Ozeanien - Australien - Tasmanien (Hobart)

Reisebericht Ozeanien - Australien - Tasmanien (Hobart)

Der salzige Geruch, der mir entgegenwehte, war überwältigend. Nicht der sterilisierte Duft von Meeresbrise aus einem Spray, sondern der echte, raue Geruch von Wind, Gischt und Leben. Ich stand am Flughafen von Hobart, Tasmanien, und atmete tief ein. Endlich. Nach monatelanger Planung, dem Ausmisten von alten Festplatten voller Fotos und dem Sortieren unzähliger Objektive, war ich hier.

Ein langer Weg

Ich bin kein Urlauber, zumindest nicht im klassischen Sinne. Ich bin Fotograf, 35 Jahre alt, und meine Leidenschaft gilt der Dokumentation atemberaubender Landschaften und der Tierwelt. Es ist mehr als nur ein Hobby; es ist eine Art, die Welt zu verstehen und sie mit anderen zu teilen. Die Idee zu dieser Reise entstand vor etwa zwei Jahren, als ich durch eine Dokumentation über die einzigartige Flora und Fauna Australiens und Tasmaniens gestöbert habe. Ich war sofort fasziniert. Die Landschaft, die Wildnis, die Abgeschiedenheit – es war alles, wonach ich gesucht hatte.

Ich hatte das Gefühl, ich brauche einen Ort, an dem ich mich wirklich mit der Natur verbinden kann, weg vom Lärm und der Hektik des Alltags. Und Australien – speziell Tasmanien – schien der perfekte Ort dafür zu sein. Die Planung war eine Herausforderung. Visum, Flüge, Mietwagen, Unterkünfte, Genehmigungen für das Fotografieren in Nationalparks… es gab eine Menge zu erledigen. Aber ich bin jemand, der gerne Dinge gründlich plant. Es gibt mir ein Gefühl der Kontrolle und Sicherheit.

Erste Eindrücke von Hobart

Hobart selbst ist eine charmante Stadt. Viel kleiner und ruhiger, als ich erwartet hatte. Die Gebäude sind eine Mischung aus historischen viktorianischen Häusern und modernen Bauten. Der Hafen ist voller Boote, und am Ufer gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants. Ich checkte in mein kleines Hotel ein, ein unscheinbares Haus mit Blick auf den Hafen. Das Zimmer war einfach, aber sauber und gemütlich. Genau das Richtige für mich.

Nachdem ich mein Gepäck abgestellt hatte, machte ich einen ersten Spaziergang durch die Stadt. Ich wollte die Atmosphäre aufsaugen, die Leute beobachten und mir einen Überblick verschaffen. Mir fiel auf, dass die Menschen hier sehr freundlich und entspannt sind. Sie lächelten und nickten, als ich vorbeiging. Ich besuchte den Salamanca Market, einen lebhaften Markt mit Kunsthandwerk, Lebensmitteln und Souvenirs. Es war ein Fest für die Sinne. Überall gab es Farben, Gerüche und Geräusche. Ich kaufte ein paar lokale Produkte, um sie später zu probieren.

Was mich aber am meisten beeindruckte, war die Nähe zur Natur. Von fast jedem Punkt der Stadt aus konnte man die Berge und den Ozean sehen. Es war ein ständiger Reminder daran, dass man sich in einer einzigartigen und wilden Landschaft befand. Der Mount Wellington, auch bekannt als Kunanyi, ragte majestätisch über der Stadt auf. Ich wusste, dass ich ihn unbedingt besuchen musste.

Die Vorfreude auf das Abenteuer

Ich verbrachte den Abend damit, meine Ausrüstung zu überprüfen und meine Route für die nächsten Tage zu planen. Ich hatte mir vorgenommen, so viele verschiedene Landschaften wie möglich zu erkunden: die Wildnis des Cradle Mountain-Lake St Clair Nationalparks, die Küstenlandschaften des Freycinet Nationalparks, die Regenwälder des Southwest Nationalparks. Ich wollte die Tasmanische Teufel in ihrem natürlichen Lebensraum fotografieren, die berühmten Gummitrees im goldenen Licht der Abendsonne, die unberührten Strände und die majestätischen Berge.

Ich hatte noch keine konkreten Vorstellungen davon, welche Fotos ich machen würde, aber ich war gespannt darauf, was mich erwarten würde. Ich wusste, dass die Reise herausfordernd sein würde, aber ich war bereit dafür. Ich hatte das Gefühl, dass ich hier etwas Besonderes erleben würde, etwas, das mich für immer verändern würde.

