bin gespannt, ob ich meine Radfahrer-Herausforderung überstehe und ob Elisabeth mit meiner langsamen Reisegeschwindigkeit zurechtkommt. Aber egal, Hauptsache, wir haben eine schöne Zeit zusammen. Und während wir das alles tun, werde ich versuchen, herauszufinden, ob es wirklich so viele Möglichkeiten gibt, Apfelstrudel zu variieren, wie Elisabeth behauptet.
Konstanz – Mehr als nur ein Seeungeheuer
Nach Friedrichshafen ging es weiter nach Konstanz. Ich hatte ja schon eine vage Vorstellung von der Stadt, hauptsächlich geprägt von dem Seeungeheuer "Konsti". Elisabeth hatte sich schon im Vorfeld einige Infos rausgesucht und meinte, Konstanz hätte viel mehr zu bieten als nur ein Mythos. Und sie hatte recht. Die Altstadt ist wirklich wunderschön, mit ihren verwinkelten Gassen, den historischen Gebäuden und den vielen kleinen Geschäften. Wir haben uns erstmal völlig verloren gekriegt, aber das gehört ja irgendwie auch dazu. Ich habe versucht, die Strecke auf der Karte zu rekonstruieren, aber Elisabeth meinte nur: "Lass uns einfach laufen und schauen, was passiert." Und so haben wir es gemacht.
Ein kulinarisches Desaster in der Altstadt
Irgendwann hatten wir dann auch Hunger bekommen und sind in ein kleines Restaurant in einer Seitengasse gegangen. Ich hatte Lust auf etwas Regionales, also habe ich "Käsespätzle mit Röstzwiebeln" bestellt. Elisabeth entschied sich für einen Salat. Was dann auf meinem Teller landete, war allerdings alles andere als das, was ich erwartet hatte. Die Käsespätzle waren zwar da, aber ertrunken in einer undefinierbaren Sauce, die irgendwie nach Ananas schmeckte. Ananas und Käsespätzle? Das ist doch eine Sünde! Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen, aber nach ein paar Bissen musste ich dann doch aufgeben. Elisabeth hat zwar kopfschüttelnd gelacht, aber ich war trotzdem enttäuscht. Ihr Salat war übrigens auch nicht gerade ein Hit – welker Salat und eine wässrige Vinaigrette. Wir haben dann beschlossen, dass wir in Konstanz noch einmal in einem anderen Restaurant essen werden.
Mainau – Die Blumeninsel
Am nächsten Tag sind wir dann auf die Insel Mainau gefahren. Elisabeth war ganz begeistert von der Idee, und ich muss sagen, die Insel ist wirklich beeindruckend. Überall blühen Blumen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Es ist wie ein riesiger botanischer Garten. Wir haben Stunden damit verbracht, durch die verschiedenen Themengärten zu schlendern, die exotischen Pflanzen zu bewundern und die vielen Schmetterlinge zu beobachten. Elisabeth hat ständig Fotos gemacht, während ich versucht habe, mich nicht von den vielen Bienen stechen zu lassen. Es war ein bisschen wie im Paradies, zumindest für ein paar Stunden. Wir haben uns dann in einem kleinen Café niedergelassen und ein Stück Kuchen gegessen. Der Kuchen war zwar etwas teuer, aber er hat sich gelohnt.
Ein kleiner Zwischenfall mit einem Schwan
Auf dem Rückweg zum Festland kam es dann zu einem kleinen Zwischenfall. Wir wollten gerade in das Boot steigen, als ein Schwan auf mich losgestürmt kam. Ich habe mich erschrocken und bin fast ins Wasser gefallen. Elisabeth hat laut gelacht und mich dann beruhigt. Der Schwan war anscheinend nur neugierig und wollte mich nur genauer unter die Lupe nehmen. Wir sind dann doch noch sicher ins Boot gekommen, aber ich hatte für den Rest des Tages ein leichtes Trauma.
Insgesamt war der Bodensee eine tolle Erfahrung, eine Mischung aus Kultur, Natur und kleinen Pannen, und während wir uns nun auf den Heimweg machen, bleibt uns ein Gefühl der Zufriedenheit – und die Gewissheit, dass wir in Zukunft noch viele weitere Ecken Europas erkunden werden.
Der Abschied vom Bodensee fiel uns irgendwie schwer. Nicht, weil wir die Region nicht mochten, ganz im Gegenteil. Es war eher die Erkenntnis, dass die Reise viel zu schnell vorbei war. Wir hatten uns vorgenommen, die Seele baumeln zu lassen und neue Eindrücke zu sammeln, und das war uns definitiv gelungen. Aber wie das immer so ist, bleibt am Ende ein weinmütiges Gefühl zurück.
Fazit: Mehr als nur ein See
Der Bodensee hat uns überrascht. Wir hatten ihn ehrlich gesagt als eher unspektakuläre Destination abgestempelt, aber er hat uns mit seiner Vielfalt begeistert. Die mittelalterlichen Städte mit ihren verwinkelten Gassen, die malerischen Weinberge, die blühenden Inseln – es war eine perfekte Mischung aus Kultur, Natur und Genuss. Und auch wenn wir nicht immer die besten kulinarischen Erfahrungen gemacht haben – die Käsespätzle in Konstanz werden uns noch lange in Erinnerung bleiben – haben wir trotzdem jede Mahlzeit genossen. Vor allem, weil wir sie gemeinsam verbracht haben.
Was wir gelernt haben
Diese Reise hat uns einmal mehr gezeigt, dass man nicht unbedingt weit weg reisen muss, um neue Erfahrungen zu sammeln. Oftmals liegen die schönsten Destinationen direkt vor unserer Haustür. Und dass man auch im Urlaub mit kleinen Pannen rechnen muss. Der Schwanen-Angriff war zwar etwas unangenehm, aber im Nachhinein eine lustige Anekdote. Und die Käsespätzle? Nun ja, darüber können wir jetzt lachen. Hauptsache, wir haben dabei Spaß gehabt.
Ein paar Tipps für eure Reise
Wenn ihr auch vorhabt, den Bodensee zu besuchen, hier ein paar Tipps von uns:
- Mainau: Unbedingt einen Tag auf der Blumeninsel verbringen. Es ist wirklich ein Paradies für Naturliebhaber.
- Konstanz: Erkundet die Altstadt und verliert euch in den verwinkelten Gassen. Und probiert unbedingt die regionale Küche – auch wenn es nicht immer perfekt ist.
- Friedrichshafen: Besucht das Zeppelin-Museum und lernt mehr über die Geschichte der Luftschifffahrt.
- Weinberge: Macht eine Wanderung durch die Weinberge und genießt die Aussicht auf den See. Und probiert natürlich auch den Wein.
- Packt bequeme Schuhe ein: Ihr werdet viel laufen!
Und noch ein letzter Tipp: Seid offen für neue Erfahrungen und lasst euch einfach treiben. Dann wird eure Reise am Bodensee garantiert unvergesslich.
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- Mainau
- Zeppelin-Museum Friedrichshafen
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- Zeppelin-Museum Friedrichshafen
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- Konstanz Altstadt