Die Sonne ging langsam unter, und der Himmel färbte sich in leuchtenden Farben. Ich stand auf meinem Balkon und blickte auf den Hafen. Die Lichter der Stadt spiegelten sich im Wasser. Es war ein magischer Moment. Ich lächelte. Ich war hier. Und ich konnte es kaum erwarten, loszulegen. Das eigentliche Abenteuer, das Erkunden der Insel und die Jagd nach den perfekten Bildern, begann erst jetzt, und ich hatte das Gefühl, dass es mich tiefer in die Seele Tasmaniens führen würde, als ich mir je hätte vorstellen können.

Der Kunanyi und seine Launen

Der nächste Morgen begann früh. Ich wollte den Sonnenaufgang vom Mount Wellington, Kunanyi für die Aborigines, erleben. Die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis für sich. Die Straße schlängelte sich steil durch dichten Eukalyptuswald, und die Luft wurde immer dünner und kühler. Oben angekommen, wurde ich von einem dichten Nebel empfangen. Die Sicht war gleich Null. Enttäuscht stellte ich fest, dass der erhoffte Sonnenaufgang über den Wolken wohl nichts werden würde. Ich lehnte mich an mein Auto, trank einen heißen Kaffee und wartete. Und plötzlich, nach etwa einer Stunde, riss der Nebel auf. Die Sicht war atemberaubend. Unter mir lag Hobart, eingebettet in das grüne Tal, umgeben von Bergen und dem tiefblauen Ozean. Es war ein magischer Moment, der die lange Wartezeit mehr als wettmachte. Ich verbrachte Stunden damit, Fotos zu machen, die verschiedenen Lichtverhältnisse einzufangen und die atemberaubende Landschaft zu bewundern.

Allerdings zeigte sich Kunanyi von seiner launischen Seite. Der Wind wurde immer stärker, und die Temperatur sank rapide. Ich musste mich immer wieder in Bewegung halten, um warm zu bleiben. Plötzlich bemerkte ich, dass mein Akku fast leer war. Ich hatte vergessen, ihn vor der Fahrt aufzuladen. Panik stieg in mir auf. Ich hatte keine Lust, schon nach wenigen Stunden umkehren zu müssen. Also musste ich improvisieren. Ich schaltete alle unnötigen Funktionen meiner Kamera aus und versuchte, so sparsam wie möglich mit dem verbleibenden Strom umzugehen. Es reichte gerade noch, um ein paar letzte Fotos zu machen, bevor die Kamera endgültig ausging.

Salamanca und die Geschichten des Hafens

Zurück in Hobart brauchte ich etwas, um mich aufzuwärmen und neue Energie zu tanken. Also ging ich zum Salamanca Market. Diesmal war er voller Leben und Farben. Ich schlenderte zwischen den Ständen hindurch, probierte lokale Spezialitäten und unterhielt mich mit den Händlern. Ein älterer Mann verkaufte handgeschnitzte Holzfiguren. Er erzählte mir Geschichten über die Geschichte des Hafens und die alten Seefahrer, die hier einst ankerten. Seine Geschichten waren faszinierend und gaben mir einen tieferen Einblick in die Kultur Tasmaniens. Ich kaufte eine kleine Holzfigur als Souvenir und bedankte mich für die interessanten Erzählungen.

Battery Point: Ein Schritt zurück in die Zeit

Am Nachmittag erkundete ich Battery Point, ein historisches Viertel mit charmanten viktorianischen Häusern und gepflasterten Gassen. Es fühlte sich an, als wäre ich in eine andere Zeit versetzt worden. Ich wanderte durch die Straßen, bewunderte die Architektur und stellte mir vor, wie das Leben hier vor hundert Jahren ausgesehen haben muss. In einem kleinen Café trank ich einen Kaffee und beobachtete die Leute. Es war ein entspannender Moment, der mir die Möglichkeit gab, die Atmosphäre des Viertels aufzusaugen. Besonders beeindruckt war ich von den liebevoll restaurierten Häusern und den blühenden Gärten. Es war klar, dass die Bewohner stolz auf ihre Geschichte und Kultur waren.

Die Tage vergingen wie im Flug, gefüllt mit unvergesslichen Erlebnissen und atemberaubenden Landschaften. Ich hatte das Gefühl, immer tiefer in die Seele Tasmaniens einzudringen, und je mehr ich entdeckte, desto mehr wuchs meine Faszination für diese einzigartige Insel. Aber das eigentliche Abenteuer lag noch vor mir, denn ich wusste, dass die Wildnis und die Tierwelt Tasmaniens noch viele Überraschungen bereithielten, die ich unbedingt festhalten wollte.

Die letzten Tage vergingen wie im Flug, gefüllt mit unvergesslichen Erlebnissen und atemberaubenden Landschaften. Ich hatte das Gefühl, immer tiefer in die Seele Tasmaniens einzudringen, und je mehr ich entdeckte, desto mehr wuchs meine Faszination für diese einzigartige Insel. Aber das eigentliche Abenteuer lag noch vor mir, denn ich wusste, dass die Wildnis und die Tierwelt Tasmaniens noch viele Überraschungen bereithielten, die ich unbedingt festhalten wollte.

Die Suche nach dem Tasmanischen Teufel

Eines meiner größten Ziele war es, den Tasmanischen Teufel in seinem natürlichen Lebensraum zu fotografieren. Ich hatte gehört, dass es schwierig sei, diese scheuen Tiere zu entdecken, aber ich war entschlossen, es zu versuchen. Gemeinsam mit einem lokalen Guide begab ich mich in den Cradle Mountain-Lake St Clair Nationalpark. Wir wanderten stundenlang durch dichten Wald, immer auf der Suche nach Spuren der kleinen Teufel. Schließlich, nach einer langen und anstrengenden Wanderung, hatten wir Glück. Wir entdeckten eine Gruppe von Tasmanischen Teufeln, die in der Nähe eines verlassenen Bauwerks herumstreiften. Ich konnte einige atemberaubende Fotos von diesen faszinierenden Tieren machen, bevor sie wieder im Wald verschwanden. Es war ein unvergesslicher Moment, der mich tief berührt hat.

Die Farben des Ozeans und des Himmels

Die Küstenlandschaften Tasmaniens sind einfach atemberaubend. Ich verbrachte mehrere Tage damit, die verschiedenen Strände und Buchten zu erkunden. Der Freycinet Nationalpark war besonders beeindruckend. Die roten Granitfelsen, die weißen Sandstrände und das türkisfarbene Wasser bildeten einen wunderschönen Kontrast. Ich konnte stundenlang am Strand sitzen und einfach die Aussicht genießen. Besonders beeindruckend war der Wineglass Bay Lookout, von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf die Bucht hat. Ich konnte einige wunderschöne Fotos von den Sonnenuntergängen machen, die den Himmel in leuchtenden Farben erstrahlen ließen. Ich erlebte einige wirklich magische Momente, die ich nie vergessen werde.

Reflexionen und Erkenntnisse

Tasmanien ist mehr als nur eine wunderschöne Insel. Es ist ein Ort, der dich dazu zwingt, innezuhalten und das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Die Wildnis, die Abgeschiedenheit und die unberührte Natur haben mich tief beeindruckt. Ich habe gelernt, die einfachen Dinge im Leben zu schätzen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Reise hat mir auch gezeigt, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen und sie für zukünftige Generationen zu bewahren.

Meine Empfehlungen für deine Reise

Wenn du planst, Tasmanien zu besuchen, habe ich ein paar Tipps für dich. Erstens, nimm dir genügend Zeit. Es gibt so viel zu entdecken, dass du in wenigen Tagen nicht alles sehen kannst. Zweitens, sei vorbereitet auf wechselhaftes Wetter. Es kann innerhalb eines Tages von Sonne auf Regen und wieder zurück wechseln. Packe also warme Kleidung, Regenkleidung und Sonnenschutzmittel ein. Und drittens, sei respektvoll gegenüber der Natur und den Tieren. Hinterlasse keine Spuren und halte Abstand zu den Wildtieren. Und ganz wichtig: Entdecke das Essen! Die lokalen Produkte und Weine sind fantastisch und ein wahrer Genuss.

Ich verlasse Tasmanien mit einem schweren Herzen, aber auch mit vielen schönen Erinnerungen und neuen Erkenntnissen. Ich bin dankbar für die Möglichkeit, diese einzigartige Insel kennengelernt zu haben, und ich bin sicher, dass ich wiederkommen werde. Die Landschaft, die Tierwelt und die Menschen haben mich tief beeindruckt, und ich werde Tasmanien immer in meinem Herzen tragen.

    👤 Paar Mitte 50, kulturinteressiert und genussorientiert ✍️ spannend und abenteuerlich